Computer als Unterstützungsmittel im Fremdsprachenunterricht

Computer im Unterricht


Magisterarbeit, 2009
70 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Computer als Kommunikationsmedium
1.1. Zwischenmenschliche Kommunikation und ihre Arten
1.1.1. Verbale Kommunikation
1.1.2. Nonverbale Kommunikation
1.2. Kommunikationsmöglichkeiten mit Hilfe des Computers
1.2.1. E-Mail
1.2.2. Internetforen
1.2.3. Chatrooms

2. Computergestützte Schulung rezeptiver und produktiver Fertigkeiten
2.1. Einübung rezeptiver Fertigkeiten
2.1.1. Hörverstehen
2.1.2. Leseverstehen
2.2. Aneignung produktiver Fertigkeiten
2.2.1. Sprechen
2.2.2. Schreiben

3. Praktischer Einsatz des Computers im Fremdsprachenunterricht
3.1. Computer ohne Internetanschluss
3.1.1. Technologiegestützte Übungen
3.1.2. Lexika und Wörterbücher
3.2. Computer mit Internetanschluss
3.2.1. E-Mail-Projekte
3.2.2. WWW-Seiten

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einleitung

In der heutigen Welt entwickeln sich die technischen und elektronischen Medien sehr schnell, deshalb ist es so wichtig, deren Bedienung den Kindern schon in der Schule beizubringen versuchen. Der Computer spielt heute eine sehr wichtige Rolle in unserem Leben. Mit seinen zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten können wir sehr viele Sachen erledigen, was noch ein paar Jahre früher unmöglich wäre. Er gewinnt ständig an Bedeutung, deshalb versuchen wir, seine Rolle als Unterstützungsmittel im Fremdsprachenunterricht in der vorliegenden Arbeit zu erörtern.

Die Medien wie Computer oder Internet haben einen enormen Einfluss sowohl auf das Alltagsleben des Menschen als auch auf das Fremdsprachenlernen. Was das alltägliche Leben anbelangt, ist die zwischenmenschliche Kommunikation immer wichtiger und deshalb versuchen die Menschen, immer neuere und noch schnellere Technologien dazu zu verwenden. Den Menschen werden heutzutage auch sehr viele Informationen geliefert, vor allem mittels verschiedener Medien, deshalb müssen sie auch lernen, mit ihnen umzugehen und sie richtig aufzunehmen.

Im ersten Kapitel wollen wir die zwischenmenschliche Kommunikation im Allgemeinen darstellen. Wir erörtern, was die verbale und die nonverbale Kommunikation bedeutet und welchen Einfluss sie auf unser Leben ausübt und erklären, wie sie abläuft und welche Bedingungen dabei erfüllt werden sollen. Wir beleuchten auch genauer die Rolle des Senders und des Empfängers, wozu wir unter anderem das Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun anwenden. Hier wollen wir auch die Rolle des Computers in der fremdsprachlichen Kommunikation beschreiben, deshalb erwähnen wir die Möglichkeiten des Einsatzes dieses Mediums und erörtern, wie oft es angewendet wird und in welchem Grade es unser Leben und unsere Verhaltensweise beeinflusst.

Das zweite Kapitel widmen wir der computergestützten Schulung rezeptiver und produktiver Fertigkeiten. Zuerst skizzieren wir die oben erwähnten Fertigkeiten im Allgemeinen, um dann zur Praxis überzugehen. Wir führen konkrete Beispiele der Aufgaben an, die zur Entwicklung einzelner Fertigkeiten beitragen. Es werden Beispiele von Übungen sowohl zur Sprachrezeption als auch -produktion angegeben. Hier nennen wir auch Aufgabenmöglichkeiten zum Hör- und Leseverstehen sowie zum Sprechen und Schreiben.

Im letzten Kapitel wollen wir die praktische Seite des Computereinsatzes in den Fremdsprachenunterricht darlegen. Zuerst erörtern wir die Typen der Arbeit mit dem Computer, wir sagen also, was Begriffe „offline“ und „online“ bedeuten. Es werden auch Merkmale genannt, die die Computerarbeit charakterisieren und Tipps gegeben, wie dieses Medium im Unterricht angemessen angewendet wird. Danach wollen wir Beispiele von Programmen, Wörterbüchern, Übungen und anderen praktischen Gebrauchsmöglichkeiten darstellen, die nur mit Hilfe des Computer für den Unterricht nutzbar werden können.

