Der Autor ist Unterrichts- und Schulentwickler und beschreibt einen möglichen Prozessverlauf der Entwicklung eines schulischen Leseförderkonzeptes und berücksichtigt dabei die gängige Vorgangsweise der Schulentwicklungsberatung sowie die Erfordernisse einer umfassenden Leseförderung im erweiterten Sinn.
Eine Checkliste zur Bilanzierung des Status quo am Standort und ein Arbeitsblatt zur Selbsterfahrung von unzureichender Lesekompetenz bilden den Anhang der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Motivation
3. Zielsetzung
4. Zielgruppe
5. Ablauf (Übersicht)
6. Ist-Analyse
7. Diagnose
8. Entwicklung einer Vision der lesefördernden Schule
9. Organisation eines Plenartages
10. Sensibilisierung durch Problembegegnung
11. Dialog über Fächergrenzen hinweg
12. Mission Statement
13. Eröffnungsbilanz
14. Begegnung mit Modellen und Good Practice
15. Strukturierung
16. Stärkung der Expertise
17. Modellerarbeitung und Programmentwicklung
18. Kick off
19. Das Konzept in der Praxis
20. Die Stunde der Wahrheit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein strukturiertes Konzept zur Implementierung einer schulischen Lesekultur an Standorten der Sekundarstufe 1 zu entwickeln, wobei der Schwerpunkt auf der eigenständigen Organisation und Steuerung des Schulentwicklungsprozesses durch das Lehrerkollegium liegt.
- Systematische Prozessabläufe zur schulinternen Leseförderung
- Methoden der kollegialen Zusammenarbeit und Teamentwicklung
- Diagnose und Evaluation von Lesekompetenz und Lesemotivation
- Verzahnung von fachdidaktischer Expertise mit schulorganisatorischen Strukturen
Auszug aus dem Buch
11. Dialog über Fächergrenzen hinweg
In nächsten Programmpunkt des Plenartages wird ein World-Café (nach Juanita Brown und David Isaacs) zur schulischen Leseförderung durchgeführt.
Das World-Café ist eine Dialog- und Workshop-Methode, die für Gruppengrößen ab 12 Teilnehmer/innen geeignet scheint. Mit einem World-Café sollen Menschen miteinander in ein konstruktives Gespräch gebracht werden. Es geht darum, in Veränderungsprozessen möglichst viele Beteiligte zu Wort kommen zu lassen und ihnen so Mitwirkung und Engagement zu ermöglichen. Der Ansatz des World-Cafés unterstützt Selbstentwicklung und Selbststeuerung und fördert die Selbstorganisation. Die Gespräche finden in einer entspannten Kaffeehaus-Atmosphäre statt und haben das Ziel, gemeinsames Wissen und kollektive Intelligenz sichtbar zu machen, um so neue Perspektiven, Denkweisen und Handlungsoptionen zu entwickeln (Wikipedia 2010).
Die Teilnehmer/innen sitzen im Raum verteilt an Tischen mit vier oder fünf Personen. Die Tische sind mit weißen, beschreibbaren Papiertischdecken und Stiften belegt. Ein/e Moderator/in führt als Gastgeber/in zu Beginn in die Methode ein und erläutert Ablauf und Regeln. Im weiteren Verlauf werden zwei oder drei unterschiedliche Fragen in aufeinander folgenden Gesprächsrunden an allen Tischen bearbeitet. Zwischen den Gesprächsrunden mischen sich die Gruppen neu. Nur die Gastgeber bleiben an einem Tisch: Sie begrüßen neue Gäste, fassen das vorhergehende Gespräch kurz zusammen und bringen ein neues in Gang.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Analyse der aktuellen Situation der Leseförderung an Schulen der Sekundarstufe 1 und Identifikation von Defiziten in der Umsetzung.
2. Motivation: Reflexion über die bisherige Tätigkeit des Verfassers als Unterrichtsentwickler und die Notwendigkeit evaluierter Maßnahmen.
3. Zielsetzung: Beschreibung des Ziels, Kollegien bei der systematischen Erarbeitung und Vereinbarung schulischer Leseförderkonzepte zu begleiten.
