Spracherwerbsproblematik als Determinante der Integration von Migranten


Diplomarbeit, 2003

102 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Erziehungs- und sozialisationstheoretische Überlegungen
2.1 Abgrenzung der Begriffe Erziehung und Sozialisation
2.2 Migrationsforschung in der erziehungswissenschaftlichen Forschung

3 Migration in Deutschland
3.1 Geschichtliche Anmerkungen
3.1.1 Europas wandernde Arbeiter
3.1.2 Von fremden Arbeitern zu Migranten
3.2 Migrationsforschung
3.2.1 Individualistische Sichtweise
3.2.2 Systemische Sichtweise

4 Entwurf eines sozioökologischen Modells zur Erfassung von Schulerfolgsdeterminanten in Migrantenschullaufbahnen
4.1 Bronfenbrenners sozioökologisches Modell als Modell bikultureller Entwicklungsprozesse
4.2 Determinanten des Exosystems
4.3 Determinanten des Mesosystems
4.4 Determinanten des Mikrosystems
4.5 Individuelle Schülermerkmale
4.6 Zusammenfassende Interpretation

5 Prozess der Integration unter dem Gesichtspunkt der Zweisprachigkeit und des Bilingualismus
5.1 Begriffsbestimmung
5.2 Selbstkonzept bei ausländischen Heranwachsenden
5.3 Prozess des Zweitspracherwerbs
5.3.1 Spracherwerbsbedingungen im Integrationsprozess unter Berücksichtigung des Selbstkonzeptes
5.3.2 Modelle zweisprachiger Erziehung
5.3.3 Sprachunterricht multinationaler Regelklassen unter Submersions-Bedingungen
5.3.4 Motivationsbezogene Aspekte
5.3.5 Auswirkungen der sozialen Kontakte auf den Zweitspracherwerb
5.4 Deutsch als Muttersprache, Zweitsprache oder Fremdsprache

6 Förderungsprogramme zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der Integration
6.1 Die Organisation der Sprachförderung
6.2 Staatliche Institutionen
6.2.1 Sprachverband Deutsch e.V
6.2.2 Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge
6.3 Maßnahmen innerhalb des Schulwesens
6.3.1 Deutsch für Ausländer als Zusatzfach
6.3.2 Unterricht in der Muttersprache als Zusatzfach
6.4 Weitere Förderungsmöglichkeiten

7 Fallanalyse
7.1 Methodische Vorüberlegungen
7.2 Migrationsbiographie
7.3 Schulische Entwicklung in der Heimat und in Deutschland
7.4 Auswirkungen der Determinanten der ökologischen Systeme auf den Schulerfolg der Explorandin

8 Zusammenfassende Interpretation und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Modell der Ökologie menschlicher Entwicklung nach BRON- FENBRENNER: Die Ökologie der menschlichen Entwicklung (1981). S. 38 und 41 ff.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Problemstellung

Die Industrieländer der westlichen Welt sind schon seit Jahrzehnten aufgrund nationaler und internationaler Strukturveränderungen der Wirtschaft auf eine Zuwanderung von Arbeitskräften aus technisch weniger entwickelten Ländern angewiesen. Obwohl in der Regel diese Migration[1] als zeitweilige und damit vorübergehende Notwendigkeit wahrgenommen und von einer Rückwanderung der eingereisten ausländischen Arbeitskräfte ausgegangen wurde, sehen sich die Industrienationen inzwischen vor die Tatsache gestellt, dass sich die übergroße Mehrheit der Arbeitsmigranten im Zuge der Familienzusammenführung zu einem beständigen Teil der Gesellschaft entwickelt hat und mit fortwährender Aufenthaltsdauer der zunächst als „Gäste“ angesehenen Migranten auch die Zahl der nachgezogenen oder hier geborenen Kinder gestiegen ist.

Diese Deutschland bzw. Europa betreffenden Migrationsbewegungen, welche individuelles Herbeisehnen der Verbesserung der Lebensbedingungen und eine Triebkraft menschlicher Entwicklung darstellen, werden unterschiedlich als Wanderungen von Arbeitsmigranten, (Spät-)Aussiedlern, Flüchtlingen, Asylbewerbern etc. bezeichnet und damit separiert. In dieser Arbeit werden sie jedoch als unterschiedliche Ausprägungen eines Phänomens verstanden: Der Migration.

Migration als die befristete oder dauerhafte Verlagerung des Lebensmittelpunktes in eine andere Kultur und die daraus entstehenden Probleme und Spannungen gehören zu den sensiblen Bereichen des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenlebens einer Gesellschaft. Die eigene Heimat freiwillig oder gezwungenermaßen zu verlassen und „in der Fremde“ eine neue Existenzgrundlage zu finden, ist oft ein aufwändiges sowie bisweilen leid- und spannungsgeladenes Unterfangen; individuelle und gesellschaftliche Ausgrenzung gilt es beiseite zu räumen oder wenigstens zu umgehen.

Mit welchen Problemen dieser Anpassungs- und Integrationsprozess häufig behaftet ist, zeigt schon allein die Tatsache, dass es erhebliche Schwierigkeiten bereitet, die Migrantenjugendlichen definitorisch zu beschreiben. Einige willkürlich ausgewählte Titel von Veröffentlichungen zum Thema Migrantenjugendliche sollen dies verdeutlichen: „Das verhaltensgestörte Gastarbeiterkind“, „Die tickende soziale Zeitbombe“, „Orientierungsprobleme ausländischer Jugendlicher“ oder „Zwischen Ghetto und Knast“. Demnach handelt es sich bei Migrantenjugendlichen um eine verlorene Generation, Wanderer zwischen zwei Kulturen – oder ist dies eine Fehleinschätzung?

Die Gesellschaft reagiert auf die Integrationskonflikte mit Förderungsmaßnahmen für Migrantenkinder, die hinsichtlich ihrer integrationspolitischen Maßnahmen in zwei Aufgabenfelder zu unterscheiden sind: 1. Verbesserung der Integration bereits Zugewanderter und 2. Anbietung von Integrationsleistungen für zukünftige Zuwanderer. Diese Maßnahmen beschränken sich jedoch lediglich in schulischen Zusatzangeboten im Fach Deutsch (für Ausländer) und bleiben auch aufgrund der Tatsache, dass sie nur einen Aspekt der Integration betrachten, größtenteils erfolglos. Die Beherrschung von Deutsch als Kommunikationssprache stellt allerdings für die ausländische Bevölkerung den immer noch wichtigsten Faktor zur Integration in die deutsche Gesellschaft dar. Mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache erhöhen sowohl die soziale Distanz, bedingt durch den rechtlichen Status als „Ausländer“, als auch die kulturelle Distanz, welche sich durch Merkmale der Sprache und der unterschiedlichen Wert- und Normvorstellungen ausdrückt. Die Frage der erfolgreichen gesellschaftlichen Integration der Migranten bedarf einer umfassenderen Lösung.

