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Die Neuordnung der gewerblichen Prostitution durch die Reformation

Eine Analyse etwaiger Veränderungen

Título: Die Neuordnung der gewerblichen Prostitution durch die Reformation

Trabajo Escrito , 2010 , 14 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Stephan Gottschalt (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Einleitung

Die Prostitution in all ihren Formen und Erscheinungen gehört zum gesellschaftlichen Kontext seit Angedenken der Menschheitsgeschichte. Überlieferte Reliquien aus den unterschiedlichsten Kulturen und Epochen der Erde zeugen von der Existenz der „käuflichen Liebe“ und der mehr oder weniger sittlichen Prostitution. Eine einschneidende Zäsur diesbezüglich stellte der Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit dar. Die von Luther postulierte Reformation der katholischen Christenwelt erschütterte die abendländische Kultur und zog Veränderungen in allen Teilen der Gesellschaft nach sich. Die Rolle der Frau, ihre Rechte und Pflichten im frühneuzeitlichen Idealbild des „ganzen Hauses“ differenzierte sich weitestgehend von der allgemeinen bekannten Darstellung der Frau im Mittelalter und zentralisiert einen Schwerpunkt moderner Gender-Forschung. Wenn auch der Grundbegriff „Prostitution“ erst im 19. Jahrhundert Einzug in die deutsche Sprache hielt und zunächst ein „öffentliches Zuschaustellen“ verkörperte, bezieht sich die vorliegende Hausarbeit auf den Begriffsgegenstand, der den rein sexuellen Aspekt berücksichtigt. Obwohl das „älteste Gewerbe der Welt“ bis heute als unmoralisch und verrufen gilt, steht das Frauenhaus damals wie heute für einen finanzstarken Wirtschaftszweig, welcher schon aus steuerlichen Einnahmegründen legitimiert werden musste.Der folgende wissenschaftliche Ansatz soll lediglich auf die allgemeine und wirtschaftliche Prostitution angewandt werden. Die vorliegende Arbeit bezieht sich somit auf die genannten Aspekte und stellt sie in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext. Mit den unterschiedlichen Formen der Prostitution und der Funktion städtischer Frauenhäuser soll ein allgemeines Bild jenes Gewerbes vermittelt werden, aus welchem sich seine Existenz begründen lässt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Die allgemeine Situation der gewerblichen Prostitution vor der Reformation

1.1 Die gewerbliche Prostitution und die Frauenhäuser

1.2 Die Frauenhäuser aus Sicht der „gemeinen Frauen“

2. Die neue Sittlichkeit und der soziale Aufstieg der Frauen

2.1 Die Neuordnung der gewerblichen Prostitution unter Luther

2.2 Die Veränderungen aus der Perspektive der Prostituierten

3. Schlussbemerkung

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Reformation auf die gewerbliche Prostitution und analysiert, ob die neue Sittlichkeit und die damit einhergehende Schließung städtischer Frauenhäuser tatsächlich zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Position von Frauen beitrugen.

  • Strukturelle Rolle der Frauenhäuser im ausgehenden Mittelalter und der frühen Neuzeit
  • Einfluss der lutherischen Reformation auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Prostitution
  • Vergleich der konfessionellen Maßnahmen (evangelisch vs. katholisch) zur Regulierung
  • Soziale Konsequenzen für die betroffenen Frauen durch Bordellschließungen

Auszug aus dem Buch

1.1 Die gewerbliche Prostitution und die Frauenhäuser

Wenn man die gewerbliche Prostitution vor der Reformation betrachtet, muss sowohl die Definition eines Gewerbes in der frühen Neuzeit als auch der religiöse Aspekt einbezogen werden, der bis dahin das komplette Leben der Menschen in Europa regelte. Das „Gewerbe“ dient der systematischen Einteilung der verschiedenen Bereiche ökonomischen Handelns. Derartige Bereiche waren u.a. das Handwerk, die Kunst, der Verlag oder Manufakturen mit all ihren Untergruppierungen wie das Berg-, Hütten- und Salinenwesen. Prostitution unterlag demnach keiner gewerblichen Definition und wurde erst später als solche aufgefasst. Die moderne Geschichtsforschung tut sich deshalb oft schwer, den Begriff der Sexualität aus heutigem Verständnis in den Kontext des ausgehenden 16. Jahrhunderts einzuordnen. Beate Schuster lässt die geschlechtlichen Beziehungen in Zusammenhang mit einer Sexualfeindlichkeit der christlichen Kirche aufkeimen, die das Recht des Mannes über die Frau impliziert. Nichtsdestotrotz wurden Frauenhäuser gesetzlich geduldet, wenn sie auch nicht zünftisch organisiert und kein reiner „Herrenbetrieb“ waren. Aus der Legitimation ergab sich somit ein gewisser Nutzfaktor, dessen Querschnitt eine rege Beteiligung von Männern aus allen Schichten der Gesellschaft aufwies, welcher jedoch gewisse Einschränkungen enthielt. In der eigentlichen Bestimmung diente das „freie Haus“ oder auch „gemeine Haus“ den Junggesellen und Lehrlingen als Ort sexuellen Vergnügens, wenn auch die niedrigen Tarife im Bordell eine bedeutende Rolle spielten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umriss des geschichtlichen Rahmens, Definition des Forschungsgegenstandes sowie die leitende Fragestellung zur Veränderung der Frauenposition durch die Reformation.

