Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Vom Tatbestand des "Tatstrafrechts" zur "Psychiatrisierung" einer Kindsmörderin

Strafrechtliche Umdenkprozesse vom 17. bis 19. Jahrhundert

Titel: Vom Tatbestand des "Tatstrafrechts" zur "Psychiatrisierung" einer Kindsmörderin

Hausarbeit , 2011 , 20 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Murat Yildirim (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Wandlung in der Behandlung, der Herangehensweise und dem Strafmaß eines Kindsmordes und an seiner mütterlichen Mörderin im Strafrecht der „Constitutio criminalis Bambergensis“ und aus deren Grundlage entstehende „Constitutio criminalis Carolina“ hat sich im Laufe des barockschen und aufklärerischen epochalen Zeitalter gewandelt. S

tand unter dem Tatbestand des Mordes am eigenen neugeborenen Kind noch zu Beginn des 16.Jhd die Todesstrafe durch Ertränken oder auch, zur effektiveren Abschreckung der Öffentlichkeit, das lebendig Begraben, Pfählen und auch mit glühenden Zangen auseinandergerissen zu werden, so hat sich an diesem Strafmaß an Kindsmörderinnen in diesen Epochen etwas geändert.

Im Rahmen der Aufklärung fand zu dieser Zeit ein Umdenkprozess in Bezug auf das strafrechtliche Denken der Menschen, geprägt durch die idealistische – humane, epochenspezifische Zeitströmung, statt. In dieser Arbeit sollen die Umdenkprozesse näher beleuchtet werden, die die Wandlung des Tatstrafrechts zu einer Hinterfragung der Persönlichkeit des Täters führt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Sozialgeschichtliche Betrachtung des Kindsmordes

1.1 Die Situation der typischen Kindsmörderin- Milieu und Beschäftigung

Ursachen und Motive des Kindsmordes in der Literatur

2.1 Ursachen

3. Bestrafung des Kindsmordes- Kindsmord im Strafrecht

3.1 Das Strafrecht in der „Constitutio criminalis Carolina“

3.2 Tat-, und Strafmaßbewertung

4. Umdenkprozesse- Strafrechtliches Denken in der Zeit der Aufklärung

4.2 Der Pionier: Friedrich II., König von Preußen (1740 -1786)

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historischen Wandel in der strafrechtlichen Bewertung des Kindsmordes vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, wobei der Fokus auf dem Übergang von einem reinen Tatstrafrecht zu einem die Täterpersönlichkeit berücksichtigenden Ansatz unter dem Einfluss der Aufklärung liegt.

  • Sozialgeschichtliche Rahmenbedingungen und Lebensumstände von Kindsmörderinnen
  • Analyse der Tatmotive vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Zwänge und materieller Not
  • Die strafrechtliche Behandlung in der „Constitutio criminalis Carolina“
  • Der Einfluss aufklärerischer Ideen auf die Humanisierung des Strafrechts
  • Gesetzesreformen unter Friedrich II. von Preußen

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Strafrecht in der „Constitutio criminalis Carolina“

Die „ Constitutio criminalis Carolina“erhielt ihren Namen durch Kaiser Karl V., welche vom Regensburger Reichstag am 25.07.1532 genehmigt wurde. Als Grundlage die „Constitutio criminalis Bambergensis“ nehmend, beinhaltet die „Peinliche Halsgerichtsordnung“ Kaiser Karls V. das Strafmaß und das Strafverfahren von Delikten, welche als Straftat galten. Hierzu zählen Strafen für Diebstahl, falsche Zeugenaussagen bis hin zu Strafen für Zauberei. Die Halsgerichtsordnung sollte die verschiedenen geltenden Rechte im Kaiserreich vereinheitlichen und rationalisieren, da vorher das Strafrecht in den verschiedenen Gliedstaaten des Kaiserreiches unterschiedliche Anwendung gefunden hatte. Wurde in einem Landesteil des Kaiserreiches das Strafmaß einer Strafe gemildert, so wurde diese in einem anderen Teil wiederum verschärft. Um dieser landesspezifischen Strafgerichtsbarkeit Einhalt zu gebieten, trat die „Constitutio criminalis Carolina“ in Kraft. In beiden Strafgerichtsverordnungen wird der Kindsmord als eigenständiges Delikt behandelt und daher nicht mit dem Mord an einem erwachsenen Menschen gleichgestellt:

„Am acht vnd zweyntzigsten blat: Straff der weiber so jre kinder tödten“

„Am neun vnd zweyntzigsten blat Straff der mörder vnd todtschleger die keyn gnugsam entschuldigung haben mögen.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel der strafrechtlichen Behandlung des Kindsmordes vom 16. Jahrhundert bis zur Aufklärung und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.

