Heute gehen Schätzungen allein für Deutschland von 3,8 Millionen Anglern aus.1
Arlinghaus
zufolge
beträgt
der
gesamtwirtschaftliche
Nutzen
ihrer
Freizeitbeschäftigung über 6,4 Milliarden Euro pro Jahr und übersteigt denjenigen der
berufsmäßigen Binnenfischerei damit um ein Vielfaches. Von direkt mit der
Freizeitangelei zusammenhängenden Bereichen wie Futtermittelproduktion, Herstellung
von Angelgeräten, Angelreisen oder Angelzeitschriften hängen bis zu 52000
Arbeitsplätze ab.2 Neben den für die Angelei wichtigen Ausrüstungsgegenständen,
Futtermitteln und Ködern gibt es auf dem Markt auch eine Vielzahl an verschiedenen
Angelfilmen und Angelvideos. In dieser Arbeit werde ich auf verschiedene Angelvideos
eingehen, darunter auf die Fernsehshow "Fish'n'Fun", einen Film über Angeln in
Norwegen und einen Film über das Angeln auf Zander. Dabei werde ich sowohl die
Darstellung der Tiere – in diesem Fall natürlich in erster Linie Fische – als auch die
Inszenierung ihres Fangs analysieren und versuchen, diese zu den Entwicklungen des
Jagdsports und der Trophäenjagd mit der Kamera in Verbindung zu setzen. Außerdem
werde ich auf Widersprüche zwischen dem von Anglerverbänden transportierten Bild
waidgerechter Angelfischerei und deren medialer Verarbeitung hinweisen (z.B. Catch &
Release).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Jagd, Freizeit und Fotografie
3. Angelfischerei als Freizeitbeschäftigung
4. Angelvideos: "Herbst & Winter Zander"
4.1 Mensch, Tier und Natur in "Herbst & Winter Zander"
5. Angelvideos: "Norwegen – Der Film für Meeresangler"
5.1 Mensch, Tier und Natur in "Norwegen – Der Film für Meeresangler"
6. Angelvideos: "Fish'n'Fun – Die Angelshow"
6.1 Mensch, Tier und Natur in "Fish'n'Fun – Die Angelshow"
7. Darstellung von Anglern, Fisch und Umgebung - Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Widersprüche
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die mediale Inszenierung von Anglern, Fischen und deren Umgebung in ausgewählten Dokumentationen und TV-Formaten. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der Darstellung einer waidgerechten Angelfischerei und der tatsächlichen medialen Praxis sowie die Rolle des Fisches als Beuteobjekt vs. Nahrungsmittel zu untersuchen.
- Mediale Repräsentation von Angelfischerei
- Waidgerechtigkeit im medialen Kontext
- Die Inszenierung des "Catch & Release"
- Angeln als Freizeit- und Trophäenjagd
- Spannungsfeld zwischen Naturerlebnis und anglerischer Leistungsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
4. Angelvideos: "Herbst & Winter Zander"
"Herbst & Winter Zander" ist der zweite Teil einer Dokumentation über das Fischen auf Zander von und mit Dietmar Isaiasch. Im Verlauf des 149 Minuten umfassenden Films (die angegebene Laufzeit von 120 Minuten scheint nicht verlässlich) stellt Isaiasch dem aus der Familie der Barschartigen stammenden Raubfisch während der kalten Jahreszeit nach, wobei verschiedene Methoden und Wassertypen sowie die Besonderheiten des Fangs im Winter thematisiert werden. Neben dem Zeigen und Erläutern verschiedener Techniken und Köder werden auch Angelvorgang und Fang der Fische ausgiebig gezeigt.
Den größten Anteil von ca. 45 Minuten nimmt das Angeln vom Boot aus auf dem holländischen Haringsvliet ein. Weitere Wassertypen, die behandelt werden, sind Baggerseen und Schifffahrtskanäle, auf welche mit knapp fünf und knapp 15 Minuten indessen weit weniger Zeit entfällt. In diesen Fällen werden die Gewässer und ihre Lage nicht namentlich erwähnt; ein befischter Ort ist jedoch als die Borgerijensebrug über den holländischen Merwedekanal zu erkennen. Jeweils nach Abhandlung eines Angelgebietes werden andere, für das Angeln relevante Themen behandelt: Die Wahl des richtigen Köders (ca. 13 min) die der richtigen Angelrute (ca. 10 min) und, abschließend, das Wetter. Diese ergänzen den schon durch die konsequente, detaillierte Erläuterung von Angeltechniken während des Angels selbst gegebenen Charakter einer "Fanganleitung", welcher "Herbst & Winter Zander" entscheidend prägt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung: Einführung in die ökonomische und soziale Bedeutung der Angelfischerei sowie Definition der Forschungsinteressen im Bereich der medialen Darstellung.
