Die Abberufung des Germanicus


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Quellen
2.1 Strabon, Velleius Paterculus und Sueton
2.2 Cassius Dio
2.3 Tacitus

3. Kritische Bewertung der Darstellung des Tacitus

4. Der Brief des Tiberius
4.1 Die Erfüllung des Racheanspruchs

5. Die Kriegsführung des Tiberius und Germanicus im Vergleich
5.1 Die Feldzüge des Tiberius
5.2 Die Feldzüge des Germanicus unter dem Aspekt des consiliums
5.3 Verzicht auf Germanien?

6. Das Vermächtnis des Augustus

7. Fazit

8. Literaturliste
8.1 Quellenverzeichnis
8.2 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Am 26. Mai 17 wurde Germanicus Caesar mit einem Triumph „de Cheruscis Chattisque et Angrivariis quaeque aliae nationes usque ad Albim coluntu[1] geehrt. Dieser Triumph bildete den offiziellen Abschluss einer Reihe von Feldzügen im rechtsrheinischen Germanien, deren Ziele und Strategie entscheidend durch die Varus-Niederlage im Jahre 9 n.Chr. bestimmt worden waren.[2] Die Schmach der Niederlage lastete schwer auf dem römischen Selbstbewusstsein und verlangte nach Rache.[3] Umso bedeutender war ein erfolgreicher Abschluss der Feldzüge, der das Prestige der römischen Waffen vor den Germanen, anderen Völkern und der römischen Öffentlichkeit wiederherstellen sollte.[4] Der Triumph des Germanicus über die Völker bis zur Elbe war damit ein weithin sichtbares Symbol der Stärke und des Stolzes Roms.[5]

Über das tatsächliche Ergebnis der Feldzüge konnte er jedoch nicht lange hinwegtäuschen: Zwar konnten die Germanen in mehreren Schlachten besiegt und zwei der drei unter Varus verlorenen Legionsadler zurückgewonnen werden. Zum Zeitpunkt der Abberufung des Germanicus durch Tiberius konnte von einer Unterwerfung der Gegner im Gebiet bis zur Elbe jedoch keine Rede sein.[6] Die triumphale Ehrung des Germanicus entsprach in keinster Weise dem, was wirklich erreicht worden war. So markiert das Ende der Germanicus-Feldzüge nicht etwa den Beginn einer römischen Herrschaft im rechtsrheinischen Germanien, sondern im Gegenteil die Aufgabe der offensiven Politik im Nordosten und den dauerhaften Rückzug Roms auf die Rheingrenze.[7]

Die Fiktion eines besiegten Germaniens, die durch den Triumph heraufbeschworen wurde, überlebte den Tod des Germanicus nicht[8] - dafür waren die tatsächlichen Verhältnisse zu offensichtlich. Es stellt sich also die Frage, warum der Kaiser seinen Feldherren abberief, bevor jener die Rückeroberung des rechtsrheinischen Gebietes abgeschlossen hatte? Die Paradoxie des Triumphs konnte schließlich nicht lange verborgen bleiben. Was waren also die Gründe für den Abbruch des Germanienkrieges?[9]

Zwei Themenkomplexe sollen dabei im Zentrum meiner Betrachtung stehen: Zum einen wird nach den persönlichen Differenzen zwischen Tiberius und Germanicus zu fragen sein, die uns vor allem in der Darstellung des Tacitus als ausschlaggebendes Kriterium für den Abbruch der Feldzüge begegnen. In einem zweiten Schritt gilt es dann aufzuzeigen, welche etwaigen sachlichen und strategischen Überlegungen Grund für eine Abberufung gewesen sein können.

