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Sonderbräuche und Bräuche des Zisterzienserordens während der Gabenbereitung

Title: Sonderbräuche und Bräuche des Zisterzienserordens während der Gabenbereitung

Research Paper (undergraduate) , 2025 , 13 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Pater Karl (Author)

Theology - Miscellaneous
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Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Gabenbereitung bedarf zuallererst eines Bewusstseins für die heterogene Bedeutung und Verwendung von gleichen oder ähnlichen Begriffen. Eine Abgrenzung von heidnischen Opferkulten und antiken Häresien beeinflusste die liturgische Entwicklung in ähnlicher Weise, wie es die Schriften von Mönchsgelehrten wie Alkuin taten. Der mittelalterliche Ablauf der hl. Messe/des Offertoriums unterschied sich nicht nur von Orden zu Orden von dem Ablauf der
römischen Messbücher: Zumindest was die Zisterzienser betrifft, könnte die eine oder andere Kongregation Sonderwege bzgl. der Gebetshaltung des Priesters beim Offertorium gegangen sein. Von den zahlreichen Privilegien, die dem Orden aus Citeaux im Laufe der Geschichte gewährt wurden und von dem reichen Schatz an gewachsener Liturgie werden heute noch u. a. die Gabenprozession bei der ewigen Profess und einige Gebete im Rahmen der hl. Beichte gepflegt und für die Nachwelt durch gelebte Gebetspraxis erhalten.

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Inhaltsverzeichnis

1 Aufbau der Gabenbereitung

1.1 Begriffsdefinition Offertorium/Proscomedie

1.2 Der Opfergang der Gläubigen

1.3 Der Offertoriumsgesang

1.4 Die Opfermaterie

1.5 Niederlegung der Gaben auf dem Altar und die begleitenden Gebete

1.6 Die Inzensierung und die Händewaschung

1.7 Orate fratres und die Secreta

2 Sonderbräuche im Zisterzienserorden in der Geschichte

2.1 Proscomedie der Zisterzienser inkl. Gabenprozession von der Kredenz zum Altar

2.2 Vorbereitung von Altar und Presbyterium bei den Zisterziensern

2.3 Das kniende Offertorium der Zisterzienser

2.4 Sonderbräuche mit nur indirektem Bezug zur Gabenbereitung

3 Bräuche im Zisterzienserorden heute

3.1 Die Gabenbereitung bei der Profess

3.2 Exkurs: Variationes in Ordine romano Reconciliationis seu Paenitentiae: Zwei Beispiele für Sonderbräuche der Zisterzienser außerhalb der Heiligen Messe

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung, theologische Bedeutung sowie gegenwärtige Praxis der liturgischen Sonderbräuche des Zisterzienserordens im Rahmen der Gabenbereitung der heiligen Messe. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwiefern der Zisterzienserorden über Jahrhunderte hinweg eigenständige Riten – wie etwa die Proscomedie, spezifische Gabenprozessionen oder das kniende Offertorium – ausgebildet und bis in die Gegenwart bewahrt hat.

  • Struktur, Begrifflichkeiten und theologiegeschichtliche Entwicklung der Gabenbereitung im römischen Ritus
  • Historische Eigenheiten des Zisterzienserritus, insbesondere die vorgezogene Bereitung der Gaben (Proscomedie) und die Prozession von der Kredenz zum Altar
  • Die liturgische Rolle von Diakon, Subdiakon und Priester bei der Vorbereitung des Altars und der Opfergaben
  • Das Phänomen des knienden Offertoriums in zisterziensischen Messbüchern
  • Gegenwärtige Relevanz und Ausübung überlieferter Gebräuche bei der ewigen Profess sowie im Bußsakrament

Auszug aus dem Buch

2.1 Proscomedie der Zisterzienser inkl. Gabenprozession von der Kredenz zum Altar

Bei den mittelalterlichen Zisterziensern spielten der Diakon und der Subdiakon die wesentliche Rolle bei der Bereitung von Altar und Presbyterium für das hl. Opfer. Priester, Diakon und Subdiakon legten in der Sakristei die Paramente an, dann wurde das Offizium gebetet und anschließend das Konventamt gefeiert. Anschließend gingen Diakon und Subdiakon in den Altarraum, um die Altartücher auf der Mensa des Altares auszubreiten. Auf die Epistelseite, das ist die rechte Seite, legten sie das Missale auf ein Kissen. Auf das Pult an der Evangelienseite legte der Diakon das Evangelienbuch. Auf den Kredenztisch stellten sie den Kelch mit dem Korporale und dem Offertorium. Den Kelch nahmen sie entweder aus der Sakristei mit, oder sie nahmen ihn aus dem Schrank des Presbyteriums. Das Korporale war größer als es heute üblich ist und wurde anders gefaltet. Es diente zugleich als Palla. Das Offertorium war ein längliches, seidenes Tuch, womit der Kelch verhüllt wurde, wenn der Diakon denselben dem Priester anbot. Aus diesem Tuch hat sich das heutige Schultervelum (Velum humerale) entwickelt.