4. Zielgruppe: Definition der Zielgruppe als Kollegien von Schulen der Sekundarstufe 1.
5. Ablauf (Übersicht): Darstellung des geplanten Prozessmodells in Anlehnung an Schratz (2003).
6. Ist-Analyse: Vorgehensweise zur Bilanzierung vorhandener Elemente der Leseförderung am Standort durch eine Proponent/innengruppe.
7. Diagnose: Methoden der Bewertung, wie z.B. die SWOT-Analyse, zur Identifikation von Stärken und Schwächen.
8. Entwicklung einer Vision der lesefördernden Schule: Anleitung zur Zielformulierung unter Verwendung der SMART-Kriterien.
9. Organisation eines Plenartages: Checkliste für die erfolgreiche Planung und Durchführung eines zentralen Schulentwicklungstages.
10. Sensibilisierung durch Problembegegnung: Vorstellung von Instrumenten zur Selbsterfahrung von Leseschwierigkeiten.
11. Dialog über Fächergrenzen hinweg: Erläuterung der World-Café-Methode als Instrument für den konstruktiven Austausch.
12. Mission Statement: Empfehlungen zur Formulierung eines Leitsatzes für den Schulentwicklungsprozess.
13. Eröffnungsbilanz: Diskussion der Diagnoseergebnisse im Plenum und Umgang mit auftretendem Widerstand.
14. Begegnung mit Modellen und Good Practice: Vorstellung von Lesefördermodellen zur Erweiterung des kollegialen Wissens.
15. Strukturierung: Installierung einer Steuergruppe und Bildung fachbezogener Arbeitsgruppen.
16. Stärkung der Expertise: Maßnahmen zur Professionalisierung der Lehrkräfte im Bereich Lesepädagogik.
17. Modellerarbeitung und Programmentwicklung: Konkretes Planen von Einzelmaßnahmen für den Fachunterricht.
18. Kick off: Formeller Beschluss des Leseförderkonzepts als Bekenntnis des Lehrkörpers.
19. Das Konzept in der Praxis: Koordinierung der Umsetzung und Motivationserhaltung im Kollegium.
20. Die Stunde der Wahrheit: Methoden der Evaluation zur Überprüfung der Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Leseförderung, Sekundarstufe 1, Schulentwicklung, Prozessablauf, Lesekultur, World-Café, SMART-Ziele, SWOT-Analyse, Steuergruppe, Lesekompetenz, Lesemotivation, Projektmanagement, Unterrichtsentwicklung, Evaluation, Lehrerfortbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die systematische Planung und Einführung eines schulweiten Konzepts zur Leseförderung in der Sekundarstufe 1.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Ist-Analyse des Standorts, die Formulierung einer Vision, die Strukturierung von Arbeitsgruppen und die nachhaltige Implementierung von Lesestrategien in den Fachunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Kollegien zu befähigen, den Schulentwicklungsprozess im Bereich der Leseförderung weitgehend selbst zu organisieren und zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden Ansätze aus der Schulentwicklungsberatung (z.B. nach Schratz), Projektmanagement-Methoden (SMART) und kooperative Dialogformate wie das World-Café angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Phasen: von der Bestandsaufnahme über die Diagnose, die Sensibilisierung des Kollegiums, die Bildungsarbeit in Gruppen bis hin zur Evaluation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Leseförderkonzept, Prozessbegleitung, Schulkultur, Steuergruppe und Evaluation bestimmt.
Wie kann der Widerstand des Kollegiums bei solchen Veränderungsprozessen abgefedert werden?
Der Autor betont, dass Widerstand minimiert wird, wenn Entscheidungen partizipativ getroffen werden, die Beteiligung gestärkt wird und der Prozess durch offene Kommunikation transparent bleibt.
Welche Rolle spielt die Steuergruppe innerhalb des beschriebenen Modells?
Die Steuergruppe fungiert als zentrales Koordinationsorgan, das den Konzeptentwurf erarbeitet, Ressourcen verwaltet und die fachbezogenen Arbeitsgruppen unterstützt.
- Arbeit zitieren
- Raimund Senn (Autor:in), 2011, Wie bringen wir das Lesen in die Schule?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176794