Ich werde im folgenden versuchen darzulegen, dass Mehrsprachigkeit nicht zu einem Hindernis für die Integration und den Schulerfolg werden muss, sondern vielmehr als Basis dienen kann, sofern eine mehrsprachige Erziehung sorgfältig geplant und nicht dem Zufall überlassen wird.

Zentrales Anliegen ist es die Einflussfaktoren auf den Schulerfolg für Migranten darzustellen, die Spracherwerbsproblematik als eine Determinante des Schulerfolgs zu kennzeichnen und die aktuell bestehenden Förderungsmaßnahmen (auch auf ihre Schwächen hin) zu untersuchen, um daraus resultierend Handlungsanweisungen generieren zu können.

Insgesamt sollen folgende forschungsleitende Fragen beantwortet werden:

- Welchen Einfluss haben migrationsbedingte Sprachprobleme auf den Schulerfolg, und welches sind die weiteren Faktoren für den Schulerfolg und einer geglückten Integration in gesellschaftliche Strukturen?
- Wie gestaltet sich der Prozess der Integration von der Ausreise aus dem Heimatland bis hin zum Zweitspracherwerb?
- Inwieweit unterstützen dabei bestehende Förderungsmaßnahmen die Integration von Migranten, und weisen diese Maßnahmen evtl. Schwachstellen auf?

Im Anschluss an die Problemstellung führt die Arbeit in die theoretischen Grundlagen ein. Dabei bedarf es zunächst einer begrifflichen Abgrenzung von Erziehung und Sozialisation sowie einer Klärung der Positionierung der Migrationsforschung innerhalb der erziehungswissenschaftlichen Forschung. Anschließend werden in Kap. 3 die geschichtlichen Hintergründe der Migration sowie der Migrationsforschung skizziert und um aktuelle demoskopische Daten ergänzt. Kap. 4 widmet sich dem Versuch, ein umfassendes sozioökologisches Modell zur Erfassung von Schulerfolgsdeterminanten in Migrantenschullaufbahnen darzustellen. Dabei wird eine Klassifizierung der Determinanten in Determinanten des Exo-, Meso- und Mikrosystems vorgenommen und die jeweilige Bedeutung der Sprachsituation herausgearbeitet. Anknüpfend an dieses Modell sollen in Kap. 5 die zuvor ermittelten Faktoren unter besonderer Berücksichtigung der Bilingualität bzw. Zweisprachigkeit im Prozess des Zweitspracherwerbs und der Integration betrachtet werden. Im Anschluss daran erfolgt eine Kennzeichnung der vielfältigen Förderungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Nach einer beispielhaften Darstellung einer positiven Migrationsbiographie wird abschließend ein Resümee zur Spracherwerbsproblematik als Determinante der Integration gezogen.

2 Erziehungs- und sozialisationstheoretische Überlegungen

2.1 Abgrenzung der Begriffe Erziehung und Sozialisation

Pädagogische Begriffsbildung ist traditionsgemäß schwierig, da pädagogische Theoriebildung aus Sichtweise verschiedener wissenschaftstheoretischer Ansätze mit oftmals voneinander abweichenden Methoden betrieben wird und das metatheoretische Regelsystem der betreffenden Richtungen zumindest teilweise unterschiedlich ist (vgl. WEBER 1972, S. 37). Dies erschwert den Versuch, einen Konsens zu erzielen, der die Entwicklung einer einheitlichen Terminologie ermöglichen würde. Soll jedoch die Eigenständigkeit der Pädagogik als Wissenschaft betont werden, ist eine gewisse fehlende Trennschärfe zu beobachten. Eine „realistische Pädagogik“ kann sich daher nach GLÖCKEL nicht nur auf eine erziehungswissenschaftliche Theorie zurückziehen, deren begrifflicher Bezugsrahmen die Erkenntnisse der pädagogischen Bezugswissenschaften ausspart (vgl. GLÖCKEL 1981, S. 7). Gerade bei den Humanwissenschaften sind eine Fülle von Interdependenzen festzustellen, die bestimmten terminologischen Festlegungen nicht eindeutig zugeordnet werden können (vgl. GLUMPLER 1985, S. 27).

Die soziologisch orientierten Erziehungstheoretiker FISCHER und KRIECK trennten den Bereich der Erziehung in einen intentionalen und einen funktionalen. Für die vorliegende Arbeit wird diese Unterscheidung aufgegriffen und unter intentionaler Erziehung die methodische und zielgerichtete Einwirkung des Erziehers auf den Zögling verstanden. Die funktionale Erziehung umfasst dagegen jede Art prägender und formender Einwirkung, die für die Einstellungen und das Verhalten des Erziehenden relevant und vom Erzieher nicht ausdrücklich geplant und beabsichtigt ist (vgl. ebenda 1985, S. 27).

Diese Definition der intentionalen Erziehung orientiert sich an dem Erziehungsbegriff, den KOB in seiner „Soziologischen Theorie der Erziehung“ beschreibt. Dabei bezeichnet er als Erziehung die bewusst auf stabile Beeinflussung von Personen gerichteten Handlungen des Pädagogen, in denen es zu einer geplanten Abfolge spezifischer Handlungsschritte kommt, mit dem Ziel, in Personen bestimmte Verhaltensdispositionen zu entwickeln bzw. vorhandene zu verändern. Unter Sozialisation versteht er jeden Vorgang, in dem es durch Interaktionen zur Entwicklung relativ stabiler Verhaltensdispositionen im einzelnen Menschen kommt. Sozialisation bezieht demnach die intentionale Erziehung in ihre Untersuchungen mit ein (vgl. KOB 1976, S. 5 f. und S. 25).

BREZINKA betont bei seinem Definitionsversuch der Erziehung insbesondere den dauerhaften Charakter derselben und definiert Erziehung als „soziale Handlungen [...], durch die Menschen versuchen, das Gefüge der psychischen Disposition anderer Menschen in irgendeiner Hinsicht dauerhaft zu verbessern oder seine als wertvoll beurteilten Komponenten zu erhalten“ (BREZINKA 1974, S. 95). Daraus abgeleitet kann unter Erziehungshandeln ein Sonderfall im Gesamtzusammenhang des Sozialisationsgeschehens und unter Erziehung eine spezielle Variante von Sozialisation verstanden werden (vgl. GLUMPLER 1985, S. 27). Es kann auch festgestellt werden, dass die Bemühungen der Erziehungswissenschaft über diejenigen der Sozialisationsforschung hinaus gehen können. So beschreiben bspw. manche Richtungen der Sozialwissenschaften „nur“ aktuelle Gegebenheiten oder reproduzieren bestehende Verhältnisse, wohingegen sich erziehungswissenschaftliche Zielsetzungen nicht mit dem faktisch Gegebenen und Vorfindbaren begnügen, sondern vielmehr eine Weiterentwicklung und Verbesserung der bestehenden Realität über die Abbildung realer Gegebenheiten hinaus anstreben (vgl. SILLER 1983, S. 33 f.).

2.2 Migrationsforschung in der erziehungswissenschaftlichen Forschung

Der Begriff der Migration stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Wandern, Wegziehen bzw. Wanderung. Er ist in den letzten Jahren, beeinflusst durch das weltweit in Verwendung geratene englische Wort „migration“, sowohl in der deutschen Alltagssprache als auch in der Begriffssprache der Sozialwissenschaften heimisch geworden. In den Sozialwissenschaften werden unter der Migration allgemein solche Bewegungen von Personen verstanden, die einen dauerhaften Wohnortwechsel bedingen. Seit 1960 wird dieser Wechsel als Migration erfasst, sobald er länger als fünf Jahre andauert. In Deutschland wird das Kriterium der Dauerhaftigkeit schon als erfüllt angesehen, wenn die Migration mit einem tatsächlichen Wohnsitzwechsel von Gemeinde A in Gemeinde B verbunden ist (vgl. HAN 2000, S. 7 f.).

WAXMANN definiert Migration als „eine längerfristige, räumliche Verlagerung des Lebensschwerpunktes über eine größere Distanz, bei der der bisherige soziale Aktionsraum verlassen wird“ (WENNING 1993, S. 19). Diese Bedeutung von Migration ist vergleichbar mit dem Gebrauch des englischen Begriffes (vgl. FRANZ 1984, S. 31) und betont sowohl die Dauerhaftigkeit, die räumliche Bewegung als auch den Verlust der sozialen Verbindungen und soll in diesem Sinne in dieser Arbeit verwendet werden[2].

Eine Theorie der Migration sollte in der Lage sein, den Umfang, die Richtung und die Zusammensetzung einer Migrantengruppe ebenso zu erklären, wie die Gründe für die Entscheidung zur Migration, die Wahl des Zielgebietes, die Form der sozialen Integration in das Aufnahmeland sowie die weiteren Entwicklungen inklusive Rückwanderungen (vgl. RICHMOND 1988, S. 7). Eine solch umfassende Theorie gibt es bis heute allerdings nicht, und es spricht wenig dafür, dass es sie in absehbarer Zeit geben wird. Zu vielschichtig sind die Einflussfaktoren und zu abweichend die diversen Interessen der beteiligten Forschungsrichtungen. Außerdem müssten sich aufgrund der großen Reichweite einer solchen Theorie der Migration sehr viele verschiedene Wissenschaften beteiligen. Dies würde von der Bevölkerungswissenschaft über die Geographie, Geschichte bis hin zur Ökonomie und von der Psychologie und Soziologie über die Anthropologie bis hin zur Erziehungswissenschaft reichen. Dennoch lässt sich ein Aspekt nennen, in dem sich alle beteiligten Forscher einig sind: Es handelt sich bei der Migration um ein komplexes Thema, an dem sehr viele verschiedene Wissenschaften beteiligt sind (vgl. FRANZ 1984, S. 88 ff. und WENNING 1996, S. 16).

Für die Migrationsforschung der achtziger und neunziger Jahre führte das vorwiegend sozialwissenschaftlich geprägte Erkenntnisinteresse zu einem Untersuchungsschwerpunkt im Bereich der Sozialisationsforschung. SCHMIDTKE bezeichnete während dieser Zeit als Aufgabe zukünftiger Ausländerpädagogik, das Stadium verallgemeinernder Aussagen zu überwinden und die Entwicklung eines konkreten Kindes in einer konkreten, durch Migration in einer multikulturelle Gesellschaft bestimmten Erziehungssituation in das Zentrum ihrer Untersuchungen zu stellen (vgl. SCHMIDTKE 1984, S. 80). Damit hat SCHMIDTKE zum einen die Notwendigkeit einer Verlagerung des Erkenntnisinteresses von den Aspekten funktionaler Erziehung auf den Bereich der intentionalen angesprochen und zum anderen auf die Bedeutung von Fallanalysen hingewiesen, die während der damaligen Zeit weitgehend vernachlässigt worden sind (vgl. GLUMPLER 1985, S. 28).

Gleichzeitig verdeutlichte er, dass aus ausländerpädagogischer Sichtweise ein anderes Verständnis vom Migrantenkind als „Untersuchungsgegenstand“ vorausgesetzt werden muss. Während es für die Sozialisationsforschung in erster Linie ein Objekt ungünstiger Sozialisationseinflüsse ist, versucht die erziehungswissenschaftliche Forschung herauszustellen, dass das Kind für seine eigene Entwicklung von Bedeutung ist, d.h. in seinem Vermögen, auf jeweils individuelle Situationen im Rahmen der Fähigkeiten zu reagieren und sie zugleich auch zu beeinflussen (vgl. ebenda, 1985 S. 28). Die vorliegende Arbeit versteht sich daher als Beitrag einer Ausländerpädagogik im Rahmen der allgemeinen erziehungswissenschaftlichen Forschung in dem von SCHMIDTKE angesprochenen Sinn.

Ein erziehungstheoretisches Modell, welches eine Systematisierung der Faktoren ermöglichen soll, die Einfluss auf den Schulerfolg des einzelnen Schülers nehmen, wird in Kap. 4 vorgestellt. Zunächst erfolgt jedoch im folgenden Kapitel eine Darstellung der Rahmenbedingungen der Migration sowohl unter historischem als auch unter aktuellem Aspekt.

3 Migration in Deutschland

3.1 Geschichtliche Anmerkungen

3.1.1 Europas wandernde Arbeiter

Der Grund der großräumigen Arbeitsmigration wird oftmals als Folge neuzeitlicher Wirtschaftsentwicklungen verstanden. Durch die Industrialisierung kam es zur Abwanderung der Landbevölkerung in die Städte und zur Emigration, der Auswanderung in andere Länder. Eine Triebfeder ist dabei die Suche nach besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen. Allein zwischen 1861 und 1929 wanderten dreißig Millionen Menschen, zumeist Europäer, in die USA aus (vgl. Castles 1991, S. 132). Durch die spätere nationalsozialistische Kriegswirtschaft wurden weitere zwölf Millionen Menschen als Arbeitskräfte zwangsverschleppt, die meisten davon von Ost- nach Westeuropa. Politisch motivierte Migrationsbewegungen folgten in den anschließenden Jahrzehnten: 1956 aus Ungarn, 1968 aus der CSSR, 1981 aus Polen, 1989 aus Rumänien sowie der ehemaligen DDR und seit 1991 kommen Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie anderen Kriegsgebieten.

Die staatlich geförderte Arbeits migration begann Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Industriegebiete im Nordwesten Europas benötigten Arbeitskräfte, um den Wirtschaftsaufschwung vorantreiben zu können. Dieser Bedarf wurde – getreu dem damaligen Motto „Kohle gegen Menschen“ – größtenteils aus Europas bzw. aus dem Südwesten Europas gedeckt. So wurden 1954 italienische und spanische „Gast“- bzw. „Fremdarbeiter“ in belgischen und nordfranzösischen Produktionsbereichen wie Bergbau- und Stahlgebiete eingesetzt, die bei den einheimischen Arbeitern wenig beliebt waren (vgl. Viehböck/Bratic 1994, S. 13).

Beide jeweils teilnehmenden Länder profitierten dabei von dieser Art der Kooperation: Das entsendende Land erhoffte sich einen „Export“ von Arbeitslosen und über den Rücktransfer von Devisen eine positive Bilanzierung der Auslandsverschuldung. Für das Aufnahmeland war der „Gastarbeiter“ als „Arbeiter auf Zeit“ ein willkommener Konjunkturpuffer, und den Arbeiter selbst lockten höhere Verdienstmöglichkeiten.

In den darauf folgenden Jahren stieg die Zahl der Arbeitsmigranten in zunehmendem Maße an. Das Gewicht der klassischen Entsendeländer verschob sich auf das ehemalige Jugoslawien, die Türkei und Portugal. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Schweiz wurden zu neuen Aufnahmeländern (vgl. ebenda, S. 13 f.). Mit der Ölkrise 1973 und der beginnenden Rezession änderte sich auch die politische Einstellung. Die Aufnahmeländer verhängten ohne Konsultationen mit den Entsendeländern einen generellen Anwerberstopp, und arbeitslose Fremdarbeiter wurden in ihre Herkunftsländer zurück geschickt. In Europa jedoch stieg die Anzahl der mittlerweile für viele Wirtschaftsbereiche unverzichtbar gewordenen ausländischen Arbeitskräfte bis 1980 noch auf insgesamt 13,3 Millionen an.

Ab den achtziger Jahren zeichnete sich eine Veränderung der Migrationsrichtung ab. Für die „etablierten“ „Gastarbeiter“ wurden bulgarische, polnische, rumänische, slowakische, tschechische und ungarische Arbeitssuchende zu Billiglohnkonkurrenten und vermehrten das Angebot des „grauen“ Arbeitsmarktes. In den neunziger Jahren lebten ca. 20 Millionen Menschen, die Migranten oder Migrantenkinder sind, in Europa. In Großbritannien, Frankreich und Deutschland hielten sich jeweils über vier Millionen Personen unterschiedlicher Herkunft auf, von denen vierzig bis fünfzig Prozent aus außereuropäischen Ländern stammen (vgl. Castles 1991, S. 134).

Mitte der neunziger Jahre lebten knapp dreißig Prozent der Zugewanderten schon zwanzig Jahre und länger in Deutschland. Heute werden diejenigen, die bis zum Anwerberstopp 1973 in die Bundesrepublik Deutschland kamen, als erste Generation bezeichnet. Dieser Begriff, der zu dem des „Gastarbeiters“ in eklatantem Widerspruch steht (da dieser sich eigentlich nur vorübergehend hier aufhält und verschiedene Generationen sich nie überschneiden würden), wurde aufgegriffen, als sich herausstellte, dass die Migranten Familienangehörige nachholten, hier eine Familie gründeten und andere private Beziehungen aufbauten. Die in den Aufnahmegesellschaften geborenen Gastarbeiterkinder bzw. –kindeskinder wurden und werden seither als zweite bzw. dritte Generation bezeichnet (vgl. TREIBEL 1999, S. 129).

3.1.2 Von fremden Arbeitern zu Migranten

Als „Gastarbeiter“ gefragt waren insbesondere junge, körperlich und seelisch gesunde, anspruchslose, ausdauernde und fügsame Männer, die in Zeiten schlechter Konjunkturlage jederzeit zurücksendbar sein sollten. Dabei wurde das als Rotation bezeichnete Prinzip als Regulativ am Arbeitsmarkt wirksam; der zeitlich begrenzt gedachte Aufenthalt sollte eine maximale Ausschöpfung der Produktivität garantieren und soziale Kosten der Qualifizierung jüngerer oder der Versorgung älterer Ausländer gering halten (vgl. Kreisky 1986, S. 410).

Mitte der siebziger Jahre trat aufgrund der Unverzichtbarkeit der „Fremdarbeiter“ die Frage nach einer „Integration“ der mittlerweile schon seit Jahrzehnten in der Bundesrepublik Deutschland lebenden bzw. in diesem Land geborenen oder aufgewachsenen Migranten in den Vordergrund. Es zeigte sich, dass für einen Großteil von ihnen aus einem „Provisorium auf Zeit“ ein „Aufenthalt auf Dauer“ geworden war. Die „Gastarbeiter“ wurden zu „ausländischen Arbeitnehmern“ und diese zu Arbeitsmigranten. Während sich der Migrationsprozess als unumkehrbar erwies, wurde in zunehmenden Maße die Frage der Assimilation oder Integration der Migranten gestellt. In diesem Zusammenhang wurde unter Assimilation die bedingungslose Ein- bzw. Anpassung verstanden (vgl. Lüttinger 1986, S. 20, Viehböck/Bratic 1994, S. 17 und Wenning 1996, S. 19).

Die Ausländerpolitik bestimmte die Diskussion um die Migration. Existierte in den neunziger Jahre noch eine Förderung der Rückkehr ausländischer Arbeitnehmer in das Herkunftsland, so spricht heute kaum noch jemand davon, die Anzahl z.B. der Türken in Deutschland zu reduzieren (vgl. Meier-Braun 1995, S. 19 f.). Diese kurze Erläuterung soll exemplarisch verdeutlichen, wie unsystematisch und teilweise zugespitzt die Diskussion um die Migration war und ist.

Ziel des folgenden Kapitels ist es, die Komplexität des Phänomens Migration sowie deren mögliche Gründe, Folgen und Funktionen genauer zu untersuchen sowie die Auswirkungen auf das Gesellschaftssystem und die Migration im Laufe eines Menschenlebens aus individueller Sichtweise darzustellen.

3.2 Migrationsforschung

Nicht alle Forschungsansätze zur Beschreibung und Erklärung von Migration können als Theorien im eigentlichen Sinne verstanden werden. Versuche, die Vielfalt der Phänomene der Migration nach Merkmalen zu ordnen, existieren reichlich. ESSER beschreibt bspw. als Klassifizierungsmerkmale vier wichtige Dimensionen: Die Freiwilligkeit der Migration, die relative Machtposition der Migranten, die Absicht der Migranten in Bezug auf ihre Lebensweise und die Anzahl der mitwandernden Personen (vgl. Esser 1980, S. 25). Den wohl bekanntesten Versuch zur Unterscheidung der Migranten des ehemaligen Großbritannien stellt das vor über 100 Jahren entwickelte Wanderungsmodell von RAVENSTEIN dar. Kurz gefasst sagen die „Wanderungsgesetze“ von Ravenstein folgendes aus:

1. Der Großteil der Wanderer legt nur eine kurze Strecke zurück.
2. Die Bewegungsrichtung zielt dabei auf Handels- und Industriezentren ab.
3. Je weiter eine Region von einer anderen Region entfernt ist, desto weniger direkte Wanderer gibt es zwischen den Regionen.
4. Jeder große Wanderungsstrom erzeugt auch einen Gegenstrom.
5. Fernwanderer gehen im Allgemeinen in Industriegebiete.
6. In der Stadt Geborene sind weniger mobil als auf dem Land Geborene.
7. Frauen sind mobiler als Männer.
8. Die Anzahl der Wanderungen hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung ab (vgl. RAVENSTEIN 1885, S. 51 f.).

