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Sollte der Mindestlohn erhöht werden? (Unterrichtsentwurf, Fach: Gesellschaft und Politik (GuP), Klasse: 9)

Thema der Unterrichtseinheit: Soziale Gerechtigkeit im Sozialstaat Deutschland

Título: Sollte der Mindestlohn erhöht werden? (Unterrichtsentwurf, Fach: Gesellschaft und Politik (GuP), Klasse: 9)

Plan de Clases , 20 Páginas

Autor:in: Anonym (Autor)

Didáctica - Politíca, Educación política
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Thema der Unterrichtsstunde: Sollte der Mindestlohn erhöht werden?

Das Thema der geplanten Stunde ist Teil der Unterrichtseinheit „Soziale Gerechtigkeit im Sozialstaat Deutschland“, welche dem Themenbereich „Gesellschaftliche Kontinuität und gesellschaftlicher Wandel“ zugeordnet werden kann.

In dieser Stunde wird der Fokus auf die im Bildungsplan verortete Dimension „die SuS können sozialpolitische Maßnahmen an einem ausgewählten Beispiel erläutern, gesellschaftliche Interessenskonstellationen darstellen und Stellung dazu beziehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Angaben zur Lerngruppe und Unterrichtssituation

2. Einordnung des Themas in curriculare Vorgaben und in eine Unterrichtssequenz

3. Sachanalyse

4. Didaktische Entscheidungen und Überlegungen

5. Kompetenzen

6. Methodische Konsequenzen

7. Geplanter Verlauf des Unterrichts

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Dieser Unterrichtsentwurf für das Fach Gesellschaft und Politik (GuP) in einer 9. Klasse an einer Bremer Oberschule widmet sich der leitenden Fragestellung „Sollte der Mindestlohn erhöht werden?“. Primäres Ziel der Stunde ist es, die Schülerinnen und Schüler anhand eines simulierten Talkshow-Formats zu einem fundierten, kriteriengeleiteten Sach- und Werturteil bezüglich der Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro zu befähigen und dabei die Policy-Dimension politischer Bildung sowie die Kontroversität sozialpolitischer Debatten handlungsorientiert zu erschließen.

  • Sozialstaatliche Sicherung und das Spannungsverhältnis der vier Dimensionen sozialer Gerechtigkeit (Chancen-, Leistungs-, Bedarfs- und Generationengerechtigkeit)
  • Ökonomische und gesellschaftliche Argumente für und gegen die Erhöhung des Mindestlohns
  • Didaktische Reduktion und Exemplarität anhand von Rollenkarten für ein Planspiel
  • Förderung der Urteilskompetenz nach den Kategorien Effizienz und Legitimität
  • Methodische Umsetzung über Think-Pair-Share, Talkshow/Pro-Contra-Debatte und Positionslinie

Auszug aus dem Buch

3. Sachanalyse

Der gesetzliche Mindestlohn wurde in Deutschland im Januar 2015 eingeführt. Er gilt, mit wenigen Ausnahmen, für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und lag bei seiner Einführung bei 8,50€ brutto pro Stunde (Vgl. Baumann u. Bruttel 2020), wurde aber schrittweise bis zum 01.07.2021 auf 9,60€ erhöht. (Vgl. Deutscher Gewerkschaftsbund 2021) Der Mindestlohn hat das Ziel, einen existenzsichernden Lohn, „der einen „angemessenen Mindestschutz“ im Sinne einer von weiteren staatlichen Transfers unabhängigen Existenz und gesellschaftlichen Teilhabe ermöglicht“ (Schulten u. Pusch 2019, S. 335), bei einer Vollzeitstelle zu garantieren (Vgl. ebd.). Dieses Ziel wird insbesondere in deutschen Großstädten aktuell nicht erreicht. Hier wäre ein deutlich höherer Mindestlohn von Nöten, um Aufstockungen zu verhindern, insbesondere auch dann, wenn von dem Vollzeitgehalt mehr als eine Person leben muss, beispielsweise bei Alleinerziehenden. Ebenfalls reicht der Mindestlohn mit seiner jetzigen Höhe nicht aus, bei einer durchgängigen Vollzeiterwerbstätigkeit einen Rentenanspruch oberhalb der Grundsicherung zu ermöglichen. (Vgl. ebd.) Die Erhöhung des Mindestlohns auf 12€ ist deswegen zentraler Bestandteil politischer Programme verschiedener Parteien, allen voran der SPD, welche aller Voraussicht nach mit Olaf Scholz den neuen Kanzler der BRD stellen wird.

Vor der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns gab es ausufernde Diskussion um mögliche Vor- und Nachteile. Politiker und Ökonomen warnten insbesondere vor negativen Effekten auf Beschäftigungsverhältnisse. Rückblickend lässt sich konstatieren, dass sich diese pessimistischen Erwartungen bei weitem nicht erfüllt haben. Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hatte seit 2015 kaum Entlassungen zur Folge. (Vgl. Schulten u. Pusch 2019, S 335) Allerdings zeigte sich ein negativer Trend bei Neueinstellungen. (Vgl. Knabe u.a. 2020, S. 16) Nichts desto trotz führen diese Ergebnisse dazu, dass die aktuelle Debatte um die Erhöhung des Mindestlohns auf 12€ deutlich unkritischer geführt wird. Gerade deshalb warnen Experten nun aber wieder vermehrt vor einem Ausblenden der möglichen negativen Folgen einer Erhöhung. Die Befürworter einer Erhöhung des Mindestlohns sehen darin einen notwendigen Schritt, um die Löhne von knapp 27-30% aller Beschäftigten in Deutschland zu erhöhen (Vgl. Schulten u. Pusch 2019, S 336), wovon insbesondere Frauen profitieren würden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Angaben zur Lerngruppe und Unterrichtssituation: Das Kapitel analysiert die Zusammensetzung der neunten Klasse, deren motivationale, fachliche und methodische Voraussetzungen sowie spezifische Interaktionsmuster und leitet daraus Differenzierungsmaßnahmen wie Rollenwahl und Sprachhilfen ab.

