Im Folgenden befasse ich mich mit Rauchmillers Grabmal des Bischofs Karl von Metternich. Ich werde mich zunächst kurz mit dem Aufbau und der Baugeschichte der Liebfrauenkirche zu Trier beschäftigen bevor ich mich mit Matthias Rauchmillers Lebensweg auseinandersetze. Ferner möchte ich kurz auf die Ursprünge der liegenden Grabmalsfigur eingehen, um mich dann dem eigentlichen Werk zuzuwenden. Ich werde das Gesehene beschreiben und das Dargestellte in seinem historischen Kontext analysieren, bevor ich auf mögliche Auslegungen eingehe. Als Literatur dienten mir Borger-Kewelohs sehr ausführliche Studien zur Baugeschichte der Liebfrauenkirche. Erwin Panofskys Grabplastik, welches ich durch die Thematik besonders interessant fand, erörterte viele historische Hintergründe und eröffnete mir somit einige mögliche Interpretationswege. Theurkauffs Studien zur Elfenbeinplastik des Barock - Matthias Rauchmiller und Ignaz Elhafen lieferte alle nötigen Grundinformation, während Veronika Birkes Matthias Rauchmiller - Leben und Werk die letzten Informationslücken geschlossen hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Liebfrauenkirche zu Trier
3. Matthias Rauchmiller: Leben und Werk
4. Exkurs: Ursprünge der liegenden Grabfigur
5. Das Grabmal Bischofs Karl von Metternich (1670/74)
5.1. Beschreibung
5.2. Analyse
5.3. Interpretation
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht das Grabmal des Bischofs Karl von Metternich in der Trierer Liebfrauenkirche, welches durch den Bildhauer Matthias Rauchmiller geschaffen wurde. Das primäre Ziel ist die kunsthistorische Einordnung und Analyse dieses Werks, wobei insbesondere die bauliche Kontextualisierung, die Biografie des Künstlers sowie die kunstgeschichtliche Entwicklung der liegenden Grabfigur beleuchtet werden.
- Bau- und Entwicklungsgeschichte der Liebfrauenkirche zu Trier
- Biografische Stationen und künstlerische Einflüsse von Matthias Rauchmiller
- Kunsthistorischer Kontext und Ursprünge der liegenden Grabfigur
- Detaillierte Beschreibung und Analyse des Metternich-Grabmals
- Interpretation der stilistischen Besonderheiten und der Entstehungsgeschichte
Auszug aus dem Buch
4. Exkurs: Ursprünge der liegenden Grabfigur
Der Brauch unsere Toten zu begraben ist fast so alt wie die Menschheit selbst und noch bis zum heutigen Tag hat sich auf kaum einem anderen Gebiet trotz fortgeschrittener Zivilisation ein solches Ausmaß an scheinbar irrationalen Handlungen und Vorstellungen erhalten.
Die Rituale um die Bestattung zeugen dabei oft von zwei entschiedenen Aspekten: Die Toten entweder daran zu hindern, den Lebenden Schaden zuzufügen, indem man sie dessen unfähig macht, durch Verstümmelung, Blenden oder dergleichen, oder die Toten nachhaltig zufriedenzustellen, dadurch dass man sie befähigt, die irdischen Freuden nach wie vor zu genießen.
Eins der ersten Völker, das sich dem zweiten Aspekt verschrieben hat, sind die Ägypter. Sie pflegen einen hochkomplexen Totenkult, dessen erste und wichtigste Aufgabe es ist, den Körper des Toten so gut es geht zu konservieren, damit dieser ihn im nächsten Leben nutzen kann. Denn nach Meinung der Ägypter ist das erste Leben auf Erden nicht dazu gedacht, genossen zu werden. Die eigentliche Glücksseligkeit erwartet einen erst im Totenreich, wo sich der Verstorbene einem komplizierten und langwierigen Prozess gegenüber sieht, den er durchlaufen muss, um festzustellen, ob er in die himmlischen Gefilde oder eine Art Hölle eintreten wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: In diesem Kapitel wird der Aufbau der Arbeit vorgestellt und die verwendete Fachliteratur zur Baugeschichte und zum Werk Rauchmillers dargelegt.
2. Die Liebfrauenkirche zu Trier: Der Abschnitt erläutert die architektonische Entwicklung der Liebfrauenkirche vom gotischen Zentralbau hin zu ihren historischen Wurzeln als Teil einer Doppelkirche.
3. Matthias Rauchmiller: Leben und Werk: Hier werden die biografischen Hintergründe des Künstlers, seine Ausbildung sowie seine bedeutenden Aufträge und künstlerische Entwicklung skizziert.
4. Exkurs: Ursprünge der liegenden Grabfigur: Dieses Kapitel liefert eine kulturhistorische Herleitung der Bestattungstraditionen und der Entwicklung des Grabtypus der liegenden Figur von der Antike bis zum Barock.
5. Das Grabmal Bischofs Karl von Metternich (1670/74): Das Kernstück der Arbeit befasst sich mit der detaillierten Beschreibung, formalen Analyse sowie der Interpretation des Grabmals unter Berücksichtigung von Stilvergleichen.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die heutige kunsthistorische Bedeutung des Werks und den Forschungsbedarf hinsichtlich Rauchmillers Œuvre.
Schlüsselwörter
Matthias Rauchmiller, Karl von Metternich, Liebfrauenkirche Trier, Grabmal, Barock, Bildhauerei, Grabplastik, Kunstgeschichte, Skulptur, Totenkult, Marmor, Relief, Stilkunde, Europäische Kunst, Epitaph.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich dem Grabmal des Bischofs Karl von Metternich in der Trierer Liebfrauenkirche, welches von dem Barockkünstler Matthias Rauchmiller geschaffen wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Baugeschichte der Liebfrauenkirche, die Biografie von Rauchmiller und die kunsthistorische Evolution des Grabtypus der liegenden Figur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die fundierte Analyse und Interpretation des Metternich-Grabmals innerhalb seines historischen und stilistischen Kontextes.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die kunsthistorische Analyse durch Stilvergleich, literarische Aufarbeitung und die Untersuchung architektonischer und skulpturaler Gegebenheiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Beschreibung des Grabmals, eine Analyse der Einflüsse durch den Aufenthalt des Künstlers in den Niederlanden sowie eine inhaltliche Interpretation des Werks.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Matthias Rauchmiller, Barock, Grabplastik, Liebfrauenkirche Trier und Bildhauerei.
Warum ist das Metternich-Grabmal kunsthistorisch bemerkenswert?
Es gilt als eines der ersten Grabmäler mit liegender Figur nördlich der Alpen nach dem Dreißigjährigen Krieg und besticht durch eine außergewöhnliche, private Dynamik.
Welchen Einfluss hatte Rauchmillers Aufenthalt in den Niederlanden auf das Grabmal?
Es wird vermutet, dass Rauchmiller dort mit den Werken von Künstlern wie Artus Quellinus in Berührung kam, was die Gestaltung des Metternich-Grabmals maßgeblich inspirierte.
Welche Rolle spielt der Putto am Grabmal?
Der Putto bildet einen dynamischen Kontrast zum ruhenden Bischof und verleiht dem Grabmal eine subtile Lebendigkeit und fast humoristische Note.
Warum wird das Werk als "Fragment" bezeichnet?
Da das Grabmal bei einer früheren Versetzung von seinem ursprünglichen Ort an der Chorwand Teile seiner Anordnung und eine Inschrift verlor.
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- Laura Walew (Author), 2010, Matthias Rauchmillers Grabmal des Bischofs Karl von Metternich in der Liebfrauenkirche zu Trier (1670/74), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177035