Die obigen Aussagen sind stark geprägt vom Entwicklungsstand der Gesellschaft im ehemaligen Vereinten Königreich. So schlägt sich in den Aussagen 2 und 6 die damalige vorherrschende Land-Stadt-Wanderung nieder, und Aussage 7 erklärt sich durch die häufigen Arbeitsplatzwechsel der in erster Linie als Haushaltshilfen und Industriearbeiterinnen tätigen Frauen. Die anderen Regelmäßigkeiten behalten hingegen bis heute ihre Gültigkeit (vgl. Wenning 1996, S. 22).

Aus diesen Aussagen entwickelte Modelle, wie bspw. die Distanz- und Gravitationsmodelle, die sog. Push-Pull-Konzepte sowie Modelle, welche ökonomische Faktoren in den Vordergrund stellen, bleiben meist mit ihrer Aussagekraft hinter dem selbstgestellten Anspruch zurück. Dennoch werden sie zum Teil heute noch unhinterfragt als Erklärung für Migration herangezogen (vgl. BÖS 1997 S. 58, Treibel, 1999 S. 39 f. und Wenning 1996, S. 23). Migrationstheorien, welche den individuellen Entscheidungsprozess der beteiligten Einzelpersonen bzw. Familien zur Grundlage machen, versuchen diesem Sachverhalt zu entgehen.

3.2.1 Individualistische Sichtweise

Aus individualistischer Sichtweise wird kritisch hinterfragt, warum Menschen ihr Land verlassen und welche Konsequenzen das für sie selbst hat. Dabei wird frei nach ESSER zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Migration differenziert. Jeder freiwilligen Migration geht demnach ein individueller Entscheidungsprozess voraus, bei welchem Vor- und Nachteile abgewogen, materielle und immaterielle Kosten und Nutzen verrechnet werden, am Ende ein Entschluss gefasst und daraus resultierend der Wohnsitz verlegt wird. Im Anschluss daran sind Änderungen z.B. im Personalausweis, beim Autokennzeichen oder beim Einwohnermeldeamt vorzunehmen, die jedoch nur kurze Zeit in Anspruch nehmen. Weitaus länger gestaltet sich hingegen der Prozess, die Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten und kulturellen Angebote kennen zu lernen sowie neue Sozialbeziehungen aufzubauen.

Bei einer unfreiwilligen Migration ist dieser Entscheidungsprozess hingegen nur bedingt vorhanden. Bei Naturkatastrophen, wie bspw. der Überschwemmungen an der Oder im Jahr 2002, bleibt ebenso wenig kaum eine Wahl wie bei Verschleppungen von Zwangsarbeitern, Vertreibungen oder bspw. der Flucht der Kurden in Richtung Türkei. Oftmals führen hohe Geburtenraten in Verbindung mit Bodenverknappung zu einer verstärkten Abwanderung der Landbevölkerung in die städtischen Zentren. Da der einsetzende Verstädterungsprozess nicht mit einer entsprechenden Verbesserung der Infrastruktur einhergeht und die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten zunimmt, erweist sich die Landflucht vielfach nur als eine Zwischenstation im Migrationsgeschehen (vgl. Meier-Braun/KILGUS 1998, S. 33 und Wenning 1996, S. 25 f.).

Eine Grenzziehung zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Migration ist allerdings schwierig. Wenn z.B. am Herkunftsort keine Erwerbstätigkeit vorhanden ist oder nur für einen geringen Lohn gearbeitet werden kann, am Zielort jedoch eine besser bezahlte Beschäftigung möglich ist, ist dies dann eine freiwillige oder eine unfreiwillige Migration? Generell lässt sich sagen, dass das Motiv für eine Migration die Vorstellung ist, an einem anderen Ort – und das kann auch in einer anderen Gesellschaft sein – „besser“ leben oder überleben zu können (vgl. Wenning 1996, S. 26).

Eine bereits Ende der siebziger Jahre groß angelegte Befragung ergab drei Gründe für Migrationen: Die Wohnung, der Arbeitsplatz bzw. Beruf und der Partner; dabei sind der Arbeitsplatz bzw. der Beruf das mit Abstand wichtigste Motiv der Migration (vgl. Genosko 1977, S. 199). Spätere Untersuchungen kamen zu ähnlichen Ergebnissen, jedoch konnte ein Teil der berufsbedingten Migrationen auf andere Faktoren (wie bspw. ein sicherer Arbeitplatz oder auch bessere Aufstiegsmöglichkeiten) als die Verdienstunterschiede zurück geführt werden (vgl. Genosko 1977, S. 215, Killisch 1979, S. 29 sowie Marel 1980, S. 141).

Die Folgen, die sich für den einzelnen Migranten aus der Migration ergeben, werden in diesen Untersuchungen zumeist nur kurz genannt. Gemäß FRANZ gehören zu diesen Folgen u.a. Anomie, Ehescheidung, Kriminalität, Kulturschock, politische Einstellungen, Spracherwerb sowie Veränderung der Familiengrößen, des Einkommens und der Beschäftigungschancen (vgl. Franz 1984, S. 90). Es darf dabei nicht vernachlässigt werden, dass der Migrant nach seiner Wanderung vor der Aufgabe steht, seine soziale Einbindung in die neue Gesellschaft und seine gesamte sozialpsychische Orientierung zu erneuern. Er wird versuchen, sich den Kenntnissen und Fähigkeiten der dort schon lebenden Menschen anzugleichen und schließlich mit dem neuen Lebensbereich zu identifizieren. So scheint es verständlich, dass er anfälliger für Desorientierung ist und dass sein mitgebrachtes Wissen, seine Einstellung, Fähigkeiten und Kenntnisse zur Bewältigung des normalen Alltags in der neuen Umgebung oftmals nicht mehr ausreichend sind. Stellt sich der Migrant bewusst seiner neuen Situation und setzt er sich mit ihr auseinander, ist dies der erste Schritt hin zu einem „reflektierten“ Individuum, welches für die Entwicklung und Erhaltung moderner, multikultureller Gesellschaften wichtig ist (vgl. Esser 1980, S. 16 ff.).

