Der historische Roman ist ein Romantypus, in dem eine fiktive Handlung als Teil eines als Geschichte bekannten Geschehens erzählt wird. Ob nun die Aufgabe dieses Genres darin liegt, geschichtliche Fakten zu illustrieren und überlieferte Personen psychologisch zu erklären oder aber nur darin, die innere Möglichkeit einer Sache und somit eine allgemeine Wahrheit darzulegen, ist sehr umstritten. Deshalb soll in dieser Arbeit untersucht werden, wie eng sich John Maddox Roberts in seinem historischen Kriminalroman "Die Catilina-Verschwörung" an der rekonstruierbaren Realität orientiert hat.
Inhaltsverzeichnis
A. Realität und Fantasie im historischen Roman
B. Historische Wahrheit und literarische Freiheit in „Die Catilina-Verschwörung“ aus der Reihe SPQR von John Maddox Roberts
I. „Die Catilina-Verschwörung“ von John Maddox Roberts
1. Informationen zum Autor
2. Zusammenfassung des Inhalts
II. Vergleich mit der Wirklichkeit
1. Personen und Charakterzüge
a) Decius Caecilius Metellus der Jüngere
b) Asklepiodes
c) Clodius
2. Die Catilina-Verschwörung
a) Catilina als Person
b) Beteiligte Personen
c) Vorbereitungen der Verschwörer
d) Wirkung auf das römische Volk
C. Catilina in der Literatur der Neuzeit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen historischer Faktizität und künstlerischer Freiheit in John Maddox Roberts' Kriminalroman „Die Catilina-Verschwörung“. Ziel ist es, durch den Vergleich der literarischen Darstellung mit antiken Quellen wie Sallust und Cicero zu bewerten, inwieweit die Fiktion die historische Realität des antiken Roms widerspiegelt.
- Analyse des historischen Romans als Genre und des Umgangs mit Wahrheit.
- Charakterisierung und historischer Abgleich der Romanfiguren.
- Untersuchung der historischen Korrektheit der Verschwörungsereignisse.
- Betrachtung der Rezeption Catilinas in der Literatur der Neuzeit.
Auszug aus dem Buch
a) Decius Caecilius Metellus der Jüngere
Im eigentlichen Teil der Arbeit soll nun untersucht werden, ob verschiedene Aspekte des Inhalts historisch belegbar sind. Dafür wird zunächst die Hauptperson des Buches, Decius Caecilius Metellus der Jüngere, herangezogen. Dieser stammt, als Sohn von Decius Caecilius Metellus dem Älteren und der verstorbenen Servilia, aus einer sehr alten, weit verzweigten Familie von hohem Rang, die dem plebejischen Adel angehört. Dazu zählen beispielsweise Quintus Caecilius Metellus Creticus, Sieger über Kreta, der Praetor Quintus Caecilius Celer oder der Pontifex Maximus Quintus Caecilius Metellus Pius, der jedoch im Laufe des Buches stirbt und so sein Amt an Caesar übergibt.
Des Weiteren erfährt man als Leser, dass Decius als Quaestor dem Aerarium, der Staatskasse, zugeteilt ist, was die Beaufsichtigung der Staatssklaven und Freigelassenen im Saturn-Tempel mit sich bringt. Von dieser eher eintönigen Arbeit nicht ausgelastet, beschließt Decius, nach der Ermordung von fünf Equites und der Entdeckung des Waffenlagers unter dem Saturn-Tempel, die Ermittlungen aufzunehmen und die Zusammenhänge aufzudecken. Nachdem er von dem Praetor Metellus Celer eine legale Basis für seine Machenschaften erhalten hat und seinen Freund Titus Annius Milo wegen einer vermeintlichen Verschwörung um Rat gefragt hat, kann ihn nichts mehr aufhalten, auch die öffentlichen Bankette zu seinen Gunsten zu nutzen. Dabei erkennt der Protagonist sehr schnell, dass viele Anzeichen darauf hindeuten, dass Catilina dieser Unruhestifter ist. Seine gedanklichen Fähigkeiten werden jedoch durch die Liebe zu Aurelia, der Stieftochter Catilinas, erheblich eingeschränkt. Erst nach den Festspielen des Oktober-Pferdes, bei denen er mit der Unterstützung von Catilinas und Milos Männern Clodius Pulcher besiegt hat, wird ihm bei einer Zusammenkunft mit Catilina und anderen „wichtigen Männern“ das volle Ausmaß der geplanten Verschwörung bewusst.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Realität und Fantasie im historischen Roman: Einführung in die theoretische Problematik des historischen Romans und dessen Umgang mit geschichtlichen Fakten.
B. Historische Wahrheit und literarische Freiheit in „Die Catilina-Verschwörung“ aus der Reihe SPQR von John Maddox Roberts: Untersuchung der spezifischen Umsetzung des historischen Stoffes durch den Autor John Maddox Roberts.
I. „Die Catilina-Verschwörung“ von John Maddox Roberts: Vorstellung des Autors sowie Zusammenfassung der Handlung des Romans.
II. Vergleich mit der Wirklichkeit: Kernstück der Arbeit, welches Romanfiguren und Ereignisse mit historischen Quellen abgleicht.
C. Catilina in der Literatur der Neuzeit: Kurzer Ausblick auf die weitere literarische und künstlerische Rezeption der Figur Catilinas.
Schlüsselwörter
Historischer Roman, Catilina-Verschwörung, John Maddox Roberts, Decius Caecilius Metellus, Römische Geschichte, Sallust, Cicero, Antike, Literaturanalyse, Fiktion, Historische Wahrheit, Verschwörung, Rom, Politische Intrige, Literaturrezeption.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Verhältnis von historischer Wahrheit zu literarischer Freiheit in Roberts' Roman „Die Catilina-Verschwörung“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Figurencharakterisierung, der historischen Akkuratesse der Handlung und dem Genre des historischen Kriminalromans.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu beurteilen, wie eng sich der Roman an die durch Quellen wie Sallust belegte Realität hält.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Analyse zwischen dem fiktionalen Text und historisch belegten Primär- sowie Sekundärquellen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Autors, eine Inhaltsangabe sowie einen detaillierten Vergleich von Figuren und Ereignissen mit der Historie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Catilina-Verschwörung, historischer Roman, antikes Rom und literarische Freiheit definiert.
Warum spielt die Figur des Decius Caecilius Metellus eine zentrale Rolle?
Decius dient als Ermittler, durch dessen subjektive Wahrnehmung der Leser die Ereignisse und die Verschwörung erfährt.
Wie bewertet die Autorin die historische Genauigkeit von Asklepiodes?
Die Autorin stellt fest, dass Asklepiodes historisch nicht belegt ist, aber vom Autor als notwendige Bezugsperson für den Protagonisten geschaffen wurde.
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- Anja Zill (Autor), 2010, Historische Wahrheit und literarische Freiheit in "Die Catilina-Verschwörung" aus der Reihe SPQR von John Maddox Roberts, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175902