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Bilingualität und Spracheinstellung

Eine Untersuchung des Einflusses von Spracheinstellung auf die bilinguale Entwicklung

Title: Bilingualität und Spracheinstellung

Term Paper , 2024 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Linguistics
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In der Hausarbeit "Bilingualität und Spracheinstellung: Eine Untersuchung des Einflusses von Spracheinstellung auf die bilinguale Entwicklung" wird betrachtet, inwiefern eine positive/negative Spracheinstellung die Sprachentwicklung bilingual aufwachsender Kinder beeinflusst.

In der folgenden Ausarbeitung soll die Bilingualität an sich und der Einfluss der Spracheinstellung auf den mehrsprachigen Spracherwerb sowie auf die Sprachidentität der Sprecher/innen betrachtet werden. Dazu sollen zunächst die Grundlagen des bilingualen Spracherwerbs dargelegt und dessen wichtigste Eigenheiten beschrieben werden. Der Fokus der Arbeit liegt jedoch auf der Spracheinstellung und Sprachidentität und deren Einfluss auf den bilingualen Spracherwerb und Sprachgebrauch. Deshalb werden im darauffolgenden Teil der Arbeit zunächst die Begrifflichkeiten erläutert und daraufhin die Relevanz der Spracheinstellung und Sprachidentität in Bezug auf den bilingualen Spracherwerb untersucht. Zuletzt soll ein Ausblick darauf geboten werden, welche Implikationen sich auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich des mehrsprachigen Spracherwerbs für Eltern oder Bildungseinrichtungen ergeben. Zusammenfassend besteht das Ziel dieser Arbeit darin, den bilingualen Spracherwerb und dessen Besonderheiten herauszuarbeiten und die Frage danach zu beantworten, welchen Einfluss die Spracheinstellung auf diesen hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bilingualität

2.1 Gebrauchsbasierte Perspektive

2.2 Besonderheiten bilingualen Spracherwerbs

3 Einfluss von Spracheinstellung auf Bilingualität

3.1 Definition von Spracheinstellung und Sprachidentität

3.2 Einstellung gegenüber Bilingualität

3.3 Auswirkungen der Spracheinstellung auf die Bilingualität

4 Implikationen für den Umgang mit Bilingualität

5 Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den simultanen Erwerb zweier Erstsprachen sowie die wechselseitige Beziehung zwischen gesellschaftlichen Spracheinstellungen, individueller Sprachidentität und bilingualer Entwicklung. Im Mittelpunkt steht die Forschungsfrage, welche Auswirkungen gesellschaftliche und institutionelle Einstellungen gegenüber Mehrsprachigkeit auf den bilingualen Spracherwerb und den Sprachgebrauch von Kindern ausüben.

  • Grundlagen und Besonderheiten des bilingualen Erstsprachenerwerbs aus gebrauchsbasierter Perspektive
  • Bedeutung von Inputquantität, Inputqualität und dem EPES-Prinzip („Eine-Person-Eine-Sprache“)
  • Linguistische und kognitive Bewertung von Phänomenen wie Code-Mixing und Sprachbewusstsein
  • Soziale Konstruktion von Spracheinstellungen, Sprachhierarchien und monolingualem Habitus
  • Rolle von Spracheinstellungen für die Sprachidentität und das Risiko von Sprachverweigerung
  • Pädagogische und didaktische Implikationen für Familie, Elementarbereich und Schulunterricht

Auszug aus dem Buch

2.2 Besonderheiten bilingualen Spracherwerbs

Beim bilingualen Spracherwerb beziehungsweise bei den mehrsprachigen Kompetenzen finden sich einige Besonderheiten wieder, denen vor allem die Tatsache zugrunde liegt, dass bilinguale Sprecher über ein sprachliches Gesamtrepertoire verfügen, welches sie flexibel einsetzen können. Das bedeutet, dass die beherrschten Sprachen nicht als zwei oder mehr „monolithische Blöcke“ gefasst werden können, die sich gegenseitig behindern oder streng voneinander getrennt sind, sondern sie „interagieren in vielfältiger Weise miteinander […].“ (Hartmann/Endesfelder Quick 2021, 28)