3.2.2 Systemische Sichtweise

Die Migration von Menschen von einem Herkunftsland in ein Aufnahmeland hat jedoch nicht nur Gründe und Folgen für die jeweiligen Migranten selbst, sondern hat auch Konsequenzen für das Aufnahme- und Herkunftsland: Die dortigen Gesellschaftssysteme verändern sich, und es wird durch die Migration „zwangsweise“ eine Beziehung zwischen beiden Systemen hergestellt. Im folgenden werden daher beide Systeme gemeinsam betrachtet und nicht nach Gründen und Folgen getrennt. Es wird exemplarisch eine der wichtigsten Funktionen von Migration für diese Systeme angesprochen[3]: Die Lösung eines Grundproblems moderner Gesellschaften (vgl. WENNING 1996, S. 30). ESSER sieht dieses Grundproblem darin, dass sich soziale Systeme zunehmend ausdifferenzieren und eine Ausweitung ihrer Kapazitäten vornehmen müssen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Stabilität ihres Systems. Er versuchte 1980 nachzuweisen, dass Migration eine Möglichkeit darstellt, dieses Grundproblem zu lösen (vgl. Esser 1980, S. 107) und betrachtet Migration als positiven Beitrag zur Lösung desselben: Die an der Migration beteiligten Familien erhalten ein Einkommen, welches sie sonst nicht verdienen könnten. Falls dieses in Form von Devisen in die Herkunftsländer zurückfließt, verbessert es dort die negative Zahlungsbilanz, führt zu einer binnenwirtschaftlichen Nachfragesteigerung und könnte auf diese Weise den Industrialisierungsprozess fördern. Nach BELLERS reduziert eine Migration ins Ausland auch die Arbeitslosigkeit und verringert soziale Spannungen. Nach Rückkehr der Migranten könnten diese – möglicherweise höherqualifiziert als zuvor – ihre Qualifikation für die Entwicklung des Herkunftslandes zur Verfügung stellen (vgl. Bellers 1989, S. 113).

Diesen positiven Auswirkungen stehen Untersuchungen zu Folge jedoch auch negative gegenüber: So wird in der Literatur aufgeführt, dass die Probleme der Entsendeländer nicht gelöst, sondern lediglich in das Aufnahmeland exportiert werden und aufgrund der Migration auch innovative und qualifizierte Arbeitskräfte dem heimischen Arbeitsmarkt entzogen werden. Oftmals ließ sich nachweisen, dass nach Rückkehr der Migranten diese ihre Innovationskraft im Ausland zurück gelassen haben und sich künftig „von den Früchten ihrer Arbeit [...] ernähren möchten“ (ebenda 1989, S. 114). Auch der Devisentransfer zeigt nicht unbedingt den gewünschten Effekt, da die Devisen in erster Linie einen Konsumeffekt nach sich ziehen und nur zu einem geringen Anteil zur Kapitalbildung verwendet werden. Dies kann zu Lohn-Preis-Steigerungen führen, welche eine destabilisierende Wirkung auf die Konjunktur ausüben würden. So könnte die gesamte Wirtschaft des Landes geschwächt werden (vgl. Harbach 1976, S. 138 f.).

Für das Aufnahmeland sieht die Bilanz der Vor- und Nachteile einer Migration besser aus: Die zugewanderten Arbeitskräfte erhalten in der Regel niedrigere Löhne als die heimischen Arbeiter und erlauben es, einen hohen Produktionsumfang aufrecht zu erhalten und das Produktionspotenzial auszulasten. Dies kann sowohl zur Ankurbelung krisenhafter Wirtschaftszweige als auch zu Produktivitätssteigerungen und den Ausbau der industriellen und sozialen Infrastruktur genutzt werden. Im internationalen System kann dadurch auch die Stellung des Landes gestärkt werden.

Dennoch wird auch hier, im Aufnahmeland, die Zuwanderung nicht nur positiv betrachtet. Gewerkschaften sehen in ausländischen Arbeitskräften eine Konkurrenz für ihre Mitglieder, weil durch eine Erhöhung des Arbeitskräfteangebotes die Löhne tendenziell gesenkt werden könnten und unter Umständen unrentable Unternehmen und Branchen länger am Leben erhalten werden würden. Auf diesem Wege werden die für die Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt notwendigen Rationalisierungsmaßnahmen und Strukturveränderungen behindert oder verschoben und damit evtl. längerfristig sogar eine ökonomische Schwächung des Aufnahmelandes riskiert (vgl. Bellers 1989, S. 113).

Insgesamt ist zu berücksichtigen, dass diese dargestellten Prozesse in den Herkunfts- und Aufnahmeländern in einem allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungsprozess stattfinden, der sich auch ohne den Einfluss der Migration ereignen könnte. Deshalb ist es schwierig, den genauen Beitrag der Migration zu diesen gesellschaftlichen Veränderungen bestimmen zu können, und die heutige Migrationsforschung ist noch weit davon entfernt, ein geschlossenes Theoriegebäude vorweisen zu können (vgl. Wenning 1996, S. 35).

Die Gründe und Konsequenzen der Migration für die einzelnen Migranten weisen eine große Bandbreite auf, die von den Randbedingungen abhängig ist, in denen die Migration stattfindet. Die Bedeutung der Migration für die Herkunfts- und Aufnahmegesellschaft zeigt, dass sie in der Herkunftsgesellschaft kurzfristig zur Lösung verschiedener Probleme beitragen kann, langfristig aber fast ausschließlich negative Konsequenzen zu erwarten sind. Die Aufnahmegesellschaft profitiert in ähnlicher Weise sofort und ermöglicht sich auf längere Sicht eine weitergehende Modernisierung. Allerdings kann die Zuwanderung Muster bisherigen Selbstverständnisses in der Aufnahmegesellschaft in Frage stellen, wie etwa die Vorstellung einer monokulturellen Gesellschaft (vgl. ebenda 1996, S. 35).

4 Entwurf eines sozioökologischen Modells zur Erfassung von Schulerfolgsdeterminanten in Migrantenschullaufbahnen

4.1 Bronfenbrenners sozioökologisches Modell als Modell bikultureller Entwicklungsprozesse

BRONFENBRENNERs ökologisch orientierter Ansatz ermöglicht es, die dynamischen Wechselbeziehungen zwischen dem individuellen Migrantenkind und seiner differenzierten bi- bzw. multikulturellen Umweltsysteme sowie die Relevanz gesellschaftspolitischer Verhältnisse in ihrem Einfluss auf die menschliche Entwicklung in einem Modell darzustellen (vgl. GARBARINO/BRONFENBRENNER 1980, S. 284 f.) . Die „Ökologie der menschlichen Entwicklung“ von BRONFENBRENNER ist maßgeblich durch seine wissenschaftliche Biographie über kulturübergreifende und -vergleichende Forschung in China, Israel, Ost- und Westeuropa sowie der Sowjetunion beeinflusst. Für ihn bedeutet der Begriff Ökologie nicht nur eine Lebensnische im Sinne einer biologischen Begriffsdeutung, sondern vielmehr das mit dem ursprünglichen Begriff „oikos“ übersetzte Wort Haus. Damit versuchte er u.a. zu verdeutlichen, dass mit Ökologie eine „vom Menschen selbst gestaltete und gestaltbare Umwelt gemeint ist“ (Lüscher 1981, S. 9). Für ausländerpädagogische Forschung ergibt sich eine besondere Relevanz seines Ansatzes aus den Bemühungen, Theorie und Praxis sowie Sozialwissenschaft und Politik aufeinander zu beziehen (vgl. Bronfenbrenner 1981, S. 13 f., Glumpler 1985, S. 29 f. und Lüscher 1981, S. 9 f.)