1. Computer als Kommunikationsmedium

In diesem Kapitel der Arbeit erklären wir die Rolle des Computers als Kommunikationsmediums. Wir erwähnen auch, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die traditionelle „Face-to-Face“ Kommunikation und die digitale Kommunikation hat.

Bei der zwischenmenschlichen Kommunikation spielen die Interaktionen zwischen den Gesprächspartnern sehr große Rolle. Das Kommunizieren umfasst sowohl den schriftlichen als auch den mündlichen Informationenaustausch. Außer den verbalen Mitteilungen generieren und empfangen die kommunizierenden Personen auch nonverbale Mitteilungen (Hankała 2004:18, nach Geiger/Bradac 2001).

Die Kommunikation mit Hilfe des Computers läuft am häufigsten auf der wörtlichen oder eher textlichen Ebene ab. Möglich ist es auch, dass die Gesprächspartner einander sehen und auf das Verhalten der Anderen reagieren. Das geschieht z. B. im Falle der Videokonferenzen. Bei dieser Form der Kommunikation haben wir also mit der Situation zu tun, die der im normalen Leben, also in den „Face-to-Face“ Interaktionen, ähnlich ist (ebd.).

Laut Spears (2001) kann die Kommunikation mit Hilfe des Computernetzes die Interaktion verarmen. Es geht vor allem darum, dass Computer sehr großen Teil der nonverbalen Informationen filtriert, mit denen wir im Falle der unmittelbaren Interaktionen zu tun haben. Diese Informationen sind sehr wichtig für die Entwicklung der Interaktion, weil sie die von den Gesprächspartnern erlebten Emotionen und Gefühle beweisen und informieren, welche Stellung sie in der Gesellschaft haben (Hankała 2004:19, nach Argyle 1999).

Wie wir schon erwähnt haben, kann die digitale Kommunikation die zwischenmenschlichen Interaktionen verarmen aber sie bietet auch Möglichkeiten an, die in den direkten Kontakten unerreichbar sind. Das sog. kalte Vorbild der nonverbalen Aktivität muss nicht unbedingt die Abneigung des Einen dem Anderen gegenüber bedeuten. Nicht selten ist es Ausdruck solcher Charaktermerkmale und Zustände, wie: Sozialphobie, geringes Selbstwertgefühl oder Angst (Hankała 2004:20). Diese Art der Kommunikation, im Vergleich zu anderen Medien und auch zu der „Face-to-Face“ Interaktion, bezieht sich nicht so stark auf gesellschaftliche und soziale Stellung.

Die Wirksamkeit der Kommunikation per Computer und Internet, den anderen Formen der Kommunikation gegenübergestellt, hängt von der Art und den Zielen der Interaktion ab. Das Kommunizieren mit Hilfe des Computers eignet sich eher für routinemäßige und formale Erkenntnisaufgaben. Andere „reichere“ Informationsmittel dagegen, wie Telefon oder Interaktionen von Angesicht zu Angesicht, eignen sich für gesellschaftliche Aufgaben, die die Menschen emotional engagieren (Hankała 2004:20, nach Spears 2001).

Was die Anwendung des Computers als Kommunikationsmediums im Fremdsprachenunterricht anbelang, ermöglicht er einen sehr schnellen zwischenmenschlichen Informationsaustausch, der mit Hilfe einer für die kommunizierenden Personen gemeinsamen Sprache stattfindet. Viele Lernende erblicken in dem Leistungspotenzial dieses Mediums Werkzeug zum Fremdsprachenlernen, weshalb es so wichtig ist, diese informatische Technologie zu verwenden (Gajek 2002:10).

