Tourismus & Werbung - Theorie & Empirie - Eine Analyse der Tourismuswerbung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
20 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Der Tourismus
2.2 Der Tourist
2.3 Tourist Gaze
2.4 Was ist ein Bild?

3. Beschreibung der Methode(n)
3.1 Roland Barthes
3.1.1 „Die Fotografie als Botschaft“
3.1.2 Rhetorik des Bildes
3.2 Ralf Bohnsack
3.2.1 Die dokumentarische Methode
3.2.2 Vorgangsweise der Bildinterpretation bei Bohnsack

4. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse von touristischen Werbebildern, weiters mit dazugehörenden Themen wie Tourismus, Touristen, Tourist Gaze und analytischen Methoden wie jenen von Roland Barthes und Ralf Bohnsack.

2. Hauptteil

Im folgenden Abschnitt der Arbeit soll ein Überblick über die, für diese Proseminar- Arbeit, wichtigen Begriffe gegeben, sowie die Methoden von Roland Barthes und Ralf Bohnsack erarbeitet und erläutert werden.

2.1 Der Tourismus

„Der Begriff Tour bezeichnet einen zum Ausgangspunkt zurückkehrenden Rundgang,…“(Mandel 1996: S.16). An diesem Zitat erkennt man ein zentrales Merkmal des Tourismus, denn Tourismus meint stets nur einen begrenzten Aufenthalt in der Ferne, mit der Intention, wieder nach Hause zu kehren (vgl. Mandel 1996: S.16). Dies ist bedeutend für den Fortgang unserer Arbeit, denn Tourismus stellt einen kurzen Zeitraum des Andersartigen dar und ist so nicht vergleichbar mit dem Alltag. Auf touristisch ausgelegten Bildern wird der fremde Ort in seiner vollsten Pracht präsentiert und alles Unschöne, oder eben nicht domestizierte damit ausgeblendet. Der Tourismus ist darauf ausgelegt, ein kurzzeitiges Abenteuer darzustellen und nicht darauf, einen langfristigen Aufenthalt zu demonstrieren.

Folgend wird ein kurzer Exkurs zu den Anfängen des Tourismus gemacht um anschließend die Extremform des Tourismus, die auch Massentourismus genannt wird, zu erläutern.

Bevor der Tourismus, wie wir in heute kennen, entstand, war das Reisen ein Privileg der Oberschicht. Ziel der Reise war es nicht Vergnügen oder Erholung zu erleben, sondern Weiterbildung und Beruf standen im Vordergrund (vgl. Mandel 1996: S.16ff). Hierfür spielte Geld eine wichtige Rolle. Als noch wenige Menschen auf Reisen gingen, war dies eine sehr kostspielige Angelegenheit und auch durch die nicht vorhandene Technik ein langwieriger Prozess. Nur wohlbetuchten Mitgliedern der Gesellschaft war es möglich in den Genuss einer Reise zu kommen. Zahlreiche Faktoren haben nun das Entstehen des Tourismus bzw. Massentourismus begleitet und unterstützt. Ausgangspunkt dafür war die Industrialisierung und die, mit ihr einhergehende, geregelte Arbeitszeit, sowie der Anstieg des Wohlstandes (vgl. Mandel 1996: S.18). Dies bedeutete, dass es im Jahr eines Arbeiters eine fixierte Zeit gab, die er zur Erholung nützen sollte und die sich deutlich von seiner Arbeit abgrenzte. Auch der zunehmende Lohn bot ihm neue Möglichkeiten, über die er früher nicht verfügte. Vor allem aber auch neue Technologien boten Chancen, mit denen bald die touristischen Hindernisse, wie eben die Überwindung der Anreisedistanz, überwunden werden konnten. Die Verkehrswege wurden weiter ausgebaut und die Reisen wurden billiger. Ein weiterer wichtiger Punkt für die Popularisierung, ist die „Massenhaftigkeit“ (Mandel 1996: S.20). Erst durch die Tatsache, dass viele Menschen begannen zu reisen, sanken die Kosten drastisch. Dadurch wurde das Reisen für die meisten Menschen zugänglich (vgl. Mandel 1996: S.18ff). Diese Entwicklung zieht sich bis heute: je mehr Menschen an ein bestimmtes Ziel reisen, desto leistbarer wird es.

