Konversationsanalyse - Das Streitgespräch


Seminararbeit, 2010

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Konversationsanalyse und ihr Gegenstand
2.1 Was ist ein Gespräch?
2.2 Die Gesprächssorten

3 Das Streitgespräch
3.1 Was ist Streit?
3.2 Streit – Eine Definition nach Carmen Spiegel

4 Transkription und Analyse
4.1 Darstellung der Situation
4.2 Der Sprecherwechsel
4.3 Auffälligkeiten
4.3.1 Akzentuierung und Tonhöhenbewegung
4.3.2 Ein- und Ausatmen
4.3.3 Redeeinleitende Partikel

5 Schlusswort

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Seminararbeit hat als Grundlage ein Gruppenreferat, welches im Seminar „Einführung in das Studiengebiet Sprache“ zum Thema Konversationsanalyse1 gehalten wurde. In meinem Teil des Referats befasste ich mich mit den Gesprächsteilen und Gesprächssorten. Diese Themen würden den vorgesehenen Umfang der Ausarbeitung überschreiten, daher habe ich meinen Schwerpunkt auf das Streitgespräch als Gesprächssorte gelegt.

Das Streitgespräch und dessen Analyse bilden somit den Kern der vorliegenden Arbeit. Um zu diesem zu gelangen, werde ich zuvor auf grundlegende Fragen eingehen. Es soll zunächst geklärt werden, was man generell unter einer Konversationsanalyse und speziell dem Gegenstand, dem Gespräch versteht. Dies soll das Umfeld des Streitgesprächs verdeutlichen. Grundlegend für die anschließende Einführung in die Thematik des Streits, war für mich die Arbeit von Spiegel (1995).

Die Transkription wurde nach dem Gesprächsanalystischen Transkriptionssystem (GAT) erstellt und ist konstitutiv für die darauffolgende Streitanalyse. Hierfür orientierte ich mich an Linke et al (2004), sowie an Gülich/Monada (2008). Nach der Bestimmung zentraler Gesichtspunkte wie dem Sprecherwechsel, habe ich markante Satzteile herausgefiltert und interpretiert.

Das Hauptanliegen dieser Arbeit ist es, exemplarisch anhand der Transkription eines Streitfalls zwischen Mutter und Tochter, die charakteristischen Merkmale eines Streitgesprächs herauszuarbeiten.

2 Die Konversationsanalyse und ihr Gegenstand

Bei der Konversationsanalyse oder auch Gesprächsanalyse handelt es sich um eine linguistische Teildisziplin deren Forschungsgegenstand das Gespräch, genauer gesagt die gesprochene Sprache ist (Linke et al. 2004: 294).

Untersucht wird die Organisation von Gesprächen, somit ist eines der zentralen Themen „[…] die Systematik des Sprecherwechsels, d.h. die Verteilung des Rederechts und die ‚Regeln‘, denen die Interaktanten dabei folgen“ (Gülich/Mondada 2008: X).

Dank technischer Entwicklungen ist es möglich, das an sich vergängliche Wort festzuhalten. Somit können Transkriptionen erstellt werden, die als Grundlage zur Untersuchung sprachlicher Interaktionen dienen.

2.1 Was ist ein Gespräch?

Das Miteinander-Sprechen spielt eine wichtige Rolle im Zusammenleben der Menschen, es wird wahlweise zum Informationsaustausch oder zum Pflegen sozialer Kontakte verwendet.

Wenn das Gespräch primär der Klärung eines Sachverhaltes oder der Informationsübermittlung dienen soll, steht das Thema im Vordergrund. Dient das Gespräch jedoch dazu, das Bedürfnis nach sozialen Kontakten zu befriedigen, befindet sich kein spezifisches Thema im Mittelpunkt, sondern der Sprechakt an sich (Linke et al. 2004: 320f).

Durch das Gespräch treten wir miteinander in Kontakt und damit dies ohne größere Probleme vonstatten geht, muss ein bestimmter Umgang gewahrt werden. Ausschlaggebend hierfür ist nicht nur was wir sagen, sondern auch wie wir etwas sagen. Somit sind neben dem Tonfall und der Lautstärke auch Mimik und Gestik relevant.

Man kann abhängig von der jeweiligen Situation, der Thematik und dem Verhalten der Gesprächsteilnehmer verschiedene Gesprächssorten bzw. Gesprächstypen unterscheiden. Bevor ich mich dem Streitgespräch zuwende, möchte ich zunächst einige allgemeine theoretische Einordnungskriterien aufzeigen.

2.2 Die Gesprächssorten

Wie bereits erwähnt, gibt es vielfältige Klassifikationskriterien für Gespräche. Nach Linke et al. (2004: 324f) lohnt es sich einen Blick auf die Alltagsbezeichnungen für Gesprächssorten zu werfen, da die entsprechenden Termini auf wichtige Kriterien hinweisen.

Mögliche Unterscheidungsmerkmale können z.B. das Trägermedium (Fernsehdiskussion), die soziale Domäne (Stammtischgespräch), die kommunikative Funktion (Beratungsgespräch) und die Anzahl der Teilnehmer (Gespräch unter vier Augen) sein (Linke et al. 2004: 324f).

Jedoch muss gesagt werden, dass es „eine in sich homogene und die Vielfalt möglicher Gesprächssorten bzw. -klassen abdeckende Gesprächstypologie [...] bis heute noch nicht [gibt]“ (Linke et al. 2004: 325).

3 Das Streitgespräch

Wie bereits in den einleitenden Worten erwähnt, steht das Streitgespräch im Fokus der Ausarbeitung. Zunächst werde ich den Begriff des Streits näher erläutern und anschließend erfolgt die Analyse der eigens erstellten Transkription.

3.1 Was ist Streit?

Streitereien und deren Austragung sind fester Bestandteil des menschlichen Wesens, denn sie sind alltäglich und treten unabhängig von Alter oder Geschlecht auf. „Streit ist [...] etwas, das schon kleine Kinder rasch erfassen und recht routiniert praktizieren“ (Spiegel 1995: 9).

[...]


1 In dieser Ausarbeitung verwende ich die Begriffe Konversationsanalyse und Gesprächsanalyse synonym.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Konversationsanalyse - Das Streitgespräch
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Germanisik)
Veranstaltung
Einführung in das Studiengebiet Sprache
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V176413
ISBN (eBook)
9783640976638
ISBN (Buch)
9783640976263
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konversationsanalyse, GAT, Streit, Streitgespräch, Transkription
Arbeit zitieren
Tanja Hofferbert (Autor:in), 2010, Konversationsanalyse - Das Streitgespräch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176413

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