Nachdem wir die zwischenmenschliche Kommunikation mit Hilfe des Computers im Allgemeinen dargelegt haben, wollen wir in weiteren Teilen dieses Kapitels den Begriff „Kommunikation“ und ihre Arten näher beleuchten. Dazu verwenden wir unter anderem
die 5 Axiome von Paul Watzlawick und das 4-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun. Am Ende stellen wir konkrete Möglichkeiten der Kommunikation per Computer und Internet dar.

1.1. Zwischenmenschliche Kommunikation und ihre Arten

Die Kommunikation ist ein sehr komplexer Prozess, der uns in fast allen Lebenssituationen begleitet, deshalb ist es schwierig, diesen Begriff auf Grund einer konkreten Definition eindeutig zu erklären. Nach Heinz Bonfadelli (2001:22) ist die zwischenmenschliche Kommunikation eine Art des sozialen Handelns, die in Bezug auf das Denken, Fühlen und Handeln der Anderen stattfindet. Laut der freien Enzyklopädie Wikipedia ist die interpersonelle Kommunikation als Teil des aufeinander bezogenen Handelns zweier oder mehrerer Personen zu verstehen.[1] Der Enzyklopädie Microsoft Encarta zufolge ist die Kommunikation eine Form der Übermittlung und des Empfangens von Gedanken, Gefühlen, Informationen und Nachrichten.[2] Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick hat eine Kommunikationstheorie entwickelt, die sich auf 5 Axiome stützt. Sie sind Basis für eine funktionierende Kommunikation und die Verletzung dieser Regeln kann zu den Störungen in der interpersonellen Kommunikation führen (Watzlawick u.a. 1967:53 ff.). Jetzt nennen und beschreiben wir diese Axiome:

- Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren.

Sowohl wenn wir etwas sagen, als auch wenn wir schweigen, läuft immer die Kommunikation ab. Alle unsere Gesten, Mimik und Körperhaltung haben Mitteilungscharakter und bilden die zwischenmenschliche Kommunikation. Diese Faktoren haben Einfluss auf Andere. Sie reagieren auf diese Kommunikationsmitteilungen und kommunizieren damit selbst.

- Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt.

Wenn wir kommunizieren, enthält unsere Mitteilung nicht nur einen Inhalt, sondern auch weitere Informationen, die unser Verhältnis zum Gesprächspartner zeigen. Derartig drückt der Sender aus, wie er zum Empfänger steht.

- Jede Kommunikation enthält in der unterschiedlichen Sicht verschiedener Gesprächspartner eine Struktur, die als Interpunktion einer Ereignisabfolge erscheint.

Die Verhaltensweise einer Person kann das Verhalten einer anderen beeinflussen und umgekehrt. In dieser Situation hat die eine Person den Eindruck, dass ihr Verhalten nur Reaktion auf das der anderen ist und dadurch entsteht ein gewisser Teufelskreis.

- Jede menschliche Kommunikation kann in digitaler und analoger Weise erfolgen.

Im Falle der digitalen Form der Kommunikation ist die Mitteilung in Zeichen kodiert und die Bedeutung dieser Information ist eindeutig. Dazu gibt es noch feste Regelung, wie der Empfänger die Zeichen dekodieren soll. Die analoge Kommunikation erlaubt dagegen nur eine indirekte und ungefähre Darstellung. Außerdem fehlen Regeln, die erläutern könnten, wie der Empfänger die ihm gelieferte Information entschlüsseln soll.

- Die Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder auf Unterschiedlichkeit beruht.

Bei der symmetrischen Beziehung versuchen die Gesprächspartner Rangunterschiede zwischen ihnen zu reduzieren, außerdem reden beide Personen genauso viel. Wir können also sagen, dass sie sich zueinander sozusagen spiegelbildlich verhalten. Im Falle der komplementären Kommunikation haben wir mit einem Ergänzungsverhältnis zwischen den Gesprächspartnern zu tun. Diese Form treffen wir oft im Schulalltag, vor allem, wenn der Lehrer einen Frontalunterricht durchführt. In dieser Situation redet er am meisten und die Schüler schweigen.