1. Sozialgeschichtliche Betrachtung des Kindsmordes: Dieses Kapitel beleuchtet die soziale Herkunft der Kindsmörderinnen, die meist als Dienstmägde in prekären Abhängigkeitsverhältnissen lebten.

Ursachen und Motive des Kindsmordes in der Literatur: Hier werden die vielfältigen, teils existentiellen Gründe für den Kindsmord, wie Ehrverlust und soziale Ausgrenzung, zusammenfassend dargestellt.

3. Bestrafung des Kindsmordes- Kindsmord im Strafrecht: Dieses Kapitel erläutert die rigiden, abschreckenden Bestrafungsmethoden, die in der „Constitutio criminalis Carolina“ festgelegt waren.

4. Umdenkprozesse- Strafrechtliches Denken in der Zeit der Aufklärung: Der Text beschreibt das Einsetzen eines neuen Gerechtigkeitsgefühls und die Humanisierung des Strafrechts im 18. Jahrhundert.

5. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst den Transformationsprozess vom Tat- zum Täterstrafrecht zusammen und resümiert die Auswirkungen der Aufklärung auf die Strafpraxis.

Schlüsselwörter

Kindsmord, Strafrecht, Constitutio criminalis Carolina, Aufklärung, Soziale Schicht, Dienstmägde, Humanisierung, Todesstrafe, Tatmotive, Ehrverlust, Friedrich II., Preußen, Täterstrafrecht, Tatstrafrecht, Rechtsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Veränderung des strafrechtlichen Umgangs mit dem Delikt des Kindsmordes im Zeitraum vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die sozialen Lebensumstände der betroffenen Frauen, die historischen Strafgesetze sowie der philosophische Wandel durch die Aufklärung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Umdenkprozess zu beleuchten, der zu einer Hinterfragung der Persönlichkeit des Täters statt einer bloßen Tatbestandsbetrachtung führte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtsgeschichtliche Analyse unter Einbeziehung von Literatur, Primärquellen wie der „Constitutio criminalis Carolina“ und Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der sozialen Situation der Täterinnen, den Motiven für die Tat, den brutalen Strafmethoden des 16. Jahrhunderts sowie den aufklärerischen Reformbemühungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Kindsmord, Aufklärung, Humanisierung, Tatstrafrecht und Täterstrafrecht sind für das Verständnis der Arbeit essentiell.

Welche Rolle spielte Friedrich II. bei der Strafrechtsreform?

Friedrich II. nahm eine Pionierrolle ein, indem er die grausamen Hinrichtungsarten wie das „Säcken“ abschaffte und durch einfachere Hinrichtungen ersetzte, um eine humanere Strafpraxis einzuleiten.

Warum war das „Säcken“ eine besondere Form der Strafe?

Es handelte sich um eine besonders brutale, im 17. Jahrhundert verbreitete Variante des Ertränkens, bei der die Täterin zusammen mit Tieren in einen Sack gesteckt wurde.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vom Tatbestand des "Tatstrafrechts" zur "Psychiatrisierung" einer Kindsmörderin
Untertitel
Strafrechtliche Umdenkprozesse vom 17. bis 19. Jahrhundert
Hochschule
Universität Siegen
Note
3,0
Autor
Murat Yildirim (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V176174
ISBN (eBook)
9783668387768
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tatbestand tatstrafrechts psychatisierung kindsmörderin strafrechtliche umdenkprozesse jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Murat Yildirim (Autor:in), 2011, Vom Tatbestand des "Tatstrafrechts" zur "Psychiatrisierung" einer Kindsmörderin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176174
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum