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Der Mercedarierorden und die Sorge um die Gefangenen

Title: Der Mercedarierorden und die Sorge um die Gefangenen

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 25 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Yvonne Kafka (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Beim Zusammenprall des Christentums mit dem Islam gab es starke
kriegerische Auseinandersetzungen. Auf beiden Seiten wurden neben den
vielen Getöteten auch Gefangene gemacht. Die Geschichte der islamischen
Ausbreitung, der Reconquista, der Kreuzzüge und des christlichen Orden sind
eng miteinander verflochten. Mit der Entstehung der Orden im 12. und 13.
Jahrhundert entstand eine christliche Gegenwehr zum Islam. Die Religiosität
nahm Einzug in jedes Haus, der Begriff der „christlichen caritas“ wurde zum
Bestandteil der westlichen Kultur. Es waren vor allem die Armen und
Schwachen, denen man helfen wollte, wenn sie es selber nicht mehr konnten.
Zu dieser Zeit gab es einen Bedarf an einer Organisation, die sich speziell um
christliche Gefangene in muslimischen Händen sorgte. Der Anstieg von
Piraterie und kriegerischen Auseinandersetzungen an den Grenzen christlichislamischer
Gegenden ließ eine Nische entstehen, in der die Sklavenmärkte
wieder aufblühten und in der man mit Gefangenen Profit machen konnte.
Aufgrund einer Vision der Heiligen Jungfrau Maria nach einem maurischen
Überfall, entschied sich Petrus Nolascus Anfang des 13. Jahrhunderts den
Orden der Mercedarier zu gründen, der sich der Aufgabe des Loskaufs von
Gefangenen widmete. Auf der iberischen Halbinsel erreichte er die Etablierung
und Ausweitung der Mercedarier, die noch bis heute aktiv sind.1
In dieser Hausarbeit möchte ich einen Überblick über die Situation der
Gefangenen im Mittelalter geben. Anschließend werde ich die Entstehung des
Ordens und dessen Entstehung im 13. Jahrhundert beschreiben.
Als Grundlage dienten mir vor allem die Arbeiten von James W. Brodman, der
die Mercedarier sehr ausführlich erforscht hat. Da die Quellen der Mercedarier,
speziell die Verfassung von 1272, für mich im Original nicht zugänglich war,
habe ich mich auf die Übersetzung von Brodman gestützt, die sich im Anhang
seines Buches „Ransoming Captives in Crusader Spain: The Order of Merced
on the Christian-Islamic Frontier“ befindet. Auch habe ich aus dem Werk von
Anne Müller „Gefangenenloskauf unter der Augustinusregel“ zitiert, da sie mit
der Originalverfassung arbeiten konnte.

==
1 Siehe www.mercedarier.at, eingesehen am 31. August 2007.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gefangenschaft und Sklaverei

3. Die Mercedarier

3.1 Die Anfänge des Ordens im 13. Jahrhundert

3.2 Die Mercedarier als religiöse Ordensgemeinschaft

3.3 Bewirtschaftung und Seelsorge

3.4 Der Loskauf der Gefangenen

4. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die prekäre Situation von Gefangenen im Mittelalter sowie die historische Entstehung und Entwicklung des Mercedarierordens im 13. Jahrhundert. Dabei wird untersucht, wie der Orden als karitative Institution durch die Organisation von Freikäufen christlicher Gefangener in muslimischen Gebieten einen wesentlichen Beitrag zur damaligen Gesellschaft leistete und welche strukturellen Wandlungsprozesse der Orden in dieser Zeit durchlief.

  • Historischer Kontext der christlich-muslimischen Konflikte und Sklavenmärkte im Mittelalter.
  • Die Rolle der Mercedarier als Bindeglied zwischen karitativer Seelsorge und institutionellem Loskauf.
  • Strukturelle Institutionalisierung des Ordens durch die Verfassung von 1272.
  • Die soziale und wirtschaftliche Bedeutung von Spenden, Almosen und königlichen Privilegien für den Ordenserfolg.
  • Interne Spannungen und die Entwicklung von einer Laienbruderschaft zur klerikal geprägten Organisation.

Auszug aus dem Buch

3.3 Bewirtschaftung und Seelsorge

Bis 1250 waren Spenden die einzige Erwerbsquelle der Mercedarier. Dank königlicher Privilegien war ihnen der Handel erlaubt und so erweiterten sie ihre Einnahmequellen und erwarben Eigentümer. In den Quellen des Ordens sind Schenkungen, Kaufvereinbarungen, Mietverträge usw. vorhanden, anhand derer man die Politik der Mercedarier ausmachen kann. Der Großteil der Quellen stammt aus Katalonien und Valencia. Man kann jedoch davon auch auf die anderen Gebiete schließen.

Man weiss, dass es im 13. Jahrhundert 18 Wohltäter aus Valencia gab. Diese stellen einen Querschnitt der Gesellschaft dar: 9 Adlige, 3 Stadtbewohner, davon ein Rechtsanwalt. 5 waren entweder wohlhabende Städter oder Ritter und ein Bischof. Die höchsten Spenden kamen von den Adligen und waren meist landwirtschaftliche oder städtische Gebiete, die über das valencianische Königreich zerstreut waren.

