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Das Erleben chronisch erkrankter Menschen im Mittelpunkt pflegerischer Interventionen

Ein Portfolio im Modul: Gesundheitliche Versorgung und pflegerische Betreuung chronisch kranker Menschen

Title: Das Erleben chronisch erkrankter Menschen im Mittelpunkt pflegerischer Interventionen

Seminar Paper , 2010 , 69 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sandra Mehmecke (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Chronische Erkrankungen haben mittlerweile die ehemals das Krankheitsspektrum dominierenden Infektionskrankheiten abgelöst. Sie lassen in den Industrieländern ihren Anteil, zum einen an Todesfällen und zum anderen an den nicht zum Tode führenden Erkrankungen, ansteigen. Chronische Krankheiten erfassen Menschen in allen Lebensphasen und beeinträchtigen sie über lange Zeitspannen hinweg. Unveränderbare Beeinträchtigungen charakterisieren sie gleichermaßen, wie ein im Verlauf steigender und wechselnder Unterstützungs- und Versorgungsbedarf, der insbesondere an die Pflege herangetragen wird (vgl. Schaeffer/Moers 2000, S. 447). Die Pflege, vor allem im Krankenhausbereich, berücksichtigt bislang die besonderen Anforderungen an die Betreuung und Versorgung chronisch Erkrankter jedoch kaum (vgl. u.a. Hellige 2002, Hüper/Hellige 2007, Schaeffer/Moers 2008). Um diesem Manko an Patientenorientierung zu begegnen ist es unerlässlich, das Erleben der chronisch Erkrankten in den Mittelpunkt pflegerischer Interventionen zu stellen, denn ihr Erleben stellt den Ursprung pflegerischer Handlungen dar (vgl. Hellige 2002, S.81). Dieses Portfolio setzt sich speziell mit der Patientensicht auf chronische Krankheit, ihrem Erleben und Bewältigungshandeln auseinander. Für die Darlegung der fachlichen Kompetenz wurde ein Essay in Form einer Broschüre für Pflegekräfte verfasst und gestaltet. Gegenstand dieser Druckschrift ist das Phänomen des als non-compliant wahrgenommen chronisch kranken Patienten, da an diesem Phänomen die Relevanz, sowohl des Erlebens der chronisch Erkrankten als auch ihres Bewältigungshandelns, deutlich wird. Ein Essay in Form einer Broschüre wurde deshalb gewählt, weil so kreativ Wissen in die Praxis transferiert werden kann. Für die Demonstration der methodischen Kompetenz wurde ein problemzentriertes Interview in Anlehnung an Witzel (2000) mit einem chronisch erkrankten Menschen geführt. Die Analyse erfolgt anhand eines theoriegestützten Auswertungsverfahrens, wobei die Ergebnisse der Arbeit von Hellige (2002), die Phasen einer progredienten Verlaufsform der Multiplen Sklerose (MS) und ausgewählte Bestimmungsmomente im Abwärtsverlauf von MS, kategoriebildend sind. Mit einer Reflexion meiner eigenen Haltung im Umgang mit chronisch Erkrankten, stelle ich meine personale Kompetenz dar. Ein Nachwort schließt dieses Portfolio ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Fachliche Kompetenz

2.1.1 Kommentierung zum Belegstück der fachlichen Kompetenz

2.1.2 Belegstück Fachliche Kompetenz

2.2 Methodische Kompetenz

2.2.1 Kommentierung zum Belegstück der methodischen Kompetenz

2.2.2 Belegstück Methodische Kompetenz

2.3 Personale Kompetenz

2.3.1 Kommentierung zum Belegstück der personalen Kompetenz

2.3.2 Belegstück Personale Kompetenz

3 Nachwort

Zielsetzung & Themen

Das vorliegende Portfolio befasst sich aus der Patientenperspektive mit dem Erleben chronischer Krankheit und dem daraus resultierenden Bewältigungshandeln, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der professionellen Pflegebeziehung und der Vermeidung der Stigmatisierung als "schwieriger Patient" liegt.

  • Patientenperspektive und subjektives Erleben bei chronischer Krankheit
  • Phasenmodelle zum Krankheitsverlauf und zur Krankheitsbewältigung
  • Konfliktpotenziale und Perspektivenungleichheit zwischen Professionellen und Patienten
  • Methodische Reflexion pflegerischen Handelns durch qualitative Fallanalyse
  • Förderung von Patientenorientierung und individueller Krankheitsbewältigung