2. Die Quellen

2.1 Strabon, Velleius Paterculus und Sueton

Die Quellenlage zum Thema „Feldzüge und Triumph des Germanicus“ ist sehr überschaubar. Neben der etwas ausführlicheren Darstellung des Tacitus in den Annalen sind lediglich vier kurze Textausschnitte überliefert.[10] Strabon, Velleius Paterculus und Sueton[11] stellen den Triumph des Germanicus in den Mittelpunkt, ohne jedoch genauer auf die vorhergehenden Feldzüge einzugehen. Sie folgen der offiziellen Sprachregelung der tiberianischen Zeit, die den Triumph als krönenden Abschluss des siegreichen Kampfes gegen die germanischen Stämme östlich des Rheins erhebt.[12] Der Grund für die Abberufung des Germanicus ist hier also klar: Er hat den Krieg gegen Germanien erfolgreich beendet. Der Triumph entspricht der Größe seiner Taten.

In der Einleitung hatte ich die These aufgestellt, dass die Illusion eines besiegten Germaniens nicht lange Glauben fand. Dass tatsächlich auch schon unter den Zeitgenossen des Tiberius Zweifel an der offiziellen Version der Geschehnisse gehegt wurden, belegt eine eher beiläufige Bemerkung Strabons.[13] Dieser verrät sich mit der Angabe, dass „...Arminius, der bei den Cheruskern Heerführer gewesen war, als sie gegen Quintilius Varus vertragsbrüchig wurden, [...] noch jetzt den Krieg fortführt... “ [14]. Die öffentlich verbreitete Erklärung über die Beendigung des Kriegszustandes konnte somit nicht den Tatsachen entsprechen, wie hätte Rom sonst zulassen können, dass sein wichtigster Gegner in Germanien weiterhin Krieg führt?[15]

Um Licht in die Hintergründe des Kriegsabbruchs zu bringen, helfen diese kurzen Textstellen jedoch wenig weiter. Es lässt sich bisher lediglich feststellen, dass die offizielle Begründung des erfolgreichen Abschlusses der Kämpfe und der Besiegung der Germanen auch unter den Zeitgenossen des Tiberius schon infrage gestellt wurde - auch wenn das nicht immer öffentlich geäußert wurde. Unmittelbar nach Beendigung der Feldzüge muss es also schon Informationen oder Spekulationen über die eigentlichen Gründe für die Abberufung des Germanicus gegeben haben.

2.2 Cassius Dio

Cassius Dio erwähnt die Feldzüge des Germanicus an zwei Stellen seiner „Römischen Geschichte“[16]. Der Bericht für die Jahre 17-31 ist im Originaltext verloren; erhalten ist jedoch ein Exzerpt des Xiphilinos, in dem die wichtigsten Kriegsergebnisse der Jahre 15 und 16 zusammengefasst werden.[17] Der Feldzugverlauf hingegen wird mit keiner Silbe erwähnt. Es handelt sich hier also nicht um eine Beschreibung des Kriegshergangs, sondern um die pointierte Darstellung des Kriegsergebnisses.[18]

Der Grund dafür ist einfach: Die Feldzüge des Germanicus waren nicht bedeutend genug, um in Dios Geschichtswerk mit aufgenommen zu werden.[19] Aufgrund ihres mäßigen Erfolges verdienten sie eine so eingehende Behandlung einfach nicht.

Nach Dios Urteil kann der siegreiche Abschluss der Feldzüge also nicht die Ursache für die Abberufung des Germanicus gewesen sein, wie es beispielsweise noch von Velleius Paterculus behauptet wurde. Über alternative Gründe lässt auch er uns aber im Dunkeln.

2.3 Tacitus

Erst Tacitus’ Bericht über die Feldzüge des Germanicus ermöglicht in dieser Frage ein weiterkommen.[20] Die Annalen sind die bei weitem ausführlichste Quelle zu dieser Thematik und die einzige, die sich explizit mit den Gründen für Germanicus’ Abberufung auseinandersetzt.