Anscheinend verfolgten die Mercedarier mit ihrem Eigentumserwerb eine Strategie. Sie hatten ihren Eigentümer v.a. in Valencia und seine Vororte, die Sagunto-Segobe Mittellinie und das Huerta von Jativa. Das Gebiet von Valencia umfasste im 13. Jahrhundert über 160 Morgen Ackerland, 11 Gärten, 3 Felder, 18 Gruppen Häuser, 5 Weinberge, eine Farm, eine Moschee, ein Fonduk, ein Olivenhain, 2 Schlösser, eine Mühle, zwei Piazzen, 8 Dörfer, 3 Dörfchen, 5 Werkstätten, eine Gemeindekirche. Das Meiste davon waren Geschenke und waren datiert auf die Ära direkt nach der Eroberung durch den aragonesischen König.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik der Gefangenschaft während der christlich-islamischen Konflikte ein und erläutert die Beweggründe für die Gründung des Mercedarierordens.

2. Gefangenschaft und Sklaverei: Dieses Kapitel beleuchtet die allgemeinen Bedingungen der Sklaverei im Mittelalter sowie die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen, unter denen Gefangene in muslimischen Händen lebten.

3. Die Mercedarier: Dieser Hauptteil analysiert die Entstehung des Ordens, dessen institutionelle Entwicklung, wirtschaftliche Basis sowie die spezifische Rolle bei der Befreiung von Gefangenen.

3.1 Die Anfänge des Ordens im 13. Jahrhundert: Der Abschnitt beschreibt die Gründung durch Petrus Nolascus und die frühe Entwicklung der Bruderschaft unter dem Schutz der Krone von Aragon.

3.2 Die Mercedarier als religiöse Ordensgemeinschaft: Hier wird das ordensinterne Leben nach der Augustinusregel sowie der Status der Gefangenen als „pauperes Christi“ thematisiert.

3.3 Bewirtschaftung und Seelsorge: Dieser Teil befasst sich mit den wirtschaftlichen Aktivitäten, den Spendenstrukturen und der karitativen Versorgung durch den Orden.

3.4 Der Loskauf der Gefangenen: Der Abschnitt konzentriert sich auf die Praxis und die diplomatischen Herausforderungen des Loskaufs sowie die Rolle des Ordens als Verhandlungspartner.

4. Schluss: Das Fazit fasst die Bedeutung der Mercedarier für die Fürsorge gefangener Christen und ihre institutionelle Konsolidierung über die Jahrhunderte zusammen.

Schlüsselwörter

Mercedarier, Gefangenenloskauf, Mittelalter, Sklaverei, Petrus Nolascus, Reconquista, christliche Caritas, Aragon, Augustinusregel, Ordenswesen, Almosen, Freikauf, Kloster, soziale Fürsorge, Klerikalisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Entstehung und die karitative Arbeit des Mercedarierordens im Mittelalter mit Fokus auf den Gefangenenloskauf.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die soziale Realität der Sklaverei im mittelalterlichen Mittelmeerraum und die institutionelle Organisation der Mercedarier zur Befreiung christlicher Gefangener.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung der Mercedarier von einer kleinen Laienbruderschaft zu einer organisierten, institutionell gefestigten Gemeinschaft im 13. Jahrhundert aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Arbeit, die sich primär auf die Auswertung und Synthese existierender Quellen und Sekundärliteratur zur Ordensgeschichte stützt.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig diskutiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ordensanfänge, die religiöse Ausrichtung, die ökonomische Basis durch Grundbesitz und Spenden sowie die praktische Durchführung der Loskauf-Missionen.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter dieser Publikation?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen neben dem Ordensnamen "Mercedarier" vor allem "Gefangenenloskauf", "Sklaverei", "Reconquista" und die "Augustinusregel".

Warum war der Mercedarierorden kein militärischer Ritterorden?

Der Orden wurde mit voller Absicht nicht als Ritterorden gegründet, damit die Muslime die Brüder bei den diplomatischen Verhandlungen nicht als kriegsführende Partei wahrnahmen.

Welche Rolle spielte die Verfassung von 1272 für den Orden?

Die Verfassung von 1272 war entscheidend für die Institutionalisierung und Rechtsvereinheitlichung der verschiedenen Häuser, um die Disziplin zu wahren und Korruption in der Ordensleitung entgegenzuwirken.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Der Mercedarierorden und die Sorge um die Gefangenen
College
LMU Munich
Grade
2,3
Author
Yvonne Kafka (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V175731
ISBN (eBook)
9783640968459
ISBN (Book)
9783640968282
Language
German
Tags
Orden Mercedarier Mittelalter Gefangenschaft Seelsorge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Kafka (Author), 2007, Der Mercedarierorden und die Sorge um die Gefangenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175731
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