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Jugendliche erreichen im Wandel öffentlicher und digitaler Räume

Herausforderungen und Strategien der Streetwork aus Fachkräfteperspektive

Title: Jugendliche erreichen im Wandel öffentlicher und digitaler Räume

Bachelor Thesis , 2026 , 56 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Leon Sivgin (Author)

Pedagogy - Social pedagogy
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Wie verändert sich Streetwork, wenn öffentliche Treffpunkte für Jugendliche zunehmend eingeschränkt werden und sich jugendliche Lebenswelten zugleich stärker in digitale Räume verlagern?

Diese mit der Note 1,0 bewertete Bachelorarbeit untersucht den Wandel öffentlicher und digitaler Räume und dessen Auswirkungen auf die Erreichbarkeit von Jugendlichen durch Streetwork. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Herausforderungen sich daraus für die aufsuchende Soziale Arbeit ergeben und mit welchen Strategien Fachkräfte auf die veränderten Bedingungen reagieren.

Die Arbeit verbindet theoretische Perspektiven der Sozialraumorientierung und Lebensweltorientierung mit einer eigenen empirischen Untersuchung. Grundlage ist ein qualitatives, exploratives Forschungsdesign mit einer Online-Befragung von Streetworker:innen aus unterschiedlichen Arbeitskontexten. Die offenen Antworten werden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet und ermöglichen einen praxisnahen Einblick in die Erfahrungen und Einschätzungen der Fachkräfte.

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, wie der Rückgang öffentlicher Treffpunkte klassische Formen aufsuchender Arbeit und kontinuierliche Beziehungsarbeit erschwert. Gleichzeitig werden Strategien sichtbar, mit denen Streetwork auf diese Veränderungen reagiert – darunter die Verknüpfung analoger und digitaler Zugänge sowie eine verstärkte Netzwerkarbeit.

Die Arbeit eignet sich insbesondere für Studierende und Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Sozialpädagogik, Mobilen Jugendarbeit und Streetwork sowie für alle, die sich mit öffentlichen und digitalen Räumen, jugendlichen Lebenswelten und der Weiterentwicklung aufsuchender Sozialer Arbeit beschäftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Relevanz

1.2 Zielsetzung und Fragestellung

1.3 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit

2. Theoretischer Rahmen: Sozialraum, Lebenswelt und Streetwork

2.1 Zentrale Begriffe und theoretische Bezugspunkte

2.2 Sozialraumorientierung

2.3 Lebensweltorientierung

2.4 Mobile Jugendarbeit und Streetwork

3. Forschungsstand und gesellschaftlicher Kontext von Streetwork im öffentlichen Raum

3.1 Öffentliche Räume im Wandel

3.2 Infrastruktur, Mobilität und digitale Erweiterung von Sozialräumen

3.3 Streetwork unter veränderten Rahmenbedingungen – Stand der Forschung

4. Methodisches Vorgehen der empirischen Untersuchung

4.1 Forschungsdesign

4.2 Methodische Fundierung

4.3 Auswahl der Teilnehmenden

4.4 Datenerhebung

4.5 Datenauswertung

4.6 Gütekriterien qualitativer Forschung

4.7 Zusammenfassung

5. Ergebnisse: Streetwork unter veränderten räumlichen und digitalen Bedingungen

5.1 Veränderungen öffentlicher Räume und ihre Folgen für Jugendliche und die Erreichbarkeit durch Streetwork

5.2 Digitale Räume und Digital Streetwork als ergänzende Zugänge zur Erreichbarkeit Jugendlicher

5.3 Herausforderungen, Strategien und Kooperationen in der Streetwork-Praxis unter veränderten Rahmenbedingungen

5.4 Einschätzungen zukünftiger Entwicklungen der Streetwork und struktureller Unterstützungsbedarfe

5.5 Methodische Grenzen der qualitativen Online-Befragung

6. Diskussion der Ergebnisse im Kontext veränderter öffentlicher Räume

6.1 Einordnung der Ergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage

6.2 Veränderungen des öffentlichen Raums und ihre Bedeutung für Streetwork

6.3 Digitale Räume als Erweiterung – nicht als Ersatz von Streetwork

6.4 Marginalisierung, Ungleichheit und Zielgruppenfokus

6.5 Zukünftige Entwicklung von Streetwork unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen

6.6 Implikationen für Praxis und Fachpolitik

6.7 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel der wissenschaftlichen Arbeit besteht darin zu untersuchen, wie sich der Rückgang und die veränderte Nutzung öffentlicher Treffpunkte auf die Erreichbarkeit von Jugendlichen durch Streetwork auswirken und welche praktischen Konsequenzen sich daraus für die aufsuchende Soziale Arbeit ergeben. Anhand der professionellen Perspektiven von Streetworkerinnen und Streetworkern wird analysiert, wie ordnungs- und sicherheitspolitische Regulierungen, Verdrängungsprozesse sowie die zunehmende Verlagerung jugendlicher Lebenswelten in digitale Räume die Beziehungsarbeit transformieren und welche innovativen Handlungsstrategien im Spannungsfeld zwischen analoger Präsenz und digitalen Zugängen entwickelt werden.