Dabei geht Tacitus im Gegensatz zu Dio von einem insgesamt erfolgreichen Kriegsverlauf in Germanien aus.[21] Dies ist ihm zufolge vor allem dem überragenden Können des obersten Feldherrn zu verdanken.[22] Verluste an Truppen und Material werden zur Folge unglücklicher Umstände erklärt und dem Vermögen des Germanicus nicht angelastet.[23] Trotz des günstigen Kriegsverlaufs zeigt sich der Kaiser mit der Entwicklung jedoch nicht einverstanden. Die Entscheidung zum Abbruch des Krieges fällt in einer denkbar ungünstigen Situation[24]:

“nec dubium habebatur labare hostes petendaeque pacis consilia sumere, et si próxima aestas adiceretur, posse bellum patrari. sed crebris epistulis Tiberius monebat, rediret ad decretum triumphum:”[25]

Obwohl die Unterwerfung Germaniens also unmittelbar bevor steht, fordert der Princeps seinen obersten Feldherrn zur Rückkehr nach Rom auf.

Dieses Verhalten ist Tacitus zufolge das Resultat eines persönlichen Konflikts beider Männer, der in der Abberufung des Germanicus seinen Höhepunkt erreicht. Wem der beiden die Sympathien des Tacitus gehören, daran lässt der Text keinen Zweifel:

Das Bild des jugendlichen und ehrgeizigen Feldherrn Germanicus wird dem des düsteren, verschlossenen Tyrannen Tiberius gegenübergestellt.[26] Germanicus, der dem großen Vorbild seines Vaters Drusus nacheifert[27], besticht durch „ ...civile ingenium, mira comitas et diversa a Tiberii sermone vultu, adrogantibus et obscuris.[28] “1%. Bei seinen Truppen und Mitmenschen beliebt und durch eine überdurchschnittliche Begabung gesegnet, widmet sich Germanicus mit Eifer der ehrenvollen Aufgabe, die Niederlage des Varus zu rächen und Germanien zurückzuerobern.[29]

Tiberius hingegen beobachtet den Erfolg seines obersten Feldherrn mit wachsendem Misstrauen. Durch Feindseligkeit und Neid getrieben, gelingt es ihm nicht, die Sache über die Person zu stellen und das Vorgehen des Germanicus unvoreingenommen zu beurteilen.[30] Als Ursache seiner ablehnenden Gefühle nennt Tacitus die Befürchtung des Tiberius, „... Germanicus, in cuius manu tot legiones, immensa sociorum auxilia, mirus apud populum favor, habere imperium quam exspectare mallet.“[31]

Und mit zunehmendem Erfolg des Germanicus wächst auch der Wunsch des Princeps’, ihn vom germanischen Kriegsschauplatz zu entfernen, ihm so jede Möglichkeit zu nehmen, weiter an Einfluss zu gewinnen.[32] Darüber könnten auch die offiziellen Ehrungen, mit denen der Kaiser seinen Feldherrn auszeichnet, nicht hinwegtäuschen. So seien nicht nur die zahlreichen Würdigungen vor dem Senat und der Öffentlichkeit[33], sondern auch die Übertragung des Orientkommandos als Mittel des Kaisers zu verstehen, Germanicus an einer Weiterführung des Krieges zu hindern:

„Ceterum Tiberio haud ingratum accidit turbari res Orientis, ut ea specie Germanicum suetis legionibus abstraheret novisque provinciis impositum dolo simul et casibus obiectaret.“[34]

Je mehr die Zustimmung des Princeps nachlässt, desto leidenschaftlicher bemüht sich Germanicus einen schnellen Sieg in Germanien herbeizuführen.[35] Kurz bevor er sein Ziel erreicht, muss er sich jedoch dem drängenden Wunsch des Tiberius zum Abbruch des Feldzuges fügen.[36]

3. Kritische Bewertung der Darstellung des Tacitus

Dem Bericht des Tacitus folgend, handelt es sich bei der Abberufung des Germanicus also um eine Entscheidung, die einzig auf der Angst des Kaisers vor einem potentiellen Rivalen basiert. Durch Neid und Missgunst getrieben, entschließt sich Tiberius zum Abbruch eines ehrenvollen Krieges und damit für den bewussten Verzicht auf die Unterwerfung des rechtsrheinischen Germaniens.[37] Germanicus hingegen erscheint als tragische Heldenfigur. Er, der zugleich Initiator, Planer und Stratege der Feldzüge ist, zwingt seine Erfolge dem Widerstand des Tiberius ab und muss schließlich doch resignieren.[38]