1.Die allgemeine Situation der gewerblichen Prostitution vor der Reformation: Analyse der Bedeutung des Frauenhauses als städtische Einrichtung sowie der sozioökonomischen Rolle der dort tätigen Frauen.

1.1 Die gewerbliche Prostitution und die Frauenhäuser: Darstellung des Frauenhauses als geduldeter, finanzstarker Wirtschaftszweig im Spannungsfeld der vorneuzeitlichen Moral.

1.2 Die Frauenhäuser aus Sicht der „gemeinen Frauen“: Untersuchung der Lebensumstände, Privilegien und rechtlichen Einschränkungen von Prostituierten innerhalb der Bordellstrukturen.

2. Die neue Sittlichkeit und der soziale Aufstieg der Frauen: Analyse der Auswirkungen reformatorischer Lehren auf die Geschlechterrollen und die Etablierung des Ideals vom „ganzen Haus“.

2.1 Die Neuordnung der gewerblichen Prostitution unter Luther: Beleuchtung der zunehmenden Kriminalisierung von Prostitution und der Schließung von Bordellen im Zuge reformatorischer Bestrebungen.

2.2 Die Veränderungen aus der Perspektive der Prostituierten: Kritische Reflexion der sozialen Folgen für Frauen durch den Wegfall der Bordellschutzeinrichtungen und den zunehmenden Druck zur Resozialisierung.

3. Schlussbemerkung: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit zur ambivalenten Auswirkung der Reformation auf das Bild und die Lebensrealität von Frauen.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten historischen Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Reformation, Prostitution, Frauenhaus, Frühneuzeit, Sittlichkeit, Gender-Forschung, Luthertum, Soziale Stellung, Bordell, Kirchengeschichte, Geschlechtergeschichte, Augsburg, Marginalisierung, Bürgerrecht, Moralvorstellungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die geschichtliche Entwicklung und rechtliche Einordnung der Prostitution im 15. und 16. Jahrhundert sowie die tiefgreifenden Veränderungen durch die Reformation.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Themen sind die städtische Organisation von Frauenhäusern, die Haltung der Kirche, der Einfluss von Luthers „neuer Sittlichkeit“ und die soziale Realität der Frauen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, ob sich die soziale und wirtschaftliche Situation von Frauen durch die Abschaffung der Frauenhäuser nach der Reformation tatsächlich verbesserte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Fachliteratur der Gender-Forschung und geschichtswissenschaftlichen Werken basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der vorreformatorischen Situation der Frauenhäuser und die anschließende Neuordnung durch die Reformation und konfessionelle Reglementierungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reformation, Prostitution, Sittlichkeit, soziale Marginalisierung und Geschlechtergeschichte definieren.

Wie unterschieden sich die Maßnahmen der Konfessionen?

Das reformierte Lager setzte primär auf strafrechtliche Verfolgung und Bordellschließungen, während die katholische Kirche eher karitativ durch Stiftungen und Asylangebote wirkte.

Welche Funktion hatten Frauenhäuser über den reinen Beischlaf hinaus?

Sie dienten als Orte der Kommunikation, der Unterhaltung, der Verpflegung und teilweise als sicherere Zufluchtsorte für alleinstehende Frauen in einer Notlage.

Welche Rolle spielte der "Frauenwirt"?

Der Frauenwirt war ein von der Stadt vereidigter Betreiber, der für Ordnung sorgte, Steuern an die Stadt zahlte und die Einhaltung hygienischer Standards kontrollierte.

Was war das "Ideal des ganzen Hauses"?

Ein lutherisches Ideal, das die Ehe als höchste Instanz und die Frau primär in der Rolle als Mutter und Verwalterin des Haushalts sah.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Neuordnung der gewerblichen Prostitution durch die Reformation
Subtítulo
Eine Analyse etwaiger Veränderungen
Universidad
http://www.uni-jena.de/
Curso
Seminar: Reformation und katholische Reform
Calificación
2,0
Autor
Stephan Gottschalt (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
14
No. de catálogo
V176280
ISBN (Ebook)
9783640975464
ISBN (Libro)
9783640975044
Idioma
Alemán
Etiqueta
Reformation Luther Christentum Prostitution Konfession Frühe Neuzeit Zwingli Goldene Bulle Katholizismus katholische Reform
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stephan Gottschalt (Autor), 2010, Die Neuordnung der gewerblichen Prostitution durch die Reformation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176280
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