Der Begriff „Mission“ weckt bei einem gläubigen Menschen die verschiedensten Emotionen und Assoziationen. Während es für den Einen das Verteilen von „Nimm-Jesus“-Karten am Sabbatnachmittag ist, verbindet der Andere damit den groß angelegten Missionseinsatz mit anschließender Massentaufe irgendwo auf den Philippinen. Wieder Andere sprechen von ihrem täglichen Leben als „Mission“ und sind „Missionare“ an ihren Arbeitsplätzen, in ihrer Nachbarschaft, in ihrer Familie. Doch was ist „Mission“? So definiert Wikipedia Mission wie folgt:
„Der Begriff Mission leitet sich vom lateinischen ,missio‘ (Sendung) ab und bezeichnet die Verbreitung des christlichen Glaubens (Evangelium). Die Mission ist meist ausgerichtet auf bestimmte Gebiete oder Zielgruppen und verfolgt in der Regel das Ziel, dass Menschen sich durch Bekehrung dem Christentum zuwenden.“1
Mission steht für einen Auftrage, für eine Aufforderung zu einer bestimmten, zielorientierten Handlung. So sprechen wir Christen von dem Missionsbefehl Jesu der in Matthäus 28,18-20 zu lesen ist. Theoretisch müsste es doch erfolgreich sein. Doch warum „scheitert“ bzw. gelingt Mission nicht immer so wie man sich das vorstellt? Das Problem liegt oft schon in der Organisation und Planung von evangelistischen Veranstaltungen. Schlägt dann ein Pastor eine Gemeindeevangelisation vor, hat das Gemeindeglied oft eine eher distanzierte Haltung, denn welche Rolle ihm dabei zukommt ist meist nicht wirklich klar definiert. In erster Linie wird nun ein transparentes Konzept benötigt, welches dem Gemeindeglied als sinnvoll und fruchttragend erscheint - eben organisiert, wie Ellen White es zum Ausdruck bringt:
„Well-organized work must be done in the church, that its members may understand how to impart the light to others and thus strengthen their own faith and increase their knowledge. As they impart that which they have received from God they will be confirmed in the faith. A working church is a living church.”
In dieser Arbeit soll ein Evangelisations-Konzept erarbeitet werden. Orientieren werde ich mich an meiner Heimatgemeinde mit etwa 50 Gliedern. Ziel der Arbeit ist es, im späteren Predigtdienst eine durchdachte Strategie in punkto Gemeindewachstum vorrätig zu haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Programm Set-Up
2.1. Gewinnung des Ausschusses
2.2. Gewinnung der Gemeinde
3. Evangelistische Jahresplanung
3.1. Menschen vorbereiten
3.2. Menschen erreichen
3.2.1. Physische
3.2.2. Psychische
3.2.3. Sozial
3.2.4. Geistliche
3.3. Menschen gewinnen
3.4. Menschen bewahren
4. Outreach Leadership Team
4.1. Bildung und Zusammensetzung
4.2. Treffen des Teams
4.3. Vorstellen der Gemeinde
5. Status quo
5.1. Gemeindeumfrage
5.2. Der Aktionsplan
6. Die Erweckung
7. Evangelisation
8. Jüngerschaft
9. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein strukturiertes und transparentes Evangelisations-Konzept für eine kleine Kirchengemeinde zu entwickeln, um den Gemeindegliedern eine klare Strategie für nachhaltiges Wachstum und aktive Missionsarbeit an die Hand zu geben.
- Planung und Organisation evangelistischer Prozesse
- Aktivierung und Motivation der Gemeindeglieder
- Phasenmodell der Evangelisation (Vorbereitung bis Nachsorge)
- Bedarfsorientierte Outreach-Programme
- Integration neuer Mitglieder durch Jüngerschaft und Mentoring
Auszug aus dem Buch
3.2. Menschen erreichen
Die zweite Phase hat als Ziel konkret mit Menschen in Kontakt zu kommen. Es geht darum, dass Interesse der Menschen zu wecken. Dies kann durch so genannte „Einstiegsveranstaltungen“ erfolgen, die anhand von Werbung in Zeitungsanzeigen, durch Zeitungsberichte oder Radio und Fernseher bekannt gemacht werden. Zu den Einstiegsveranstaltungen gehören unteranderem Messestände, Wohlfartsarbeit und was sehr gut funktioniert ist die Gesundheitsarbeit. Gesundheitstage oder das Angebot einer „Health Expo“ werden von allen gerne genutzt. Zu diesen Einstiegsveranstaltungen können und sollen Freunde eingeladen werden.
