Zeit und Geschichte der Romantik


Hausarbeit, 2011
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Wissenschaft und Medizin
2.2 Wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation
2.3 Philosophie und das geistesgeschichtliches Umfeld
2.4 Lebenseinstellung der Romantiker im Hinblick auf Literatur und Kunst
2.5 Das Problem mit der Zeit

3. Schluss

1. Einleitung

Beim Versuch die Romantik in eine exakte Zeitspanne einzugliedern, stößt man auf zahlreiche Schwierigkeiten. Denn dieser Zeitabschnitt wird als das Exempel schlechthin angesehen, wenn es darum geht, die sich ergebenden Probleme bei der Eingrenzung eines Epochenbegriffs zu definieren. Ingesamt gilt die Romantik nicht als Stilbegriff[1], sondern ist eher eine Weltanschauung. Einigkeit herrscht, wenn es um den Beginn der Romantik geht. Dieser ist ins späte 18. Jahrhundert, um das Jahr 1790, einzuordnen. Dazu orientiert man sich vor allem an Ludwig Tiecks Frühwerk. Umso problematischer ist es, ein klares zeitliches Ende festzusetzen. Das liegt vor allem daran, dass die „literaturhistorische Entwicklung“[2] nicht in allen europäischen Kulturkreisen synchron ablief. Aber auch die zusätzliche Unterteilung in drei weiteren Phasen der Frühromantik, Hochromantik und Spätromantik, erschwert die temporale Definition erheblich. So reicht Beispielsweise die Spätromantik in der Kunst bis zum Ende des 19. Jahrhundert. In der Musik werden spätromantische Tendenzen sogar noch bis ins frühe 20. Jahrhundert beobachtet[3].

Unumstritten ist der beträchtliche Einfluss der Romantik in den Künsten, der Musik und in der Literatur. Sie wurde durch eine turbulente Vorgeschichte, vor allem durch die Ereignisse der französischen Revolution geprägt. So ist es nahe liegend, dass sie als Resultat einer Zeit gilt, die in der geisteswissenschaftlichen Forschung als ein „Zeitalter der Umwälzung“[4] bekannt ist. Der sogenannte Epochenumbruch hat tiefgreifende Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft, Philosophie sowie Politik und den medizinischen Entwicklungsstatus. Anhand daraus resultierender Innovationen gewinnen die Begrifflichkeiten „Zeit und Zeitlichkeit“[5] immer mehr an zentrale Bedeutung. Die umfassende Verzeitlichung des Lebens greift in alle Lebensbereiche ein.

Besonders bemerkbar machte sie sich jedoch in der industriellen Entwicklung. Die „Geschichte erscheint als ein Prozess ständiger Neu- und Umordnungen“[6] und muss sich ständigen neuen Sinnhinterfragungen unterziehen.

In der folgenden Hausarbeit wird zunächst auf die historischen Hintergründe des Epochenumbruchs eingegangen. Anschließend werden die Auswirkungen dieses Umstandes auf Wirtschaft, Gesellschaft, Medizin und Philosophie erläutert. In einem weiteren Punkt wird auf den Zeitgeist eingegangen und eine Beziehung zu Kunst und Literatur hergestellt. Danach wird auf das Problem des neuen Zeitbewusstseins in der deutschen Romantik eingegangen. In einem letzten Punkt werden die erarbeiteten Ergebnisse noch einmal zusammengefasst. Anschließend wird noch ein kurzes Fazit gezogen.

2. Hauptteil

Wie bereits in der Einleitung angedeutet, war die Zeit um das 18. Jahrhundert durch ständige Dynamiken, Weiterentwicklungen und Veränderungen geprägt. Ausschlaggebend sind die politischen Unruhestände zur Zeit des aufgeklärten Absolutismus in Frankreich und die daraus resultierende französische Revolution von 1789.

Im darauffolgenden Jahr begann die Herrschaft von Napoleon Bonaparte. In den nachkommenden Jahren baute er seine Macht immer weiter aus. 1804 erreichte Napoleon den Höhepunkt seiner politischen Karriere, indem er zum Kaiser gekrönt wurde. Diese politischen Fortgänge äußerten sich nicht nur ausschließlich in Frankreich, sondern auch in Deutschland, das zu dieser Zeit in über 300 Einzel- staaten[7] zersplittert war. Das Land erlebte eine Erneuerung in den Territorien, allen voran in Preußen. Darüber hinaus schlossen sich einige west-süddeutsche Fürstentümer zusammen und begründeten den Rheinbund, der später die Nachfolge des deutschen Reiches antrat. Es wurden grundlegende Renovationen im Rechts- und Verwaltungssystem Deutschlands durchgeführt. Anschließend kam es zur Auflehnung Europas gegen Napoleon. Sein Regime begann langsam einzustürzen, bis er in Russland im Jahre 1814 letztlich gestürzt wurde, was wiederum zu zentralen Veränderungen führte. Ein Jahr später bewirkte der Wiener Kongress eine politische Reorganisation in Europa. Die Territorialfrage wurde erneut verhandelt und die europäischen Großmächte bekräftigt. Zudem wurde die „soziale Führungsrolle“[8] des Adels, welche die „heilige Allianz“[9] bildeten, gestärkt. Die Restauration hielt vollkommenen Einzug in Deutschland und verhinderte die erhoffte Demokratisierung, die während der Befreiungskriege 1813 angestrebt wurde. Des Weiteren reagierte die heilige Allianz mit starken Antidemokratisierungsmaßnahmen, die zur Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit und einer scharfen Zensurpolitik führten. Hochschulen wurden überwacht und bespitzelt. Studentenbewegungen mussten starken politischen Bekämpfungen und Diskriminierungen standhalten. Letztlich bewirkten die Karlsbader Beschlüsse 1819 eine noch strengere Zensurpolitik, die Studentenbewegungen wurden gänzlich verboten und deren Anführer verhaftet[10]. Auch die folgenden Jahrzehnte wurden durch anhaltende politische Kämpfe, Hungerkrisen und weiteren Revolutionen in Irland, Polen Frankreich, Österreich und natürlich auch in Deutschland, geprägt[11].

