Augustus, Res Gestae, Kapitel 27 - 30


Hausarbeit, 2009

15 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der mos maiorum und Augustus Expansion als zentrale Themen
2.1. Octavians Sieg über Antonius und Kleopatra
2.2. Ägypten und Armenien im Vergleich
2.3. Die Expansion des Imperium Roms

3. Zwangsumsiedlung – Augustus rabiates Vorgehen zum Wohle des Imperiums

4. Die Wiedererlangung verlorengegangener Feldzeichen durch Augustus

5. Octavians herausragende Alleinherrschaft im Sinne dermos maiorum
5.1. Augustus Ambition und Ziel zur Neuerwerbung Illyricums
5.2. Asinius Pollio: Im Auftrag Octavians und Antonius im Kampf um Illyricum
5.3. Octavians Eroberung Illyricums

6. Schlussteil

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Octavian, der ab Beginn seiner Amtszeit (27 v. Chr.) den Kaisertitel Augustus trug[1], kam in Rom am 23.09. 63 v. Chr. als Gaius Octavius zur Welt. Dessen Vater, ein ambitionierter Senator, starb bevor er für das Konsulat kandidieren konnte. Aus der Familie der Mutter Octavians gingen seit vielen Jahren Senatoren hervor. Sie stand in Verbindung mit Pompeius dem Großen und Caesar[2]. Von Kindheit an prägte so der familiäre Hintergrund Octavians späteres politisches Schaffen. Im Fokus hinsichtlich seiner Stellung als Herrscher über das Römische Reich steht jedoch, dass er Adoptivsohn Caesars war und als dessen Erbe eintrat, als Kaiser Augustus[3]. Augustus regierte 45 Jahre und starb hochgeehrt alspater patriae(Vater des Vaterlandes[4]).

DieRes gestaenun bieten eine Darstellung der Taten des Augustus. Er fasst darin sein gesamtes politisches Handeln zusammen. Augustus gliederte den Tatenbericht in drei Teile. Der erste davon umfasst dessen Ehrungen und Ämter und der Zweite seine Aufwendungen für den Staat. Im dritten Teil verzeichnet Augustus seine militärischen Siege und beschreibt seine erfolgreiche Außenpolitik[5].

In den Kapiteln 27 – 30, die im Folgenden eingehend behandelt werden, rückt Augustus die Expansion des Römischen Reiches in den Vordergrund. Diese zentrale Thematik verfolgt er in den drei Kapiteln parallel zu dem Ideal dermos maiorum[6], der Vätersitte Roms[7]. Da Augustus Ziel dieres publica restituta,der wiederhergestellte Staat, war, strebte er diesem Ideal entgegen, indem er Traditionselemente in seine Politik integrierte. Dies bedeutete z.B. die Unterordnung des Einzelnen unter das Prinzip des Gemeinwohls[8]. Auf dieser Grundlage vollbrachte Augustus das, woran Caesar scheiterte, nämlich seiner Alleinherrschaft über das Römische Reich Dauer zu verschaffen. Augustus hatte aus Caesars Fehlern gelernt und verbarg seine Macht unter dem Mantel traditioneller Formen. Dies wusste er auch in denRes gestaein den Kapiteln 27 – 30 darzustellen[9].

2. Der mos maiorum und Augustus Expansion als zentrale Themen

Mit den Worten„Aegyptum imperio populi Romani adieci[10].“ führt Augustus in das Kapitel 27 ein und illustriert auf diese Weise, dass er dermos maiorumtraditionell folgt. Die Bedeutsamkeit der Vätersitte für Augustus spiegelt sich ebenso in folgender Phrase wieder:„(…)malui maiorum nostrorum exemplo[11](…).“

Folglich agitiert Augustus, dass die Vätersitte Roms elementarer Bestandteil für sein politisches Handeln sei und demnach primär das Allgemeinwohl im Mittelpunkt stehe.

Weiterhin stellt die Expansion des Römischen Reiches eine zentrale Thematik dar. In dieser Hinsicht eroberte Augustus das reichste Land des Imperiums, Ägypten. Zudem wusste er diesen Erfolg politisch geschickt zu verkaufen, in dem er die beiden besiegten Herrscher, Kleopatra und Antonius, in seinem Tatenbericht nicht erwähnte[12]. Hiermit wollte er seine Rolle als den ultimativen Herrscher in den Augen des Volkes untermauern. Er rühmte sich ausdrücklich mit diesem Ereignis und propagierte es in denRes gestae.

Konträr zum traditionellen Kontext dermos maiorumstellt Augustus in den Kapiteln 27 – 30 derRes gestaedie herausragende Bedeutung seiner eigenen Person für die erfolgreiche Expansion des römischen Reiches heraus. Augustus schloss sogar in einem Gebet, 17 v. Chr. anlässlich der Säkularfeier, die Expansion des Imperium Roms ein, sowie die ausdrückliche Bitte an die Götter, dass das römische Volk dem Feind überlegen sein möge. Dabei bezog er sich insbesondere auf die Legionen[13].

Dies bedurfte zu augusteischer Zeit jedoch keinerlei Rechtfertigung, da das Ziel der Weltherrschaft und des inneren Friedens zwei miteinander kombinierbare Dinge darstellten. Zudem lautete die Idealvorstellung dieser Zeit, dass dem Friedensreich der Römer keine Grenzen gesetzt seien[14].