2. Jagd, Freizeit und Fotografie: Historische Herleitung des Begriffs Jagd und die Entwicklung von der Nahrungsbeschaffung hin zur modernen Freizeitjagd und Bildjagd.
3. Angelfischerei als Freizeitbeschäftigung: Untersuchung der historischen Wurzeln des Angelns als Freizeitbeschäftigung und Gegenüberstellung des Selbstverständnisses der Sportfischer mit aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen.
4. Angelvideos: "Herbst & Winter Zander": Analyse einer spezifischen Dokumentation hinsichtlich der technischen Anleitung und der Inszenierung des Raubfischfangs im Winter.
4.1 Mensch, Tier und Natur in "Herbst & Winter Zander": Vertiefende Betrachtung der filmischen Gestaltungselemente und des Verhältnisses von Angler zu Natur in der genannten Dokumentation.
5. Angelvideos: "Norwegen – Der Film für Meeresangler": Beschreibung eines maritimen Angelformates und dessen Fokus auf Meeresangelreviere sowie die Rolle des Naturerlebnisses.
5.1 Mensch, Tier und Natur in "Norwegen – Der Film für Meeresangler": Untersuchung der dramaturgischen Schwerpunkte und der Darstellung des Fischfangs als touristisches Erlebnis.
6. Angelvideos: "Fish'n'Fun – Die Angelshow": Analyse der Reality-TV-Sendung als Wettbewerbsformat mit Fokus auf die didaktische Komponente und anglerische Demonstration.
6.1 Mensch, Tier und Natur in "Fish'n'Fun – Die Angelshow": Reflexion über die Rollenverteilung zwischen Profi-Anglern, Kochnische und der medialen Inszenierung des Wettbewerbscharakters.
7. Darstellung von Anglern, Fisch und Umgebung - Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Widersprüche: Synthese der Analyseergebnisse und kritische Diskussion der Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der medialen Darstellung.
Schlüsselwörter
Angelfischerei, Medienanalyse, Sportfischerei, Dokumentation, Waidgerechtigkeit, Catch & Release, Freizeitjagd, Inszenierung, Naturnutzung, Raubfisch, Fisch als Beute, Angeltourismus, audiovisuelle Medien, Tierschutzgesetz, Sportwettbewerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der medialen Aufarbeitung des Angelsports in verschiedenen Formaten, von Dokumentationen bis hin zu Reality-TV, und hinterfragt dabei das Selbstbild der Angler.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Freizeitjagd, die mediale Inszenierung des Fischfangs und die Spannung zwischen Tierschutzvorgaben und anglerischer Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Angeln in Medien dargestellt wird und welche Widersprüche zwischen waidgerechtem Anspruch und der gezeigten Praxis (z.B. "Catch & Release") bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienanalytische Untersuchung, die das Bildmaterial und die begleitende Narration der ausgewählten Filme systematisch auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert drei verschiedene Fallbeispiele – "Herbst & Winter Zander", "Norwegen – Der Film für Meeresangler" und "Fish'n'Fun" – im Hinblick auf deren spezifische Inszenierungsformen von Mensch, Tier und Natur.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Angelfischerei, mediale Inszenierung, Waidgerechtigkeit, Freizeitjagd und das Verhältnis von Mensch zu Tier im Kontext des Sports.
Wie wird das Konzept "Catch & Release" in den analysierten Filmen thematisiert?
Das Konzept wird oft als Normalfall inszeniert, wobei der Fisch nach dem Fang und einer fotographischen Dokumentation lebend zurückgesetzt wird, was im Widerspruch zu strengen Tierschutzinterpretationen steht.
Welche Rolle spielt die Küche im Kontext der analysierten Angelshows?
Die Kulinarik dient oft als separates Element, das zwar die Nutzung des Fisches als Nahrungsmittel suggeriert, aber in den Filmen häufig von der eigentlichen Fanghandlung und der Trophäenjagd entkoppelt bleibt.
- Arbeit zitieren
- Lennart Riepenhusen (Autor:in), 2011, Darstellung von Fisch, Angler und Natur in ausgewählten Angelvideos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176684