Tacitus setzt damit einen deutlichen Schwerpunkt auf die seelische Innenseite seiner Protagonisten: Die von ihm genannten Gründe für die Abberufung des Germanicus sind ausschließlich persönlicher Natur. Über die politischen Ziele der römischen Führung oder sachliche Erwägungen, die für einen Abbruch des Krieges gesprochen haben könnten, erfährt der Leser hingegen nichts.[39]

Hinzu kommt, dass Tacitus’ Darstellung der Feldzüge durch individuelle Schwerpunktsetzungen und den Einfluss poetischer oder rhetorischer Darstellungsmomente gekennzeichnet ist. Diese lassen nicht selten Zweifel am Realitätsgehalt des Berichteten aufkommen.[40] Da es sich bei den Annalen außerdem um die einzige Quelle handelt, die sich ausführlich mit den Gründen für die Germanicus-Abberufung auseinandersetzt, wird eine Beurteilung der von Tacitus vorgebrachten Argumente zusätzlich erschwert.[41]

[...]


[1] Tac. ann. 2, 42

[2] Mit den Zielen der Feldzüge nach 9 n.Chr. werde ich mich in Punkt 5.3 meiner Arbeit genauer beschäftigen. Einführend dazu: Wolters, Reinhard: Römische Eroberung und Herrschaftsorganisation in Gallien und Germanien. Zur Entstehung der sogenannten Klientel-Randstaaten, Bochum 1990

[3] Vgl. Tac. ann. 1,3; 1,43; 2,13

[4] Vgl. Koestermann, Erich: Die Feldzüge des Germanicus 14 - 16 n.Chr., in: Historia 6 (1957), S. 429

[5] Vgl. Lehmann, Gustav Adolf: Das Ende der römischen Herrschaft über das „westelbische“ Germanien: Von der Varus-Ktastrophe zur Abberufung des Germanicus Caesar 16/7 n.Chr. in: ZPE 86 (1991), S. 87

[6] Vgl. hier Tac. ann. 2,42 (zum vorzeitigen Abbruch des Krieges), außerdem; Timpe, Dieter: Der Triumph des Germanicus. Untersuchungen zu den Feldzügen 14-16 n.Chr. in Germanien, Bonn 1968, S.53; Wolters (wie Anm. 2) 243-244

[7] Zwar fanden auch unter Caligula und Claudius Züge über den Rhein statt, diese fielen in ihrem Umfang aber wesentlich bescheidender aus. Vgl. hierzu u.a. Johne, K.-P.: Kommentar zu den Annalen des Tacitus, in: Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas III. Von Tacitus bis Ausonius. Hrsg. von Joachim Herrmann, S. 521; Timpe, Dieter: Der römische Verzicht auf die Okkupation Germaniens, in: Chiron 1 (1971), S.268; Simon, Hans-Günther: Eroberung und Verzicht. Die römische Politik in Germanien zwischen 12 v.Chr. und 16 n.Chr., in: Die Römer in Hessen, hg. v. Dietwulf Baatz und Fritz-Rudolf Herrmann, Stuttgart 1982, S. 57

[8] Vgl. Wolters, Reinhard: „Tam diu Germania vincitur“. Römische Germanensiege und Germanensieg­Propaganda bis zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr., Bochum 1989, S. 41

