Die Arbeit behandelt drei Themenbereiche des beruflichen und akademischen Selbstmanagements. Zunächst werden das Selbstmanagement sowie die psychologischen und sozialen Funktionen der Arbeit und deren Zusammenhänge erläutert. Anschließend wird untersucht, wie Storytelling und Argumentationsstrukturen die Wirkung von Präsentationen auf Zuhörer beeinflussen. Abschließend werden Begriff, Formen und Ursachen der Prokrastination bei Fernstudierenden dargestellt und Maßnahmen zur Vermeidung des Aufschiebens durch Zielsetzung, Belohnung und Zeitmanagement aufgezeigt.
Zum Inhalt:
- Das Selbstmanagement und die Funktionen der Arbeit;
- Argumentation und Storytelling in Präsentationen;
- Prokrastination und Fernstudierende
Inhaltsverzeichnis
1. Aufgabe 1: Das Selbstmanagement und die Funktionen der Arbeit
1.1 Das Selbstmanagement
1.2 Die Funktionen der Arbeit
1.2.1 Die psychologische Funktion der Arbeit
1.2.2 Die soziale Funktion der Arbeit
1.3 Zusammenhang Selbstmanagement und Funktionen der Arbeit
2. Aufgabe 2: Argumentation und Storytelling in Präsentationen
2.1 Storytelling: Die Wirkung von Geschichten auf Zuhörer*innen
2.1.1 Storytelling: Begriff und als Methode in Präsentationen
2.1.2 Wirkungsweise des Storytellings auf Zuhörer*innen
2.2 Argumentation in Präsentationen und die Wirkung auf Zuhörer*innen
3. Aufgabe 3: Prokrastination und Fernstudierende
3.1 Prokrastination: Begriffsabgrenzung und Formen
3.2 Auftreten und Ursachen
3.3 Maßnahmen Fernstudierender gegen Prokrastination
3.3.1 Zielsetzung & Belohnung
3.3.2 Zeitmanagement & Prozess
Zielsetzung und Themen
Die wissenschaftliche Ausarbeitung befasst sich mit zentralen psychologischen und methodischen Aspekten des modernen Arbeits- und Lernalltags. Das übergeordnete Ziel liegt darin, die Mechanismen erfolgreicher Selbststeuerung zu analysieren, wirksame Kommunikations- und Präsentationsstrategien zu untersuchen sowie die Ursachen und Bewältigungsstrategien von Prokrastination – insbesondere im Kontext des selbstorganisierten Lernens und Arbeitens – fundiert darzulegen.
- Bedeutung und Kompetenzen des Selbstmanagements sowie die psychologischen und sozialen Funktionen von Erwerbsarbeit.
- Rolle von Eigenmotivation, Zielsetzung und Achtsamkeit zur Vermeidung von Überlastung und psychischer Deprivation.
- Psychologische Grundlagen und narrative Wirkungsweise von Storytelling in Vorträgen und Präsentationen.
- Strukturierung von Präsentationen mittels logischer Argumentationsmuster und des Pyramidenprinzips.
- Phänomenologie, Formen und neurokognitive Ursachen akademischer und beruflicher Prokrastination.
- Konkrete Interventionsmaßnahmen gegen Aufschiebeverhalten durch Zielzerlegung, Habitualisierung und Zeitmanagement.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Storytelling: Begriff und als Methode in Präsentationen
Eine sinnstiftende Erzählung, die über Werte und Emotionen versucht, die Ansichten und Einstellungen der Personen zu beeinflussen, wird als Narrativ bezeichnet (Stangl, 2023). Das Storytelling ist eine narrative psychologische Methode, bei welcher der Handlungskontext einer Geschichte im Vordergrund steht, d.h. der Grund der Handlung und deren Resultat (Sammer, 2017, S. 19-20; Thier & Erlach, 2013, zitiert nach Thier, 2016, S. 18-19). Das Storytelling ist zugleich eine rhetorische Technik, durch welche Präsentationen prägnanter gestaltet werden sollen. Es wird nicht die Präsentation als solche erinnert, sondern die Geschichten (Sammer, 2017, S. 19; Schinko-Fischli, 2018, S. 79). Dabei soll Erfahrungswissen mit Hilfe von fundamentalen und richtungsweisenden Erlebnissen den Zuhörer*innen vermittelt werden (Schinki-Fischli, 2019, S. 108; Thier, 2016, S. 21). Das Storytelling bezieht die Zuhörer*innen ein und lässt sie mitfühlen. Aufgrund der durch die Geschichte ausgelösten Gefühle baut die vortragende Person eine Verbindung zu diesen auf und erlangt Einfluss. Positive Gefühle helfen diese zu überzeugen. Die ausgelösten Emotionen aktivieren stärker und erleichtern das Lernen, die Zuhörer*innen können die Informationen leichter und besser aufnehmen (Herbst, 2014, S. 75-79; Lemper-Pychlau, 2015, S. 200-201; Schinko-Fischli, 2019, S. 108-109).
