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Die Abberufung des Germanicus

Título: Die Abberufung des Germanicus

Trabajo , 2007 , 23 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Sonja Nadolny (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Am 26. Mai 17 wurde Germanicus Caesar mit einem Triumph „de Cheruscis Chattisque et Angrivariis quaeque aliae nationes usque ad Albim colunt“ geehrt. Dieser Triumph bildete den offiziellen Abschluss einer Reihe von Feldzügen im rechtsrheinischen Germanien, deren Ziele und Strategie entscheidend durch die Varus-Niederlage im Jahre 9 n.Chr. bestimmt worden waren. Die Schmach der Niederlage lastete schwer auf dem römischen Selbstbewusstsein und verlangte nach Rache. Umso bedeutender war ein erfolgreicher Abschluss der Feldzüge, der das Prestige der römischen Waffen vor den Germanen, anderen Völkern und der römischen Öffentlichkeit wiederherstellen sollte. Der Triumph des Germanicus über die Völker bis zur Elbe war damit ein weithin sichtbares Symbol der Stärke und des Stolzes Roms.
Über das tatsächliche Ergebnis der Feldzüge konnte er jedoch nicht lange hinwegtäuschen: Zwar konnten die Germanen in mehreren Schlachten besiegt und zwei der drei unter Varus verlorenen Legionsadler zurückgewonnen werden. Zum Zeitpunkt der Abberufung des Germanicus durch Tiberius konnte von einer Unterwerfung der Gegner im Gebiet bis zur Elbe jedoch keine Rede sein. Die triumphale Ehrung des Germanicus entsprach in keinster Weise dem, was wirklich erreicht worden war. So markiert das Ende der Germanicus-Feldzüge nicht etwa den Beginn einer römischen Herrschaft im rechtsrheinischen Germanien, sondern im Gegenteil die Aufgabe der offensiven Politik im Nordosten und den dauerhaften Rückzug Roms auf die Rheingrenze.
Die Fiktion eines besiegten Germaniens, die durch den Triumph heraufbeschworen wurde, überlebte den Tod des Germanicus nicht - dafür waren die tatsächlichen Verhältnisse zu offensichtlich. Es stellt sich also die Frage, warum der Kaiser seinen Feldherren abberief, bevor jener die Rückeroberung des rechtsrheinischen Gebietes abgeschlossen hatte? Die Paradoxie des Triumphs konnte schließlich nicht lange verborgen bleiben. Was waren also die Gründe für den Abbruch des Germanienkrieges?
Zwei Themenkomplexe sollen dabei im Zentrum meiner Betrachtung stehen: Zum einen wird nach den persönlichen Differenzen zwischen Tiberius und Germanicus zu fragen sein, die uns vor allem in der Darstellung des Tacitus als ausschlaggebendes Kriterium für den Abbruch der Feldzüge begegnen. In einem zweiten Schritt gilt es dann aufzuzeigen, welche etwaigen sachlichen und strategischen Überlegungen Grund für eine Abberufung gewesen sein können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Quellen

2.1 Strabon, Velleius Paterculus und Sueton

2.2 Cassius Dio

2.3 Tacitus

3. Kritische Bewertung der Darstellung des Tacitus

4. Der Brief des Tiberius

4.1 Die Erfüllung des Racheanspruchs

5. Die Kriegsführung des Tiberius und Germanicus im Vergleich

5.1 Die Feldzüge des Tiberius

5.2 Die Feldzüge des Germanicus unter dem Aspekt des consiliums

5.3 Verzicht auf Germanien?

6. Das Vermächtnis des Augustus

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und Beweggründe hinter der Abberufung des Feldherrn Germanicus durch den Kaiser Tiberius nach den Feldzügen in Germanien (14–16 n. Chr.). Dabei wird kritisch hinterfragt, ob die Darstellung des persönlichen Konflikts bei Tacitus die alleinige Ursache darstellt oder ob strategische sowie politische Erwägungen des Kaisers eine entscheidende Rolle spielten.

  • Analyse der antiken Quellenlage zu den Germanicus-Feldzügen.
  • Kritische Würdigung der Tacitus-Darstellung hinsichtlich ihrer Subjektivität.
  • Vergleich der Kriegsführungsstile von Tiberius (consilium) und Germanicus.
  • Untersuchung der Rolle des Augustus-Vermächtnisses für die Abbruch-Entscheidung.
  • Hinterfragen der "Rache für Varus" als politisches Instrument.