  • Wandel, Kommerzialisierung und ordnungspolitische Regulierung öffentlicher Räume
  • Theoretische Verankerung in Sozialraum- und Lebensweltorientierung
  • Chancen, Grenzen und Professionalisierung von Digital Streetwork
  • Auswirkungen räumlicher Verdrängung auf marginalisierte und vulnerable Jugendgruppen
  • Spannungsverhältnis zwischen sozialpädagogischem Hilfemandat und gesellschaftlicher Kontrolle
  • Fachpolitische Implikationen zur strukturellen und finanziellen Absicherung von Streetwork

Auszug aus dem Buch

2.4 Mobile Jugendarbeit und Streetwork

Mobile Jugendarbeit und Streetwork können als praxisorientierte Umsetzung sozialraum- und lebensweltorientierter Perspektiven verstanden werden, da sie Unterstützungsprozesse bewusst in den alltäglichen Lebenszusammenhängen der Adressat:innen verorten. In der Fachdiskussion werden dabei verschiedene Begriffe häufig synonym verwendet, etwa „Straßensozialarbeit“, „aufsuchende Jugend- und Sozialarbeit“, „Gassenarbeit“ oder „mobile Jugendarbeit“ (vgl. Galuske 2013, S. 292). Streetwork beschreibt in diesem Zusammenhang eine aufsuchende Vorgehensweise, bei der Fachkräfte „nicht (nur) in den Räumen einer Institution“ arbeiten, sondern sich „(auch) in das unmittelbare Lebensumfeld ihrer Zielgruppe“ begeben und deren informelle Treffpunkte aufsuchen (Gref 1995, S. 13, zitiert nach Galuske 2013, S. 292).

Mobile Jugendarbeit wird darüber hinaus häufig als eigenständiges Konzept innerhalb der offenen Kinder- und Jugendarbeit beschrieben, das verschiedene Handlungsansätze miteinander verbindet. Dazu zählen insbesondere Streetwork, gruppenbezogene Angebote, individuelle Beratung sowie gemeinwesenorientierte Arbeit im Sozialraum. Ziel ist es, junge Menschen in ihren Lebenswelten zu erreichen, Beziehungen aufzubauen und Unterstützung bei der Bewältigung alltäglicher Herausforderungen anzubieten (vgl. Bollig 2020, S. 48). Adressat:innen der Mobilen Jugendarbeit sind dabei insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, die von sozialer Benachteiligung oder Ausgrenzung bedroht oder betroffen sind und von anderen Angeboten der Jugendhilfe häufig nicht oder nur unzureichend erreicht werden. Ihre Lebenslagen sind oftmals durch multiple Problemlagen wie schulische Schwierigkeiten, prekäre Beschäftigungssituationen, familiäre Konflikte oder Erfahrungen von Diskriminierung geprägt (vgl. Keppeler, Bollig & Reuting, 2020, S. 56–57).

Damit wird Streetwork wesentlich über Ort und Bewegungsrichtung des Handelns bestimmt: Sie grenzt sich von einer rein einrichtungsbezogenen Sozialen Arbeit ab, deren Handlungslogik stark von institutionellen und räumlichen Strukturen geprägt ist (vgl. Galuske 2013, S. 292).

Charakteristisch ist eine Orientierung an informellen Szenestrukturen und gruppenspezifischen Regeln. Galuske beschreibt Streetwork bildhaft als „Auswärtsspiel“: Nicht die Adressat:innen passen sich institutionellen Regeln an, sondern Fachkräfte müssen sich auf die Logiken der Szene einlassen; sie sind „Gast in einer fremden Szene“ (vgl. Galuske 2013, S. 295). Diese Praxis erfordert situatives Handeln, Präsenz und eine hohe Beziehungs- und Interaktionssensibilität. „Livesituationen“ sind durch Unmittelbarkeit und fehlende institutionelle Schutzräume gekennzeichnet; erforderlich ist „schnelles, direktes, situations- und personenangemessenes Handeln“ (Gref 1995, S. 17, zitiert nach Galuske 2013, S. 295).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Problemstellung ein, skizziert den wachsenden Druck auf öffentliche Räume sowie den Wandel jugendlicher Lebenswelten und definiert Fragestellung und Aufbau der Untersuchung.

2. Theoretischer Rahmen: Sozialraum, Lebenswelt und Streetwork: Es werden die theoretischen Bezugspunkte dargelegt, insbesondere das relationale Verständnis des Sozialraums, die Lebensweltorientierung nach Thiersch sowie die methodischen Grundlagen von Streetwork und Mobiler Jugendarbeit.

3. Forschungsstand und gesellschaftlicher Kontext von Streetwork im öffentlichen Raum: Dieses Kapitel beleuchtet Transformationsprozesse urbaner Räume durch Regulierung und Überwachung, infrastrukturelle Rahmenbedingungen sowie den bisherigen Forschungsstand zur Schnittstelle von analoger und digitaler Jugendarbeit.