Seine Forschungsergebnisse im Rahmen seiner Studien der obigen Länder führte ihn zu Erkenntnissen, die von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung seines sozioökologischen Ansatzes sein sollten. Er stellte fest, dass Kinder, die in verschiedenen Kulturen aufgewachsen waren, sich in einigen Aspekten so eindeutig in ihrem Verhalten voneinander unterschieden, „dass man das jeweilige Herkunftsland praktisch fehlerfrei von ihren Verhaltensweisen ablesen konnte“ (Bronfenbrenner 1976, S. 200). Diese Beobachtung überschneidungsfreier Merkmalsverteilung bei kulturspezifisch unterschiedlicher Entwicklung führte ihn zu der These, dass die Eigenheiten der alltäglichen Umwelt des Kindes für seine Entwicklung von entscheidender Bedeutung sind. Eine zentrale Aussage seines Ansatzes bezieht sich auf die lebenslange Anpassung zwischen Individuum und Umwelt:

„Die Ökologie der menschlichen Entwicklung befaßt sich mit der fortschreitenden gegenseitigen Anpassung zwischen dem aktiven, sich entwickelnden Menschen und den wechselnden Eigenschaften seiner unmittelbaren Lebensbereiche. Dieser Prozess wird fortlaufend von den Beziehungen dieser Lebensbereiche untereinander und von den größeren Kontexten beeinflußt, in die sie eingebettet sind“ (ebenda 1981, S. 37) .

BRONFENBRENNER betrachtet demnach den Menschen nicht nur als Tabula rasa, als unbeschriebenes Blatt, auf welches die Umwelt ihre Eindrücke hinterlässt, sondern auch als „wachsende dynamische Einheit“ (ebenda 1981, S. 38), welche die Umwelt selbst formt. Dieser Prozess der Interaktion zwischen Mensch und Umwelt steht mit der individuellen Entwicklung in reziprokem Verhältnis und schließt nicht nur den unmittelbaren Lebensbereich mit ein, sondern umfasst mehrere Lebensbereiche sowie die Verbindungen zwischen ihnen. Diese Umwelt soll als eine „ineinandergeschachtelte Anordnung konzentrischer, jeweils von der nächsten umschlossener Strukturen“ (ebenda 1981, S. 38) verstanden werden (vgl. Bronfenbrenner 1981, S. 38 und Garbarino 1979, S. 102). Um ihre theoretische Erfassung zu ermöglichen, entwirft er ein hierarchisches System unterschiedlicher komplexer Umwelten, innerhalb dessen Umwelten niedriger Ordnung Elemente von Umwelten höherer Ordnung sind. Dabei unterscheidet er zwischen Mikro-, Meso-, Exo- und Makrosystem als wechselseitig miteinander verbundene Systeme. Die Definitionen der einzelnen Systembegriffe und die angenommenen Wechselwirkungsprozesse zwischen personaler Entwicklung und den einzelnen Systemen werden in Abb. 1 dargestellt (zur ausführlichen Erläuterung der Grundbegriffe des Ansatzes vgl. Bronfenbrenner 1981, S. 32 ff. und Garbarino 1979, S. 102 ff.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Modell der Ökologie menschlicher Entwicklung

Als ökologischen Übergang definiert Bronfenbrenner alle Veränderungen der Position einer Person in der ökologisch verstandenen Umwelt, die „durch einen Wechsel ihrer Rolle, ihres Lebensbereichs oder beider“ (Bronfenbrenner 1981, S. 43) hervorgerufen werden und die über die Grenzen des Systems hinausführen (vgl. ebenda 1981, S. 43). In diesem Sinn stellt m.E. auch die Migration von einem Land zu einem anderen einen ökologischen Übergang über die Grenzen eines Makrosystems hinaus dar. Bikulturelle Sozialisation während der Migration ist durch einen ständigen Wechsel des Makrosystems gekennzeichnet. Die verschiedenen Lebensbereiche des Mikrosystems (Familie, Freundeskreis, Schulklasse etc.) konfrontieren Migrantenkinder und –jugendliche mit Personen unterschiedlicher kultureller bzw. nationaler Herkunft. Charakteristisch für die bikulturelle Sozialisation ist demnach die im Vergleich zur monokulturellen Sozialisation durchschnittlich höhere Zahl ökologischer Übergänge.

Die Bedeutung ökologischer Übergänge entsteht laut BRONFENBRENNER daraus, dass sie fast immer eine Veränderung der mit einer bestimmten Gesellschaftsstellung verbundenen Verhaltenserwartung mit sich bringen, welche einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die handelnde und entwickelnde Person hat (vgl. ebenda 1981, S. 22). Wird diese These akzeptiert, wonach jeder ökologische Übergang Anstoß von individuellen Entwicklungsprozessen ist (vgl. ebenda 1981, S. 43), kann daraus der Schluss gezogen werden, dass bikulturelle Sozialisation entweder die Entwicklung von Fähigkeiten begünstigt, welche die Bewältigung divergierender Erwartungen und Anforderungen in kulturell unterschiedlichen Lebensbereichen erleichtern, oder dass die überdurchschnittlich hohe Anzahl der Übergänge zu einer Überbelastung des Individuums und damit zu Entwicklungsstörungen führen kann („das verhaltensgestörte Gastarbeiterkind“[4] ).

Untersuchungen zu Schulerfolg und Schulversagen bzw. den Determinanten der Schulleistung deutscher Schüler beziehen sich meist auf Gliederungsvorgaben des deutschen Bildungssystems, welches Schulerfolg über Kriterien wie Zensuren, Versetzung in die nächsthöhere Klasse oder Übertritt an weiterführende Schulen operationalisiert. Exemplarisch sei hier die Längsschnittuntersuchung von KEMMLER angesprochen, der eine Liste von zehn idealtypischen deutschen Schulschicksalen erstellte, um „einen Eindruck von der Fülle der Möglichkeiten des Schulschicksals jedes einzelnen Kindes zu geben“ (Kemmler 1976, S. 59).

Bei Schullaufbahnen von Migranten erweitert sich die Anzahl der idealtypisch denkbaren Schülerschicksale, da neben den Laufbahnmöglichkeiten des deutschen Schulsystems auch weitere Beschulungsalternativen in Deutschland zu berücksichtigen sind. Der Vergleich des deutschen Schulsystems mit dem des Heimatlandes und direkte Übertritte in die entsprechende deutsche Jahrgangsklasse sind vielfach nicht möglich. GLUMPLER hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass individueller Schulerfolg in beiden Bildungssystemen als Resultat des Zusammenwirkens eines komplexen Gefüges von Wirkfaktoren zu betrachten ist, die ihrerseits nicht unabhängig vom kulturellen, ökonomischen, politischen, rechtlichen und sozialen Ordnungsgefüge der Gesellschaftssysteme des Herkunfts- und Aufnahmelandes gesehen werden können. Daher bedarf das System außerschulischer Schulerfolgsdeterminanten für diese Schülergruppe einer Ergänzung und Modifikation (vgl. Glumpler 1985, S. 34 f.).