Zu den Einstiegsveranstaltungen, in denen Menschen mit der Gemeinde bzw. Gemeindegliedern in Kontakt kommen, gehören so genannte „Bedürfnisorientierte Veranstaltungen“. Zu beachten ist, dass in der zweiten Phase gezielte geistliche „Angelhacken“ gesetzt werden sollten. Es sollen geistliche Anhaltspunkte geboten werden jedoch ohne das moralischen Druck entstehe. Diese Veranstaltungen sollten so weit es geht „neutral“ gehalten werden aber trotzdem sollten geistliche Inhalte immer wieder durchscheinen. Um die Umgebung rund um die Gemeinde kennen zu lernen und zu schauen was die Bedürfnisse der Nachbarschaft sind, bietet es sich an im Vorfeld eine Umfrage durchzuführen an der man erkennen kann, welche Veranstaltungen gewünscht werden. Ziel ist es bedürfnisorientiert zu Arbeiten und damit das Interesse der Umgebung zu wecken. Diese Bedürfnisorientierte Veranstaltungen können in vier Kategorien unterteilet werden und müssen gut überlegt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der Definition von Mission und der Notwendigkeit einer strukturierten Planung für Gemeindeevangelisation.
2. Programm Set-Up: Darstellung der Wichtigkeit, den Gemeindeausschuss und die Mitglieder frühzeitig einzubinden, um ein geschlossenes Projektteam zu bilden.
3. Evangelistische Jahresplanung: Vorstellung eines Vier-Phasen-Modells zur systematischen Durchführung von Mission, von der Vorbereitung bis zur dauerhaften Bewahrung.
4. Outreach Leadership Team: Anleitung zur Bildung und Aufgabe eines Leitungsteams für die organisatorische Umsetzung.
5. Status quo: Methoden zur Analyse der aktuellen Gemeindesituation durch Umfragen und der Erstellung eines realistischen Aktionsplans.
6. Die Erweckung: Fokus auf die geistliche Erneuerung der Mitglieder als Voraussetzung für erfolgreiche Mission.
7. Evangelisation: Praktische Ansätze für Einstiegsveranstaltungen, Gebets- und Besuchsdienste.
8. Jüngerschaft: Integration und Förderung neuer Mitglieder durch Mentoren und Jüngerschaftsgruppen.
9. Schluss: Reflexion über die Kontinuität der Missionsarbeit als festen Bestandteil des Gemeindelebens.
Schlüsselwörter
Mission, Evangelisation, Gemeindeaufbau, Gemeindewachstum, Jahresplanung, Outreach, Erweckung, Jüngerschaft, Mentoring, Bedürfnisorientierung, Gebetskreis, Gemeindeglieder, Motivation, Integration, Gottesdienst
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt ein evangelistisches Konzept für eine kleine Kirchengemeinde, um Struktur in die Missionsarbeit zu bringen und Gemeindeglieder aktiv einzubinden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentral sind die Phasen der Evangelisationsplanung, die Mobilisierung der Gemeinde, die Durchführung von bedarfsorientierten Veranstaltungen und die nachhaltige Jüngerschaftsbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, eine durchdachte Strategie für das Gemeindewachstum zu erstellen, die für einen späteren Predigtdienst in der Praxis angewendet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur sowie auf ein strukturiertes Vier-Phasen-Modell, ergänzt durch praktische Erkenntnisse aus dem Gemeindekontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in konkrete Schritte: Von der Gewinnung des Ausschusses über die Analyse des Status quo und die geistliche Erweckung bis hin zu spezifischen Outreach-Programmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Konzept?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Evangelisation, Gemeindeaufbau, Bedürfnisorientierung, Jüngerschaft und Motivation charakterisiert.
Warum ist laut Autor die „Erweckungsphase“ so entscheidend?
Der Autor betont, dass eine Gemeinde von innen nach außen wachsen muss; ohne eine innere Begeisterung und geistliche Erneuerung der Mitglieder bleibt Mission wirkungslos.
Welche Rolle spielt das Outreach Leadership Team?
Dieses Team fungiert als organisatorisches Rückgrat, um die Planung zu konkretisieren, Aufgaben zu verteilen und die Kommunikation innerhalb der Gemeinde sicherzustellen.
- Citar trabajo
- Andreas Weber (Autor), 2011, The Empowered Church, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175774