2. Einordnung des Themas in curriculare Vorgaben und in eine Unterrichtssequenz: Hier wird die Stunde curricular im Bildungsplan der Freien Hansestadt Bremen für die Oberschule verortet und als zehnter Baustein in die übergeordnete Einheit zur sozialen Gerechtigkeit im deutschen Sozialstaat eingeordnet.

3. Sachanalyse: Der Abschnitt liefert die fachwissenschaftliche Grundlage zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohns im Jahr 2015, seiner historischen Entwicklung sowie den ökonomischen Pro- und Contra-Argumenten bezüglich einer Anhebung auf 12 Euro.

4. Didaktische Entscheidungen und Überlegungen: In diesem Kapitel werden Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung, Exemplarität und didaktische Reduktion nach Klafki dargelegt sowie der Beitrag zur Demokratiebildung und politischen Urteilsbildung begründet.

5. Kompetenzen: Das Kapitel schlüsselt die angestrebten fachspezifischen, methodischen, sozialen und personalen Kompetenzen tabellarisch auf und formuliert konkrete beobachtbare Indikatoren für den Unterrichtsverlauf.

6. Methodische Konsequenzen: Hier wird die Phasierung der Stunde vom Karikatureinstieg über das kooperative Verfahren des Think-Pair-Share bis hin zur Talkshow und der abschließenden Urteilsbildung an der Positionslinie begründet.

7. Geplanter Verlauf des Unterrichts: Der tabellarische Verlaufsplan stellt die Unterrichtsphasen minutiös mit den korrespondierenden Lehr- und Lernaktivitäten, Sozialformen und Medien transparent dar.

Schlüsselwörter

Mindestlohn, Sozialstaat, Soziale Gerechtigkeit, Politikunterricht, Unterrichtsentwurf, Oberschule, Fachdidaktik, Talkshow, Kontroversität, Positionslinie, Urteilsbildung, Think-Pair-Share, Didaktische Reduktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf im Kern?

Der Entwurf dokumentiert die detaillierte Planung einer handlungsorientierten Politikstunde in einer 9. Klasse, in der die Schülerinnen und Schüler die Kontroverse um eine Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro anhand einer simulierten Talkshow erarbeiten und beurteilen.

Welche zentralen Themenfelder werden im Entwurf behandelt?

Zu den thematischen Schwerpunkten zählen die Aufgaben des Sozialstaats, Armutsbekämpfung, Arbeitsmarktökonomie, Dimensionen der sozialen Gerechtigkeit sowie Methoden zur Förderung politischer Urteils- und Handlungskompetenz.

Was ist das primäre didaktische Ziel der geplanten Stunde?

Ziel ist es, dass die Jugendlichen die unterschiedlichen Interessenskonstellationen zur Mindestlohnerhöhung aus verschiedenen Perspektiven nachvollziehen, Pro- und Contra-Argumente strukturieren und ein eigenständiges Sach- und Werturteil formulieren.

Welche methodischen Großformen und Verfahren kommen zum Einsatz?

Eingesetzt werden eine Dreischritt-Karikaturenanalyse im Einstieg, das kooperative Lernformat Think-Pair-Share in der Erarbeitungsphase, ein Rollenspiel im Talkshow-Format sowie die Methode der Positionslinie zur Visualisierung von Standpunkten.

Wie gliedert sich der geplante Unterrichtsverlauf?

Die Stunde umfasst fünf Phasen: Einstiegsphase mit Karikatur und erster Positionslinie, Informationsphase im Einzel- und Partnermodus, Anwendungsphase mit der Talkshow, Auswertungs- und Problematisierungsphase an der Tafel sowie eine abschließende Phase der Urteilsbildung.

Welche Fachbegriffe und Urteilskategorien sind für die Stunde leitend?

Zentral sind die politikdidaktischen Urteilskategorien Effizienz (Wirksamkeit der Maßnahme) und Legitimität (Gerechtigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz) sowie Grundbegriffe wie Existenzminimum, Tarifautonomie und Kaufkraft.

Wie wird im Unterrichtsentwurf auf Heterogenität und Leseschwächen eingegangen?

Der Entwurf sieht didaktische Entlastungen wie vereinfachte Rollentexte, strukturierende Begriffserklärungen (Worthilfen) und die freie Wahlmöglichkeit zwischen aktiver Sprechrolle und schriftlicher Beobachterrolle in der Talkshow vor.

Welche Funktion hat die Methode der Positionslinie zu Beginn und am Ende der Stunde?

Zu Beginn ermöglicht die Positionslinie eine niederschwellige, intuitive Positionierung nach Bauchgefühl, während die erneute Aufstellung am Ende der Stunde die Reflexion des eigenen Standpunktwechsels auf Basis fundierter Argumente sichtbar macht.

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Título
Sollte der Mindestlohn erhöht werden? (Unterrichtsentwurf, Fach: Gesellschaft und Politik (GuP), Klasse: 9)
Subtítulo
Thema der Unterrichtseinheit: Soziale Gerechtigkeit im Sozialstaat Deutschland
Autor
Anonym (Autor)
Páginas
20
No. de catálogo
V1769671
ISBN (PDF)
9783389206652
Idioma
Alemán
Etiqueta
mindestlohn soziale gerechtigkeit unterrichtsentwurf
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), Sollte der Mindestlohn erhöht werden? (Unterrichtsentwurf, Fach: Gesellschaft und Politik (GuP), Klasse: 9), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1769671
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