Ansätze deutscher Schulerfolgsforschung sind vielfach nur mit Einschränkung auf die Problematik dieser Arbeit übertragbar. Dies lässt sich schon allein mit den unterschiedlichen Schulerfolgsvoraussetzungen erklären, über welche Heranwachsende verfügen. Es ist daher notwendig, Faktoren, die für deutsche Schullaufbahnen als bedeutsam erkannt wurden, durch solche zu ergänzen, die für die Schulerfolgsbedingungen ausländischer Schüler charakteristisch sind.

Im folgenden wird die Vielfalt der Wechselwirkungsprozesse zwischen Individuum und Umwelt, die im Zusammenhang einer Migrantenschullaufbahn von Bedeutung sein könnten, über die Begriffsebenen des BRONFENBRENNERschen Ansatzes strukturiert. Als schulerfolgsbestimmende Faktoren werden hierbei nicht nur operationalisierbare Determinanten des Mikrosystems berücksichtigt, sondern darüber hinaus auch der Einfluss des Exo-, Meso- und Makrosystems.

Bei den Kindern und Jugendlichen von „Gastarbeitern“ handelt es sich um eine heterogene Gruppe, weshalb ich eine Klassifizierung der Migranten in drei Gruppen je nach Einreisealter vornehmen werde: Die erste umfasst Kinder und Jugendliche, die in ihrem Herkunftsland geboren und dort eingeschult worden sind (M1). Die zweite Gruppe besteht aus Kindern, die kurz vor oder nach Schulbeginn in ihrem Herkunftsland ins Aufnahmeland ihrer Eltern migrierten (M2) und die dritte Gruppe umfasst Kinder, die bereits im Aufnahmeland geboren oder kurz nach ihrer Geburt dorthin mitgenommen worden sind (M3).

4.2 Determinanten des Exosystems

Ausgangspunkt der anschließenden Überlegungen ist die Annahme, dass Migration durch den Wechsel des Makrosystems des Herkunfts- zu dem des Aufnahmelandes vielfältige Veränderungen des Exosystems mit sich bringt. KELL untersuchte das Lernen und Arbeiten im Kontext miteinander verschachtelter Umwelten und subsumierte unter das Exosystem das Bildungs- und Beschäftigungssystem (vgl. hierzu KELL 1989, S. 12). Daneben ordne ich dem Exosystem zum einen das familiäre System und zum anderen das System außerfamiliärer Freizeitangebote und außerschulischer Bildungsangebote zu. Ich werde im folgenden versuchen darzulegen, welche Determinanten des Exosystems den Schulerfolg eines Migranten und damit auch seine (erfolgreiche) Integration in die deutsche Gesellschaft beeinflussen.[5]

Determinante 1: Das Bildungssystem

Die Schulsysteme von Heimat- und Aufnahmeland sind Teilbereiche eines Exosystems, die sich in der Regel im Hinblick auf Struktur, curricularen Anforderungen und erreichbaren Abschlussqualifikationen voneinander unterscheiden. Beide Schulsysteme beeinflussen dabei den Schulerfolg des Migrantenkindes: Zum einen nehmen sie direkten Einfluss darauf, sofern Schulen des jeweiligen Landes besucht wurden, und zum anderen indirekten Einfluss, da die Bildungserfahrungen der Eltern für das System des Aufnahmelandes teilweise keine Gültigkeit mehr haben.

Exemplarisch soll hier das Bildungssystem der Türkei charakterisiert werden: Die Schulen der Türkei werden zentral von Ankara aus geleitet. Es existieren 81 Regierungsbezirke, die wiederum in Kreisstädte aufgeteilt mit je einer oberschulamtsähnlichen Behörde sind. In der Grundschule (5 Jahre) und Mittelschule (3 Jahre) herrscht vom 6. bis 14. Lebensjahr Schulpflicht, anschließend besteht die Möglichkeit, entweder das Gymnasium oder die Berufsschule zu besuchen. Trotz dieser Ähnlichkeit zum deutschen Bildungssystem wurden türkische Kinder und Jugendliche im Regelschulsystem Deutschland zu einem „Problem“. Das soll nicht heißen, dass sie selbst das Problem sind, sondern vielmehr, dass das Schulsystem nicht mit der migrationsbedingten, mangelhaften Beherrschung der deutschen Sprache umgehen konnte.

Im Sinne der separierenden Ausländerpädagogik der siebziger Jahre waren „Kraftakte“ in der Sprache Deutsch die Antwort. In den achtziger Jahren wurde diese Politik allerdings als „Sackgasse“ bezeichnet und im Rahmen der sog. interkulturellen Lernkonzeption unter didaktischen Gesichtspunkten umstrukturiert. Meistens erfolgte allerdings die Integration ausländischer Migranten in das Regelschulsystem immer noch mittels Intensivsprachkursen (vgl. VIEHBÖCK/BRATIC 1994, S. 48), wobei es ein Ziel sein sollte, eine frühzeitige muttersprachliche und zweisprachige Beschulung zu gewährleisten (vgl. hierzu auch Kap. 5.3.2).

[...]


[1] In dieser Arbeit wird der Begriff „Migration“ – soweit als möglich – anstelle des deutschen Wortes „Wanderung“ gebraucht, um die Mehrdeutigkeit des letzteren und die evtl. damit verbundenen Missverständnisse auszuschließen.

[2] Darüber hinaus wird der Fokus auf die Verlagerung eines Wohnsitzes von einem Land in ein anderes verstanden, sofern sich aus dem Wortlaut der Arbeit nicht etwas anderes ergibt.

[3] weitere Funktionen sind der Spannungsausgleich zwischen den Systemen, eine Optimierung des Faktoreinsatzes oder auch die Stabilisierung von Ungleichheiten. Vgl. hierzu Wenning, 1996, S. 32 ff.

[4] vgl. hierzu auch die Anmerkungen auf S. 2

[5] Überschneidungsfreie Zuordnungen der Schulerfolgsdeterminanten zu den jeweiligen ökologischen Systemen sind nicht immer möglich. Im Zweifelsfall erfolgt daher eine allgemeine Darstellung im Exosystem sowie vertiefende Ausführungen im Meso- oder Mikrosystem.

Ende der Leseprobe aus 102 Seiten

Details

Titel
Spracherwerbsproblematik als Determinante der Integration von Migranten
Hochschule
Universität Hohenheim  (Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik)
Veranstaltung
Diplomarbeit
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
102
Katalognummer
V17719
ISBN (eBook)
9783638222150
ISBN (Buch)
9783638721097
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spracherwerbsproblematik, Determinante, Integration, Migranten, Diplomarbeit
Arbeit zitieren
Joachim Barth (Autor), 2003, Spracherwerbsproblematik als Determinante der Integration von Migranten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17719

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