Als Entscheidungshilfe zur Auswahl der profitablen Investitionen sind in der Praxis verschiedene Bewertungsansätze verbreitet, die den Wert einer zukünftigen Investition bestimmen. Die traditionellen Bewertungsverfahren basieren auf einer Analyse der zu erwartenden Zahlungsströme aus der Investition. Unberücksichtigt bleiben dabei strate-gische Handlungsspielräume oder die Möglichkeit, eine Investition aufgrund eines neu-en Informationsstands während der Laufzeit anzupassen oder abzubrechen. Doch gerade in Zeiten von volatilen und unsicheren Märkten sowie sich verkürzenden Entwicklungs-zeiten neuer Technologien ist es für Unternehmen wesentlich, auf neue Rahmenbedin-gungen flexibel zu reagieren und die bereits getroffenen Investitionsprojekte anzupas-sen.
Um eine Bewertung der möglichen Handlungsalternativen sowie strategische Aspekte in die Investitionsentscheidung einfließen zu lassen, wird der traditionelle Ansatz um die Bewertung der vorhandenen Flexibilität („Realoption“) erweitert. Damit werden speziell in einem unsicheren Investitionsumfeld, das einen großen Handlungsspielraum beinhaltet, genauere Investitionsbewertungen gewonnen und damit zuverlässigere Ent-scheidungsvorlagen für das Management erzielt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. EINFÜHRUNG
- 2. BEWERTUNGSVERFAHREN VON INVESTITIONEN
- 2.1. Traditionelle Investitionsbewertungsverfahren
- 2.2. Realoptionsansatz
- 2.3. Übertragung von Finanzoptionsmodellen auf Realoptionen
- 3. KATEGORISIERUNG VON REALOPTIONEN
- 3.1. Wachstumsoption
- 3.2. Verkleinerungsoption
- 3.3. Lernoption
- 3.4. Komplexe Realoptionen
- 4. BEWERTUNG VON REALOPTIONEN
- 4.1. Binomialmodell
- 4.2. Black-Scholes-Modell
- 5. BEURTEILUNG DES REALOPTIONSANSATZES UND AUSBLICK
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Realoptionsansatz als Instrument zur Bewertung von Investitionsentscheidungen. Im Fokus stehen dabei die Einordnung des Ansatzes in den Kontext traditioneller Bewertungsverfahren, die Kategorisierung von Realoptionen und die Vorstellung gängiger Bewertungsmethoden.
- Einordnung des Realoptionsansatzes in den Kontext traditioneller Investitionsbewertungsverfahren
- Kategorisierung von Realoptionen (Wachstums-, Verkleinerungs-, Lern- und komplexe Optionen)
- Bewertung von Realoptionen mittels Binomialmodell und Black-Scholes-Modell
- Bewertung des Realoptionsansatzes und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Die Einleitung führt in das Thema der Investitionsbewertung ein und erläutert die Notwendigkeit einer zuverlässigen Investitionsplanung im Kontext strategischer Entscheidungen.
- Kapitel 2: Dieses Kapitel beschäftigt sich mit traditionellen Investitionsbewertungsverfahren, die auf einer Analyse der zu erwartenden Zahlungsströme basieren. Im Anschluss wird der Realoptionsansatz vorgestellt, der die Flexibilität und Handlungsspielräume bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt.
- Kapitel 3: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Kategorien von Realoptionen, darunter Wachstums-, Verkleinerungs-, Lern- und komplexe Optionen, die jeweils spezifische Handlungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Investitionssituationen repräsentieren.
- Kapitel 4: Dieses Kapitel stellt die zwei am häufigsten angewandten Bewertungsmodelle für Realoptionen vor, das Binomialmodell und das Black-Scholes-Modell. Beide Modelle werden an einem Beispiel erläutert und in ihrer Anwendung auf Realoptionen veranschaulicht.
Schlüsselwörter
Investitionsentscheidung, Realoptionsansatz, Kapitalwertmethode, Discounted Cash Flow, Binomialmodell, Black-Scholes-Modell, Wachstumsoption, Verkleinerungsoption, Lernoption, Flexibilität, Handlungsspielraum.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Realoptionsansatz in der Investitionsbewertung?
Der Realoptionsansatz ist eine Erweiterung traditioneller Bewertungsverfahren. Er berücksichtigt strategische Handlungsspielräume und die Flexibilität, Investitionsprojekte während der Laufzeit an neue Informationen anzupassen, zu erweitern oder abzubrechen.
Wie unterscheidet sich der Realoptionsansatz von der Kapitalwertmethode?
Während die traditionelle Kapitalwertmethode (Discounted Cash Flow) auf festen Erwartungen zukünftiger Zahlungsströme basiert, bewertet der Realoptionsansatz zusätzlich den Wert der Flexibilität in einem unsicheren Marktumfeld.
Welche Kategorien von Realoptionen gibt es?
In der Praxis wird zwischen verschiedenen Arten unterschieden, darunter die Wachstumsoption (Erweiterung), die Verkleinerungsoption (Desinvestition), die Lernoption (Abwarten von Informationen) sowie komplexe Realoptionen.
Welche mathematischen Modelle werden zur Bewertung genutzt?
Die zwei am häufigsten angewandten Methoden sind das Binomialmodell und das Black-Scholes-Modell, die ursprünglich aus der Bewertung von Finanzoptionen stammen und auf Realinvestitionen übertragen wurden.
Warum ist der Realoptionsansatz besonders in volatilen Märkten relevant?
In unsicheren Zeiten verkürzen sich Entwicklungszeiten und Rahmenbedingungen ändern sich schnell. Der Ansatz ermöglicht es dem Management, den Wert von Anpassungsmöglichkeiten explizit in die Entscheidungsvorlage einzubeziehen.
- Quote paper
- Daniel Wagenknecht (Author), 2011, Investitionsentscheidung auf Grundlage des Realoptionsansatzes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176994