In diesem Abschnitt wollen wir noch das 4-Seiten-Modell (auch SABS-Modell, Nachrichtenquadrat, 4-Ohren-Model oder Kommunikationsquadrat genannt) von Friedemann Schulz von Thun darstellen (1981:25 ff.). Folgendes Modell zeigt die Mehrschichtigkeit einer menschlichen Aussage:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: 4-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun.[3]

Das obige Modell ist eine graphische Darstellung der Kommunikationstheorie, die die sog. vier Ebenen der zwischenmenschlichen Kommunikation beinhaltet. Wenn es sich um die genauere Erörterung dieser Ebenen handelt, kann sie aus der Sicht des Senders folgendermaßen aussehen:

- Sachebene

Auf der Sachebene werden Fakten, Daten und Sachverhalte vom Sender vermittelt. Diese Informationen soll er klar und verständlich an den Empfänger richten.

- Beziehungsseite

Auf dieser Seite kommt zum Ausdruck, was der Sender von dem Empfänger hält und wie er zu ihm steht. Abhängig davon, wie er ihn anspricht, drückt er Respekt, Wertschätzung, Gleichgültigkeit o.ä. aus.

- Appellseite

Der Sender, wenn er sich äußert, versucht etwas bei dem Empfänger zu erreichen. Dieser Versuch kann eine mehr oder weniger offene Bitte bzw. eine verdeckte Manipulation sein.

- Selbstkundgabe

In jeder Mitteilung stecken auch Informationen über den Sender. Er zeigt seine echten Gefühle und Empfindungen und das, was er von sich selbst preisgeben kann.

Wenn wir dieses Modell seitens des Empfängers analysieren möchten, können wir folgende Merkmale unterscheiden:

- Sach-Ohr

Mit Hilfe dieses Ohres prüft der Empfänger, ob die Nachricht die Kriterien der Wahrheit, der Relevanz und der Hinlänglichkeit erfüllt.

- Beziehungs-Ohr

Abhängig davon, welche Botschaft im Beziehungs-Ohr des Adressaten ankommt, fühlt er sich respektiert und akzeptiert bzw. bevormundet und herabgesetzt.

- Appell-Ohr

Auf diesem Ohr stellt sich der Empfänger die Frage: „Was soll ich jetzt denken, machen oder fühlen?“

- Selbstoffenbarungs-Ohr

Mit Hilfe des Selbstoffenbarungs-Ohres erfährt der Empfänger, mit wem er zu tun hat. Er bekommt Informationen, die der Sender, explizit oder implizit, über sich preisgibt.

In diesem Teil der Ausführungen haben wir uns mit dem Begriff der zwischenmenschlichen Kommunikation beschäftigt. Wir versuchten ihn auf Grund ein paar Quellen zu definieren. Dann haben wir erwähnt, welchen Einfluss die Kommunikation auf das Alltagsleben des Menschen ausübt. Des Weiteren haben wir die 5 Axiome von Paul Watzlawick genannt und das 4-Seiten-Modell von Friedemann Schultz von Thun dargestellt und analysiert.

1.1.1. Verbale Kommunikation

In diesem Teil der Erörterungen wollen wir die Bedeutung und die Rolle der verbalen Kommunikation im menschlichen Leben erklären. Wir erwähnen auch, welche Faktoren sie beeinflusst. Laut dem Kommunikationswissenschaftler Podgórecki (2000) ist die verbale Kommunikation Austausch von Informationen mit Hilfe der Sprache, d. h. eines lautlichen oder graphischen Zeichensystems. Walters (2002:67) deutet darauf hin, dass von allen von uns vermittelten Signalen, unsere Stimme nur etwa 20 Prozent sendet, was hoch konzentrierte Information enthält, deshalb müssen wir wissen, dass der Empfänger sich vor allem auf unsere Aussage konzentriert. Die verbale Kommunikation wird von ihm in drei Kategorien gegliedert: Stimmqualität, Klarheit der Äußerung und sprachlicher Inhalt (ebd.:68). Wenn wir mitzubekommen versuchen, wie diese Faktoren einerseits unabhängig voneinander funktionieren und andererseits zusammenspielen, erhalten wir wertvolle Informationen über den Sender.