Aus dieser Interaktion der verschiedenen verfügbaren grammatischen Systeme ergibt sich beispielsweise eine der prägnantesten Besonderheiten des bilingualen Spracherwerbs: Das Code-Mixing. Code-Mixing-Phänomene beschreiben die Mischung mehrerer Sprachen innerhalb einer Äußerung. Das Phänomen des Code-Mixing tritt vor allem in der frühen Spracherwerbsphase innerhalb der ersten drei Lebensjahren auf, da die Kinder hier noch kein ausgeprägtes Bewusstsein über ihre Zweisprachigkeit ausgebildet haben, die Sprache somit noch nicht vollständig voneinander trennen können und deshalb noch einen „naiven Sprachgebrauch“ aufweisen. (vgl. Dittmann 2020, 94) In Äußerungen, die Code-Mixing enthalten, werden die verfügbaren Sprachen vermischt, wobei den Untersuchungen des gebrauchsbasierten Ansatzes zufolge in den meisten Fällen teilschematische Muster vorliegen. Das bedeutet, dass die Äußerungen aus einem festen Rahmen mit Leerstellen bestehen, wobei der Rahmen meist aus der Sprache stammt, in der das Kind höhere Kompetenzen aufweist und die Lücken mit Wörtern aus der schwächeren Sprache gefüllt werden. (vgl. Hartmann/Endesfelder Quick 2021, 32) Diese Äußerungen, die mithilfe von Code-Mixing getätigt werden, zeigen die sprachliche Multikompetenz der bilingualen Sprecher*innen, da sich aller verfügbaren mehrsprachigen Kompetenzen bedient wird, wodurch sprachgemischte Äußerungen bilingualer Kindern meist länger und komplexer sind als die einsprachigen. Demnach ist festzuhalten, „dass es sich beim Code-Mixing bilingualer Kinder keineswegs um willkürliche Sprachmischungen handelt, sondern komplexe grammatische Strukturen kreativ und produktiv angewandt werden.“ (Hartmann/Endesfelder Quick 2021, 32) Aussagen, die Code-Mixing enthalten, weisen folglich nicht auf Fehler im Spracherwerb oder defizitären Sprachgebrauch hin, sondern vielmehr werden durch diese diejenigen sprachlichen Kompetenzen in beiden Sprachen aufgezeigt, die das Kind bereits erworben hat und derer es sich bedient, um eine Äußerung zu tätigen. Die Kinder nutzen bei diesen Aussagen der gebrauchsbasierten Analyse zufolge „ihr sprachliches Repertoire von Form-Bedeutungs-Paaren (Konstruktionen)“ und setzen diese flexibel ein, um so „kommunikative Ziele zu erreichen“ – das bedeutet, sie bedienen sich ihrer sprachliche Multikompetenz, um die Kommunikation zu ermöglichen. (vgl. Hartmann/Endesfelder Quick 2021, 34)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Das einleitende Kapitel thematisiert die Diskrepanz zwischen der gelebten mehrsprachigen Realität in Deutschland und dem vorherrschenden monolingualen Habitus, führt in die Problematik ungleicher Sprachwertschätzungen ein und umreißt Zielsetzung und Aufbau der Untersuchung.

2 Bilingualität: Dieses Kapitel definiert Bilingualität als doppelten Erstsprachenerwerb in den ersten Lebensjahren, beleuchtet den Spracherwerb anhand der gebrauchsbasierten Spracherwerbstheorie und erörtert typische Besonderheiten wie das EPES-Prinzip, Code-Mixing sowie kognitive Vorteile bilingualer Sprecher.

3 Einfluss von Spracheinstellung auf Bilingualität: Hier werden theoretische Definitionen von Spracheinstellung und Sprachidentität erarbeitet sowie analysiert, wie gesellschaftliche Bewertungen und hierarchische Einstufungen von Sprachen das Selbstkonzept von Kindern prägen und im Extremfall zu Sprachkrisen oder Sprachverweigerung führen können.

4 Implikationen für den Umgang mit Bilingualität: Der Abschnitt leitet aus den theoretischen Erkenntnissen praxisnahe Empfehlungen für Eltern und Bildungsinstitutionen ab, fordert die Abkehr von Defizitorientierungen und betont die Notwendigkeit von Deutsch-als-Zweitsprache-Kompetenzen (DaZ) sowie interkultureller Unterrichtskonzepte in der Lehrkräftebildung.

