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Der Turmbau zu Babel

Titel: Der Turmbau zu Babel

Seminararbeit , 2002 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Monika Reichert (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein in unseren Augen altmodischer Text soll in der heutigen Zeit noch eine Bedeutung haben?
In unserem hektischen Alltag versucht ein jeder, das für ihn Bestmögliche zu erreichen. Es werden Städte, Türme von riesigen Ausmaßen gebaut, „es wird durchs Weltall geflogen, es entstehen Atomkraftwerke, Weltraumstationen, Satelliten und Raketen, wir bauen ständig in die Breite, in die Höhe und in die Tiefe.“ Im Allgemeinen kann man feststellen, dass das Streben vieler modernen Menschen darauf abzielt, ‚hoch’ hinaus zu gelangen, sei es nun auf die Höhe an sich bezogen oder auf die Größe der Ziele, die wir uns stecken.
Das lebensnotwendige Gefühl des Wohlbehagens braucht jeder Erdbewohner.(...)
Auf die Bedeutung der jeweiligen Geschehnisse der Erzählung soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden (zusammenfassende Interpretation siehe Gliederungspunkt 3.).
Durch die Parallelen zwischen dem Text des Alten Testamentes und der heutigen Lebensweise der Menschen ist der aktuelle Bezug der Erzählung gut zu erkennen.
Im Folgenden soll die Geschichte `Der Turmbau zu Babel´ nach den Methoden der historisch – kritischen Exegese ausgelegt werden: Literarkritik, Redaktionsgeschichte und Formgeschichte stehen zur Diskussion an. Nach einer Abgrenzung des Textabschnittes 11,1-9 ist die Einheitlichkeit als zweiter Unterpunkt der Literarkritik zu behandeln. Die Redaktionsgeschichte versucht im Anschluss an Letzteres aufzuzeigen, wie und nach welchen Gesichtspunkten das vorliegende Material überarbeitet wurde. In der Formgeschichte wird zunächst der Aufbau der Geschichte behandelt, bevor die sprachlichen Phänomene des Textes auf der Text-, Satz-, Wort-, und Lautebene zur Sprache kommen. Danach geht es im letzten Gliederungspunkt der Formgeschichte um die Bestimmung der Gattung.
Eine abschließende Interpretation von Genesis (Gen) 11,1-9 soll dem Leser die Erzählung vom `Turmbau zu Babel´ verständlich näher bringen und erklären. Den Schluss dieser Arbeit bildet die Meinung der Verfasserin.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. „Der Turmbau zu Babel“ - heute noch ein aktuelles Thema?

2. Die Methoden der historisch – kritischen Exegese am Beispiel von Gen 11,1-9

2.1 Literarkritik

2.1.1 Abgrenzung des Textabschnittes

2.1.2 Einheitlichkeit des Textabschnittes

2.2 Redaktionsgeschichte

2.3 Formgeschichte

2.3.1 Aufbau von Gen 11,1-9

2.3.2 Sprachliche Phänomene des Textes auf Text- Satz- Wort- und Lautebene

2.3.3 Bestimmung der Gattung des Textabschnittes

3. Interpretation von Gen 11,1-9

4. Eigene Meinung des Verfassers

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Erzählung vom „Turmbau zu Babel“ (Gen 11,1-9) anhand der historisch-kritischen Exegese wissenschaftlich zu untersuchen, um den Text strukturell und inhaltlich zu erschließen und seine Relevanz im Kontext heutiger Lebensweisen zu reflektieren.

  • Anwendung literarkritischer Methoden zur Bestimmung von Texteinheit und Abgrenzung.
  • Untersuchung der redaktionsgeschichtlichen Hintergründe und der Einbettung in den biblischen Kontext.
  • Formgeschichtliche Analyse inklusive Strukturaufbau und stilistischer Gestaltungsmittel.
  • Interpretation der Erzählung als ätiologische Schuld- und Strafe-Erzählung.
  • Reflektion über die Übertragbarkeit der biblischen Thematik auf moderne gesellschaftliche Verhaltensmuster.

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Sprachliche Phänomene des Textes auf Text- Satz- Wort- und Lautebene

In diesem Abschnitt soll untersucht werden, welche sprachlichen Phänomene der Erzähler in der Geschichte `Turmbau zu Babel´ verwendet hat und was er damit bezwecken wollte.

Der Text ist insgesamt sehr gut verständlich. Dazu trägt die nüchterne, sachliche und an manchen Stellen auch schildernde Sprache bei. Durch wörtliche Reden bringt der Erzähler Lebendigkeit in die Geschichte, die beim Leser wiederum Interesse, in Form von Gebanntheit und Spannung, weckt. Es herrscht stets Klarheit darüber, wer gerade spricht. Bevor ein Sprecher agiert, steht in den meisten Fällen ein Erzählerkommentar, wie z.B. „Da geschah es“ (Vers 1a und 2a) oder “Da sagten sie“ (Vers 4a).

