PR und Marketing am Beispiel von Harry Potter


Seminararbeit, 2011
15 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsangabe:

1. Einleitung

2. Die Autorin

3. Der deutsche Verlag und seine Marketingstrategie

4. Die Stellung der ersten drei Romane vor 1999

5. Harry Potters Weg zum Bestseller

6. Die Marke Harry Potter

7. Fazit

8. Literaturnachweis/Internetadressen

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit untersucht PR- und Marketingmethoden beim Vertrieb eines Bestsellers am Beispiel einer der wohl erfolgreichsten Buchreihe der englischen Autorin Joanne K. Rowling, „Harry Potter“.

Die Geschichte, die sich um das Leben eines Zauberschülers dreht, begann Ende der 90 Jahre in England, und schon bald waren „Harry Potter“-Bücher aus Millionen Haushalten weltweit nicht mehr wegzudenken. Der überwältigende Erfolg der englischen Autorin liegt sicherlich zum großen Teil natürlich in der Geschichte selbst. Die von Rowling erschaffene Zauberwelt fasziniert Jung und Alt. Andererseits darf keinesfalls die Maschinerie hinter dem Buch übersehen werden. Der Erfolg verdanke sich auch den Gesetzen des modernen Marktes, der Kommunikations- und Austauschprozesse koordiniere, so Bergenthal.1 Diese Prozesse schließen nicht nur eine aufwendige Werbung der Bücher ein. Dazu gehört neben den unterschiedlichsten Fanartikel nicht zuletzt auch eine geschickte Inszenierung des Lebens der Autorin. Ebenfalls soll der deutsche Verlag, der für die Verbreitung der deutschsprachigen Ausgabe verantwortlich ist, in dieser Arbeit vorgestellt werden. Schließlich wird im letzen Kapitel auch die Kritik an dem Über-Bestseller betrachtet.

2. Die Autorin

Joanne Kathleen Rowling wurde am 31. 1965 in Chipping Sodbury, Gloucestershire geboren. Nach der Schule studierte Rowling an der Universität Exeter Französisch und Klassische Philologie. Während des Studiums arbeitete sie als „Teaching Assistent“ in Paris und als Englischlehrerin. Nach ihrer Rückkehr nach England arbeitete Rowling in Manchester als Sekretärin und in dieser Zeit entstand, wenn man der Autorin Glauben schenkt, die Welt des Harry Potter. Auf einer Zugfahrt von Manchester nach London hatte Rowling die Idee, mit der sie später Milliarden verdienen sollte: „Ich hatte die Idee des Lebens im Kopf - aber ich hatte keinen Stift bei mir! […] Anstatt zu schreiben war ich also gezwungen, mir alles genau vorzustellen. […] Eine Menge Details stürzten geradezu auf mich ein. […] In jener Nacht kam ich also zurück in meine Wohnung und fing an das alles in einem winzig kleinen, billigen Notizbuch niederzuschreiben.“2

Anfang der 90er Jahre ging Rowling nach dem Tod ihrer Mutter nach Porto, wo sie ihren späteren Ehemann und den Vater ihrer Tochter kennenlernte. Jedoch hielt die Ehe nicht lange, kurz nach der Geburt ihrer Tochter verließ Rowling ihren Mann und kehrte nach Großbritannien zurück.3

Laut der Kurzbiographie auf der Homepage des Carlsen-Verlags befand sich Rowling in der Armutsfalle: für ihre Tochter bekam sie keinen Platz in der staatlichen Kinderbetreuung, einen Job konnte sie wegen der Lehrerausbildung, die sie begonnen hatte, nicht annehmen, und ohne einen Job konnte sie folglich auch keine Tagesmutter bezahlen. So war sie auf Sozialhilfe angewiesen. Nach und nach verbesserte sich jedoch ihre finanzielle Lage dank privater Darlehen und der Unterstützung von ihrer Schwester.4 Rowling selbst beschrieb ihre damalige Lage in einem Interview als mehr als misslich: „Es ging mir wirklich nicht gut, ich hatte meinen Job als Lehrerin verloren, meine Ehe war in die Brüche gegangen. Meine Mutter war an multipler Sklerose gestorben, ich war einsam, litt unter Depressionen, und es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass das erste Buch mein Leben gerettet hat.”5

Der Legende nach schrieb Rowling ihren ersten „Harry Potter“ vorwiegend in Cafés und vollendete das Buch im Cafe „Nicolson's“, das ihrem Schwager gehörte.6 Das Manuskript überstieg die empfohlene Länge eines Kinderbuches bei Weitem, und so erscheint es nicht ungewöhnlich, dass verschiedene Verlage das Buch ablehnten. Dem Literaturagenten Christopher Little gelang es, mit Bloomsbury einen Verlag zu finden, der 1997 den ersten Band „Harry Potter and the Philosopher‘s Stone“ herausbrachte.7

Dem Verlag hat Rowling ihren zweiten Vornamen zu verdanken. Sie wählte den Namen ihrer Großmutter Kathleen, und so erschienen nur ihre Initialen auf dem Buchcover. Durch diese geschickte und ungewöhnliche Marketingidee sollte der kleine männliche Leser nicht vor dem Lesen eines Buches abgeschreckt werden, dass von einer Frau geschrieben wurde.8 Joanne Rowling machte das Hinzufügen eines neuen Vornamens nichts aus, denn „ich wollte nur, dass mein Buch veröffentlicht wird.“9