Auszug aus dem Buch

2.3 Tacitus

Erst Tacitus’ Bericht über die Feldzüge des Germanicus ermöglicht in dieser Frage ein weiterkommen. Die Annalen sind die bei weitem ausführlichste Quelle zu dieser Thematik und die einzige, die sich explizit mit den Gründen für Germanicus’ Abberufung auseinandersetzt.

Dabei geht Tacitus im Gegensatz zu Dio von einem insgesamt erfolgreichen Kriegsverlauf in Germanien aus. Dies ist ihm zufolge vor allem dem überragenden Können des obersten Feldherrn zu verdanken. Verluste an Truppen und Material werden zur Folge unglücklicher Umstände erklärt und dem Vermögen des Germanicus nicht angelastet. Trotz des günstigen Kriegsverlaufs zeigt sich der Kaiser mit der Entwicklung jedoch nicht einverstanden. Die Entscheidung zum Abbruch des Krieges fällt in einer denkbar ungünstigen Situation:

“nec dubium habebatur labare hostes petendaeque pacis consilia sumere, et si proxima aestas adiceretur, posse bellum patrari. sed crebris epistulis Tiberius monebat, rediret ad decretum triumphum:”

Obwohl die Unterwerfung Germaniens also unmittelbar bevor steht, fordert der Princeps seinen obersten Feldherrn zur Rückkehr nach Rom auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Feldzüge des Germanicus und die Fragestellung nach den Gründen seiner Abberufung durch Tiberius.

2. Die Quellen: Untersuchung der zeitgenössischen Überlieferungen durch Strabon, Velleius Paterculus, Sueton, Cassius Dio und Tacitus.

3. Kritische Bewertung der Darstellung des Tacitus: Hinterfragen der einseitigen, auf persönlichen Konflikten basierenden Darstellung des Tacitus.

4. Der Brief des Tiberius: Analyse einer zentralen Primärquelle, die Tiberius' Sichtweise und seine sachliche Begründung für den Abbruch darlegt.

5. Die Kriegsführung des Tiberius und Germanicus im Vergleich: Gegenüberstellung der militärischen Strategien, insbesondere das Konzept des consiliums.

6. Das Vermächtnis des Augustus: Untersuchung, inwiefern die testamentarischen Vorstellungen des Augustus als Rechtfertigung für den Abbruch dienten.

7. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse: Der Abbruch war eine strategische Entscheidung, die durch persönliche Differenzen und abweichende Kriegsführungskonzepte überlagert wurde.

Schlüsselwörter

Germanicus, Tiberius, Tacitus, Varus-Niederlage, Germanien-Feldzüge, consilium, Racheanspruch, Rheingrenze, Augustus, politische Strategie, Abberufung, römische Geschichte, Militärgeschichte, Arminius, Tabula Siarensis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Hintergründe der Abberufung von Germanicus durch Tiberius und prüft, ob die in der Literatur oft betonte persönliche Feindseligkeit die alleinige Ursache für den Abbruch des Krieges war.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die antike Quellenauswertung, der Vergleich verschiedener militärischer Strategien und die politische Rhetorik Roms nach der Varus-Niederlage.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, ein differenzierteres Bild der Abbruchs-Entscheidung zu zeichnen, indem strategische Erwägungen des Tiberius gegen die subjektive Erzählweise des Tacitus abgewogen werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische historische Analyse, die verschiedene antike Textstellen im Kontext moderner Forschungsergebnisse interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Quellenauswertung, dem Vergleich der Kriegsführungsstile (insbesondere des "consilium"-Konzepts) und dem Einfluss politischer Vorgaben des Augustus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Germanicus, Tiberius, Tacitus, Racheanspruch, consilium, Rheingrenze und Strategie.

Welche Rolle spielt der Begriff "consilium" in der Arbeit?

Das "consilium" bezeichnet eine durch geistige Überlegenheit und militärische Vernunft geprägte Kriegsführung, die Tiberius als Maßstab für seine eigene Strategie und als Kritikpunkt an Germanicus' Vorgehen nutzte.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Tacitus?

Der Autor stuft die Darstellung des Tacitus als subjektiv und einseitig ein, da dieser Tiberius als Tyrannen darstellt, wodurch strategische Gründe für den Abbruch in den Hintergrund treten.

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Detalles

Título
Die Abberufung des Germanicus
Universidad
Technical University of Berlin  (Institut für Geschichte)
Curso
HS Die Germanen und das Römische Reich
Calificación
1,0
Autor
Sonja Nadolny (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
23
No. de catálogo
V176537
ISBN (Ebook)
9783640979196
ISBN (Libro)
9783640979547
Idioma
Alemán
Etiqueta
abberufung germanicus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sonja Nadolny (Autor), 2007, Die Abberufung des Germanicus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176537
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