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Kompetenzerwerb im Ethikunterricht

Förderung prozessbezogener Kompetenzen am Beispiel der Lehrwerke "Abenteuer Ethik" und "Leben leben"

Title: Kompetenzerwerb im Ethikunterricht

Term Paper , 2023 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - Ethics
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Innerhalb der Arbeit wird untersucht, inwiefern zwei gängige Schulbücher im Fach Ethik die Förderung prozessbezogener Kompetenzen unterstützen. Dazu werden die Lehrwerke "Abenteuer Ethik" und "Leben leben" (Baden-Württemberg) analysiert.

Obwohl die Kompetenzorientierung im schulischen Kontext sinnvoll erscheint, wird diese gerade im Ethikunterricht oftmals kritisch betrachtet. Innerhalb dieser Arbeit soll daher die Kompetenzthematik als solche untersucht werden, wobei der Schwerpunkt auf der Umsetzung der Kompetenzförderung innerhalb von exemplarischen Lehrwerken im Fach Ethik liegen soll.
Zunächst sollen dafür die Grundlagen geklärt werden: Neben der Definition und Erläuterung des Kompetenzbegriffs soll daher auch auf Kritikpunkte an der schulischen Kompetenzorientierung sowie derer Erwiderung eingegangen werden. Daraufhin werden die Grundlagen für die Lehrwerkanalyse geschaffen, indem die Vorgehensweise, die zu betrachtenden Bildungsplankompetenzen und ein Kompetenzmodell hinzugezogen werden. Im Anschluss folgt die Betrachtung und Analyse der beiden exemplarischen Lehrwerke Leben leben und Abenteuer Ethik anhand von jeweils einem ausgewählten exemplarischen Kapitel. Insgesamt soll überprüft werden, inwiefern Lehrwerke im Ethikunterricht zur Entwicklung zentraler philosophischer Kompetenzen beitragen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen

2.1 Erläuterung des Kompetenzbegriffs

2.2 Kritik an der Kompetenzorientierung

3 Methodik

3.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

3.2 Zentrale Bildungsplankompetenzen

3.3 Geiß´ Kompetenzmodell

4 Kompetenzerwerb und -förderung innerhalb der Lehrwerke

4.1 Grundlegende Strukturierung der Lehrwerke

4.2 Didaktische Analyse des Lerngegenstands nach Klafki

4.3 Analyse nach Geiß´ didaktischen Grundsätzen

4.3.1 Lebensweltorientierung

4.3.2 Problemorientierung

4.3.3 Orientierung an der Bezugsdisziplin

4.3.4 Orientierung an diskursivem und präsentativem Material

4.4 Kompetenzförderung durch die Aufgabenstellungen

4.4.1 Leben leben

4.4.2 Abenteuer Ethik

5 Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung des Kompetenzerwerbs im Ethikunterricht und geht der Forschungsfrage nach, inwiefern gängige Lehrwerke zur gezielten Entwicklung zentraler philosophischer und prozessbezogener Kompetenzen beitragen. Anhand einer vergleichenden Analyse zweier etablierter Schulbücher der Klassenstufen 9/10 wird überprüft, wie didaktische Prinzipien praktisch eingelöst werden und welche Kompetenzdomänen durch konkrete Aufgabenformate primär adressiert werden.

  • Theoretische Grundlagen und bildungstheoretische Kontroversen der Kompetenzorientierung im Ethik- und Philosophieunterricht
  • Kriteriengeleitete Schulbuchanalyse auf Basis der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring
  • Didaktische Legitimation des Lerngegenstands Gewalt und Konfliktregelung anhand der Grundfragen Wolfgang Klafkis
  • Überprüfung didaktischer Unterrichtsprinzipien nach Paul Georg Geiß wie Lebenswelt- und Problemorientierung
  • Kategoriengestützte Auswertung der Aufgabenstellungen bezüglich prozessbezogener Bildungsplankompetenzen und Anforderungsniveaus

Auszug aus dem Buch

2.2 Kritik an der Kompetenzorientierung

Obwohl die Orientierung am Kompetenzerwerb als übergeordnetes Bildungsziel einleuchtend erscheint, werden diesbezüglich auch kritische Stimmen laut. Da Philosophie/Ethik in einem solchen Ausmaß mit kritischem Denken, Hinterfragen und Reflexion verknüpft ist, wie kaum ein anderes Fach, kann die Fokussierung auf übergeordnete Kompetenzen und damit verbunden an Kompetenz- beziehungsweise Leistungsniveaus hier besonders kritisch hinterfragt werden.

Durch die Kompetenzorientierung verschiebt sich der Fokus des Ethikunterrichts von der Betrachtung der Fähigkeiten von Schüler*innen, wie etwa ihrer Reflexionsfähigkeit, hin zu ihren messbaren Ergebnissen und Leistungen, anhand welcher die Ausprägung der vorhandenen Kompetenzen festgestellt werden sollen. Diese Form der Leistungsmessung wird von Frank Brosow als „ungerecht und ineffektiv“ eingeschätzt. Ungerecht ist sie laut Brosow insofern, als dass durch die Kompetenzorientierung keinesfalls eine Vergleichbarkeit hergestellt wird. Ihm zufolge ist fraglich, was Noten in Bezug auf Leistung aussagen, wenn durch den Bildungsabschluss allen Schüler*innen dieselben Kompetenzen bescheinigt werden. Brosow konstatiert, dass gerade der Zeitfaktor zur Ungerechtigkeit beiträgt, denn während einige Schüler*innen die Zielkompetenzen in weniger Zeit erreichen können, so brauchen andere länger, um diese Kompetenzen sicher erworben zu haben. Des Weiteren stellt Brosow das ganze Konzept der Kompetenzmessung infrage, da ihm zufolge die Qualität von Kompetenzen nicht gemessen, sondern lediglich beurteilt werden kann.