„Diakon und Subdiakon gingen sofort nach dem Staffelgebet zur Kredenz und bereiteten die Opfergaben. Dieser Ritus geht auf die griechische Liturgie zurück [...]. Der Diakon brachte das Korporale von der Kredenz zum Altar, breitete es aber nicht aus. Währenddessen reinigte der Subdiakon den Kelch, indem er ihn, zumindest in den Anfängen des Ordens, mit Wasser ausspülte. Die Hostie wurde auf die Patene gelegt, Wein in den Kelch gegossen, und es folgte eine Prozession zum Altar. Der Diakon trug den Kelch [mit dem Wein] und der Subdiakon das Kännchen mit dem Wasser zum Priester, welcher an der Epistelseite stand und dort den Mischungsritus vornahm. Dies alles dürfte ohne begleitende Gebete vor sich gegangen sein.“

WINTER beschrieb hier die Mischung während der hl. Messe, an einer anderen Stelle schrieb er aber von der Mischung vor der hl. Messe als alten Brauch bei den Zisterziensern. Als ein offiziell erlaubter Sonderritus wurde das Zusammenfügen von Wein und Wasser noch vor dem Geschehen am Altar auch noch im 20. Jhdt. schriftlich festgehalten. Auch wenn von diesem Privileg im 21. Jhdt. nicht mehr oft Gebrauch gemacht wird, so war es in der vorläufigen deutschen Version des Gebräuchebuches von 2021 immer noch zu finden.

Kapitelübersichten

1 Aufbau der Gabenbereitung: Das Kapitel analysiert die klassischen Elemente der Gabenbereitung in der römischen Liturgie, von der Begriffsgeschichte über den Opfergang und Gesang bis hin zu den Begleitgebeten und Riten.

2 Sonderbräuche im Zisterzienserorden in der Geschichte: Dieser Abschnitt erörtert die ordenseigenen liturgischen Besonderheiten der Zisterzienser im Mittelalter und der Frühen Neuzeit, wie die Gabenbereitung auf der Kredenz und das kniende Offertorium.

3 Bräuche im Zisterzienserorden heute: Das Kapitel beleuchtet das Fortleben zisterziensischer Liturgietraditionen in der Gegenwart, insbesondere bei der Ordensprofess sowie anhand von Sonderrechten im Rahmen der Beichte.

4. Zusammenfassung: Der Schlussteil fasst die Resultate zur liturgiegeschichtlichen Entwicklung der zisterziensischen Riten zusammen und betont deren Wert für die gelebte Gebetspraxis.

Schlüsselwörter

Zisterzienserorden, Gabenbereitung, Offertorium, Proscomedie, Liturgiegeschichte, Heilige Messe, Kredenz, Altar, Diakon, Subdiakon, Kniendes Offertorium, Ordensprofess, Ritus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den historischen und gegenwärtigen liturgischen Eigenheiten und Sonderbräuchen des Zisterzienserordens während der Gabenbereitung der heiligen Messe.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Kernbereichen gehören der allgemeine Aufbau der Gabenbereitung im römischen Ritus, die spezifisch zisterziensische Ritenpraxis in der Geschichte sowie heutige liturgische Anwendungsformen im Klosterleben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, die Genese, theologische Bedeutung und den Wandel der zisterziensischen Sonderbräuche rund um das Offertorium aufzuzeigen und deren Fortwirken zu dokumentieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Untersuchung bedient sich einer liturgiehistorischen und textanalytischen Methode, indem historische Messbücher, Ordensrituale sowie theologische Sekundärliteratur vergleichend ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Im Hauptteil werden konkrete Bräuche detailliert beschrieben, darunter die Gabenprozession von der Kredenz, die Vorbereitung der Gefäße durch Diakon und Subdiakon, das Knien des Priesters während des Offertoriums sowie ordensspezifische Gebetsformeln.

Welche zentralen Schlüsselbegriffe kennzeichnen das Dokument?

Wesentliche Begriffe sind Offertorium, Proscomedie, Gabenbereitung, Kredenz, Subdiakon, Missale, Ritus cisterciensis und Ordensprofess.

Was bedeutet der Begriff „Proscomedie“ im Kontext der zisterziensischen Gabenbereitung?

Der Begriff ist an den byzantinischen Ritus angelehnt und bezeichnet bei den Zisterziensern die vorbereitende Herrichtung der Gaben – das Reinigen des Kelches, Auflegen der Hostie und Mischen von Wein und Wasser – auf der Kredenz noch vor der Übertragung zum Altar.

Worin bestand die Besonderheit des „knienden Offertoriums“ bei den Zisterziensern?

Im Gegensatz zum stehenden Vollzug im römischen Ritus sahen ältere zisterziensische Messbücher vor, dass der Priester das Aufopferungsgebet kniend verrichtete oder beim Erheben der Gaben eine Kniebeuge vollzog.

Wie kommt die Gabenbereitung heute bei der Zisterzienserprofess zum Tragen?

Bei der feierlichen Profess wird die Gabenprozession genutzt, um das Gelübde der Neuprofessen zeichenhaft zu vertiefen, indem diese ihre unterzeichnete Professurkunde zusammen mit Brot und Wein zum Altar bringen.

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Details

Title
Sonderbräuche und Bräuche des Zisterzienserordens während der Gabenbereitung
Course
Monastische Liturgie und Stundengebet
Grade
Sehr gut
Author
Pater Karl (Author)
Publication Year
2025
Pages
13
Catalog Number
V1771723
ISBN (PDF)
9783389207123
Language
German
Tags
Zisterzienser Mönche Mittelalter Gabenbereitung Proscomedie Liturgie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pater Karl (Author), 2025, Sonderbräuche und Bräuche des Zisterzienserordens während der Gabenbereitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1771723
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