Zur Finanzierung langfristiger Projekte trotz angespannter öffentlicher Haushaltslage, wird seit einigen Jahren eine spezielle Art der Investitionsfinanzierung immer populärer, das Public Private Partnership, kurz PPP. Das PPP ist eine Kooperation mit Risikoteilung zwischen öffentlichem und privatem Sektor, mit dem Ziel ein erwünschtes politikfeldbezogenes Ergebnis zu erreichen (vgl: IHS Kärnten Konjunkturreport, 2005, S. 3).
Eine Folge leerer Kassen auf allen Ebenen der förderalistischen Systeme, verstärkt durch die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise 2010, ist, dass die klassische Form der staatlichen Finanzierung von öffentlichen Aufgaben aktuell nicht mehr haltbar ist. Besonders die Aufrechterhaltung einer leistungsfähigen und modernen Infrastruktur ist aufgrund der sinkenden finanziellen Spielräume gefährdet. Deshalb wird neben der Privatisierung öffentlicher Betriebe, wie den Krankenhäusern im Gesundheitswesen in Deutschland, das PPP als Alternative gesehen. Auf diesem Wege soll privates Kapital und Know how in die öffentliche Aufgabenbereiche einbezogen werden, ohne die Kontrolle aber komplett abzugeben. In Form von gesamtwirtschaftlichen Gesellschaften bis zu Kooperationsmodellen eröffnen sich hier diverse Optionen.
Ziel dieser Arbeit ist es das Finanzierungsmodell Public Private Partnership vorzustellen. Von der Definition, über die Entstehungsgeschichte, die einzelnen Modelle sowie bestehende Vor- und Nachteile, soll auf die Einsatzmöglichkeiten, aber auch auf mögliche Hemmnisse, für die Verwirklichung von PPP-Projekten im Gesundheitswesen reflektiert werden.
Anschließend werden Beispiele bestehender PPP-Partnerschaften auf dem österreichischen Krankenhausmarkt benannt und in der Schlussfolgerung und dem Ausblick die derzeitige Situation und die Chancen von PPP-Modellen speziell mit dem Fokus auf Österreich reflektiert und beurteilt.
Ergänzend zu dieser Seminararbeit ist eine Powerpoint-Präsentation zum Thema PPP angefügt, die dem Vortrag vor den weiteren Teilnehmern des PhDr.-Vorbereitungsseminars diente.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Ausgangssituation
- 1.2 Ziel der Seminararbeit
- 1.3 Methodik
- 2. Public Private Partnership - PPP
- 2.1 Entstehungsgeschichte
- 2.2 Definition
- 2.3 Anwendungsfelder
- 2.4 Modelltypen
- 2.4.1 Finanzierungsmodelle
- 2.4.2 Betriebsführungsmodell
- 2.4.3 Betriebsüberlassungsmodell
- 2.4.4 Kooperationsmodell
- 2.4.5 Konzessionsmodell
- 2.4.6 Betreibermodell
- 2.4.7 Spezialfall BOT-Modell
- 2.5 Voraussetzungen für die Realisierung öffentlicher Infrastruktur-strukturprojekte mittels PPP
- 2.5.1 Auf Dauer angelegte, nachhaltige Zusammenarbeit
- 2.5.2 Interdisziplinäre Zusammenarbeit
- 2.5.3 Effizienzsteigerungswille und Modernisierungsstreben
- 2.6 Gründe für PPPs aus Sicht der öffentlichen Hand
- 2.7 Vor- und Nachteilsabwägung für PPPs
- 2.7.1 Vorteile von PPPs
- 2.7.2 Nachteile von PPPs
- 2.8 PPP im Krankenhaus
- 2.8.1 Aufgabenspektrum eines Krankenhauses
- 2.8.2 Spezifischer Nutzen von PPP-Modellen im Krankenhaus
- 2.9 Beispiele
- 3. Diskussion und Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit dem Finanzierungsmodell Public Private Partnership (PPP) und analysiert dessen Einsatzmöglichkeiten im österreichischen Gesundheitswesen. Ziel ist es, das PPP-Modell in seiner Entstehung, Definition, Anwendung, Modelltypen und Vor- und Nachteilen zu beleuchten.
- Entstehung und Entwicklung des PPP-Modells
- Definition und Arten von PPP-Modellen
- Anwendungsfelder von PPP-Modellen im Gesundheitswesen
- Vorteile und Nachteile von PPP-Modellen
- Beispiele für PPP-Projekte im österreichischen Krankenhausmarkt
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 führt in die Thematik ein und erläutert die Ausgangssituation, das Ziel der Seminararbeit sowie die verwendete Methodik. Kapitel 2 befasst sich ausführlich mit dem PPP-Modell, inklusive Entstehungsgeschichte, Definition, Anwendungsfeldern, Modelltypen und Voraussetzungen für die Umsetzung öffentlicher Infrastrukturprojekte.
Weiterhin werden die Gründe für PPPs aus Sicht der öffentlichen Hand betrachtet, sowie Vor- und Nachteile von PPPs diskutiert. Kapitel 2 beleuchtet auch die spezifischen Einsatzmöglichkeiten von PPP-Modellen im Krankenhausbereich und gibt Beispiele für bestehende PPP-Partnerschaften im österreichischen Krankenhausmarkt.
Kapitel 3 soll eine Diskussion der Ergebnisse und ein Fazit der Seminararbeit liefern.
Schlüsselwörter
Public Private Partnership, PPP, Öffentlich-Private Partnerschaft, Gesundheitswesen, Finanzierung, Infrastruktur, Krankenhaus, Österreich, Modelltypen, Vor- und Nachteile, Effizienzsteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Public Private Partnership (PPP)?
PPP ist eine langfristige Kooperation zwischen dem öffentlichen Sektor und privaten Unternehmen zur Finanzierung und Umsetzung öffentlicher Infrastrukturprojekte.
Warum werden PPP-Modelle im Gesundheitswesen eingesetzt?
Sie dienen dazu, moderne Krankenhaus-Infrastrukturen trotz knapper öffentlicher Kassen zu finanzieren und privates Know-how in den Betrieb einzubinden.
Welche verschiedenen PPP-Modelltypen gibt es?
Die Arbeit unterscheidet unter anderem Finanzierungs-, Betriebsführungs-, Konzessions- und Betreibermodelle sowie den Spezialfall des BOT-Modells.
Was sind die Vorteile von PPPs für die öffentliche Hand?
Vorteile sind Risikoteilung, Effizienzsteigerung durch Wettbewerb, schnellere Projektrealisierung und Entlastung des aktuellen Haushalts.
Gibt es Beispiele für PPPs im österreichischen Krankenhausmarkt?
Ja, die Arbeit nennt konkrete Beispiele für bestehende Partnerschaften in Österreich und bewertet deren Erfolg und zukünftige Chancen.
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- MSc Health Care Management, MBA Health Services Management Ralf J. Jochheim, MSc, MBA (Author), 2011, Public Private Partnership im Gesundheitswesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176067