Auszug aus dem Buch

Die Vordiagnosephase oder: Irritation des Selbst- und Körperbildes

Die ersten Symptome der Krankheit treten Anfang der 80iger Jahre auf, werden aber von Herrn Z. weitgehend vernachlässigt. Es handelt sich um eine Schwäche im rechten Arm, Taubheitsgefühl in der rechten Hand und um eine zunehmende verwaschene Sprache. Diese Symptome führen aber zu keinerlei Einschränkungen, werden von Herrn Z. als Zeichen seiner hohen Arbeitsbelastung gewertet und verschwinden nach einiger Zeit wieder. Erst kurz vor der Geburt des ersten Sohnes 1986, als die Symptomatik verstärkt wiederkehrt und ihn beunruhigt, spricht er mit seiner Schwester über die Krankheitszeichen. Seine Schwester, die im Gesundheitswesen tätig ist, vermutet erstmals, dass ihr Bruder MS haben könnte: „[…]sie hat mir das gesagt, aber da wusste ich ja immer noch nicht, was das überhaupt zu bedeuten hat MS“ (vgl. I.T. Zeile 50-51). Herr Z. hofft darauf, dass die Symptome, wie zuvor, wieder verschwinden und wartet zunächst ab. Als aber durch eine zunehmende Schwäche im rechten Bein und Gleichgewichtsstörungen überdies Gangstörungen auftreten und er während seiner Arbeit von Kunden angesprochen und gefragt wird, ob er betrunken sei, lässt er sich in einem Krankenhaus untersuchen- einige Jahre nach Auftreten der ersten Symptome:

„[…]der ausschlaggebende Punkt war[…]bis ein Kunde praktisch so gesagt hat: ’Sagen sie mal, haben sie was getrunken?‘[…]Ja, weil ich halt schwanke, wenn ich gehe, wie ein Betrunkener[…]Und dann habe ich mir überlegt, das kann ich erst mal meiner Firma nicht zumuten, mir selber ja auch nicht[…]das kann ich also nicht mehr verantworten. Weder meiner Familie, der Firma…Und dann hab ich gesagt[…]ich lass mich untersuchen. Und dann bin ich das erste Mal ins Krankenhaus gekommen[…]“ (vgl. I.T. Zeile 59-68).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema chronische Krankheit im Kontext aktueller Versorgungsstrukturen und begründet die Notwendigkeit einer stärkeren Patientenorientierung im Pflegealltag.

2 Hauptteil: Der Hauptteil umfasst die fachliche Darlegung der Krankheitsbewältigung, die methodische Analyse mittels eines problemzentrierten Interviews sowie eine persönliche Reflexion der eigenen Haltung im Umgang mit chronisch Erkrankten.

3 Nachwort: Das Nachwort zieht ein Fazit zum Arbeitsprozess und unterstreicht die gewonnenen Erkenntnisse über die Komplexität und die Bedeutung individueller Krankheitsbewältigung für die pflegerische Praxis.

Schlüsselwörter

Chronische Krankheit, Multiple Sklerose, Patientenperspektive, Bewältigungshandeln, Pflegebeziehung, Non-Compliance, Krankheitsverlauf, qualitative Fallanalyse, professionelle Pflege, Patientenorientierung, Selbstsorge, Krankheitsmanagement, Biographiearbeit, Identitätsneubewertung, Gesundheitswesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das subjektive Erleben von chronisch erkrankten Menschen und wie professionelle Pflegekräfte die Bewältigungsarbeit der Betroffenen besser verstehen und unterstützen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Patientensicht auf chronische Krankheit, das Phänomen der als "schwierig" wahrgenommenen Patienten, sowie Strategien zur Krankheitsbewältigung im Verlauf einer progredienten Erkrankung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, das Verständnis für das Handeln chronisch Kranker zu schärfen, um diesen empathischer zu begegnen und die Patientenorientierung in der pflegerischen Versorgung zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretisch gestützte qualitative Fallanalyse, basierend auf einem problemzentrierten Interview in Anlehnung an Witzel, um den Krankheitsverlauf eines MS-Betroffenen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fachliche Auseinandersetzung mit Phasenmodellen der Krankheitsbewältigung, die methodische Fallstudie zu einem MS-Patienten sowie eine Reflexion der eigenen beruflichen Haltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem Chronische Krankheit, Patientenperspektive, Bewältigungshandeln, Krankheitsverlauf, professionelle Pflege und qualitative Fallanalyse.

Welchen Stellenwert nimmt die "Non-Compliance" in dieser Arbeit ein?

Die Autorin hinterfragt das Konzept der Non-Compliance und ersetzt den Begriff "schwieriger Patient" durch eine Analyse der dahinterstehenden, oft hochrationalen Bewältigungsstrategien der Patienten.

Warum wird im Interviewverlauf die Rolle des "Körperlauschens" hervorgehoben?

Das Körperlauschen wird als entscheidende Fähigkeit zur Expertise des Patienten über seinen Zustand und zur Anpassung des Alltags an die krankheitsbedingten Einschränkungen beschrieben.

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Details

Title
Das Erleben chronisch erkrankter Menschen im Mittelpunkt pflegerischer Interventionen
Subtitle
Ein Portfolio im Modul: Gesundheitliche Versorgung und pflegerische Betreuung chronisch kranker Menschen
College
University of Applied Sciences Hanover  (Abteilung Pflege und Gesundheit)
Grade
1,0
Author
Sandra Mehmecke (Author)
Publication Year
2010
Pages
69
Catalog Number
V177143
ISBN (eBook)
9783640986545
ISBN (Book)
9783640986767
Language
German
Tags
Chonisch Krank Pflege Portfolio
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Mehmecke (Author), 2010, Das Erleben chronisch erkrankter Menschen im Mittelpunkt pflegerischer Interventionen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177143
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