Hierbei handelt es sich um die Reflektion über ein vier Wöchiges Praktikum an einem Gymnasium. Dabei wurde auch ein Stunde im 12. Jahrgang selbst gehalten und ebenfalls in diesem Bericht reflektiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einordnung der Stunde
2. Unterrichtsskizze
3. Methodisch-didaktischer Kommentar
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Bedingungen für die Auflösung einer Regierung im staatsphilosophischen Kontext von John Locke zu analysieren und diese theoretischen Erkenntnisse auf konkrete gesellschaftliche Problemstellungen wie Steuersysteme anzuwenden.
- Staatsphilosophische Konzepte nach John Locke
- Bedingungen für den Vertrauens- und Vertragsbruch einer Regierung
- Analyse des Spannungsfeldes zwischen staatlicher Legitimation und Eigentumsrechten
- Didaktische Reflexion über die Vermittlung philosophischer Theorien im Unterricht
Auszug aus dem Buch
Sachanalyse
Der Staat in Lockes Staatsphilosophie entsteht aufgrund des Wunsches der Individuen nach mehr Sicherheit. Sie wünschen sich, dass ihr Eigentum ihnen erhalten bleibt und es zu keiner Machtballung einzelner Personen oder Organisationen kommt. Erst durch den Zusammenschluss aufgrund dieser Intention erhält der Staat seine Legitimation.
Daher kommt es zu einem Vertrauens- und auch Vertragsbruch der Regierung, wenn sie sich schuldig macht Leben, Freiheit oder Besitz der Bürger zu zerstören oder sich absolute Macht über diese zu verschaffen. In Folge dessen würde die Macht (und auch ihre ursprüngliche Freiheit) an das Volk zurückfallen, das nun eine neue Regierung bilden oder beauftragen könnte.
Ein kommunistisches System würde sich in Lockes Staat nicht bilden lassen, da es zu gravierenden Umverteilungen des Eigentums kommen würde. Das würde der Legitimation der Regierung zu wieder laufen.
Ein Lockscher Staat dürfte Steuern erheben, wenn es dem Allgemeinwohl dient (Beispiel: Dünenbau oder Streusalz zum Schutz der Bürger). Jedoch dürfen keine Steuern für soziale Leistungen etc. eingefordert werden, da diese zu Umverteilungen führen. Niemand darf durch die Steuern anderer profitieren, da dadurch das Eigentum des Einen jemand Anderem gegeben würde. Auch dürfen Politiker sich nicht durch Steuern unverhältnismäßig bereichern (Beispiel: Dienstwagen/Chauffeur für Urlaub verwenden).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einordnung der Stunde: Dieses Kapitel verortet die behandelte Unterrichtsstunde innerhalb der Reihe über Staatsphilosophien und skizziert den inhaltlichen Übergang von Hobbes zu Locke.
2. Unterrichtsskizze: Hier wird der tabellarische Ablauf der Unterrichtsstunde dargestellt, unterteilt in Phasen, inhaltliche Schwerpunkte, Sozialformen und verwendete Medien.
3. Methodisch-didaktischer Kommentar: Dieses Kapitel liefert eine fachliche Sachanalyse der Lockeschen Theorie sowie eine didaktische Begründung der gewählten Methoden und eine Reflexion der tatsächlich durchgeführten Stunde.
Schlüsselwörter
John Locke, Staatsphilosophie, Regierungsauflösung, Naturzustand, Eigentumsrecht, Vertragsbruch, Legitimation, Allgemeinwohl, Steuersystem, Didaktik, Politikunterricht, Gesellschaftsvertrag, Unterrichtsreflexion, Freiheit, Sicherheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht?
Der Bericht dokumentiert eine gehaltene Unterrichtsstunde am Gymnasium zum Thema Staatsphilosophie von John Locke und reflektiert deren Verlauf sowie didaktische Konzeption.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Bedingungen für die Auflösung einer Regierung, die Rolle des Eigentums im Lockschen Staat sowie die Anwendbarkeit dieser Theorie auf Fragen der Besteuerung.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Schüler sollen verstehen, unter welchen spezifischen Bedingungen eine Regierung ihr Mandat nach Locke verliert und wie diese Bedingungen auf moderne Konzepte wie den Kommunismus oder Steuern angewendet werden können.
Welche methodischen Ansätze werden im Unterricht genutzt?
Es kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, darunter Unterrichtsgespräche zur Aktivierung, Textarbeit in Einzelarbeit sowie Partnerarbeit zur Problematisierung aktueller Fragestellungen.
Was umfasst der methodisch-didaktische Kommentar?
Der Kommentar enthält die Sachanalyse des Lockschen Staatsverständnisses, die Begründung der Lehr-Lern-Methoden sowie eine kritische Selbstreflexion des Autors zur Durchführung der Stunde.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben John Locke die Konzepte von Eigentum, Staatslegitimation, Vertragsbruch und die kritische Auseinandersetzung mit der staatlichen Rolle bei Steuererhebungen.
Warum ist laut Locke ein Widerstandsrecht gegenüber der Regierung denkbar?
Ein Widerstandsrecht entsteht, wenn die Regierung das Vertrauen bricht, indem sie Leben, Freiheit oder Eigentum der Bürger aktiv zerstört oder sich eine unrechtmäßige absolute Macht aneignet.
Wie bewertet die Arbeit die Einführung von Steuern im Lockschen System?
Steuern sind laut Locke nur legitim, wenn sie direkt dem Allgemeinwohl dienen; soziale Umverteilung oder die persönliche Bereicherung durch Steuermittel werden aufgrund des Eigentumsschutzes abgelehnt.
Welche Rolle spielt die Reflexion für den Autor?
Die Reflexion dient der Identifikation von Schwachstellen in der Unterrichtsführung, wie etwa einer zu vagen Fragestellung oder dem Zeitmanagement bei der Bearbeitung komplexer Theorien.
- Arbeit zitieren
- Jan Hoppe (Autor:in), 2010, Philosophie in der Oberstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176118