Google hat die dritte Revolution der Informationstechnologie eingeleitet. Nachdem IBM mithilfe von Großrechnern die moderne Datenverarbeitung für Unternehmen nutzbar gemacht und Microsoft mit dem Personal Computer Rechenleistung auch privaten Haushalten ermöglicht hat, hat Google die Art und Weise der Informationsbeschaffung mittels des Internets revolutioniert. Dank einer wegweisenden Suchtechnologie konnte Google als erster Anbieter verlässlich Suchergebnisse nach ihrer Relevanz für den Nutzer sortieren und stellte ihm das notwendige Werkzeug zur Verfügung, um die großen Informationsportale zu verlassen und das World Wide Web nach eigenem Belieben zu durchstreifen.
Seine Dominanz als Informationsvermittler und Zugangstor zum Internet erlaubt es dem Unternehmen, Konsumenten genau dann Werbung zu präsentieren, wenn diese hierfür am empfänglichsten sind. Googles kontextbasiertes Werbesystem bedient nicht nur täglich Hunderte an Millionen Zugriffen des Suchdienstes, sondern auch die Anzeigenflä-chen tausender Partnerseiten des AdSense-Netzwerkes. Dabei baut Google die Reichweite seiner Marketinglösungen anhand neuer Partnerschaften sukzessive aus und erhöht durch stetige Sammlung von Nutzerdaten deren Präzision. Das Ergebnis sind regelmäßige Rekordgewinne, in 2010 zuletzt 8,5 Milliarden US-Dollar nach Steuern.
Diese wissenschaftliche Arbeit soll dem Leser verdeutlichen, wie aus dem ehemaligen Start-Up, trotz Konkurrenz finanzstarker und etablierter Unternehmen wie Microsoft oder Yahoo, in weniger als einem Jahrzehnt ein Weltkonzern werden konnte, der weite Teile des Internets kontrolliert. Es wird erläutert, auf welchen Produkten und Kernkompetenzen Googles aktueller Erfolg fußt und wie seine zukünftige medienübergreifende Rolle als Informationsdienstleister und Werbeanbieter manifestiert werden soll. Ferner wird dem Leser ein Einblick in die Vorgehensweise von Googles Datenspeicherung und dessen Missbrauchspotenzial gewährt und auch die wichtigsten Problemfelder, Konkurrenten und Widersacher von Googles Zukunftsplänen werden offengelegt. Eine Bewertung von Googles Zukunftschancen erfolgt anhand der Darstellung der Wettbewerbssituation, insbesondere mittels genauer Betrachtung der bedeutendsten Konkurrenten. Auch Bedrohungspotenziale für das eigene Unternehmensimage werden aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Chronik und wirtschaftliche Bedeutung Googles
2.1 Gründung und Aufstieg
2.1.1 Grundlegende Philosophie
2.1.2 Anfangsfinanzierung und Börsengang
2.1.3 Wachstum und Marktanteile
2.2 Googles Stärken und Alleinstellungsmerkmale
2.2.1 Unternehmensimage und Markenwert
2.2.2 Strategische Partnerschaften
2.2.3 Technologischer Vorsprung
2.3 Suchmaschinenmarketing
2.3.1 Wirtschaftliche Bedeutung und Sanktionen
2.3.2 Suchmaschinenoptimierung
2.3.3 Suchmaschinen-Spamming
3 Produkte, Kernkompetenzen und Unternehmensprofil
3.1 Zentrale Produkte des Unternehmens
3.1.1 Marketinglösungen
3.1.2 Geoinformationsdienste
3.1.3 Personalisierte Dienste
3.1.4 Google Books und Google Scholar
3.2 Kernkompetenzen