2.1. Octavians Sieg über Antonius und Kleopatra

Nach Caesars Tod bildeten Lepidus, Octavian und Antonius ein Triumvirat. Antonius siegte über die Mörder Caesars und die Triumvirn teilten den Westen des Reiches unter sich auf[15]. Lepidus erhielt die Provinz Narbonensis und Spanien, Octavian Sizilien, Sardinien und Africa. Antonius erhielt Gallia Cisalpina und Gallia Comata und damit die strategisch wichtigsten Gebiete. Solange Sextus Pompeius das Meer beherrschte, dienten Octavian seine Inseln wenig[16]. Das Verhältnis zwischen Augustus und Antonius war gespannt und es wurde nicht besser als Antonius, liiert mit Kleopatra, nach Ägypten ging. Octavian nutzte die Tatsache, dass sich Antonius auf seiner Macht ausruhte. „zu berauscht von Lust und Wein, als daß er noch an Freunde oder auch Feinde hätte denken können.“(Cassius Dio 48, 27)[17]. Letztlich ließ Augustus 31 v. Chr. Antonius durch den Senat all seine Ämter entziehen und erklärte Kleopatra den Krieg[18]. Nachdem Kleopatra und Antonius 30 v.Chr. einen letzten Widerstand ins Leben riefen, wurde Antonius Heer von Octavians in Alexandria endgültig besiegt. Antonius und Kleopatra begangen Selbstmord[19]. Der Historiker Tacitus wusste sich zu Octavians Vorgehensweise bzgl. dessen zunehmender Machtergreifung kritisch zu äußern. „(…)oppressus exutoque Lepido interfecto Antonio ne Iilianis quidem partibus nisi Caesar dux reliquus(…)ubi militem donis, populum annona, cunctos dulcedine otii pellexit, insurgere paulatim[20]. In der Übersetzung lautet dies in etwa:„(…) Nachdem Lepidus herausgedrängt wurde und Antonius getötet worden war, blieb selbst in der Partei der Iuliusanhänger nur Caesar als Führer zurück. (…)Sobald er den Soldaten durch Geschenke, das Volk durch die Getreideversorgung, alle aber durch die Süßigkeit der Ruhe[21]verführt hatte, stieg er allmählich auf[22]

[...]


[1]vgl. Martin, J.: Der Prinzipat. in: Der große Ploetz, Verlag Ploetz, Würzburg 1986, S. 227.

[2]vgl. Wells, C.: 1. Der Aufstieg Octavians, 3. Kapitel, Geschichte des antiken Rom, Patmos Verlag, Düsseldorf 2006, S. 17.

[3]vgl. ders. Wells, C., S. 18.

[4]ders. Wells, C., S. 20.

[5]vgl. Eck, W.: 1. Ein Nachspiel in: Augustus und seine Zeit, Verlag C.H. Beck, München 2003, S. 7 – 8.

[6]Der Begriff fasst die Werte zusammen, die seit Beginn der Stadt die römische Kultur charakterisierten. Sie bildeten die Grundlage für das private und staatliche Handeln. Zum Beispiel zählten dazuabstinentia(die Enthaltsamkeit) oder auchseveritas(die Strenge). Scoff, B.: Großes Schulwörterbuch Lateinisch – Deutsch, Verlag Langenscheidt, Berlin und München 2008, S. 520.

[7]Gemeint sind mit der Vätersitte Roms auch die moralischen Werte der Vorfahren, die bei vorhergehenden Herrschern (z.B. bei Caesar) von Habgier (avaritia) und persönlichem Machtstreben (ambitio) dominiert wurden. Dies führte mit unter zum Niedergang der römischen Republik. vgl. Bringmann, K. : Krise und Ende der römischen Republik (133 – 42 v. Chr.) Akademie Verlag Berlin 2003, S.21.

[8]vgl. ders. Bringmann, K., S. 21.

[9]vgl. ders. Wells, C., S. 20.

[10]ders. Giebel, M.:Res gestae, Philipp Reclam jun. Stuttgart 2004, S. 32. Übersetzt ins Deutsche wird seine Verkündung in denRes gestaeim Kapitel 27 mit den Worten„Ägypten habe ich dem Herrschaftsgebiet des römischen Volkes hinzugefügt.“ders. Giebel, M., S.32.

[11]Giebel, M., S.32. Ins Deutsche wird diese Aussage in denRes gestaemit den Worten übersetzt„(…)lieber dem Beispiel unserer Vorfahren gemäß(…).“Giebel, M., S. 32.

[12]Giebel, M.: kritischer Apparat,Res gestae, Philipp Reclam jun. Stuttgart 2004, S. 58.

[13]vgl. Bringmann, K./Schäfer, T. :3.4. Augustus als Mehrer des Reiches in Augustus und die Begründung des römischen Reiches, Akademie Verlag, Berlin 2002, S. 22.

[14]vgl. ders. Bringmann, K./Schäfer, T., S. 23.

[15]vgl. ders. Wells, C., S. 22; vgl. ders. Eck, W., S. 18/S.20.

[16]vgl. ders. Eck, W., S. 18 – 19.

[17]ders. Wells, C., S. 25.

[18]vgl. ders. Eck, W., S. 35.

[19]vgl. ders. Eck, W., S. 39.

[20]Tacitus, Cornelius : Annales 1 - 3, Verlag B.G. Teubner, Stuttgart 1983. S. 2.

[21]Im Lateinischen wird dies auch mit derpolitischen Ruheübersetzt.

[22]vgl. Herz. P. : Die Römische Kaiserzeit (30 v. Chr. – 284 n. Chr. ): Tacitus, Annales 1 – 4 in Geschichte der Antike, Verlag J.B. Metzler, Stuttgart, Weimar 2007, S. 274.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Augustus, Res Gestae, Kapitel 27 - 30
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,3
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V177071
ISBN (eBook)
9783640984947
ISBN (Buch)
9783640985227
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
augustus, gestae, kapitel
Arbeit zitieren
Anonym, 2009, Augustus, Res Gestae, Kapitel 27 - 30, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177071

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Augustus, Res Gestae, Kapitel 27 - 30



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden