Geradezu schlagartig haben in der Jungsteinzeit vor rund 5.500 Jahren die Ackerbauern und Viehzüchter in Nordwestdeutschland eine völlig neue Bestattungssitte übernommen. Sie war mit dem mühseligen Bau von monumentalen Großsteingräbern verbunden. Die mit tonnenschweren Steinblöcken errichteten riesigen Grabbauten aus jener Zeit wirken so eindrucksvoll, dass man sie früher Riesen statt Menschen zuschrieb.
Mit den tüchtigen Erbauern der Dolmen, Ganggräber und Steinkistengräber in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg befasst sich das Taschenbuch „Das Rätsel der Großsteingräber. Die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur“. Es schildert ihre Anatomie, Krankheiten, Häuser, Siedlungen, Landwirtschaft, Verkehrswesen, Werkzeuge und Waffen, ihren Schmuck, ihre Kunst sowie ihre Religion.
Autor des Taschenbuches „Das Rätsel der Großsteingräber“ ist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst. Er hat sich durch zahlreiche Bücher aus den Themenbereichen Archäologie und Paläontologie einen Namen gemacht. Das 136 Seiten umfassende Taschenbuch ist reich mit Zeichnungen und Fotos bebildert.
Inhaltsverzeichnis
Die Trichterbecher-Kultur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit widmet sich der wissenschaftlichen Untersuchung der nordwestdeutschen Trichterbecher-Kultur, einer bedeutenden jungsteinzeitlichen Bevölkerungsgruppe, und analysiert deren Lebensweise, Siedlungsstrukturen sowie Bestattungssitten anhand archäologischer Befunde.
- Historischer Kontext und Definition der Trichterbecher-Kultur
- Siedlungsformen und Architektur der Jungsteinzeit
- Ernährungsweisen, Ackerbau und Viehzucht
- Entwicklung und Bautypen der Megalithgräber
- Gesellschaftsstrukturen und religiöse Vorstellungen
Auszug aus dem Buch
Die Trichterbecher-Kultur
Unter dem Einfluss bäuerlicher Kulturen aus dem südlichen Mitteleuropa entstand in dem riesigen Gebiet zwischen der Ukraine und dem östlichen Holland die Trichterbecher-Kultur. Der Begriff Trichterbecher-Kultur wurde 1930 von dem polnischen Prähistoriker Konrad Jazdzewski (1908–1985) aus Lodz geprägt. Älter ist die Bezeichnung Trichterrandbecher, die schon vor dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) aufkam. Der Name der Kultur fußt auf dem charakteristischen mittelgroßen Gefäß mit trichterförmigem Hals, dem so genannten Trichterbecher.
Genaugenommen ist der Ausdruck Trichterbecher-Kultur ein Begriff, unter dem mehrere Kulturen zusammengefasst werden, für die der Besitz von Trichterbechern kennzeichnend ist. Deshalb spricht man auch von Trichterbecher-Kulturen und ordnet diesen verschiedene Zweige zu. Einer der ältesten davon ist die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur, die von etwa 4.300 bis 3.000 v. Chr. in Schleswig-Holstein, im nördlichen Niedersachsen sowie in Mecklenburg-Vorpommern verbreitet war.
Die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur lässt sich nach dem Fundgut in verschiedene Kulturgruppen gliedern. Die älteste davon ist die Rosenhof-Gruppe mit dem namengebenden Fundort Rosenhof bei Dahme (Kreis Ostholstein). Weitere Gruppen sind die Satrup-Gruppe (nach Satrup, Kreis Schleswig-Flensburg), die Fuchsberg-Gruppe (nach Fuchsberg bei Satrup, Kreis Schleswig-Flensburg), die Troldebjerg-Gruppe (nach Troldebjerg auf der dänischen Insel Langeland), die Klintebakken-Gruppe (nach Klintebakken in Dänemark) und die Curslack-Gruppe (nach Curslack bei Boberg, unweit von Hamburg).
Zusammenfassung der Kapitel
Die Trichterbecher-Kultur: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, Benennung und zeitliche Einordnung der Kultur sowie deren regionale Ausprägung in Nordwestdeutschland.
Schlüsselwörter
Trichterbecher-Kultur, Jungsteinzeit, Megalithgräber, Nordwestdeutschland, Archäologie, Ackerbau, Viehzucht, Siedlungsgeschichte, Großsteingräber, Bestattungssitten, Feuersteingeräte, Keramik, Steinzeit, Prähistorie, Megalithik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur, eine sesshafte bäuerliche Gemeinschaft der Jungsteinzeit, und deren kulturelle Hinterlassenschaften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Siedlungswesen, Ackerbaumethoden, der Nutzung von Megalithanlagen als Grabstätten sowie dem alltäglichen Leben und dem rituellen Schmuck.
Was ist das primäre Ziel?
Das Ziel ist eine detaillierte archäologische Dokumentation und Analyse der Lebensumstände dieser Kultur in Norddeutschland.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine prähistorische Fund- und Befundanalyse unter Einbeziehung archäologischer Ausgrabungsberichte und historischer Überlieferungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Siedlungsstrukturen, die Ernährung der Bevölkerung, die Architektur von Großsteingräbern und das Verständnis religiöser Vorstellungen der damaligen Zeit detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Trichterbecher-Kultur, Jungsteinzeit, Großsteingräber, Siedlungsarchäologie und neolithische Wirtschaftsweise.
Wie unterschieden sich die Bestattungsformen?
Es werden verschiedene Grabtypen wie Urdolmen, erweiterte Dolmen, Großdolmen und Ganggräber sowie ergänzende Flachgräber und deren jeweilige Bedeutung erläutert.
Welche Rolle spielten die sogenannten „Tontrommeln“?
Diese wurden lange Zeit als Musikinstrumente gedeutet, wobei in der Fachwelt auch die Interpretation als Libationsgefäße für kultische Flüssigkeiten diskutiert wird.
Was besagen die Untersuchungen zu den Skelettresten?
Analysen der Skelettfunde geben Aufschluss über Körpergröße, Lebenserwartung, Krankheitsgeschichte wie Rachitis sowie medizinische Eingriffe wie Trepanationen.
Warum wurden die Megalithgräber früher oft falsch gedeutet?
Aufgrund der enormen Größe der Steine schrieben frühe Chronisten und Gelehrte deren Errichtung mythologischen Wesen wie Riesen oder Hünengeschlechtern zu, da sie sich die technische Umsetzung durch Menschen nicht vorstellen konnten.
- Citation du texte
- Ernst Probst (Auteur), 2011, Das Rätsel der Großsteingräber, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177043