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"Der Spiegel des Lebendigen"

Karl Lerbs' Versuch, die Anekdote auf der Grundlage einer Anthologie zu redefinieren

Title: "Der Spiegel des Lebendigen"

Term Paper , 2011 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: René Ferchland (Author)

Literature - General
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Summary Excerpt Details

Die literarische Gattung der Anekdote klar zu umreißen scheint auf den ersten Blick bar
großer Schwierigkeiten; es handelt sich dabei um einen im Vergleich zu den anderen Gattungen
durchaus kurzen, prägnanten Text, der mit einer Pointe abschließt. Aufgrund ihrer Kürze
schließen sich Anekdoten oft vor einem regionalgeschichtlichen oder persönlichkeitsbezogenen
Hintergrund in einer Anthologie zusammen, ebenso lassen sich Herausgaben von Anekdoten
eines einzelnen Autors finden – etwa die Anekdoten von Heinrich von Kleist.
Ein Versuch, die Anekdote unter einem anderen Gesichtspunkt zu betrachten, wurde mit der
Anekdotensammlung »Der Spiegel: Anekdoten zeitgenössischer deutscher Erzähler«; herausgegeben
von Karl Lerbs, unternommen. Der Bremer Schriftsteller, der von 1893 bis 1946 lebte,
ist bekannt für seine Übersetzungen u.a. von Stevensons »Die Schatzinsel« und mehrerer
Werke Virginia Woolfs wie Oscar Wildes. Vor allem aber verfasste und sammelte Lerbs Anekdoten,
die er in Sammlungen zusammenführte; wie etwa »Die deutsche Anekdote«, »Die
besten bremischen Anekdoten« oder »Unter Rolands Augen. Der bremer Anekdoten anderer
Teil«1. Die Titel verraten schon den Duktus seiner Arbeit, der sich ebenfalls an Regionalität
orientiert, wobei seine Heimat Bremen dabei in den Vordergrund tritt.
Die hier zur Untersuchung vorliegende Anthologie, die im Folgenden verkürzt »Der Spiegel«
genannt wird und im Jahre 1919 veröffentlicht wurde, impliziert in ihrem Titel andere
Schwerpunkte. Zunächst trug Lerbs zwar auch Anekdoten deutscher Autoren zusammen,
doch sein Anspruch reichte noch weiter; es sollten Anekdoten seiner Zeitgenossen sein – diesem
Anspruch genügte er, indem er dreißig Autoren in die Pflicht nahm, die seinerzeit noch
lebten. Er selbst steuerte außerdem noch eine Anekdote bei und brachte sich damit als jüngster
Vertreter in seine Sammlung ein. Der älteste und gebürtige Österreicher, Peter Rosegger
(geboren 1843), war um fünfzig Jahre älter als er und zählt wie die meisten Autoren dieses
Werks zur Gruppe eher wenig bekannter Schriftsteller, doch finden sich in der Liste Lerbs'
auch Namen wie Hermann Hesse und Heinrich Mann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. »Zum Eingang« – Karl Lerbs' Anekdoten-Theorie

3. Betrachtung der »Spiegel« - Anekdoten

3.1 Formale Betrachtung

3.2 Inhaltliche Betrachtung

3.2.1 Entsprechung der Lerbs'schen Norm

3.2.2 Brüche mit der Lerbs'schen Norm

4. Ist eine Redefinition der Anekdote auf der Grundlage einer Anthologie möglich?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Versuch von Karl Lerbs, die literarische Gattung der Anekdote anhand seiner 1919 veröffentlichten Anthologie »Der Spiegel« neu zu definieren. Dabei wird analysiert, ob die ausgewählten Texte den theoretischen Anforderungen des Herausgebers an Gedrängtheit, Körperhaftigkeit und formale Geschlossenheit entsprechen oder ob die Sammlung eher den subjektiven Geschmack des Herausgebers widerspiegelt.

  • Theoriebildung zur Gattung Anekdote durch Karl Lerbs
  • Formale und inhaltliche Analyse der Anekdoten aus der Anthologie
  • Überprüfung der Konformität der Texte mit der Lerbs'schen Norm
  • Kritische Bewertung von Abweichungen und Brüchen in der Gattungsdefinition
  • Untersuchung der anthologischen Eigenart und ihrer Auswirkung auf die Gattungsredefinition

Auszug aus dem Buch

3. Betrachtung der »Spiegel« - Anekdoten

Wie in der Einführung bereits angedeutet, versammelt Lerbs in seiner Sammlung fünfzig Anekdoten von dreißig Autoren seiner Zeit. All diese Texte vereint dem Herausgeber zufolge die Zugehörigkeit zur Gattung der Anekdote – doch hat er sie tatsächlich unter dem »Aspekt des Musterhaft-Vorbildlichen und Kanonischen« ausgewählt, um, wie er sagt, aus »der Vielheit des Inhaltes [die] ganz unverkennbar sich abhebende Einheit der Grundlinien« herauszustellen und die »Erzählgattung wieder in ihre Rechte ein[zu]setzen«? Oder bildet die Anthologie – wie es ebenso ihr Ergebnis sein kann – lediglich seinen Geschmack ab, der sich hinsichtlich der von ihm geforderten »körperhaften« Attribute als tendenziös ausgewirkt haben könnte?