Die Entstehung des Tourismus hatte zahlreiche Folgen und Auswirkungen. Die Intentionen zum Reisen veränderten sich und waren nicht länger, wie vorhergehend bereits erwähnt, mit Arbeit oder Bildung verbunden, sondern Vergnügen und Spaß wurden zu Zielen einer Reise. Durch die zunehmende Nachfrage am Reisen entstanden erste Tourismusagenturen, welche sich mit dem Thema Reiseorganisation beschäftigten. Dadurch wurde das Reisen professionalisiert und ein neuer Wirtschaftzweig entstand (vgl. Mandel 1996: S.16ff).

Es dauerte nicht lange, bis bestimmte Urlaubsregionen zu bevorzugten Zielen des Tourismus wurden, „ Zum einen weil sie für den Tourismus besonders günstige klimatische, landwirtschaftliche und/ oder kulturelle Voraussetzungen bieten […], zum anderen, weil sie über massenmediale Werbung zu Haupturlaubsregion gemacht wurden.“ (Mandel 1996: S.26) Dadurch kann der deutliche Einfluss der Werbung auf die Menschen und ihr Verhalten aufgezeigt werden. Die Folgen davon, waren Vereinheitlichungen der Urlaubsregionen. Viele Regionen wurden nach den Vorstellungen des Touristen abgestimmt und so für Touristen inszeniert. Der Tourist ist dadurch kaum noch in der Lage die wahre Kultur des Urlaubsortes zu erleben, da sein Aufenthalt und seine Erlebnisse schon vorab inszeniert werden. Als Kennzeichen hierfür verweist Mandel auf den westlichen Komfort, der in den Urlaubsregionen vorherrscht, sowie die Nähe der Unterbringungen zu Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Nur ausgewählte Teile der Region werden den Touristen, in aufbereiteter Form, gezeigt (vgl. Mandel 1996: S.26f). An dieser Stelle wird auf die Bilderanalyse verwiesen, da die im Folgenden analysierten Bilder eben diese Einsicht aufzeigen, insofern, dass die Fotos für Touristen ebenfalls nur einen winzigen Teil der Region die sie bewerben, zeigen. Die inszenierten Bilder spiegeln keinesfalls das reale Geschehen vor Ort wider, sondern zeigen die Region von ihrer schönsten Seite. Interessant hierbei ist, dass der Tourist, der diese Bilder sieht, seine Erwartungen und Vorstellungen genau nach diesen Bildern richtet und er wäre enttäuscht, wenn seine Erwartungen, die von den Werbebildern stammen, enttäuscht würden. Aufgrund dessen erwähnt Mandel, dass diese so genannten „inszenierten Urlaubs-Welten“ (Mandel 1996: S.26) nicht nur von der Tourismusindustrie hergestellt werden, sondern auch der Tourist durch seine Erwartungen mit verantwortlich dafür ist (vgl. Mandel 1996: S.29).

Zusammenfassend sollen an dieser Stelle die, von Mandel beschriebenen, Charakteristika des Tourismus angeführt werden. Der Tourismus zeichnet sich aus durch:

