Computer, Internet und Co. sind mittlerweile nicht nur in fast jedem Haushalt selbstverständlich, sondern für den einen oder anderen sogar lebensnotwendig geworden. Wenn der Einzelne soviel Zeit in der virtuellen Welt verbringt erscheint es da nur logisch diesen Bereich auch endlich für die didaktische (Weiter-)Bildung zu nutzen. Diese Arbeit wird sich daher skizzenhaft mit der historischen Entwicklung der medialen Weiterbildung beschäftigen, diese jedoch auf Grund des vorgegebenen Umfangs dieser Ausarbeitung nicht allzu sehr vertiefen. Stattdessen soll darauf eingegangen werden, was E-Learning ausmacht, welche Voraussetzungen nötig sind und welche Erfolge sich Lehrende und Lernende von Lernprogrammen versprechen. Folgende Fragen sollen dabei den Kern dieser Hausarbeit bilden:
1. Was ist Web-Didaktik?
2. Wo wird E-Learning eingesetzt? (Betriebe, Hochschulen etc.)
3. Welche Bedeutung hat Bildungsmarketing für E-Learning?
Ist Web-Didaktik nun ein eigenständiger Begriff, der in den letzten Jahren geprägt wurde oder versteht sie sich als Teil der Allgemeinen Didaktik? Auch soll nicht ungeklärt bleiben worum es sich dabei in Grundzügen überhaupt handelt. Die zweite Frage soll nicht nur theoretisch erfasst werden, sondern u.a. mit Hilfe zweier Beispiele aus der Praxis erläutert werden, die den Einsatz und Nutzen von E-Learning-Programmen verdeutlichen. Die letzte Frage behandelt einen kleinen Exkurs und zielt auf die Notwendigkeit von Marketingstrategien in der Bildung ab. Sind diese grundsätzlich von Bedeutung oder „vermarkten“ sich mediale Bildungsprogramme von alleine? Wie würde dann ein solches Bildungsmarketing überhaupt aussehen und umgesetzt werden?
Im Verlauf dieser Arbeit sollen diese Fragen in ausreichenden Umfang geklärt und beantwortet werden. Weitere Ausführungen zu den einzelnen Punkten, die Themen eigenständiger Hausarbeiten sein könnten, würden den Rahmen der Ausarbeitung überschreiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Entwicklung des virtuellen Lernens
2.1 Lernen am Rechner
2.2 Lernen mit und im Internet
3. Web-Didaktik: Eine spezifische Form der Allgemeinen Didaktik
3.1 Stoff- und lerndidaktische Ansätze
4. E-Learning in der betrieblichen Weiterbildung
4.1 Nachteile des betrieblichen E-Learning
5. E-Learning an Hochschulen
5.1 "Die virtuelle Uni"
5.2 Bespielhafte Umsetzung von E-Learning an der Uni Bielefeld
6. Bildungsmarketing
6.1Betriebsinternes Bildungsmarketing
7. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Anwendung von E-Learning sowie Web-Didaktik im Kontext betrieblicher und hochschulischer Bildung. Ziel ist es, den Status quo dieser Lernformen zu beleuchten, die didaktischen Herausforderungen zu identifizieren und die Rolle des Bildungsmarketings bei der Implementierung digitaler Lernangebote kritisch zu hinterfragen.
- Historische Entwicklung des virtuellen Lernens
- Web-Didaktik als spezifische Disziplin der Allgemeinen Didaktik
- Einsatzmöglichkeiten und Praxisbeispiele für E-Learning
- Herausforderungen und Vorteile in Betrieben und an Hochschulen
- Bedeutung und Instrumente des Bildungsmarketings
Auszug aus dem Buch
4. E-Learning in der betrieblichen Weiterbildung
Nicht nur im privaten Bereich werden neue Medien wie das beispielsweise gerade erwähnte Internet immer häufiger zu einem unverzichtbaren Accessoire. Auch in den Betrieben hat es längst Einzug gehalten. Es erleichtert verschiedenste Arbeitsprozesse und fördert eine unkomplizierte, schnelle und weltweite Kommunikation. Die Arbeitnehmer „arbeiten räumlich verteilt, ebenfalls häufig in einem internationalen Umfeld“ (Seufert 2001, S. 23). Daher ist es nur eine logische Konsequenz, wenn das Internet, bzw. der PC generell als Medium für die berufliche Weiterbildung genutzt wird. Laut Christiane Schiersmann ist E-Learning „ein Sammelbegriff für die Unterstützung von Lernprozessen durch elektronische Medien“ und ersetzt gerade in größeren Unternehmen bereits häufig klassische Lern-Lehr-Situationen wie Seminare, Fortbildungen und Frontalunterricht. Doch wie kann man sich E-Learning vorstellen?
