Der folgende Vortrag beschäftigt sich mit der Bedeutung der „failed states“ für die Ausbreitung der Schattenökonomie.
Für die sog. „Schattenglobalisierung“, d.h. die weltweite Ausbreitung illegaler Märkte, gibt es eine Vielzahl von Ursachen. Eine Ursache ist die Durchdringung der sog. „failed states“ - schwacher bzw. zerrütteter Staaten – durch Formen der organisierten Kriminalität. Was versteht man jedoch unter organisierter Kriminalität? Um einen ersten Einblick in das Thema zu gewähren, werde ich den Begriff der organisierten Kriminalität bzw. der transnationalen organisierten Kriminalität als Phänomen der Schattenglobalisierung näher erläutern und eingrenzen. Im Anschluss folgt ein kurzer Überblick zur Vorgehensweise des Vortrags.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Bedeutung der „failed states“ für die Ausbreitung der „Schattenökonomie“
1.1 Zur organisierten Kriminalität
2. Globalisierung vs. Schattenglobalisierung
3. Die Bedeutung der „failed states“ für die Ausbreitung der transnationalen organisierten Kriminalität
3.1 Merkmale von „failed states“
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Zerfall staatlicher Strukturen („failed states“) und der Zunahme illegaler, transnationaler Märkte, die unter dem Begriff der „Schattenglobalisierung“ zusammengefasst werden. Es wird analysiert, inwieweit politische Instabilität, mangelnde Rechtsstaatlichkeit und Armut in gescheiterten Staaten Bedingungen schaffen, die kriminellen Organisationen als geschützter Raum für ihre globalen Aktivitäten dienen.
- Phänomenologie und Eingrenzung der organisierten Kriminalität
- Globalisierung als Motor für illegale Märkte und Warenströme
- Ursachen und Merkmale des Staatszerfalls („failed states“)
- Wechselwirkungen zwischen kriminellen Netzwerken und korrupten staatlichen Eliten
- Regulierungsperspektiven und die Grenzen staatlicher Strafverfolgung
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung der „failed states“ für die Ausbreitung der „Schattenökonomie“
Die Institutionalisierung des Staates und das Bemühen, das etatistische Staatsmodell durchzusetzen, sind in weiten Teilen der außerwestlichen Welt gescheitert (vgl. Trotha 2005: 32). „Failed states“ oder gescheiterte Staaten weisen erhebliche Leistungsdefizite in zentralen staatlichen Funktionsbereichen auf. Die politische Machtkontrolle ist defizitär und ein Rechtswesen kaum existent (vgl. Debiel 2005: 17). Um den Zusammenhang zwischen staatlichem Versagen, organisierter Kriminalität und der Ausbreitung illegaler transnationaler Märkte beleuchten zu können, werde ich im ersten Schritt die Merkmale und Hintergründe des gescheiterten Staates näher erläutern. Im zweiten Schritt widme ich mich dem Phänomen der organisierten Kriminalität innerhalb der „failed states“ – um dann abschließend die Bedeutung der organisierten Kriminalität für die Ausbreitung der Schattenglobalisierung zu analysieren.
Merkmale von „failed states“ sind nach einer Definition von Klemp und Poeschke eine abnehmende staatliche Legitimität nach innen und außen, eine abnehmende Handlungs- und Funktionsfähigkeit, ein schwacher gesellschaftlicher Zusammenhalt und eine Destabilisierung von Nachbarstaaten/–regionen oder der internationalen Gemeinschaft (Klemp/Poeschke 2005: 23). Zu den sog. „failed states“ zählen unter anderem Nigeria, Ghana, Peru, Kolumbien, Mexiko, Haiti, Thailand, Afghanistan und Weißrussland (Naim 2005: 27 ff.) Wo aber liegen die Ursachen für das Scheitern vieler Staaten? Was macht einen „failed state“ zu einem „failed state“?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Bedeutung der „failed states“ für die Ausbreitung der „Schattenökonomie“: Das Kapitel führt in die Thematik der Schattenglobalisierung ein und definiert organisierte Kriminalität sowie deren transnationale Ausprägung.
1.1 Zur organisierten Kriminalität: Hier werden die Kerngebiete wie Geldwäsche oder Menschenhandel näher beleuchtet und vom regulären Verbrechen abgegrenzt.
2. Globalisierung vs. Schattenglobalisierung: Dieses Kapitel analysiert, wie wirtschaftliche Liberalisierung und technologische Fortschritte ungewollt auch kriminellen Organisationen neue globale Handlungsspielräume eröffnet haben.
3. Die Bedeutung der „failed states“ für die Ausbreitung der transnationalen organisierten Kriminalität: Untersucht wird der Zusammenhang zwischen staatlichem Versagen und der Ansiedlung krimineller Strukturen in rechtsfreien Räumen.
3.1 Merkmale von „failed states“: Eine detaillierte Betrachtung der Ursachen für staatliche Instabilität, wie das koloniale Erbe und neoliberale Strukturanpassungsprogramme.
4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Demokratisierung gesellschaftlicher Machtverhältnisse eine notwendige, aber aufgrund ökonomischer Interessen der Eliten schwer zu erreichende Bedingung für die Eindämmung der Schattenglobalisierung ist.
Schlüsselwörter
Schattenglobalisierung, failed states, organisierte Kriminalität, Transnationalität, Globalisierung, Rechtsstaatlichkeit, Korruption, Geldwäsche, Staatszerfall, Marktliberalisierung, Warenströme, illegale Märkte, Sicherheitslücken, Weltwirtschaft, Staatsversagen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen dem Zusammenbruch staatlicher Ordnungen in sogenannten „failed states“ und der Expansion illegaler, transnationaler Wirtschaftsaktivitäten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Globalisierung, die Dynamik der organisierten Kriminalität, die Ursachen für das Scheitern von Nationalstaaten sowie die Herausforderungen moderner Strafverfolgung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gescheiterte Staaten als sichere Häfen und Produktionszentren für illegale Waren dienen und damit das globale Wachstum der Schattenökonomie befeuern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung existierender sozioökonomischer Fachliteratur zum Thema Globalisierung und Staatsversagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung globaler Faktoren der Kriminalität und die detaillierte Analyse der internen Schwächen von „failed states“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schattenglobalisierung, organisierte Kriminalität, failed states, Korruption und Transnationalität.
Warum spielt die Weltbank laut Autor eine Rolle für failed states?
Die Arbeit verweist auf neoliberale Strukturanpassungsprogramme der Weltbank und des IWF, die durch Kürzungen im sozialen Sektor zur Destabilisierung und Legitimitätskrise in vielen Staaten beigetragen haben.
Welche Rolle spielen Warlords in den beschriebenen Regionen?
In „failed states“ dienen Warlords oft als alternative Autoritäten, deren Loyalität in der Bevölkerung teilweise höher bewertet wird als die schwacher oder korrupter nationalstaatlicher Institutionen.
Können westliche Staaten die Schattenökonomie effektiv regulieren?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Flexibilität globaler krimineller Netzwerke die Möglichkeiten westlicher Justizapparate, die meist nur national begrenzt agieren können, derzeit bei weitem übersteigt.
Ist eine Lösung für das Problem in Sicht?
Eine Lösung wird als äußerst schwierig eingestuft, da die Demokratisierung der Machtverhältnisse in den betroffenen Staaten an den Profitinteressen der dortigen Eliten scheitert.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2011, Die Bedeutung der "failed states" für die Ausbreitung der "Schattenökonomie", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176052