Im Storytelling werden Geschichten entweder über die erzählende oder andere Personen, einen Sachverhalt oder Produkt erzählt (Lemper-Pychlau, 2015, S. 201; Schinko-Fischli, 2019, 125-128). Dabei werden folgende Arten von Geschichten unterschieden. Die Tragödie ergibt sich aus einem Unglück und den Erfahrungen daraus. Bei Triumphgeschichten, wie z. B. Heldensagen, Erfolgs- oder Krisengeschichten, stehen nach anfänglichen Schwierigkeiten Erfolge und Erfahrungen durch Bewältigung einer Herausforderung im Vordergrund. Besonders effektiv wirkt die Geschichte, wenn die erzählende Person einer anderen Person zum Erfolg verhalf oder aus der Beobachtung lernte. Die Anspannungsgeschichten betrachten Konflikte auf zwischenmenschlicher Basis. Veränderungsgeschichten werden fundamentale Umstellungen aufgrund einschneidender Veränderungen in privaten, beruflichen, Lern- oder Unternehmensprozessen, welche zum Erfolg führten, erklärt. Geschichten über die Unternehmensgründung können die Werte und Glaubensgrundsätze eines Unternehmens transportieren. Bei Geschichten über einen Sachverhalt oder ein Produkt werden Theorie und Praxis verbunden, um zu zeigen, welche Probleme damit gelöst werden können (Heinze et al., 2023, S. 4-6, 114-117; Schinko-Fischli, 2019, S. 119-121, 125-128). Trotz dieser verschiedenen Formen folgt das Storytelling einer bestimmten Dramaturgie, bei der ein Spannungsbogen aufgebaut wird, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer*innen zu erhalten (Herbst, 2014, S. 111-112; Lutschewitz, 2020, S. 7; Schinko-Fischli, 2019, S. 151). Nach der Vorstellung der handelnden Personen und des Themas, wird das Problem bzw. der Widerspruch vorgestellt, zu deren Lösung die handelnde Person verschiedene Möglichkeiten hat. Den Zuhörer*innen sollen dadurch die Hindernisse bzw. Herausforderungen verbildlicht werden. Darauf folgt die Eskalation der Situation und führt zum Höhe-bzw. Wendepunkt, der maßgeblich für die Lösung ist. Die Lösung bildet den Abschluss (Herbst, 2014, S. 102-107; Lutschewitz, 2020, S. 8; Schinko-Fischli, 2018, S. 80).
Kapitelübersicht
1. Aufgabe 1: Das Selbstmanagement und die Funktionen der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen und Kompetenzen des Selbstmanagements sowie die psychologischen und sozialen Funktionen von Erwerbsarbeit, einschließlich der Auswirkungen von Arbeitslosigkeit und Entgrenzung.
2. Aufgabe 2: Argumentation und Storytelling in Präsentationen: Der Abschnitt widmet sich der kognitiven Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn, der persuasiven Wirkungsweise narrativer Elemente und der strukturierten Argumentation nach dem Pyramidenprinzip.
3. Aufgabe 3: Prokrastination und Fernstudierende: Hier werden Formen, Begriffsabgrenzungen und Ursachen des pathologischen Aufschiebeverhaltens dargelegt sowie handlungsorientierte Zeit- und Zielmanagementstrategien für Fernstudierende aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Selbstmanagement, Arbeitsteilung, Deprivationsmodell, Storytelling, Pyramidenprinzip, Argumentationsstrukturen, Prokrastination, Fernstudium, Selbstregulation, Volition, Zeitmanagement, Informationsverarbeitung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt zentrale psychologische Fragestellungen des Arbeits- und Studienlebens, gegliedert in die drei Aufgabenfelder Selbstmanagement und Arbeitsfunktionen, wirksame Präsentationstechniken sowie Ursachen und Gegenmaßnahmen von Prokrastination.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte umfassen die arbeits- und organisationspsychologischen Funktionen von Erwerbstätigkeit, rhetorisch-narrative Methoden zur Wissensvermittlung und Kommunikationspsychologie sowie verhaltenspsychologische Ansätze zur Vermeidung von akademischem Aufschiebeverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Primäres Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Literatur praxisnahe Leitlinien und theoretische Erklärungsmodelle für erfolgreiche Selbstregulation, überzeugende Präsentationsführung und die Überwindung von Handlungsblockaden zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoriegeleitete Literaturarbeit, die Erkenntnisse relevanter Fachliteratur aus Psychologie, Kommunikationswissenschaft und Managementlehre synthetisiert und gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil inhaltlich ausgeführt?
Im Hauptteil werden unter anderem Jahodas Deprivationsmodell der Arbeit diskutiert, dramaturgische Muster und neuronale Effekte des Storytellings dargestellt, vertikale und horizontale Argumentationsketten erläutert sowie multikausale Entstehungsbedingungen von Prokrastination analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Publikation?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Selbstregulation, latente Deprivation, Narrativ, Pyramidenprinzip, Zielsetzung, Habitualisierung und akademische Prokrastination.
Wie erklärt die Arbeit das Pyramidenprinzip in Präsentationen?
Das Pyramidenprinzip gliedert Präsentationen nach einer Top-Down-Logik, beginnend mit einer übergeordneten Kernaussage, die auf den nachfolgenden Ebenen durch logisch gruppierte oder verkettete Teilaussagen lückenlos begründet wird, um das Gehirn vor kognitiver Überlastung zu schützen.
Warum sind Fernstudierende besonders anfällig für Prokrastination?
Fernstudierende sind einem hohen Maß an zeitlicher und räumlicher Flexibilität ausgesetzt; das Fehlen fester externer Strukturen und der physischen Gruppeninteraktion erfordert eine überdurchschnittliche Selbstorganisation, wodurch Selbstregulationsdefizite schneller zu Aufschiebeverhalten führen.
Welche Rolle spielen Rituale bei der Bewältigung von Aufschiebeverhalten?
Wiederkehrende Rituale und feste Gewohnheiten automatisieren Lernprozesse und reduzieren dadurch die für den Handlungsbeginn notwendige Willensenergie (Volition) sowie das Stressempfinden während des Lernens.
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- Anonym (Author), 2023, Der Zusammenhang des Selbstmanagements und der psychologischen sowie sozialen Funktion der Arbeit. Argumentation und Storytelling in Präsentationen, Prokrastination und Fernstudierende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1759299