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Sprechaktsequenzen - Die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion

Titel: Sprechaktsequenzen - Die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion

Seminararbeit , 1995 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Manfred Müller (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand dieser Arbeit sind die Sprechaktsequenzen, die in ihrer Besonderheit ein Unterthema der Sprechakttheorie und somit der Pragmatik ausmachen. Hier soll - ausgehend von einer Charakterisierung der Sprechaktsequenzen im allgemeinen - das Vorwurf-Rechtfertigungs-Schema im besonderen dargestellt werden. Berücksichtigt werden dabei die verschiedenen Beweggründe und Möglichkeiten des initiativen sowie des reaktiven Parts, die sich sowohl auf innere Vorgänge als auch auf die Realisierung eines Sprechaktes beziehen. Die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion wurde deshalb als Beispiel ausgewählt, da sich aufgrund ihrer Komplexität die Charakteristika von Sprechaktsequenzen besser herausstellen lassen als z.B. bei der Begrüßung oder dem Bedanken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Vorbemerkungen

II. Sprechaktsequenzen

III. Die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion

1. Annahmen des Initiators

2. Die Vorbringung des Vorwurfs

3. Die Reaktionsmöglichkeiten

4. Die Honorierung

IV. Schlußbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das linguistische Konzept der Sprechaktsequenzen mit einem besonderen Fokus auf die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion, um die dahinterstehenden sozialen Konventionen, strategischen Absichten und normativen Bedingungen einer konflikthaften Kommunikation zu erhellen.

  • Charakterisierung von Sprechaktsequenzen und deren interaktive Struktur.
  • Analyse der Bedingungen für eine Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion.
  • Untersuchung der Reaktionsmöglichkeiten des Angesprochenen (Rechtfertigung, Verteidigung, Entschuldigung).
  • Die Rolle der Honorierung als Abschluss oder Fortführung der Interaktionssequenz.

Auszug aus dem Buch

3. Die Reaktionsmöglichkeiten

Wie bereits gesehen, gibt es unterschiedliche Ausprägungen der Vorwürfe bezüglich der Situation, der Art und Weise, der sozialen Rollenbeziehung und der Schwere der Verfehlung. Dementsprechend viele Reaktionsmöglichkeiten stehen dem Adressaten zu seiner Rechtfertigung, Verteidigung bzw. Entschuldigung zur Verfügung.

Zunächst aber müssen etwaige Mißverständnisse, die den Ablauf der Interaktion gefährden könnten, ausgeräumt werden. Versteht der Angesprochene die Äußerung akustisch nicht, bezieht er sie nicht auf sich, erkennt er sie erst gar nicht als Vorwurf oder erkennt er zwar einen Vorwurf, versteht ihn aber nicht als gegen ihn gerichtet, muß der Sprecher den Vorwurf in direkter Form und gegebenenfalls mit direkter Ansprache wiederholen.

Ist die Situation dann insoweit eindeutig, daß der Hörer den Vorwurf als solchen erkannt hat, so hat er mehrere Reaktionsmöglichkeiten. Er kann zunächst den Vorwurf übergehen, indem er z.B. schweigt oder beginnt, von etwas anderem zu reden; in diesen Fällen wird der Vorwerfende jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach seine Äußerung wiederholen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorbemerkungen: Die Einleitung definiert das Thema der Sprechaktsequenzen als Teilbereich der Pragmatik und begründet die Wahl des Vorwurf-Rechtfertigungs-Schemas als besonders komplexes und aufschlussreiches Beispiel.

II. Sprechaktsequenzen: Dieses Kapitel kritisiert die klassische Sprechakttheorie von Austin und Searle für ihre Isolation einzelner Sätze und führt das Konzept des interaktiven, aufeinander bezogenen Kommunikationsbeitrags ein.

III. Die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion: Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Phasen dieser spezifischen Interaktionsform, von den Voraussetzungen des Initiators bis hin zur abschließenden Honorierung.

IV. Schlußbemerkungen: Das Fazit resümiert, dass Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktionen zwar sehr flexibel sind, aber in ihrer Struktur maßgeblich auf gelernten, gesellschaftlichen Konventionen basieren.

Schlüsselwörter

Sprechaktsequenzen, Pragmatik, Vorwurf, Rechtfertigung, Interaktion, Kommunikationskompetenz, Sprechakttheorie, Normverstoß, Konvention, Sequenzierung, Dialog, Diskursanalyse, verbale Interaktion, soziale Rollenbeziehung, Konfliktlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem linguistischen Bereich der Sprechaktsequenzen und untersucht, wie Kommunikation über soziale Normen hinweg strukturiert ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Dynamik zwischen Sprecher und Hörer, insbesondere im Kontext von Vorwürfen, Rechtfertigungen und der anschließenden Bewertung dieser Handlungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Charakteristika von Sprechaktsequenzen darzustellen und aufzuzeigen, wie Konfliktgespräche trotz ihrer Komplexität gesellschaftlichen Konventionen folgen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methodik der linguistischen Gesprächs- und Diskursanalyse, um Sprechakte nicht isoliert, sondern als Teil einer interaktiven Kette zu betrachten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Phasen des Vorwurf-Rechtfertigungs-Schemas: die Annahmen des Initiators, die Vorbringung, die Reaktionsmöglichkeiten und die abschließende Honorierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Sprechaktsequenzen, Pragmatik, Vorwurf, Rechtfertigung, Interaktion, Konvention und Kommunikationskompetenz.

Welche Rolle spielt die Honorierung im Modell?

Die Honorierung fungiert als dritter Zug der Sequenz, in dem der Sprecher entscheidet, ob er die Rechtfertigung des Gegenübers akzeptiert oder den Konflikt weiterführt.

Kann ein Vorwurf auch ignoriert werden?

Ja, als eine Form des "partiellen Nichteingehens" kann der Hörer einen Vorwurf übergehen, was jedoch meist dazu führt, dass der Sprecher den Vorwurf wiederholt.

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Details

Titel
Sprechaktsequenzen - Die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
Proseminar: Pragmatik
Note
1,0
Autor
Manfred Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1995
Seiten
16
Katalognummer
V176483
ISBN (eBook)
9783640977499
ISBN (Buch)
9783640977833
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Germanistik Linguistik Pragmatik Sprechakt Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion Konventionen Sprechaktsequenzen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Manfred Müller (Autor:in), 1995, Sprechaktsequenzen - Die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176483
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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