Der Autor beschäftigt sich eingehend mit den aktuellen Ergebnissen und Tendenzen der biblisch-kritischen Wissenschaft über die biblischen Überlieferungen Salomos und deren Historizität.
Dabei wird der Fokus auf folgende Aspekte gelegt:
1) Handelsbeziehungen Salomos
2) Der Städteausbau Salomos
3) Die Organisation des salomonischen Staatswesens (Provinzeinteilung, Frondienste)
Inhaltsverzeichnis
Die Historizität der bibilischen Figur des Salomo
1) Die Einleitung
2) Handelsbeziehungen Salomos
2.1.1.: Der Handel mit Phönizien bei Donner, Finkelstein und Keel
2.2.1.: Der Handel mit Pferden und Streitwagen aus Köe und Ägypten bei Donner, Finkelstein und Keel
2.2.2.: Der Handel mit Pferden und Streitwagen aus Köe und Ägypten in der gegenwärtigen Forschung
3)Archäologische Befunde (bezogen auf den Städteausbau Salomos in Hazor, Megiddo und Geser)
3.1.: Der Stadtausbau Salomos bei Donner, Finkelstein und Keel
3.2.: Positionen der „High Chronology“-Forschung
3.3.: Positionen der „Low Chronology“-Forschung
4) Das salomonische Staatswesen
4.1.1.: Die Distriktverwaltung Salomos bei Donner, Finkelstein und Keel
4.1.2.: Die Distriktverwaltung Salomos in der gegenwärtigen Forschung
4.2.1.: Der Frondienst Salomos bei Donner, Finkelstein und Keel
4.2.2.: Der Frondienst Salomos in der gegenwärtigen Forschung
5) Das Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Plausibilität der biblischen Figur Salomo und seines Königtums im 10. Jahrhundert v. Chr. Vor dem Hintergrund des theologischen Konsenses, der die biblische Erzählung als stark idealisiert betrachtet, werden archäologische und historische Indizien analysiert, um das tatsächliche Ausmaß von Salomos Macht, Handelsbeziehungen und staatlichen Strukturen zu evaluieren.
- Historische Einordnung der Handelsbeziehungen zu Phönizien und Ägypten
- Kritische Analyse des archäologischen Städteausbaus in Hazor, Megiddo und Geser
- Bewertung der administrativen Distriktverwaltung und des Frondienstes
- Gegenüberstellung der „High Chronology“ und „Low Chronology“-Forschung
- Untersuchung redaktioneller Bearbeitungen biblischer Texte
Auszug aus dem Buch
3.1.: Der Stadtausbau Salomos bei Donner, Finkelstein und Keel
Nach Donner befestigte Salomo die oben erwähnten Städte zur Absicherung wichtiger Verkehrswege und zur Verteidigung des palästinischen Kernlandes. Demzufolge erachtete Salomo dies für nötig, weil er seine Position für gefährdet hielt. 45
Finkelstein versucht, die aus 1Kön 9,15 entstandene Annahme, Salomos Großreich sei eine historische Tatsache gewesen, zu widerlegen: So datiert er die Salomo zugeschriebenen „Sechskammertore“ in die nachsalomonische Zeit des 9. und 8. Jhs., zudem lokalisiert er die Städte außerhalb seines Königreichs: Diese waren seiner Meinung nach wichtige Verwaltungszentren des Nordreichs, welche nach und nach ausgebaut wurden und durch einen redaktionellen Eingriff Salomo zugeschrieben worden sind.46
Ähnlich wie Donner sieht Keel den Sinn der Befestigungen in der Sicherung wichtiger Handelswege und der inneren Stabilität. Er stellt aber auch klar, dass über die Datierungen der ausgegrabenen Überreste in der Forschung gestritten wird: Hier sind einerseits die Vertreter der relativierenden „Low Chronology“ (z.B. Finkelstein) zu nennen, andererseits einige Archäologen, die die Befestigungen dem historischen Salomo zusprechen. (z. B. Holladay, Lemaire)
Zusammenfassung der Kapitel
1) Die Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, inwieweit die biblische Figur des Salomo historisch greifbar ist und inwiefern die biblischen Darstellungen als Idealbild zu bewerten sind.
2) Handelsbeziehungen Salomos: Dieses Kapitel beleuchtet kritisch die wirtschaftlichen Kontakte zu Phönizien und den Pferdehandel mit Ägypten und deren historische Wahrscheinlichkeit.
3) Archäologische Befunde (bezogen auf den Städteausbau Salomos in Hazor, Megiddo und Geser): Hier werden die archäologischen Ausgrabungen und deren Datierung in den Kontext der „High“ und „Low Chronology“ gestellt.
4) Das salomonische Staatswesen: Das Kapitel analysiert die Struktur der Distriktverwaltung und die Organisation des Frondienstes unter Berücksichtigung späterer redaktioneller Einflüsse.
5) Das Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Salomo historisch eher als Herrscher eines schwach strukturierten Gebiets einzustufen ist und biblische Berichte teilweise als spätere Konstruktionen zu werten sind.
Schlüsselwörter
Salomo, Historizität, Archäologie, Eisenzeit, Israel, Phönizien, Megiddo, Hazor, Geser, High Chronology, Low Chronology, Frondienst, Handelsbeziehungen, Biblische Exegese, Staatsverwaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Realität des biblischen Königs Salomo im 10. Jahrhundert v. Chr. und prüft, inwieweit die biblische Schilderung seines Machtbereichs historisch belegbar ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Handelsbeziehungen, den archäologischen Städteausbau in strategisch wichtigen Orten, die Struktur der Staatsverwaltung und das System der Zwangsarbeit (Frondienst).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es herauszufinden, in welchen Dimensionen ein historischer Salomo fassbar ist, da die Forschung heute von einer starken Verklärung der biblischen Figur ausgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und forschungskritische Analyse, die archäologische Befunde mit biblischen Berichten vergleicht und Forschungsmeinungen (Donner, Finkelstein, Keel) gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen und archäologischen Debatten über Handelsaktivitäten, die Datierung baulicher Anlagen sowie die administrative Organisation des salomonischen Staates.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Salomo, Archäologie, Historizität, Eisenzeit, Distriktverwaltung, Frondienst sowie die Kontroverse zwischen High und Low Chronology.
Warum wird das Fehlen Judas in der Distriktliste (1Kön 4) so stark diskutiert?
Die Abwesenheit Judas deutet darauf hin, dass die Liste kein zeitgenössisches Dokument Salomos ist, sondern möglicherweise redaktionell bearbeitet wurde, um das Machtgefüge des späteren Nordreichs abzubilden.
Welche Rolle spielt die Keramikdatierung für die Ergebnisse dieser Arbeit?
Die Keramikdatierung ist entscheidend, da sie zur „Low Chronology“ führt, die viele als salomonisch betrachtete Bauten erst in die spätere omridische Zeit datiert und somit das Bild eines „Großreichs“ Salomos in Frage stellt.
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- Andreas Wollenweber (Autor), 2011, Die Historizität der biblischen Figur des Salomo, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176266