1. Die kurze Aufenthaltsdauer des Touristen. Die Reise ist zeitlich befristet, danach kehrt man wieder zurück nach Hause zurück (vgl. Mandel 1996: S.16).
2. Die Zwecklosigkeit der Reise. Damit ist gemeint, dass man verreist um Erholung und Vergnügen zu erfahren. Man will sich entspannen und seine Sorgen vergessen. Außerdem ist die touristische Reise nicht mit beruflichen Gründen verbunden (vgl. Mandel 1996: S.20).
3. Die Vereinheitlichung des Reisezieles- und der Reiseform. Wie bereits zuvor erwähnt, geht es hierbei um die Tatsache, dass ganze Regionen auf die Bedürfnisse der Mehrheit der Touristen angepasst, und so standardisiert werden (vgl. Mandel 1996: S.20).
4. Die Massenhaftigkeit. Der Tourismus als marktwirtschaftlicher Sektor hat sich innerhalb kurzer Zeit sehr stark ausgeweitet. Beinahe jedem ist es möglich geworden, zu verreisen (vgl. Mandel 1996: S.19f).
5. Die Reise als Kontrast zum Alltag. Arbeit und Freizeit werden strikt getrennt. Der Urlaub stellt etwas völlig Konträres und eine Besonderheit im alltäglichen Leben da. Im Urlaub erwartet man sich daher auch ein Abenteuer oder etwas Dergleichen, um die Abhebung vom Arbeitsleben zu verstärken (vgl. Mandel 1996: S.18).

2.2 Der Tourist

„Der Tourist zeichne sich dadurch aus, […], daß er fotografiert, Souvenirs kauft, zu berühmten Sehenswürdigkeiten reist, nur kurz an einem Ort bleibt und die Einheimischen nicht versteht.“(Pearce In: Mandel 1996: S. 32-33).

Die Kennzeichen bzw. Merkmale von Touristen sind:

- Die passive Rolle:

Vieles wird für die Touristen geplant und vorab organisiert. Jegliche Verantwortung und alle Probleme werden ihnen abgenommen (vgl. Mandel 1996: S.33).

- Sicherheit:

Touristen sind von den meisten Gefahren abgesichert und sie haben immer einen Rückhalt in der Ferne. Sie können immer nach Hause flüchten, wenn es Schwierigkeiten gibt und müssen nicht auf diesem Ort verharren(vgl. Mandel 1996: S.33).

- Touristen leben abgeschottet von der Kultur der Einheimischen:

Es gibt oft auch Berührungsängste wegen der Fremdheit der Personen. Die meisten Urlauber haben keine oder nur wenig Wissen über das Leben der Einheimischen. Viele Touristen zeigen eine gewisse Ignoranz gegenüber der Kultur und Mentalität der Einheimischen, sie wollen den Urlaub genießen, anstatt sich mit Kultur zu beschäftigen (vgl. Mandel 1996: S.34).

- Touristen machen ihre Umgebung durch ihr standardisiertes Verhalten zu einer touristischen Welt (vgl. Mandel1996: S. 33).

An dieser Stelle wird aufgrund der thematischen Nähe auf Zygmunt Baumann verwiesen. Baumann definiert den Touristen durch seine Zielgerichtetheit. „Der Tourist bewegt sich absichtlich…“ (Baumann 2002: S182). Dieses bewusste Reisen, eben das Reisen mit einer bestimmten Intention ist für Baumann das zentrale Merkmal des Touristen. Weiters schreibt Baumann, dass der Tourist in dem fremden Land nie zu den dort ansässigen Menschen gehören wird, sondern immer ein Fremdling bleiben wird. Der Tourist hegt den großen Wunsch nach Abwechslung und ist immer auf der Suche nach neuen Erfahrungen, Abenteuern und Vergnügen. Daneben stellt ein Charakteristikum des Touristen der Umstand dar, dass er ein Heim hat, das einerseits eine Sicherheit, andererseits aber eine Art Gefängnis darstellt, aus dem es gilt auszubrechen, um wieder dorthin zurückzukehren (vgl. Baumann 2002: S. 182ff).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Tourismus & Werbung - Theorie & Empirie - Eine Analyse der Tourismuswerbung
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Note
1
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V175748
ISBN (eBook)
9783640969937
ISBN (Buch)
9783640970537
Dateigröße
573 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tourismus, werbung, theorie, empirie, eine, analyse, tourismuswerbung
Arbeit zitieren
Catrin Neumayer (Autor), 2009, Tourismus & Werbung - Theorie & Empirie - Eine Analyse der Tourismuswerbung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175748

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