An dieser Stelle soll ein Beispiel aus der Praxis anführen, wie E-Learning bei einem der größten deutschen Sozialversicherungsanbieter praktiziert wird. Natürlich handelt es sich dabei nur um eine mögliche Variante: Die Mitarbeiter werden regelmäßig in zweiwöchigen Seminaren an der betriebseigenen Akademie geschult. Da zwischen den Lehrgängen häufig mehrere Monate liegen, wurde eigens ein Computerprogramm entwickelt, auf das die Mitarbeiter Zugriff vom Arbeitsplatz aus haben. Dort gibt es verschiedene Programme zu den erlernten Themen wie zum Beispiel „Pflegerecht“, „Arbeitslosenversicherung“ oder „Studentische Versicherung“. Jeder Mitarbeiter hat so die Möglichkeit zu reflektieren und sich noch einmal vertiefend mit den Inhalten zu beschäftigen. Neben Texten sind dort auch Anschauungsbespiele, fiktive Fälle und Literaturhinweise zu finden. Fühlt man sich fachlich sicher, können die einzelnen Module mit einem Abschlusstest abgeschlossen werden. Besteht man den Test, bekommt man Zertifikat, welches den Nachweis über das Absolvieren des Lernmoduls bildet. Für Auszubildende sind die Module Pflicht und werden anschließend von den Dozenten der Akademie Korrektur gelesen und bewertet. Dazu werden wöchentlich zwei Arbeitsstunden vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt, die dem reinen Selbststudium dienen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die wachsende Bedeutung digitaler Medien für die Weiterbildung und definiert die Leitfragen der Arbeit, die sich mit der Definition von Web-Didaktik, Anwendungsbereichen und der Rolle des Marketings beschäftigen.
2. Historische Entwicklung des virtuellen Lernens: Dieses Kapitel betrachtet die Anfänge des computergestützten Lernens von den ersten Großrechner-Programmen in den 1950er Jahren bis hin zur globalen Vernetzung durch das Internet.
3. Web-Didaktik: Eine spezifische Form der Allgemeinen Didaktik: Hier wird Web-Didaktik als eigenständige Form der Didaktik verortet, die sich auf systematische Navigation und die Transformation allgemeiner didaktischer Prinzipien in den digitalen Raum konzentriert.
4. E-Learning in der betrieblichen Weiterbildung: Das Kapitel analysiert den Nutzen elektronischer Medien für die berufliche Qualifizierung anhand eines Praxisbeispiels aus der Sozialversicherungsbranche und diskutiert notwendige Rahmenbedingungen.
5. E-Learning an Hochschulen: Hier wird die Diskrepanz zwischen der Etablierung von E-Learning in der Wirtschaft und der eher skeptischen Haltung an Hochschulen beleuchtet, illustriert durch Beispiele der Universität Bielefeld.
6. Bildungsmarketing: Dieses Kapitel erörtert die Notwendigkeit von Marketingstrategien für Bildungsangebote, um deren Bekanntheitsgrad und Akzeptanz durch gezielte Instrumente wie den Marketing-Mix zu steigern.
7. Schlussteil: Der Schlussteil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die persönliche Einschätzung der Autorin hinsichtlich der Zukunftsaussichten von E-Learning und Web-Didaktik.
Schlüsselwörter
E-Learning, Web-Didaktik, Weiterbildung, Bildungsmarketing, virtuelle Universität, Lernplattform, digitale Medien, betriebliche Weiterbildung, Medientechnik, Didaktik, Lernsoftware, Online-Lernen, Marketing-Mix, Wissensvermittlung, Selbststudium.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss des Internets auf die mediale Weiterbildung und analysiert, wie E-Learning und Web-Didaktik in verschiedenen Bildungskontexten eingesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des E-Learnings, den fachdidaktischen Anforderungen im Web, der betrieblichen Implementierung sowie der Bedeutung von Marketingstrategien für Bildungsprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Beantwortung der Fragen, was Web-Didaktik definiert, wo E-Learning erfolgreich eingesetzt wird und welche Rolle Bildungsmarketing zur Förderung dieser Angebote spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und ergänzt diese durch praxisorientierte Fallbeispiele aus Unternehmen und dem Hochschulwesen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Web-Didaktik, die Analyse betrieblicher E-Learning-Systeme, die Herausforderungen an Universitäten sowie Strategien des Bildungsmarketings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind E-Learning, Web-Didaktik, Bildungsmarketing, betriebliche Weiterbildung und virtuelle Lernumgebungen.
Warum gibt es an Universitäten Vorbehalte gegenüber E-Learning?
Die Arbeit stellt fest, dass Studierende den persönlichen Kontakt und die unmittelbare Kommunikation im Präsenzstudium schätzen, weshalb E-Learning an Hochschulen oft nur als ergänzendes Zusatzangebot akzeptiert wird.
Welche Rolle spielt das Bildungsmarketing in Unternehmen?
Da nicht alle Mitarbeiter über vorhandene digitale Lernangebote informiert sind, dient das Marketing dazu, die Weiterbildung als Produkt zu positionieren und sicherzustellen, dass die Beschäftigten die Plattformen tatsächlich aktiv nutzen.
Wie werden die vier Marketinginstrumente im Bildungswesen angewendet?
Sie umfassen die Kommunikations-, Distributions-, Produkt- und Preispolitik, um das Lernangebot strukturiert zu planen und für alle Unternehmensebenen transparent zu machen.
Welches Fazit zieht die Autorin zur Zukunft von E-Learning?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass trotz anfänglicher Kosten und technischer Hürden die Vorteile überwiegen und sich das "Zeitalter medialer Weiterbildungsangebote" in der Zukunft weiter festigen wird.
- Arbeit zitieren
- Manuela Drews (Autor:in), 2011, Mediale Weiterbildung: Web-Didaktik und E-Learning, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176656