In der Kurzgeschichte „Ein netter Kerl“ von Gabriele Wohmann aus dem Jahre 1978 geht es um eine Familienkrise, die durch Kommunikationsprobleme, Rücksichtslosigkeit und mangelndem Vertrauen zustande kommt. Eine der drei Töchter bringt ihren Verlobten mit in ihr Elternhaus zum Abendessen ohne ihrer Familie zu sagen, dass er ihr Freund ist. Nachdem dieser das Haus verlassen hat, beginnt die Familie über sein Äußeres zu lästern, bis die Tochter ihnen erzählt, dass er ihr Verlobter ist. Erst jetzt werden die inneren (anscheinend positiven) Werte des Mannes berücksichtigt. Anhand von Watzlawicks Axiomen lässt sich das Kommunikationsproblem zwischen der Tochter Rita und ihrer Familie leichter erklären.
Inhaltsverzeichnis
1. Analyse der Kurzgeschichte „Ein netter Kerl“
1.1 Gliederung der Geschichte
1.2 Figurenkonstellation und Kommunikationsprobleme
1.3 Anwendung des Modells von Schulz von Thun
1.4 Erzählperspektive und Intention des Textes
Zielsetzung & Themen der Analyse
Die vorliegende Analyse untersucht die Kurzgeschichte „Ein netter Kerl“ von Gabriele Wohmann unter Berücksichtigung kommunikationstheoretischer Aspekte, um aufzuzeigen, wie mangelndes Vertrauen und fehlende Kommunikation innerhalb einer Familie zu Konflikten führen.
- Analyse des Kommunikationsverhaltens innerhalb einer Familienkrise
- Anwendung der Axiome von Paul Watzlawick auf die zwischenmenschliche Dynamik
- Untersuchung der Figurenkonstellation und der Wirkung der Erzählperspektive
- Analyse der Kommunikationsebenen nach dem Vier-Seiten-Modell von Schulz von Thun
- Reflektion über die moralische Aussage des Werkes bezüglich der Beurteilung von Menschen
Auszug aus der Analyse
Analyse der Kurzgeschichte „Ein netter Kerl“
In der Kurzgeschichte „Ein netter Kerl“ von Gabriele Wohmann aus dem Jahre 1978 geht es um eine Familienkrise, die durch Kommunikationsprobleme, Rücksichtslosigkeit und mangelndem Vertrauen zustande kommt. Eine der drei Töchter bringt ihren Verlobten mit in ihr Elternhaus zum Abendessen ohne ihrer Familie zu sagen, dass er ihr Freund ist. Nachdem dieser das Haus verlassen hat, beginnt die Familie über sein Äußeres zu lästern, bis die Tochter ihnen erzählt, dass er ihr Verlobter ist. Erst jetzt werden die inneren (anscheinend positiven) Werte des Mannes berücksichtigt. Anhand von Watzlawicks Axiomen lässt sich das Kommunikationsproblem zwischen der Tochter Rita und ihrer Familie leichter erklären.
Der Text lässt sich meiner Meinung nach in zwei Teile gliedern. Im ersten Teil welcher sich über die Zeilen 1-60 erstreckt, geht es darum wie sich die Familie über Ritas „Besuch“ lustig macht. Der zweite Teil geht von der Zeile 61-85. In ihm stellt die Tochter klar, dass dieser „[für sein Alter furchtbar fette]“ (Z.4) Mann ihr Freund ist und sie ihn bald heiraten wird. Daraufhin schämt sich die Familie und versucht sich mit, an den Freund ihrer Tochter gerichteten Komplimenten, aus der Schlinge zu ziehen.
Der Leser wird, wie für eine KG üblich, direkt in das Geschehen hineinversetzt. „Ich habe ja so wahnsinnig gelacht“ (Z.1). Erst im Laufe der Geschichte erfährt der Leser etwas über die Firgurenkonstellation. Nanni, die wahrscheinlich Ritas Schwester ist bezeichnet den Besucher als „weich wie ein Molch“ (Z.10). Auch die Mutter nimmt kein Blatt vor den Mund. „ […] wie ein alter Mann“ (Z.20). Für Rita selbst sind die Äußerungen sehr verletzend und sie reagiert wütend. Dies zeigt sie mit ihrer Körperhaltung und dadurch, dass sich mit den Händen am Sitz festhält (Vgl. Z. 7).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Analyse der Kurzgeschichte „Ein netter Kerl“: Einleitung in die Thematik der Familienkrise und Vorstellung des zentralen Konflikts.
1.1 Gliederung der Geschichte: Unterteilung des Textes in zwei inhaltliche Abschnitte basierend auf der Handlungswendung.
1.2 Figurenkonstellation und Kommunikationsprobleme: Untersuchung der Dynamik zwischen Rita und ihrer Familie unter Anwendung der Watzlawick-Axiome.
1.3 Anwendung des Modells von Schulz von Thun: Analyse der Schlüsselszene (Zeilen 61-73) hinsichtlich der vier Ebenen einer Nachricht.
1.4 Erzählperspektive und Intention des Textes: Reflexion über die Wahl der Erzählweise und die vermittelte moralische Botschaft.
Schlüsselwörter
Gabriele Wohmann, Ein netter Kerl, Kommunikationsproblem, Familienkrise, Watzlawick, Axiome, Schulz von Thun, Vier-Seiten-Modell, Figurenkonstellation, Erzählperspektive, Missverständnis, zwischenmenschliche Werte, Kurzgeschichte, Analyse, soziale Dynamik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Analyse grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Kurzgeschichte „Ein netter Kerl“ von Gabriele Wohmann und beleuchtet die kommunikativen Konflikte innerhalb einer Familie während eines Abendessens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Mittelpunkt stehen Kommunikationsstörungen, Vorurteile, die Diskrepanz zwischen Äußerem und inneren Werten sowie die familiäre Dynamik.
Welches Ziel verfolgt die Analyse?
Das Ziel ist es, das Verhalten der Familienmitglieder und die Reaktion der Protagonistin Rita mithilfe wissenschaftlicher Kommunikationsmodelle zu erklären.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Axiome von Paul Watzlawick sowie das Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun zur systematischen Textinterpretation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle Analyse, die Untersuchung der Figurenkonstellation und eine detaillierte Anwendung der Kommunikationsmodelle auf spezifische Textstellen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kommunikation, Familienkonflikt, Watzlawick, Schulz von Thun, Werteurteil und Kurzgeschichtenanalyse sind die prägenden Begriffe.
Warum spielt das 3. Axiom von Watzlawick in dieser Analyse eine Rolle?
Es dient dazu, das Missverständnis zwischen der Familie, die den „Inhaltsaspekt“ (das Aussehen) fokussiert, und Rita, die den „Beziehungsaspekt“ betont, zu verdeutlichen.
Wie bewertet der Autor die Wahl der Erzählperspektive?
Der Autor argumentiert, dass die gewählte Außenperspektive dem Leser eine objektive, allgemeingültige Lehre über das Urteilen von Menschen vermittelt.
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- Tom Schnee (Author), 2011, Analyse der Kurzgeschichte "Ein netter Kerl" (Gabriele Wohmann), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176357