4. Methodisches Vorgehen der empirischen Untersuchung: Vorgestellt wird das qualitativ-explorative Forschungsdesign auf Basis einer Online-Befragung von 25 Streetworkerinnen und Streetworkern sowie die Auswertungsmethode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und Kuckartz unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Gütekriterien.

5. Ergebnisse: Streetwork unter veränderten räumlichen und digitalen Bedingungen: Das Kapitel präsentiert die empirischen Befunde der Fachkräftebefragung zu Raumverdrängung, veränderten Treffgewohnheiten, dem Einsatz von Messenger-Diensten und Social Media, aktuellen Praxisstrategien sowie strukturellen Hürden.

6. Diskussion der Ergebnisse im Kontext veränderter öffentlicher Räume: Die empirischen Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund theoretischer Konzepte diskutiert, wobei Aspekte der Marginalisierung, die Funktion von Digital Streetwork als Ergänzung sowie fachpolitische Forderungen zur Absicherung der Sozialen Arbeit im Mittelpunkt stehen.

Schlüsselwörter

Streetwork, Mobiler Jugendarbeit, Sozialraumorientierung, Lebensweltorientierung, Öffentlicher Raum, Digital Streetwork, Verdrängungsprozesse, Beziehungsarbeit, Partizipation, Niedrigschwelligkeit, Marginalisierung, Jugendhilfe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie sich gesellschaftliche Veränderungen und ordnungspolitische Einschränkungen in öffentlichen Räumen auf die aufsuchende Jugendsozialarbeit auswirken und wie Streetworkerinnen und Streetworker Jugendliche unter diesen Bedingungen erreichen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themenfelder sind die Transformation und Verdrängung im städtischen Raum, sozialraum- und lebensweltorientierte Theorien, die Dynamik digitaler Sozialräume sowie praxisorientierte Konzepte wie Blended Streetwork.

Was ist die leitende Fragestellung der Untersuchung?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie wirken sich Veränderungen öffentlicher Räume auf die Erreichbarkeit von Jugendlichen durch Streetwork aus, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Praxis?

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Es handelt sich um eine qualitativ-explorative Studie, bei der 25 Fachkräfte der Streetwork über einen standardisierten Online-Fragebogen mit offenen Textfeldern befragt wurden. Die Daten wurden mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring und Kuckartz ausgewertet.

Was sind die wesentlichen Befunde des Hauptteils?

Die Befunde zeigen, dass feste Treffpunkte schwinden und Jugendliche mobiler oder unsichtbarer werden, was kontinuierliche Beziehungsarbeit erschwert. Digitale Medien wie WhatsApp und Instagram fungieren als unverzichtbare Ergänzung zur Kontaktpflege, können jedoch die analoge Präsenz und Vertrauensbildung nicht vollständig ersetzen.

Welche Begriffe charakterisieren die wissenschaftliche Abhandlung?

Prägende Begriffe sind Streetwork, Sozialraum, Lebenswelt, Digital Streetwork, Verdrängung, Niedrigschwelligkeit, Beziehungsarbeit und soziale Teilhabe.

Welche Rolle spielt das Konzept des „Blended Streetwork“ in der Untersuchung?

Blended Streetwork beschreibt die planvolle Verknüpfung analoger Straßenpräsenz mit digitalen Kommunikationswegen. Digitale Kanäle dienen dabei der Kontaktaufrechterhaltung und Abstimmung, während die vertiefte Beziehungsarbeit weiterhin im persönlichen Kontakt verankert bleibt.

Warum sind marginalisierte Jugendliche von den Raumveränderungen besonders betroffen?

Marginalisierten Jugendlichen fehlen häufig konsumfreie private Rückzugsorte oder finanzielle Mittel für kommerzielle Freizeitangebote. Zudem sind sie im öffentlichen Raum in besonderem Maße von Stigmatisierung, polizeilichen Kontrollen und Verdrängungsmaßnahmen betroffen.

In welchem Spannungsverhältnis bewegt sich Streetwork bezüglich kommunaler Ordnungspolitik?

Streetwork gerät zunehmend in das Spannungsfeld zwischen ihrem originären sozialpädagogischen Auftrag (Freiwilligkeit, Parteilichkeit, Akzeptanz) und dem Druck kommunaler Akteure, als ordnende Instanz oder „Sozialfeuerwehr“ zur Befriedung von Konflikten im öffentlichen Raum instrumentalisiert zu werden.

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Details

Title
Jugendliche erreichen im Wandel öffentlicher und digitaler Räume
Subtitle
Herausforderungen und Strategien der Streetwork aus Fachkräfteperspektive
Grade
1,0
Author
Leon Sivgin (Author)
Publication Year
2026
Pages
56
Catalog Number
V1763139
ISBN (PDF)
9783389203583
ISBN (Book)
9783389203590
Language
German
Tags
Streetwork Soziale Arbeit Jugendliche öffentlicher Raum digitale Streetwork Digital Streetwork aufsuchende Soziale Arbeit Digitalisierung digitale Räume Sozialraumorientierung Lebensweltorientierung Jugendarbeit qualitative Forschung qualitative Inhaltsanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Leon Sivgin (Author), 2026, Jugendliche erreichen im Wandel öffentlicher und digitaler Räume, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1763139
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