Der Leser wird wie an einer Hand durch den Textabschnitt geführt. Ihm werden durch deutliche relativische Bezüge Klarheit über den Handlungsablauf verschafft. Eine weitere Belebung erfährt der Text durch die Verwendung verschiedener Stilmittel, die bewusst an bestimmten Stellen gesetzt sind.

Das parataktische Satzgefüge weist einige syntaktische Figuren auf: Die grammatische Figur des Parallelismus ist besonders häufig verwendet worden. Die beiden Versanfänge 1a und 2a sind z.B. parallel geschaltet. Im Laufe der Erzählung ist der Ausdruck „auf dem Angesicht der ganzen Erde“ ebenfalls mehrmals vorzufinden (siehe Vers 4b, 8a und 9b).

Die wiederholten Wörter bleiben beim Leser besonders auch durch die parallele Schaltung besser im Gedächtnis haften. Die spezielle Betonung von „Da geschah es“ (Vers 1a und 2a) drückt die schnelle Abfolge der Ereignisse aus: ein erster Erzählerkommentar, worauf ein Ereignis folgt, dann wieder ein zweiter Kommentar, dem erneut ein Ereignis folgt. Der Text wirkt wie eine gut durchdachte, rhythmisch gestaltete Komposition. Der Leser kann sich durch diese geschickte Textgestaltung gut in die damalige Situation hineinversetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

„Der Turmbau zu Babel“ - heute noch ein aktuelles Thema?: Die Einleitung beleuchtet die Parallelen zwischen dem menschlichen Streben nach Höhe und Macht in der modernen Welt und der antiken Erzählung.

Die Methoden der historisch – kritischen Exegese am Beispiel von Gen 11,1-9: Dieses Kapitel legt den methodischen Rahmen fest, der auf der Anwendung von Literarkritik, Redaktionsgeschichte und Formgeschichte basiert.

Literarkritik: Es wird die korrekte Abgrenzung des Textabschnitts sowie dessen formale Integrität anhand von Dubletten und sprachlichen Spannungen nachgewiesen.

Redaktionsgeschichte: Hier wird untersucht, wie das vorliegende Material überarbeitet wurde und warum die Erzählung des Jahwisten an dieser spezifischen Stelle der Genesis eingefügt wurde.

Formgeschichte: Dieses Kapitel analysiert den spiegelbildlichen Aufbau der Geschichte, die Verwendung sprachlicher Stilelemente sowie die Gattungsbestimmung als ätiologische Schuld- und Strafe-Erzählung.

Interpretation von Gen 11,1-9: Die Interpretation führt die Ergebnisse zusammen und zeigt, wie das Eingreifen Gottes in den Turmbau die Grenzen menschlichen Strebens markiert.

Eigene Meinung des Verfassers: Die Verfasserin reflektiert die ethische Relevanz der Erzählung für eine gerechte Gesellschaft und das Bedürfnis nach klaren Orientierungsmaßstäben.

Schlüsselwörter

Turmbau zu Babel, Genesis, historisch-kritische Methode, Literarkritik, Redaktionsgeschichte, Formgeschichte, Exegese, ätiologische Erzählung, Sprachverwirrung, Gott, Schuld und Strafe, Sinear, Jahwist, Urgeschichte, biblische Hermeneutik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der alttestamentlichen Erzählung vom „Turmbau zu Babel“ und untersucht diese mit wissenschaftlichen Methoden der historisch-kritischen Exegese.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die literarkritische, redaktionsgeschichtliche und formgeschichtliche Analyse des Textes sowie dessen Interpretation im Kontext der Urgeschichte.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, den Aufbau und die Struktur der Erzählung transparent zu machen und ihre Bedeutung sowie den Bezug zur heutigen Lebenswelt der Menschen zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Methode, bestehend aus Literarkritik zur Textintegrität, Redaktionsgeschichte zur Entstehungsgeschichte und Formgeschichte zur Gattungsbestimmung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Untersuchung (Abgrenzung, Dubletten, Aufbau, Stilmittel, Gattung) und eine anschließende inhaltliche Interpretation der Erzähltradition.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Babel, Exegese, Ätiologie, Sprachverwirrung, Jahwist und die Reflexion über menschliches Streben nach Macht.

Warum wird die Erzählung als „Schuld- und Strafe-Erzählung“ klassifiziert?

Aufgrund ihrer Struktur, in der menschlicher Hochmut durch das göttliche Eingreifen zur Zerstreuung und Sprachverwirrung führt, ordnen Theologen sie in diese Gattung ein, ähnlich der Paradiesgeschichte.

Welche Bedeutung hat das „Herabfahren“ Gottes im Text?

Das Herabfahren Gottes unterstreicht seine souveräne Stellung gegenüber dem menschlichen Tun und verdeutlicht die notwendige Begrenzung, die Gott dem Streben der Menschen nach gottgleicher Macht auferlegt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Turmbau zu Babel
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaft)
Note
1,0
Autor
Monika Reichert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
20
Katalognummer
V17572
ISBN (eBook)
9783638221191
ISBN (Buch)
9783638774819
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Turmbau Babel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Monika Reichert (Autor:in), 2002, Der Turmbau zu Babel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17572
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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