5 Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die Kernbefunde zusammen und unterstreicht, dass eine erfolgreiche bilinguale Entwicklung primär von einer wertschätzenden Haltung des sozialen und schulischen Umfelds gegenüber allen sprachlichen Ressourcen abhängt.

Schlüsselwörter

Bilingualität, Mehrsprachigkeit, Spracheinstellung, Sprachidentität, doppelter Erstsprachenerwerb, gebrauchsbasierte Spracherwerbstheorie, Inputqualität, EPES-Prinzip, Code-Mixing, monolingualer Habitus, Sprachverweigerung, Sprachhierarchie, Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den Bedingungen des bilingualen Spracherwerbs im Kindesalter und analysiert, inwiefern gesellschaftliche Spracheinstellungen und Vorurteile die sprachliche Identitätsbildung und das Sprachverhalten bilingual aufwachsender Kinder beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den thematischen Schwerpunkten zählen spracherwerbstheoretische Ansätze, soziolinguistische Konzepte zu Spracheinstellungen und Prestigeordnungen, entwicklungspsychologische Aspekte sowie bildungswissenschaftliche Implikationen für Schule und Familie.

Was ist das primäre Ziel bzw. die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, die Eigenheiten des bilingualen Spracherwerbs systematisch herauszuarbeiten und fundiert zu beantworten, welchen Einfluss externe Spracheinstellungen auf die Sprachpraxis, die Motivation und das Sprachbewusstsein bilingualer Kinder nehmen.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Untersuchung zugrunde?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete, sprachwissenschaftliche Literaturarbeit, die Erkenntnisse aus der kognitiven Linguistik, der Spracherwerbsforschung, der Soziolinguistik und der Pädagogik synthetisiert und kritisch diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des bilingualen Erwerbs aus gebrauchsbasierten Perspektiven, die Erläuterung sprachlicher Phänomene wie Code-Mixing, die Analyse von Sprachhierarchien und gesellschaftlichen Haltungen sowie die Konsequenzen dieser Dynamiken für das Sprachverhalten von Kindern.

Welche zentralen Schlüsselbegriffe kennzeichnen das Werk?

Zentrale Begriffe sind Bilingualität, Spracheinstellung, Sprachidentität, monolingualer Habitus, Code-Mixing, Inputfluten und gebrauchsbasiertes Lernen.

Was besagt das in der Arbeit hervorgehobene EPES-Prinzip?

Das EPES-Prinzip („Eine-Person-Eine-Sprache“) beschreibt ein Erziehungsmodell, bei dem jeder Elternteil konsequent in seiner jeweiligen Erstsprache mit dem Kind kommuniziert, wodurch das Kind von Geburt an symmetrischen und qualitativ hochwertigen Input in beiden Zielsprachen erhält.

Wie wird das Phänomen des Code-Mixing linguistisch bewertet?

Entgegen landläufiger Annahmen wird Code-Mixing nicht als Defizit oder Sprachverwirrung verstanden, sondern als Beleg für sprachliche Multikompetenz. Kinder nutzen dabei kreativ ihr kombiniertes Form-Bedeutungs-Repertoire beider Sprachen, um kommunikative Ziele erfolgreich zu erreichen.

Welche Risiken birgt der sogenannte „monolinguale Habitus“ im Bildungssystem?

Ein rein auf die deutsche Sprache fixierter Unterricht führt häufig dazu, dass die familiären Erstsprachen von Migrantenkindern entwertet werden. Dies kann bei Kindern zu Identitätskonflikten, passiver Sprachverdrängung oder vollständiger Verweigerung der Herkunftssprache führen.

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Details

Title
Bilingualität und Spracheinstellung
Subtitle
Eine Untersuchung des Einflusses von Spracheinstellung auf die bilinguale Entwicklung
College
University of Freiburg  (Universität)
Course
Masterseminar zu "Zweitsprachserwerbtheorien"
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2024
Pages
19
Catalog Number
V1760630
ISBN (PDF)
9783389204511
ISBN (Book)
9783389204528
Language
German
Tags
Bilingual Spracheinstellung Spracherwerb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2024, Bilingualität und Spracheinstellung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1760630
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