Angenommen, dass wir die verbale Kommunikation genau analysieren wollen, dürfen wir auf keinen Fall die Distanzzonen außer Acht lassen. Es gibt unausgesprochene Regeln, die wir beachten müssen, wenn wir mit Anderen in Kontakt kommen wollen und sie sagen uns, welcher Abstand zu dem Gesprächspartner richtig ist. Die einzelnen Distanzzonen dienen dazu, den Gesprächspartner und seine Absichten kennen zu lernen. Bei einem persönlichen Kontakt mit dem Anderen hängen sie davon ab, wie wir mit diesem konkreten Menschen vertraut sind. Da dies von größerer Bedeutung ist, wollen wir die einzelnen Distanzzonen nennen und kurz darstellen (Püttjer/Schnierda 2001:99):

- die intime Zone (bis 0,4 m),
- die persönliche Zone (0,4 m bis 1,5 m),
- die soziale Zone (1,5 m bis 4 m),
- die öffentliche Zone (ab 4 m).

Den Zugang zu der intimen Distanzzone haben nur Personen, die wir sehr gut kennen und denen wir vertrauen können, wie Familie oder nahe Freunde. Das unerlaubte Eindringen in diese Zone kann als Angriff wahrgenommen werden und Ablehnung oder auch in einigen Fällen Aggression auslösen.

In die persönliche Distanzzone können nur Menschen, die wir gut kennen, hineinkommen. Im Falle dieser Zone ist beispielsweise der Handschlag als eine Form der Begrüßung erlaubt.

In der sozialen Zone wird der öffentliche Kontakt mit Personen, die wir weniger oder sogar nicht kennen, als angenehm empfunden. Innerhalb dieser Distanzzone ist der visuelle Kontakt nötig, weil das der einzige Kontakt ist, den wir in diesem Moment haben.

Was die letzte, öffentliche Distanzzone betrifft, hat sie auf Umgang mit Kollegen und bekannten Personen keinen Einfluss. Sie wahren wir zu den Menschen, die im Interesse der Öffentlichkeit stehen, wie Professoren oder Politiker.

Die verbale Art der Kommunikation teilen wir in laut- und schriftsprachliche Kommunikation. Wenn wir kommunizieren, schalten wir verschiedene Kanäle ein, durch die das Gesprochene (im Falle der lautsprachlichen Kommunikation) oder das Geschriebene (im Falle der schriftsprachlichen Kommunikation) übermittelt wird. Wenn es um die Lautsprache geht, bedeutet hier das Sprechen einen Kodierungsprozess, wobei das Gesprochene das Resultat dieses Prozesses ist. Es geht vom Sender aus, dann wird durch den akustisch-auditiven Kanal übertragen und letztens an den Empfänger gerichtet, bei dem der Dekodierungsprozess und nämlich das Hören beginnt (Szczodrowski 2001:103). Laut Grochowski (1984:63) ist das Sprechen eine aktive kommunikative Fertigkeit, die dem Kodierungsprozess und der Sprachproduktion entspricht. Das Hören ist dagegen eine passive Fertigkeit, während deren der Dekodierungsprozess abläuft. Neuf-Münkel (1991:52) zeigt, dass wir den Sprechprozess der Kommunikation nicht gleichsetzen können. Der Empfänger muss nämlich die an ihn gerichtete Nachricht verstehen, andernfalls ist diese Nachricht nur eine Information. Nur wenn sich die beiden Seiten verstehen, können wir Kommunikation Kommunikation nennen.

Oben haben wir die lautsprachliche Kommunikation beschrieben und jetzt gehen wir zum weiteren Punkt und nämlich zur schriftsprachlichen Kommunikation über. Laut Szczodrowski (2001:79 ff.) geht die sprachliche Substanz mit dem optisch-visuellen Kanal einher. Dieser Kanal wirkt mit dem akustisch-auditiven Kanal zusammen, der während der lautsprachlichen Kommunikation aktiviert wird. Das Schreiben ist, ähnlich wie das Sprechen, eine produktive Fertigkeit, weil wir dabei auch mit der Sprachproduktion zu tun haben. Der Sender kodiert seine Nachricht in Zeichen und sendet sie an den Empfänger. Die verschlüsselte Information wird durch den früher erwähnten optisch-visuellen Kanal übertragen und dann vom Empfänger entschlüsselt.

