Diese Hausarbeit untersucht die symbolische und dramaturgische Funktion der Rosenkränze in Heinrich von Kleists Trauerspiel „Penthesilea“. Als zentrale Requisiten des Dramas stehen die Rosenkränze im Spannungsfeld von Liebe und Gewalt. Die Analyse zeigt, wie Kleist diese Ambivalenz gezielt für die Figurenkonstellation und die Entwicklung der tragischen Handlung nutzt.
Im Mittelpunkt stehen der 14. und 15. Auftritt des Dramas. Während das gemeinsame Flechten der Rosenkränze durch Penthesilea und Prothoe zunächst die freundschaftliche Verbundenheit der beiden Amazonen versinnbildlicht, verändert sich ihre Bedeutung bei der anschließenden Bekränzung Achilles’: Der Rosenkranz wird zugleich zum Zeichen der Vermählung und zum Instrument der Fesselung und Machtausübung. Darüber hinaus wird untersucht, welche dramaturgische Funktion dem Requisit zukommt und inwiefern die Bekränzung einen entscheidenden Wendepunkt der Tragödie markiert.
Abschließend richtet sich der Blick auf die Aufführungspraxis. Anhand einer „Penthesilea“-Inszenierung des Goetheanum aus dem Jahr 2020 wird analysiert, wie die Rosenkränze auf der Bühne in Form von mit Rosen besetzten Seilen umgesetzt werden und welche neuen Bedeutungsebenen sich aus dieser veränderten materiellen Gestaltung und Verwendung des Requisits ergeben.
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- Lejla Azapagic (Auteur), 2024, Penthesileas Rosenkränze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1766650