Paul Georg Geiß liefert die Antwort auf die Kritik Brosows, indem er betont, dass „[d]ie Kompetenzorientierung […] ein bildungstheoretisch begründetes didaktisches Konzept [ist], das nicht auf die Schulung überprüfbarer Kompetenzen reduziert werden darf […].“ Auch Rösch betont, dass keine „abschlussbezogenen Prüfungen“ in Hinblick auf vorliegende Kompetenzen vorgenommen werden sollen, da diese Art der Leistungsmessung aufgrund der Heterogenität von Schüler*innengruppen zurecht zu kritisieren ist. Stattdessen können die festgelegten Niveaustufen von Kompetenzmodellen dabei helfen, Fertigkeiten von Schüler*innen genauer einschätzen zu können und den Unterrichtsverlauf besser an den Lernstand anzupassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Das Kapitel führt in den didaktischen Bedeutungszuwachs der Kompetenzorientierung seit der Einführung neuerer Bildungspläne ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Kompetenzförderung in Ethiklehrwerken.

2 Grundlagen: Hier wird der Kompetenzbegriff theoretisch hergeleitet und definiert sowie die fachspezifische Kontroverse zwischen messbaren Leistungsniveaus und bildungstheoretischer Reflexionsfähigkeit erörtert.

3 Methodik: Der Abschnitt legt das methodische Vorgehen dar, das sich an Mayrings qualitativer Inhaltsanalyse orientiert und die Vorgaben des Bildungsplans 2016 sowie das Kompetenzmodell von Geiß als Analyseraster definiert.

4 Kompetenzerwerb und -förderung innerhalb der Lehrwerke: Das Hauptkapitel widmet sich dem detaillierten Vergleich der Lehrwerke „Leben leben“ und „Abenteuer Ethik“, indem Strukturierung, didaktische Prinzipien nach Klafki und Geiß sowie konkrete Aufgabenprofile quantitativ und qualitativ evaluiert werden.

5 Resümee: Im abschließenden Fazit werden die Untersuchungsergebnisse bilanziert, Grenzen der Lehrwerke aufgezeigt und Konsequenzen für die Unterrichtspraxis zur ganzheitlichen philosophischen Bildung abgeleitet.

Schlüsselwörter

Ethikunterricht, Kompetenzorientierung, Fachdidaktik Philosophie, Bildungsplan 2016, Lehrwerkanalyse, Leben leben, Abenteuer Ethik, Geiß, Klafki, Inhaltsanalyse, Prozessbezogene Kompetenzen, Reflexionskompetenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und praktischen Verwirklichung des Kompetenzerwerbs im Schulfach Ethik und analysiert, wie moderne Schulbücher die curricularen Anforderungen umsetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themenfelder sind fachdidaktische Theorien der Philosophie und Ethik, die Debatte um Kompetenzmessung und Leistungsbeurteilung sowie die empirisch-qualitative Schulbuchforschung.

Welche konkrete Zielsetzung und Forschungsfrage verfolgt die Autorin?

Ziel ist es zu überprüfen, in welchem Maße exemplarische Lehrwerke des Fachs Ethik der Klassenstufe 9/10 zur Ausbildung prozessbezogener und philosophischer Kompetenzen beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung angewandt?

Es wird eine strukturierende und zusammenfassende qualitative Inhaltsanalyse in Anlehnung an Philipp Mayring durchgeführt, bei der Aufgaben als Kodiereinheiten anhand definierter Kompetenzkataloge ausgewertet werden.

Was wird im empirischen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert jeweils ein Themenkapitel zu Konflikt und Gewalt aus den Lehrwerken „Leben leben“ und „Abenteuer Ethik“ hinsichtlich didaktischer Kriterien nach Klafki und Geiß sowie der Verteilung von Aufgabenanforderungen.

Welche Kernbegriffe charakterisieren die Studie am besten?

Zentrale Schlüsselbegriffe sind Kompetenzförderung, Prozessbezogene Kompetenzen, Philosophiedidaktik, Lehrwerkanalyse, Bildungsplananalyse und Urteilskompetenz.

Welche Kritik wird an der Kompetenzorientierung im Ethikunterricht laut Literatur geübt?

Kritiker wie Frank Brosow bemängeln, dass die Reduktion auf standardisierte und messbare Leistungen dem reflexiven Wesen des Philosophierens widerspreche, Leistungsbeurteilungen verzerre und zeitliche Ungleichheiten beim Lernen ignoriere.

Welches didaktische Defizit wird bei den untersuchten Lehrwerken festgestellt?

Die Analyse zeigt, dass in beiden Lehrwerken Aufgaben zum bloßen Analysieren stark dominieren, während anspruchsvollere Kompetenzbereiche wie das eigenständige Beurteilen, Entscheiden und die vertiefte philosophische Problemreflexion im Unterricht gesondert ergänzt werden müssen.

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Details

Title
Kompetenzerwerb im Ethikunterricht
Subtitle
Förderung prozessbezogener Kompetenzen am Beispiel der Lehrwerke "Abenteuer Ethik" und "Leben leben"
College
University of Stuttgart  (Universität)
Course
Masterseminar
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2023
Pages
27
Catalog Number
V1761347
ISBN (PDF)
9783389204467
ISBN (Book)
9783389204474
Language
German
Tags
Fachdidaktik Ethik Ethikunterricht Kompetenzförderung Prozessbezogene Kompetenzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2023, Kompetenzerwerb im Ethikunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1761347
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