1.1.2. Nonverbale Kommunikation

Diesen Abschnitt fangen wir mit den Worten Senecas, eines römischen Philosophen, an: „Deine Miene spricht aus, was auch immer Du verheimlichst.“[4] Jede unsere Miene, jede unsere Geste aber auch Körperhaltung sagt viel mehr von uns und von unseren ehrlichen Gedanken als unsere Worte. Watzlawick (1967:53) hat darauf schon in seinem ersten Axiom hingedeutet. Laut ihm kommunizieren wir in jeder Situation, sogar auch wenn wir schweigen. Unser Körper und unsere Bewegungen „sprechen“ für uns aber in nonverbaler Form. Bierach (1990:5) hat darauf hingewiesen, wie wichtig die nonverbale Kommunikation im menschlichen Leben ist und gesagt, dass ca. 55 Prozent unserer Gedanken und Gefühle durch Mimik, Gestik und Körperhaltung ausgedrückt werden. Die Wirkung der von uns geäußerten Botschaften auf den Empfänger hängt also vor allem von unserer Körpersprache ab, wobei die Aussage und ihr Inhalt von geringerer Bedeutung sind.

Des Weiteren wollen wir uns mit den Aspekten dieser Form der Kommunikation wie Mimik, Gestik und Körpersprache beschäftigen. Davor erörtern wir noch das „Flaschenhalsmodell“ (Keidel 1967). Dieses Modell schildert nicht nur die Menge der Informationen, die durch Sinnesorgane einfließen, sondern auch die Art und Weise deren Verarbeitung und Äußerung.

Das sog. Flaschenhalsmodell stellt die durch die Sinnesorgane einfließende Informationsmenge bildlich dar. Es macht uns sichtbar, wie viele Nachrichten wir von unserer Umwelt aufnehmen, wie all dies eingeschränkt wird und wie viel wir von dem Aufgenommenen und Verarbeiteten äußern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Das „Flaschenhalsmodell“ der Wahrnehmung. (Keidel 1967)

Aus der obigen Graphik geht hervor, dass uns unsere Umwelt sehr viele Nachrichten liefert, die durch das Ohr, Auge oder Haut wahrgenommen werden. Diese Informationen werden ferner durch unbewusste Auswahl und Vorverarbeitung reduziert, wonach sie erneut angereichert werden. Nach dieser Anreicherung findet das Output statt, wo all die Informationen durch Sprache, Mimik oder Motorik geäußert werden.

Wenn wir die nonverbale Kommunikation ausführlicher analysieren wollen, sollen wir von den Untersuchungen Bierachs (1996:6) ausgehen, der Mimik, Gestik und Körpersprache nennt. Durch Mimik drücken wir vor allem unsere Emotionen aus, die Bewegungen unserer Gesichtsmuskeln können die Einstellung zu dem Geäußerten oder zu dem Gesprächspartner ausdrücken. Unser Gesicht zeigt am schnellsten, wann wir zufrieden, müde, traurig oder geärgert sind. Das Gesicht ist das erste Anzeichen der Interesse bzw. Desinteresse am Gespräch, es zeigt, ob der Empfänger der von uns gelieferten Informationen mit uns weiter sprechen möchte, oder ob er das aufhören will.

Unter dem Begriff „Gestik“ sind alle Hand- und Fußzeichen zu verstehen, die zur Unterstreichung von verbalen Äußerungen dienen.[5] Aus diesem Grund kann Gestik nur beschränkt als nonverbal bezeichnet werden, weil sie sowohl zeitlich als auch räumlich zusammen mit der verbalen Kommunikation stattfindet. Die Bewegungen unserer Hände und Füße ergänzen das von uns Gesagte, sie drücken dabei aus, ob uns ein Thema wichtig erscheint oder nicht. Von Bedeutung ist hier auch beispielsweise die Höhe, auf der sich in einem gewissen Moment unsere Hände befinden. Wenn die dabei zu beachtenden Regeln verletzt werden, kann zugleich zur Verletzung des Gesprächspartners oder zu Missverständnissen kommen.