3.2.1 Kurze Entwicklungs- und Testphasen
3.2.2 Stetige Imageförderung
3.2.3 Personalarbeit
3.2.4 Die Googleware
3.3 Politik und Strategie
3.3.1 Unternehmenskultur – „Don’t be evil“
3.3.2 Übernahmen und Akquisitionen
3.3.3 Datenspeicherung
4 Neue Geschäftsfelder und Zukunftspläne
4.1 Googles Eintritt in die mobile Kommunikation
4.1.1 Wachstumschancen und Hindernisse
4.1.2 Die Vernetzung der Dritten Welt – Konsortium O3B
4.2 Einstieg in den Bereich der klassischen Medien
4.2.1 IPTV als Zukunftsformat
4.2.2 Chancen bezüglich Rundfunk und Printmedien
4.3 Positionierung im Gesundheitswesen
4.3.1 Die persönliche Krankenakte – Google Health
4.3.2 Beteiligung an Unternehmen der DNA-Forschung
4.4 Cloud Computing – Software aus der Steckdose
4.4.1 Angriff auf Microsoft
4.4.2 Konkurrenz mit Amazon
4.4.3 Google Wave
5 Streitpunkte, Herausforderungen und Missbrauchsgefahren
5.1 Rechtliche Hindernisse
5.1.1 Europäische Union
5.1.2 Problemfall China
5.2 Gefährdung der Unternehmensidentität
5.2.1 Image-Fehlschläge
5.2.2 Entwicklung klassischer Unternehmensstrukturen
5.3 Die Datenkrake – „Google is watching you“
5.3.1 Datenintegrität und Missbrauchspotenzial
5.3.2 User-Tracking und Cookies
5.3.3 Fehlende Datenschutzsensibilität
5.4 Weitere Konkurrenten und Widersacher
5.4.1 Konkurrenzsituation zu Ebay
5.4.2 Soziale Netzwerke – Platzhirsch Facebook
5.4.3 Antwort auf Groupon und Twitter – Google Buzz
5.4.4 Abschaffung der Netzneutralität
5.4.5 Medienkonzerne
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung von Google von einer innovativen Suchmaschine zu einem umfassenden Informations- und Werbekonzern. Dabei wird analysiert, auf welchen Kernkompetenzen und Strategien der Erfolg des Unternehmens basiert, welche neuen Geschäftsfelder Google erschließt und welchen Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf Datenschutz und Wettbewerb, sich der Konzern gegenübersieht.
- Die historische Entwicklung und der wirtschaftliche Aufstieg von Google.
- Die Analyse der zentralen Produkte sowie der technologischen Kernkompetenzen (Googleware).
- Die Strategien zur Expansion in neue Geschäftsfelder wie Mobilfunk, klassische Medien und Gesundheitswesen.
- Die kritische Auseinandersetzung mit den Themen Datenspeicherung, Privatsphäre und Unternehmensethik.
- Die Untersuchung der Wettbewerbssituation mit globalen Konkurrenten wie Microsoft, Amazon und Facebook.
Auszug aus dem Buch
3.1 Zentrale Produkte des Unternehmens
Googles Produktportfolio ist darauf ausgerichtet, langfristig die Dominanz des Unternehmens als Suchmaschinenanbieter sicherzustellen. Als Fundament des eigenen Werbenetzwerkes rund um die einträglichen Marketinglösungen AdWords und AdSense besitzt es für Google die gleiche Bedeutung wie Microsofts Stellung bei PC-Betriebssystemen und Office-Produkten. Alle kostenlosen Internetdienste unterliegen der Problematik, dass der nächste Konkurrent nur einen Mausklick entfernt ist, weshalb die Unternehmensführung Googles bemüht ist, das eigene Internetangebot um eine stetig wachsende Anzahl an Ergänzungsdiensten auszubauen.