[9] Die Literatur zum Thema ist schier endlos. Ich werde mich deshalb im Folgenden auf die wichtigsten Werke seit 1950 beschränken. Eine Übersicht über den Ablauf der Germanicus-Feldzüge geben Christ, Karl: Drusus und Germanicus: der Eintritt der Römer in Germanien, Paderborn 1956 und Koestermann (wie Anm. 4). Grundlegend ist immer noch Timpe (wie Anm. 6). Dieser hat bedeutende Erkenntnisse zu den politischen Hintergründen und zur historischen Einordnung der Feldzüge geliefert. Aufschlussreich auch seine Arbeit zum römischen Verzicht auf Germanien (Timpe (wie Anm. 7)). Einen guten Überblick über die wichtigsten Zusammenhänge der Germanicus-Feldzüge gibt Wolters (wie Anm. 2 und 8). Mit dem Neufund der Tabula Siarensis konnten einige wichtige neue Erkenntnisse vor allem im Hinblick auf die Abberufung des Germanicus gewonnen werden. Hier war die Arbeit von Lebek,W.D.: Ehrenbogen und Prinzentod: 9 v.Chr.-23 n.Chr., in: ZPE 86 (1991), S. 47-78 bahnbrechend. Darauf basierend: Lehmann (wie Anm. 5).

[10] Eine ausführliche Analyse der die Germanicus-Feldzüge betreffenden Textstellen von Strabon, Velleius Paterculus und Cassius Dio liefert Timpe (wie Anm. 6)

[11] Strab., Geographie 7,1,4; Vell. Pat., Römische Geschichte 123,1 und 129,2; Suet., Kaiserbiographien, Caligula 1-3

[12] Z.B. Vell. Pat, Röm. Gesch. 129,2: „Quibuspraeceptis instructum Germanicum suum imbutumque rudimentis militiae secum actae domitorem recepit Germaniae! quibus iuventam eius exaggeravit honoribus, respondente cultu triumphi rerum, quas gesserat,..."

[13] Vgl. Wolters (wie Anm. 2) 244

[14] Strab. Geogr. 7,1,4

[15] Vgl. Schmitt, W.O., Hansen, G.Chr.: Kommentar zur Geographie des Strabon, in: Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas I. Von Homer bis Plutarch. Hrsg. von Joachim Herrmann, S. 514

[16] Cassius Dio, Römische Geschichte, 57,6,1 und 57,18,1

[17] „Germanicus hatte sich durch seinen Feldzug gegen die Germanen Ruhm erworben; er drang bis zum Ozean vor, brachte den Barbaren eine entscheidende Niederlage bei und ließ die Gebeine der mit Varus zusammen gefallenen Soldaten sammeln und beisetzen. Auch gewann er die Feldzeichen zurück(Dio, 57,18,1)

8 Vgl. Johne, K.-P., Johne, R.: Kommentar zur Römischen Geschichte des Cassius Dio, in: Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas III. Von Tacitus bis Ausonius. Hrsg. von Joachim Herrmann, S. 614

[19] Vgl. hier Timpe (wie Anm. 6) 9-15, der überzeugend nachweist, dass dem Bericht Dios ein historisches Urteil zugrunde liegt, das sich am Erfolg der Geschehnisse misst. Weniger überzeugend ist hingegen die Annahme, Dio folge einer Quelle, die die Germanicus-Feldzüge auslässt.

[20] Tac., ann. 1,31 -2,42

[21] Tac., ann. 1,51; 1,57; 2,18; 2,22; 2,25-26

[22] Tac., ann.1,63; 2,5-6

[23] Tac., ann. 1,70; 2,23-24

[24] Tacitus’ Einschätzung der Kriegssituation kurz vor Abbruch der Offensive ist in der Forschung stark umstritten. Seiner Beurteilung folgt u.a. Koestermann (wie Anm. 4) 465-466, der davon ausgeht, dass die Okkupation Germaniens durch ein weiteres Kriegsjahr hätte erreicht werden können. In der jüngeren Forschung hat sich jedoch zunehmend die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich die Lage für Rom keineswegs so günstig darstellte und ein schneller Erfolg in Germanien wahrscheinlich nicht im Bereich des möglichen lag. Vgl. dazu u.a. Johne (wie Anm. 7) 520, Wolters (wie Anm. 2) 244, Simon (wie Anm. 7) 57 und Timpe (wie Anm. 6) 53