Das Letzte, was zu erörtern gilt, ist die Körpersprache. Sie kann nämlich von all den oben erwähnten Elementen gebildet werden. Die Gesamtheit unserer Gesten und der Bewegungen unserer Gesichtsmuskeln, die Art und Weise, auf die wir sitzen und wie viel Raum wir beanspruchen, bilden die Körpersprache. Hier kann sie auch der Ausdruck unserer Emotionen oder der Einstellung zum Thema bzw. zu den Gesprächspartnern sein. Des Öfteren verrät sie aber den seelischen Zustand einer Person, obwohl sie das nicht will. Es kommt dazu, weil nicht jeder seine Körperhaltung zu kontrollieren weiß. Die Empfänger bemerken ohne Probleme, wenn der Sender an das Gesprächsthema nicht interessiert ist oder umgekehrt, wenn es seine Aufmerksamkeit erregt. Ähnlich sieht das aus, wenn der Sender jemanden oder das von ihm Gesagte ablehnt bzw. akzeptiert.

In der (fremdsprachlichen) zwischenmenschlichen Kommunikation sind sowohl ihre verbalen als auch nonverbalen Aspekte von Bedeutung. Die Distanzzonen oder die Körpersprache sind Merkmale der Kommunikation, die zu jeder Zeit, einerseits von dem Sender und andererseits von dem Empfänger, berücksichtigt werden sollen. All dies sind Eigenschaften der traditionellen Kommunikation und auf welche Art und Weise das Kommunizieren mit Hilfe des Computers abläuft, werden wir in dem darauffolgenden Unterkapitel konkretisieren.

1.2. Kommunikationsmöglichkeiten mit Hilfe des Computers

In dieser Passage der Arbeit erklären wir die Rolle des Computers in der zwischenmenschlichen Kommunikation und wie er dabei verwendet werden kann. Es werden solche Anwendungsmöglichkeiten des Computers als Kommunikationsmediums besprochen, wie E-Mail, Internetforen und Chatrooms und gesagt, wie diese Formen auf Kontakte zwischen den Menschen einwirken. Dabei wird auch darauf hingedeutet, was eigentlich der Begriff Internet bedeutet.

Um über alle Aspekte des Computers und des Internets schreiben zu können, sollen wir zuerst den Begriff Internet erklären. Das Wort Internet kommt aus dem Englischen und bedeutet International Network. Dieses Medium verbindet zahlreiche Computernetzwerke und versetzt die einzelnen Computer in die Lage, miteinander zu kommunizieren. Mit dem Internet sind verschiedene Arten der elektronischen Übertragungsmedien, wie Kupferdraht-Telefonleitungen oder Mikrowellenkanäle verbunden. Außerdem können fast alle Computer und Betriebssysteme zusammengeschlossen werden, die manchmal so konzipiert sind, dass sie selbst erkennen, wenn sie imstande sind, sich mit dem WWW zu verbinden. Das heutige Internet ermöglicht auch den Behinderten den Zugang zu elektronischen Informationen, z. B. sehbehinderte und blinde Menschen können mit Hilfe spezieller Tastbildschirme mit Braille-Zeilen im Internet surfen. Es gibt auch Sprachwiedergabesysteme, die den Inhalt der Internetseiten vorlesen. Was hier noch von Bedeutung ist, ist die Tatsache, dass wir heute fast alles per Internet erledigen können. Wir haben die Möglichkeit, Einkäufe zu machen, Zeitungen und Bücher zu lesen oder zu telefonieren.[6]

In der heutigen Welt spielt der Computer und alles, was mit ihm verbunden ist, immer größere Rolle und deshalb ist es so wichtig, seine Anwendungsmöglichkeiten kennen zu lernen und sie im Alltag zu gebrauchen, weil dies die Arbeit, das Lernen und auch die Kommunikation erleichtert. Es gibt viele Möglichkeiten, den Computer als Kommunikationsmittel zu gebrauchen und Huneke und Steinig (2000:174 ff.) unterteilen sie in drei Bereiche, die im weiteren Teil der Arbeit genauer behandelt werden:

- virtueller Besuch von Homepages aus dem Land der Zielsprache,
- E-Mail, Newsgroups, Internetforen und Chats,
- Kommunikationspartnerschaften und Tandem-Projekte.