Es besteht die Absicht, Google zum einen durch einzigartige Dienste wie Google Maps oder Google Books klar von den Konkurrenten abzugrenzen und ein unverwechselbares Profil zu schaffen. Zum anderen litt der Internetgigant aus Mountain View bisher unter einer fehlenden Kundenbindung, da die Suchmaschine anonym genutzt werden kann. Yahoo und Microsoft konnten seit jeher durch ihre Dominanz im Bereich kostenloser E-Mail-Konten ihre Nutzer eindeutig identifizieren, da sie sich für die Verwendung der webbasierten Kontoverwaltung anmelden mussten. Anmeldepflichtige Dienste stellen eine höhere Wechselbarriere dar, da die Ergebnisse der mit dem entsprechenden Dienst vorgenommenen Tätigkeiten bei einem Anbieterwechsel verloren gingen. Produkte wie IGoogle, GMail und Google News sollen diese Lücke schließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Aufstieg Googles zum Technologiegiganten und stellt die Forschungsfrage zur Entwicklung, Strategie und den damit verbundenen Herausforderungen des Unternehmens.
2 Chronik und wirtschaftliche Bedeutung Googles: Dieses Kapitel behandelt die Gründung, den Aufstieg, die Alleinstellungsmerkmale und das Suchmaschinenmarketing von Google.
3 Produkte, Kernkompetenzen und Unternehmensprofil: Hier werden die zentralen Produkte, die technologischen Stärken, die Unternehmenskultur sowie die Strategien für Wachstum und Akquisitionen analysiert.
4 Neue Geschäftsfelder und Zukunftspläne: Das Kapitel erläutert Googles Expansion in die mobile Kommunikation, klassische Medien, das Gesundheitswesen und Cloud Computing.
5 Streitpunkte, Herausforderungen und Missbrauchsgefahren: Dieser Abschnitt thematisiert rechtliche Hindernisse, Gefahren für die Unternehmensidentität, die Datenspeicherung sowie die Konkurrenzsituation mit anderen Marktführern.
6 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Entwicklung des Konzerns zusammen und kritisiert die potenziellen Risiken der Diversifizierung sowie die Abhängigkeit von Datenmonopolen.
Schlüsselwörter
Google, Suchmaschine, Internet, Werbung, Daten, Datenschutz, Cloud Computing, Marketing, Suchmaschinenoptimierung, Technologie, Unternehmensstrategie, Marktanteile, Innovation, Nutzerprofil, Wettbewerb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Transformation von Google von einer Suchmaschine zu einem globalen Informations- und Werbegiganten sowie die damit verbundenen strategischen Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind Googles Geschäftsmodell, die Expansion in neue Technologiefelder wie mobiles Internet und Cloud Computing sowie die kritische Debatte um Datenschutz und Marktmacht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Google aus einem Start-up zu einem Weltkonzern wurde und wie das Unternehmen seine Zukunftschancen und Bedrohungspotenziale bewertet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literatur- und Analysearbeit, die Unternehmensstrategien, Marktdaten und Wettbewerbssituationen im IT-Sektor untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit Googles Produkten, Kernkompetenzen, neuen Geschäftsfeldern, Rechtsfragen und den Auseinandersetzungen mit Wettbewerbern wie Microsoft und Facebook.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den Schlüsselwörtern zählen insbesondere Google, Datenspeicherung, Cloud Computing, Suchmaschinenoptimierung, Nutzer-Tracking und Unternehmensethik.
Welche Bedeutung hat das Konzept der „Googleware“ für den Konzern?
Die Googleware, also die firmeneigene IT-Infrastruktur, ist als technologische Kernkompetenz der entscheidende Wettbewerbsvorteil, da sie kostengünstige Skalierbarkeit und Data-Mining ermöglicht.
Warum wird die Datenspeicherung von Google als kritisch bewertet?
Kritisiert wird das Missbrauchspotenzial der umfangreichen Nutzerprofile, die Google nicht nur für Werbezwecke, sondern potenziell auch für staatliche oder wirtschaftliche Interessen interessant und damit datenschutzrechtlich bedenklich machen.
- Citation du texte
- Johannes Wilhelm Eßer (Auteur), 2011, Der stille Datensammler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176704