2.1 Wissenschaft und Medizin

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, griffen die „Erschütterungen“[12] der voran- gegangenen Zeiten auch in den wissenschaftlichen und medizinischen Bereich ein und bewirkten in diesen Sektoren, im ganzen europäischen Raum ein ständig anwachsendes Interesse. In der Anthropologie wurde das damalige Menschenbild anhand des zunehmenden „dynamischen Naturbegriffs“[13] neu definiert, so wurde selbst die Menschennatur als etwas „Geschichtliches“[14] wahrgenommen.

Früher ging man davon aus, dass der Mensch Mittelpunkt der Welt wäre. Die Evolutionstheorie Charles Darwins und die theoretischen Ansätze Freuds zur „psychoanalytischen Macht des Unterbewusstseins“[15] trugen bei, dass ein vollkommen anderes Weltbild entstehen konnte, in dem die absolute Abgrenzung der menschlichen Natur zur „außermenschlichen Natur“[16] aufgelöst war. Einige der damals aufkommenden technischen Neuheiten haben sich bis heute durchgesetzt, wie zum Beispiel die von Fahrenheit entwickelte Temperaturskala, oder die von Anders Celsius festgelegten Celsiusgrade. James Wattes Erfindung der Dampfmaschine galt als größte technische Innovation für die wirtschaftliche Industrie und läutete zu jener Zeit die „industrielle Revolution“[17] ein.

2.2 Wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation

In der Wirtschaft führten die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu essentiellen Veränderungen der gesamten industriellen Struktur. Vor allem die Dampfmaschine, aber auch andere neu entwickelte Geräte, erleichterten die Arbeit erheblich und erhöhten den wirtschaftlichen Ertrag um ein Veilfaches. Das wirkte sich auch auf den landwirtschaftlichen Bereich aus. Dank der Eisenbahn war man nun mobil und konnte das wirtschaftliche Netzwerk weiter ausbauen. Durch die Fortschritte in der Wirtschaft entstanden riesige Industrielandschaften in Mittelengland, Belgien, Schlesien, im Ruhrgebiet und im Saarland. Immer mehr Menschen waren gezwungen ihren ländlichen Wohnsitz zu verlassen und in städtische Gebiete umzusiedeln, in denen sich die Fabriken befanden. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den industriellen Fabriken waren meist miserabel und lebensunwürdig.

Städtische Wohneinrichtungen wurden zwar für eine große Anzahl an Menschen konzipiert, die Räume waren dennoch viel zu klein und meist ohne jegliche sanitäre Einrichtungen. Die Menschen mussten unter schwersten Bedingungen arbeiten, hatten jedoch so gut wie keine Freizeit.

[...]


[1] Schmitz- Emans, Monika: Einführung in die Literatur der Romantik. Darmstadt 2004.S.8.

[2] Ebd. S.7.

[3] Vgl. ebd. S.7.

[4] Ebd. S.17.

[5] Ebd. S. 37.

[6] Ebd. S.17.

[7] Vgl. Schmitz- Emans. S.19.

[8] Schmitz- Emans. S.20.

[9] Ebd. S.20.

[10] Vgl. ebd. S.20.

[11] Vgl. Müller. Helmut, M.: Schlaglichter der deutschen Geschichte. In Zusammenarbeit mit weiteren Autoren und der Brockhaus- Redaktion. 2. Aufl. Bonn .2003. S. 148- S. 155.

[12] Schmitz- Emans. S.17.

[13] Ebd. S.18.

[14] Ebd. S.18.

[15] Ebd. S.18

[16] Ebd. S. 18.

[17] Müller. Helmut. M. S.158 ff..

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Zeit und Geschichte der Romantik
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur)
Veranstaltung
Hoffnungslos romantisch?
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V177106
ISBN (eBook)
9783640992683
ISBN (Buch)
9783640993208
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Kunst, Musik, Wirtschaftssituation usw. der romantischen Epoche
Schlagworte
Romantik, Epoche, Zeit, Geschichte, Kunst, Musik, Philosophie, Witschaft
Arbeit zitieren
Margaretha G. (Autor), 2011, Zeit und Geschichte der Romantik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177106

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