Die erste Auflage des späteren Bestsellers war noch weit von einem solchen entfernt. Lediglich 500 Exemplare wurden gedruckt, und das Buch, von dem die Branche offenbar nicht überzeugt war, kam in den Handel.10 Kurz darauf kaufte der Scholastic-Verlag für eine ungewöhnlich hohe Summe von ca. 100.000$ die amerikanischen Rechte. Das war bis dahin beispiellos und machte die völlig unbekannte Rowling über Nacht bekannt.11 Harry Potter befand sich nun auf dem Weg zum Bestseller, wovon Rowling mehr als überrascht war: „Die plötzlich ausbrechende Popularität machte mir Angst. […] Ich war wie erstarrt durch all die öffentliche Aufmerksamkeit. […] Ich hatte Angst, die Erwartungen der Leser nicht zu erfüllen.“12

Bevor nun die Entwicklung der Romane zu Bestsellern betrachtet wird, soll im nächsten Kapitel der Verlag vorgestellt werden, der die deutschen Rechte an „Harry Potter“ erworben hatte.

3. Der deutsche Verlag und seine Marketingstrategie

Carlsen Verlag wurde 1953 von Per Hjald Carlsen als Tochtergesellschaft des dänischen Illustratinsverlags PIB in Hamburg gegründet. Die erfolgreichen Petzi-Bildergeschichten sollten auch in Deutschland populär gemacht werden. Deren Gesamtauflage beträgt mittlerweile 12 Mio. Exemplare. Heute gehört der Verlag zur schwedischen Bonnier-Gruppe und das Verlagsprogramm umfasst neben Kinder- und Jugendliteratur auch Comics, Manga und Graphik Novel. Zu den bekanntesten verlegten Comics gehören "Tim und Struppi", "Spirou und Fantasio" oder auch "Peanuts".13 Weil der Erfolg des „Tim und Struppi“-Comics lange hat auf sich warten lassen, lehnte Carlsen das Angebot ab, Asterix zu verlegen. „Das wäre wirtschaftlich der größere Erfolg gewesen“, so der Geschäftsführer der Holding Victor Nieman.14 1999 vor dem Erfolg von „Harry Potter“-Romanen befand sich der Verlag auf Platz sechs der größten Kinderbuchverlage in Deutschland. Im Jahr 2000 katapultierte Harry Potter den Verlag auf den zweiten Platz hinter Ravensburger.15

Das Marketing des Verlags besteht aus vier Komponenten:

1. Wer gehört zur Zielgruppe?
2. Wie soll der Schutzumschlag aussehen?
3. Wie kann das Buch beworben werden?
4. Wie kommt das Buch in den Handel?

Die zentrale Aufgabe der ersten Komponente ist herauszufinden, was der Leser und was der Käufer erwartet. Der Verlag versucht zu definieren, welches Buch zu welchem Lesertypus passt. Anfangs ging der Verlag davon aus, dass die Erzählweise der Romane zum Lesealter zwischen neun und zwölf Jahren passen würde. Mittlerweile wurde das Lesealter auf sieben Jahre herabgestuft. Anscheinend schreckt der Seitenumfang auch Siebenjährige nicht davon ab, „Harry Potter“ zu lesen.16

Die Aufgabe der zweiten Komponente ist es, einen möglichst viele potentielle Leser ansprechenden Schutzumschlag zu entwerfen. Der erste Eindruck ist ganz entscheidend, wenn es darum geht, ob ein Buch gekauft wird oder nicht. Die Leseerwartung soll dabei auf keinen Fall dem Zufallsprinzip überlassen werden. Beim deutschen Harry Potter fällt auf, dass er nicht hübsch ist. „Es ist ein Cover ganz ohne Kuschelfaktor. Der Umschlag ist ganz entscheidend, denn er leitet den ersten Impuls, wenn ich als potenzieller Käufer nicht weiss, wer Potter ist.

[...]


1 Bergenthal, U.: Des Zauberlehrlings Künste. “Harry Potter als Beispiel für literarische Massenkommunikation in der modernen Mediengesellschaft, Göttingen 2008, S. 431.

2 Bak, S.: Harry Potter. Auf den Spuren eines zauberhaften Bestsellers, Frankfurt a. M. 2004, S. 57.

3 http://www.carlsen.de/uploads/Presse/Harry_Potter_Pressemappe.pdf (Für alle folgenden Adressen gilt, wenn nicht anders angegeben, der letzte Zugriff erfolgte am 06.03.2011)

4 Bak: Harry Potter, S. 59.

5 http://www.spiegel.de/spiegel/kulturspiegel/d-16352599.html

6 Bak: Harry Potter, S. 60.

7 http://www.carlsen.de/uploads/Presse/Harry_Potter_Pressemappe.pdf

8 Bak: Harry Potter, S. 61.

9 Bak: Harry Potter, S. 61.

10 http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,102958,00.html

11 http://www.carlsen.de/uploads/Presse/Harry_Potter_Pressemappe.pdf

12 Bak: Harry Potter, S. 61.

13 http://www.carlsen.de/web/verlag/geschichte

14 http://www.welt.de/print-welt/article527880/Harry_Potter_bringt_Kleinverlag_nach_vorn.html

15 Bak: Harry Potter, S. 157.

16 Bak: Harry Potter, S. 162.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
PR und Marketing am Beispiel von Harry Potter
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V175949
ISBN (eBook)
9783640971268
ISBN (Buch)
9783640972487
Dateigröße
561 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
marketing, beispiel, harry, potter
Arbeit zitieren
M.A. Wladimir Danilow (Autor), 2011, PR und Marketing am Beispiel von Harry Potter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175949

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