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Der Calvinismus - ein Überblick

Title: Der Calvinismus - ein Überblick

Presentation (Elaboration) , 2008 , 10 Pages

Autor:in: Johannes Keller (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Diese schriftliche Ausarbeitung bezieht sich auf den Calvinismus, welcher im Seminar „Persönlichkeitsentwicklung unter den Bedingungen der Moderne“ aufgrund der Auseinandersetzung mit Max Webers „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ behandelt worden ist. In dieser Arbeit möchte ich als erstes auf den Calvinismus eingehen, deutlich machen, was man darunter versteht und die Hauptmerkmale des Calvinismus hervor heben. Da es den Umfang dieser Arbeit sprengen würde, gehe ich ausschließlich auf den Calvinismus und die Grundidee dessen ein und werde nicht die Lebensgeschichte des Begründers erläutern. Anschließend beziehe ich mich auf Max Weber, der in seiner Arbeit „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ den Calvinismus nennt und speziell auf ihn eingeht. Abschließend werde ich in meinem Fazit den Calvinismus, wie ihn Weber verstanden hat, mit meiner Definition vergleichen und eventuelle Unterschiede, wie aber auch Gemeinsamkeiten aufzeigen.

Excerpt


Gliederung

1. Einführung

2. Der Calvinismus

3. Max Weber und der Calvinismus

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem Calvinismus und der Entstehung des Kapitalismus, wobei der Fokus insbesondere auf der kritischen Auseinandersetzung mit Max Webers Thesen in „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ liegt.

  • Grundlagen und Hauptmerkmale des Calvinismus
  • Die Rolle der göttlichen Prädestination im calvinistischen Glauben
  • Max Webers Theorie der asketischen Lebensweise als Wurzel des Kapitalismus
  • Kritische Gegenüberstellung von Webers Deutung und alternativen Einflüssen
  • Die Bedeutung von Handels- und Gewerbestrukturen für den ökonomischen Aufstieg

Auszug aus dem Buch

2. Der Calvinismus

Der Calvinismus ist auf den aus Frankreich stammenden Reformisten Jean Calvin zurückzuführen (vgl. Rublack U. 2003, S. 145). Er gilt als Begründer des Calvinismus und als wichtigster Reformist neben Martin Luther in der Reformationszeit (vgl. Rublack U. 2003, S. 144). „Er entwickelte eine an der Lebenspraxis orientierte christliche Ethik des guten Maßes und gesellschaftlich zivilen Verhaltens, während Luther die Dramatik und Unausweichlichkeit des trotz aller Bemühungen immer wieder in Sünden zurückfallenden menschlichen Daseins betonte“ (Rublack U. 2003, S. 146). Desweiteren galt Calvin als sehr tugendhaft, hatte ein hohes Maß an Integrität, Verlässlichkeit und Aufrichtigkeit (vgl. Rublack U. 2003, S. 149).

Ohne Calvins Aufenthalt in Genf hätte sich der Calvinismus nie so entfaltet, wie er es letztlich doch getan hat (vgl. Rublack U. 2003, S. 153). In Genf konnte er die Legitimationskraft und die Ressourcen lokaler Institutionen zur Durchsetzung seiner Überzeugungen nutzen und seine Ideen verbreiten (vgl. Rublack U. 2003, S. 153). Doch was waren nun seine Überzeugungen? Der Calvinismus galt weniger als eine spezifisch neue protestantische Lehre, als eine erneuerte Glaubensrichtung (vgl. Rublack U. 2003, S. 143). Der Calvinismus stützte sich zwar auf das Luthertum, doch ging er darüber hinaus, indem er noch drastischer die katholischen Traditionen brach, als es das Luthertum tat (vgl. Rublack U. 2003, S. 143). So lehnte Calvin Bildobjekte im Kirchenraum ab und verbannte die Musik außer dem unbegleiteten Psalmengesang (vgl. Rublack U. 2003, S. 143). Darüber hinaus verstand er das Abendmahl anders, als es Luther getan hatte. Das Abendmahl war nach Ansicht Calvins das Zeichen der Gegenwärtigkeit Christi, welche nicht bestimmbar ist und sich deswegen auch nicht in Brot und Wein wiederfinden lässt (vgl. Rublack U. 2003, S. 143).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und erläutert die Motivation, den Calvinismus im Kontext der Seminarthematik und in Bezug auf Max Webers Schriften zu untersuchen.

2. Der Calvinismus: Dieses Kapitel arbeitet die theologischen Grundlagen, das Wirken Jean Calvins in Genf und die spezifische Bedeutung von Lebenspraxis und Gemeinschaft innerhalb des Calvinismus heraus.

3. Max Weber und der Calvinismus: Hier wird Webers Kernthese analysiert, wonach die calvinistische Prädestinationslehre und die daraus resultierende Askese den Grundstein für den modernen Kapitalismus und die „Entzauberung der Welt“ gelegt haben.

4. Fazit: Die Schlussbetrachtung würdigt Webers Thesen kritisch, setzt ihnen alternative Erklärungsmodelle – wie die Bedeutung spezifischer Gewerbezweige und politische Diskriminierung – entgegen und relativiert die Annahme einer rein asketisch begründeten Kapitalismusentstehung.

Schlüsselwörter

Calvinismus, Max Weber, Kapitalismus, Prädestination, Askese, Reformation, Jean Calvin, Protestantische Ethik, Wirtschaftsgeschichte, Werkheiligkeit, Glaubensgemeinschaft, Entzauberung, Puritanismus, Nonkonformisten, Lebenspraxis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theologischen und soziologischen Grundlagen des Calvinismus und untersucht dessen Einfluss auf die Herausbildung des kapitalistischen Geistes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die calvinistische Lehre (insbesondere die Prädestination), die asketische Lebensführung der Gläubigen sowie die soziologische Interpretation durch Max Weber.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, Max Webers These, dass die calvinistische Askese die Wurzel des Kapitalismus bildet, kritisch zu hinterfragen und um weitere historische Faktoren zu ergänzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der soziologische und historische Referenztheorien gegenübergestellt und auf ihre argumentative Tragfähigkeit geprüft werden.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die theologischen Eckpunkte des Calvinismus, die Analyse von Webers „protestantischer Ethik“ sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der These der „Entzauberung der Welt“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind Calvinismus, Prädestination, Askese, Kapitalismus, Werkheiligkeit und die kritische Distanz zu Max Webers Theorien.

Wie unterscheidet sich die Auffassung des Autors zur „Entzauberung der Welt“ von der Max Webers?

Der Autor argumentiert, dass der Calvinismus durch die intensive Vorstellungspräsenz von Vorsehung, Teufel und Ewigkeit eher eine „Überzauberung“ der Welt bewirkte, anstatt sie zu entzaubern.

Welche Rolle spielen laut Autor die „Dissenter“ für die Argumentation gegen Weber?

Der Autor führt die Nonkonformisten an, um aufzuzeigen, dass der ökonomische Aufstieg auch durch gesellschaftliche Ausgrenzung und den Zwang zur Konzentration auf den Handel begünstigt wurde, statt nur durch asketische Prinzipien.

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Details

Title
Der Calvinismus - ein Überblick
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Author
Johannes Keller (Author)
Publication Year
2008
Pages
10
Catalog Number
V177006
ISBN (eBook)
9783640984664
ISBN (Book)
9783640984992
Language
German
Tags
calvinismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Keller (Author), 2008, Der Calvinismus - ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177006
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