[25] Tac., ann. 2,26

[26] Vgl. Lehmann (wie Anm. 5) 82

[27] Zur Vorbildfunktion des Drusus vgl. Tac. ann 1,43,3; 2,7-8

[28] Tac., ann. 1,33

[29] Vgl. Christ (wie Anm. 9) 66

[30] Als Beispiel sei hier die Reaktion des Tiberius auf die Bestattung der Gefallenen der Varus-Schlacht genannt: „ quod Tiberio haudprobatum, seu cuncta Germanici in deterius trahenti, sive exercitum imagine caesorum insepultorumque tardatum adproelia etformidolosiorem hostium credebat;...“ (Tac., ann. 1,62,2) Die durchaus nachvollziehbare Befürchtung des Tiberius, der Anblick der toten Kameraden könne den Kampfgeist des Heeres lähmen, wird durch die Vermutung des Tacitus überschattet, dass der Kaiser jede Maßnahme des Germanicus negativ beurteile. Persönliche Ressentiments lassen ihn die Situation nicht mehr angemessen bewerten. Wenig überzeugend ist hier Koestermann, der der Einschätzung des Tacitus erstaunlich undifferenziert folgt. Vgl. Koestermann (wie Anm. 4) 469-471

[31] Tac., ann. 1,7

[32] Im 2. Buch der Annalen wird Tiberius unterstellt, dass er bereits im Winter15/16 den Plan gehabt habe, G. von der Rheinfront zu entfernen. Tatsächlich fand seine Abberufung jedoch erst Ende des Jahres 16 statt. Vgl. dazu Johne (wie Anm. 7) 515, Timpe (wie Anm. 6) 73

[33] Tacitus zufolge ließ der Princeps die Leistungen des Germanicus trotz seiner persönlichen Ablehnung offiziell anerkennen, um Neid und Missgunst nicht öffentlich sichtbar zu werden zu lassen. Vgl dazu Tac., ann. 2,26. Insbesondere der Triumphentscheid wurde in der Absicht getroffen, Germanicus an einer Weiterführung des Krieges zu hindern. Ich werde mich in Punkt 5.2 meiner Arbeit genauer mit diesem Umstand beschäftigen. Ausführlich dazu: Timpe (wie Anm. 6)

[34] Tac., ann. 2,5,1

[35] Tac., ann. 2,5,2

[36] Tac., ann. 2,26

[37] Vgl. Lehmann (wie Anm. 5) 85

[38] Vgl. Timpe (wie Anm. 6) 21

[39] Timpe hat diesen Umstand explizit herausgearbeitet. Vgl. Timpe (wie Anm. 6) 5-6, Timpe (wie Anm. 7) 267­268

[40] Als Beispiel sei hier das Gespräch zwischen Arminius und Flavus genannt. Der Realitätsgehalt dieser Szene ist zweifelhaft. Vgl. Tac., ann. 2,9-10, außerdem Timpe (wie Anm. 6) 1-5

[41] Das Fehlen einer Parallelüberlieferung hatte zur Folge, dass die Sicht des Tacitus von großen Teilen der Forschung oftmals zu unkritisch übernommen wurde (vgl. hier u.a. Koestermann (wie Anm. 4)) Die Gegenmeinung kehrte die Tendenz des Tacitus dagegen ins Positive. Sie geht von einer überlegenen Kenntnis des Tiberius aus, der die Aussichtslosigkeit der Lage erkannt habe und den Rückzug befielt, da Germanien nicht zu erobern sei. Vgl dazu u.a. Timpe (wie Anm. 7), Kornemann, Ernst: Tiberius, Stuttgart 1960, S. 68-87. Zur Problematik der Forschung: Timpe (wie Anm. 7) 267-268

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Abberufung des Germanicus
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
HS Die Germanen und das Römische Reich
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V176537
ISBN (eBook)
9783640979196
ISBN (Buch)
9783640979547
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
abberufung, germanicus
Arbeit zitieren
Sonja Nadolny (Autor), 2007, Die Abberufung des Germanicus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176537

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