Die Entwicklung des lateinischen Suffixes -ĀRIUS im Italienischen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Das Fortbestehen von lateinisch - ĀRIUS im Italienischen

2 Lateinisch - ĀRIUS und dessen italienische Derivate
2.1 Die Funktionsweise von - ĀRIUS im Lateinischen
2.2 Die italienischen Derivate von - ĀRIUS
2.2.1 Die Suffixe -aio, -aro
2.2.2 Die Suffixe -iere, -iero
2.2.3 Das Suffix -ario
2.2.4 Die Suffixe -ai(u)olo und -ería

3 Status dieser Suffixe im Italienischen
3.1 Übernommene und neue Funktionen der italienischen Suffixe
3.2 Frequenz und Produktivität im Italienischen

4 Bibliographie

1 Das Fortbestehen von lateinisch - ĀRIUS im Italienischen

Als Basis anderer Sprachen hat das Lateinische grossen Einfluss auf deren Entwicklung. Diese Hausarbeit soll den Fortbestand des lateinischen Suffixes - ĀRIUS im Italienischen nachzeichnen. Unter grammatikalischen, lexikalischen und semantischen Gesichtspunkten werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Suffigierung mittels - ĀRIUS zwischen dem Lateinischen und dem Italienischen aufgezeigt.

Als Einstieg sei ein Überblick dieses Suffixes im Lateinischen gegeben. Die Frage nach den damit gebildeten Wortarten und deren Bedeutung steht dabei im Vordergrund. Die italienischen Derivate von - ĀRIUS werden daraufhin vorgestellt und unter den gleichen Aspekten untersucht. Hinzu kommen Anmerkungen zu eventuell regionalem Sprachgebrauch, auf dessen Besonderheiten oder Unterschiede zum Standarditalienischen eingegangen wird. Der letzte Teil dieser Arbeit befasst sich mit dem Status der auf lateinisch - ĀRIUS basierenden italienischen Suffigierung. Dazu wird die Frequenz der unterschiedlichen Derivate vorgestellt und anschliessend deren Produktivität über die Jahrhunderte aufgezeigt.

Zur Ermittlung der Frequenz und Produktivität der behandelten italienischen Suffixe wurden die elektronischen Versionen der Wörterbücher De Mauro, Lo Zingarelli und Treccani verwendet.1 Die Ermittelten Werte basieren auf den Daten von De Mauro, diese wurden mittels Lo Zingarelli und Treccani verifiziert um bei eventuellen Unstimmigkeiten weitere Wörterbücher zu Rate zu ziehen (was allerdings nicht der Fall war). Die Werte zur Frequenz wurden durch Zählen aller Wörter mit dem jeweiligen auf - ĀRIUS basierenden Suffix ermittelt. Zur Festellung der Produktivität wurden für jedes Jahrhundert wieder ebendiese Wörter gezählt. Um in diesem Falle nur solche Wörter mit italienischem Stamm einzubeziehen, wurden Lehn- und Buchwörter bei der Betrachtung ausgeschlossen. So wurde sichergestellt, dass lediglich italienische Neubildungen mit dem entsprechenden Suffix herangezogen wurden.

2.1 Die Funktionsweise von - ĀRIUS im Lateinischen

Die Funktionsweise des Suffixes - ĀRIUS ist im Lateinischen sehr variativ, je nach Art der Derivation ergeben sich viele verschiedene Bedeutungen. Das Ergebins einer jeden Ableitung ist entweder ein Nomen oder ein Adjektiv.2

Denominale Ableitungen führen zu Personenbezeichnungen (speziell im Hinblick auf Berufe), Begriffen der Zugehörigkeit (zu Sachen oder Tieren), im Neutrum zu Orten der Lagerung von Gegenständen oder der Haltung von Tieren, sowie im Femininum häufig zu Abstrakta. Das so aus lateinisch unguentum 'Salbe' abgeleitete unguentarius ist sowohl 'der Salbenhändler' und 'zur Salbe gehörig', als auch 'das Salbengefäß' (unguentarium, n.) und 'die Kunst, Salbe zuzubereiten' (unguentaria, f.).

Deverbale Ableitungen setzen am Präsensstamm (Infinitiv), dem Stamm des Partizip Perfekts oder dem Gerundium an. Auch hier finden sich wieder Personenbezeichnungen (berufsbezogen: regendumregendarius 'Staatssekretär', nomen agentis: computarecomputarius 'Rechner') und Bezeichnungen der Zugehörigkeit (conjectumconjectarius 'auf Vermutung beruhend', molendummolendarius 'zum Mahlen gehörig'). Auch Orts- und Werkzeugbezeichnungen (biberebibaria 'Trinkstube', ponderareponderarium 'Waage') sind anzutreffen. Bildungen mit dem Partizip Perfekt können auch die Möglichkeit des im Partizip Ausgedrückten bezeichnen (venditumvenditarius 'käuflich') oder die Dienlichkeit, beziehungsweise Eignung zu einer Tätigkeit ausdrücken (emissumemissarius 'zum Herausschicken geeignet').

Deadjektivale Ableitungen zeigen ebenfalls die Bezeichnung der Zugehörigkeit auf (secundussecundarius 'von der zweiten Sorte'), teilweise bezeichnen sie auch gleichzeitig die zugehörige Person selbst: veterinusveterinarius 'zum Zugvieh gehörig', aber auch 'Tierarzt'. Bei Numeralia als Basis führt die Suffigierung in der Bedeutung zu Maßeinheiten oder Teilen eines Ganzen: millemilliarius 'tausend Stück', beziehungsweise quattuorquartarius 'das Viertel'. Es gibt auch Fälle, in denen es zu keiner Bedeutungsveränderung kommt, so bei longuslongarius 'lang'.

[...]


1 De Mauro 2000, Lo Zingarelli 2005, Treccani 1997.

2 Dieses Kapitel ist im Wesentlichen eine Zusammenfassung von Kurschildgen 1983, S. 207-221.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung des lateinischen Suffixes -ĀRIUS im Italienischen
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Romanistik)
Veranstaltung
Romanische Wortbildung
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V176399
ISBN (eBook)
9783640976614
ISBN (Buch)
9783640976294
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
suffix, arius, latein, italienisch, sprachwissenschaft, historisch, romanische, romanistik, affix, quantitativ, analyse, ario, aio
Arbeit zitieren
Jens Heuser (Autor:in), 2007, Die Entwicklung des lateinischen Suffixes -ĀRIUS im Italienischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176399

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