Die vorliegende Arbeit entstand im Rahmen einer Lehrveranstaltung zu Gotischen Portalen in Frankreich. Untersucht werden die zentralen Westportale der Kathedrale Notre-Dame in Senlis (um 1165–1170) und der Stiftskirche Notre-Dame in Mantes-la-Jolie (zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts). Beide Portale markieren einen epochalen Wandel in der französischen Portalplastik der Frühgotik: Die traditionellen Darstellungen des Jüngsten Gerichts werden durch neuartige, reine Marienzyklen abgelöst.
Im Mittelpunkt der Betrachtung steht ein Vergleich der mariologischen Reliefs der Portale: Tod und Auferstehung Mariens, Triumph und Krönung Mariens sowie die rahmende Ikonografie. Trotz der stilistischen und motivischen Verwandtschaft ist keines der Portale ein bloßes Abbild des anderen. Während Mantes in der Nähe von zeitgenössischen theologischen Quellen bleibt, entwickelt Senlis ein hochgradig verdichtetes, theologisch fortschrittliches Programm der Präfiguration und des triumphalen Beieinanders von Christus und Maria.
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- Ben Schröder (Auteur), 2025, Braut, Mutter, Königin. Die Mariendarstellungen an den zentralen Westportalen in Senlis und Mantes-la-Jolie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1767825