Hierzu und in erster Linie zur Frage nach der Einlösung seiner Anforderungen an die Anekdote kann eine Betrachtung der Anekdoten und der Anthologie Aufschluss geben. Zunächst wird die Form in Augenschein genommen, anschließend der Inhalt. Durch die Vielzahl der Texte kann sich die Betrachtung nur auf einige Aspekte und ebenso wenige Anekdoten ausweiten, zusammenfassende Aussagen sind dem eingeschränkten Umfang dieser Untersuchung geschuldet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel führt in die Problematik der Gattungsbestimmung der Anekdote ein und stellt die Anthologie »Der Spiegel« von Karl Lerbs als Untersuchungsobjekt vor.

2. »Zum Eingang« – Karl Lerbs' Anekdoten-Theorie: Hier wird die von Karl Lerbs aufgestellte Anekdoten-Theorie im Detail beleuchtet, insbesondere seine Forderungen nach Gedrängtheit und Lebendigkeit.

3. Betrachtung der »Spiegel« - Anekdoten: Dieses Kapitel analysiert die in der Anthologie enthaltenen Texte hinsichtlich ihrer formalen und inhaltlichen Übereinstimmung mit den aufgestellten Gattungskriterien.

4. Ist eine Redefinition der Anekdote auf der Grundlage einer Anthologie möglich?: Das Fazit stellt fest, dass Lerbs aufgrund der Diskrepanz zwischen Theorie und Textauswahl sein Ziel einer klaren Redefinition der Anekdote nicht erreicht hat.

Schlüsselwörter

Anekdote, Karl Lerbs, Anthologie, Gattungsdefinition, Literaturwissenschaft, Theoriebildung, Erzählgattung, Körperhaftigkeit, Pointe, Textanalyse, Regionalität, Zeitgeist, Formale Analyse, Inhaltliche Betrachtung, Der Spiegel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Anekdotensammlung »Der Spiegel« von Karl Lerbs aus dem Jahr 1919 und hinterfragt dessen theoretische Definition der Gattung Anekdote.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Anforderungen von Lerbs an die Anekdote, die formale und inhaltliche Konsistenz der gesammelten Texte sowie die Frage nach der literarischen Gattungszugehörigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu klären, ob Karl Lerbs eine konsistente Redefinition der Anekdote gelungen ist oder ob die Anthologie eher eine subjektive Auswahl ohne einheitliche Gattungsmerkmale darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, bei der die Texte der Anthologie an den theoretischen Vorgaben des Herausgebers sowie an gängigen Gattungsdefinitionen gemessen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Lerbs' Theorieansätze dargelegt und anschließend die Texte aus der Sammlung einer detaillierten formalen und inhaltlichen Betrachtung unterzogen, um Brüche mit der Norm aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Anekdote, Gattungsdefinition, Anthologie, Karl Lerbs und literarische Theorie charakterisiert.

Inwieweit spielt die Länge der Texte eine Rolle für die Definition von Lerbs?

Die Länge ist ein entscheidender Faktor, da Lerbs die Anekdote als »gedrängt« definiert, während einige Texte der Anthologie den Umfang einer Erzählung annehmen und somit Lerbs' eigene Kriterien sprengen.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung bezüglich der Pointierung der Anekdoten?

Die Analyse zeigt, dass viele der in »Der Spiegel« versammelten Texte keine Pointe enthalten, was darauf hindeutet, dass das Merkmal der Pointe bewusst kein Bestandteil von Lerbs' Theorie war.

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Details

Title
"Der Spiegel des Lebendigen"
Subtitle
Karl Lerbs' Versuch, die Anekdote auf der Grundlage einer Anthologie zu redefinieren
College
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Course
Anekdote
Grade
1,7
Author
René Ferchland (Author)
Publication Year
2011
Pages
20
Catalog Number
V176021
ISBN (eBook)
9783640971718
ISBN (Book)
9783640972753
Language
German
Tags
spiegel lebendigen karl lerbs versuch anekdote grundlage anthologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
René Ferchland (Author), 2011, "Der Spiegel des Lebendigen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176021
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