Die Kommunikation mit Hilfe der elektronischen Mittel läuft entweder asynchronisch oder synchronisch ab. Bei der asynchronischen Kommunikation gibt es den zeitlichen Abstand zwischen den geschickten Informationen, ähnlich wie bei dem traditionellen Briefaustausch, und sie funktioniert dank der Programme der elektronischen Post. Über die synchrone Kommunikation können wir dagegen nur dann sprechen, wenn die kommunizierenden Personen an diesem Prozess gleichzeitig teilnehmen, was wir mit dem Telefongespräch vergleichen können. Diese Form der Kommunikation findet mit Hilfe der Software, wie Skype oder Chat statt. Der Vorteil dieser beiden Kommunikationsarten ist die Geschwindigkeit, geringe Kosten und die Möglichkeit des Kommunizierens, ohne das eigene Haus zu verlassen (Gajek 2002:49).

Jetzt gehen wir zur Rolle von E-Mail über, dann legen wir die Anwendungsmöglichkeiten von Internetforen und Chatrooms in der zwischenmenschlichen Kommunikation dar.

1.2.1. E-Mail

Das Wort E-Mail stammt aus dem Englischen und bedeutet elektronische Post. Mit diesem Begriff bezeichnen wir die Nachrichten, die elektronisch verschickt werden. Die E-Mails können nicht nur Text, aber auch Audio-, Video- und Graphikdateien enthalten.[7] Sie sind der erste und zugleich populärste Dienst des multimedialen Netzes. Per E-Mail haben wir die Möglichkeit, einen Text von einem Computer an einen anderen zu senden. Im Vergleich zur traditionellen Post ist die Verschickung von Briefen per Internet wesentlich schneller und die Nachrichten können vom Empfänger an seinem Computer weiterbearbeitet werden. Wichtig ist auch, dass die Kommunizierenden nicht gleichzeitig am Rechner sitzen müssen, um die E-Mails zu empfangen. Diese Zeitversetzung ermöglichen die „Mailboxen“, die elektronischen Briefkasten, wo die Mitteilungen zwischengespeichert werden (Wetzstein 1995:18).

Um einen elektronischen Brief schreiben zu können, brauchen wir ein dazu dienendes Programm am eigenen Computer, dann müssen wir den Text eintippen und die genaue E-Mail-Adresse des Empfängers angeben. Wenn wir den E-Brief absenden, geben wir unser Passwort auf der Anbieterseite ein und arbeiten weiter online (Grüner/Hassert 2000:89).

[...]


[1] Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenmenschliche_Kommunikation (Stand: 25.08.2008)

[2] Quelle: Microsoft ® Encarta ® 2007 © 1993-2006 Microsoft Corporation. DVD-Version

[3] Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Vier-Seiten-Modell_de.svg (Stand: 26.02.2009)

[4] Quelle: http://www.flyingfox.de/foxlex/index.php/Nonverbale_Kommunikation (Stand: 27.02.2009)

[5] Quelle: Microsoft Encarta 2009. 1993-2008 Microsoft Corporation.

[6] Quelle: Microsoft Encarta 2009. 1993-2008 Microsoft Corporation.

[7] Quelle: Microsoft Encarta 2008 – Lernen und Wissen DVD

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten

Details

Titel
Computer als Unterstützungsmittel im Fremdsprachenunterricht
Untertitel
Computer im Unterricht
Hochschule
Uniwersitet Gdański
Note
1,5
Autor
Jahr
2009
Seiten
70
Katalognummer
V176878
ISBN (eBook)
9783640983070
ISBN (Buch)
9783640983209
Dateigröße
2651 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Computer, Medien, Deutsch, DaF, DaF-Unterricht, neue Medien, Internet, Fremdsprachenunterricht, Internet im DaF, Computer im DaF
Arbeit zitieren
Anna Tyczkowska (Autor), 2009, Computer als Unterstützungsmittel im Fremdsprachenunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176878

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