Produktionsschulen in Deutschland mit besonderem Blick auf Hamburg

Ein Weg benachteiligter Jugendlicher in den ersten Arbeitsmarkt


Bachelorarbeit, 2011
74 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Benachteiligte Jugendliche
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 Benachteiligung
2.1.2 Benachteiligtenförderung
2.2 Ursachen der Benachteiligung
2.2.1 Soziale Faktoren
2.2.2 Individuelle Faktoren
2.2.3 Marktbezogene Faktoren
2.3 Folgen für die Gesellschaft

3 Das Produktionsschulmodell
3.1 Historischer Rückblick
3.2 Vorbild Dänemark
3.2.1 Zielgruppe
3.2.2 Besonderheiten des Konzepts
3.3 Produktionsschulen in Deutschland
3.3.1 Rahmenbedingungen und Entwicklung
3.3.2 Definitionsversuch
3.4 Wann sind Produktionsschulen erfolgreich?

4 Produktionsschulen in Hamburg
4.1 Einführung und Entwicklung
4.2 Allgemeine Merkmale bestehender Einrichtungen
4.3 Produktionsschule Altona (PSA)
4.3.1 Besuch der Einrichtung
4.3.2 Konzeptionelle Merkmale
4.4 Kritik

5 Schlussbetrachtung und Ausblick

Quellenverzeichnis

II Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Produktionsschulstandorte Hamburg 2010

Abb. 2: Übersicht - Demografischer Wandel in Deutschland bis 2050

Abb. 3: Schulformen der Bundesländer und geplante bzw. beschlossene Reformen (Stand 07/2010)

Abb. 4: Die Standorte der Produktionsschulen des Bundesverbandes (Stand 03/2011)

Abb. 5: E-Mail Antwort von Olaf Scholz, Landesvorsitzender der SPD Hamburg

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Ländervergleich der Rahmenbedingungen von Produktionsschulen in Dänemark und Deutschland

Tab. 2: Hamburgs Quoten im Vergleich mit anderen Stadtstaaten und bundesweit

Tab. 3: Produktionsschulen in Hamburg 2010 37-

Tab. 4: Übersicht der Maßnahmen des Übergangssystems in Hamburg

1 Einleitung

Die Benachteiligtenförderung in der Bundesrepublik Deutschland ist seit etwa 1980 in einer Dauerkrise, denn Ädie milliardenteuren Kurse zur beruflichen Qualifizierung von Jugendlichen sind einer Studie zufolge oft nicht ihr Geld wert. Außerdem sei das Wirrwarr der zahllosen Angebote selbst für Fachleute kaum zu überblicken“1, heißt es in der Frankfurter Rundschau vom 13. Januar 2011.

So kann man auch die Ergebnisse einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bertelsmann-Stiftung zum Stand beruflicher Qualifizierungs- maßnahmen zusammenfassen: Etwa 350.000 Jugendliche konnten in Deutschland nach ihrem Schulabschluss im Jahr 2009 eine Berufsausbildung nicht unmittelbar anschließen. Gelder und Personal für Übergangsmaßnahmen sollten optimierter eingesetzt werden, sind sich 89 Prozent der 500 befragten Berufsbildungsexperten einig. Weiterhin halten 81 Prozent der Fachleute die Programme zur Unterstützung der Jugendlichen auf ihrem Weg in eine Berufsausbildung für erforderlich. Jörg Dräger (Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung) macht deutlich, dass ÄDeutschland […] es sich nicht mehr leisten [könne], viele Jugendliche erst über Umwege oder Warteschleifen in eine Ausbildung zu bringen oder sie sogar ganz ohne Berufsausbildung auf den Arbeitsmarkt zu entlassen“.2

Die sozialen Folgen und Folgekosten sind unüberschaubar. Daraus lässt sich ableiten, dass die Qualifizierung auch schwächerer Jugendlicher in einer modernen Wissensgesellschaft auch aus finanziellen Gründen immer wichtiger wird. Für die Bundesrepublik Deutschland ist damit Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit verbunden. Für das Individuum bedeutet Berufsbildung die Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben. Qualifizierung und Bildung sind daher in vielfacher Sicht von großer Bedeutung. Dem steht jedoch entgegen, dass das Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland von einem selektiven Charakter geprägt ist und nicht allen Jugendlichen die gleichen Chancen vermittelt. Der Bildungserfolg von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist in hohem Maße von der sozialen und nationalen Herkunft des Einzelnen abhängig.3 Für die Heranwachsenden hat dies fehlende berufliche Perspektiven, ein erhöhtes Risiko für Ausbildungs- und Arbeitslosigkeit, schlechte Arbeitsbedingungen und somit ein geringeres Einkommen zur Folge. Die berufliche Bildung stellt aus diesem Grund eine zentrale Komponente der Bildungspolitik dar, wenn es um das Vorhaben der Bundesregierung geht, Deutschland zu einer Bildungsrepublik zu machen. Der demografische Wandel, wirtschaftliche Veränderungen, fortschreitende technologische Erkenntnisse, Fachkräftemangel, erhöhte Qualifikations- anforderungen und (Jugend-) Arbeitslosigkeit erfordern ein zeitgemäßes Umdenken im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Wichtig auf der Reformagenda seien nach Meinung des BMBF Äin den nächsten Jahren neben der Fachkräftesicherung und der weiteren Attraktivitätserhöhung, Modernisierung und Durchlässigkeit der beruflichen Bildung, die Stärkung der beruflichen Weiterbildung und die Systematisierung der Übergänge in Berufsbildung“.4

Das Hauptaugenmerk der Bundesregierung liegt dabei im Einzelnen auf folgenden Ansatzpunkten: Die Zahl der Ausbildungsplätze muss in der erforderlichen Kapazität vorhanden sein, um die angestrebte Herausbildung von qualifizierten Arbeitskräften verwirklichen zu können. Damit einher geht auch die zunehmende Bedeutung des so genannten Übergangssystems - also der Brücke von der Schule in eine berufliche Ausbildung, um benachteiligte junge Menschen auf dem Weg in die Erwerbstätigkeit unterstützen zu können. Ä[…] Potenziale und Risiken bei Jugendlichen [sollen] bereits in der Schule frühzeitig erkannt und erfasst, eine praxisorientierte frühzeitige Berufsorientierung bundesweit ausgebaut und eine ganzheitliche Förderung und individuelle Begleitung bildungsgefährdeter Jugendlicher ab der 7. Klasse bis zum Ausbildungsabschluss im Rahmen von Bildungsketten gesichert werden“, so der Plan der Bundesregierung.5 Ich bin der Ansicht, dass diese Vorhaben notwendig und wichtig sind, denn es gibt jährlich immer noch etwa 100.000 Jugendliche, die den unmittelbaren Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung nicht schaffen.6

Berufsvorbereitung wird aus diesem Grund in der Schule, im Betrieb, bei Trägern und auch in Produktionsschulen (PS) gebraucht, denn Äeine berufliche Ausbildung mit der Möglichkeit zum Erwerb umfassender beruflicher Kompetenzen gibt Halt und trägt so zur Vermeidung von gesellschaftlicher und sozialer Entwurzelung bei“.7

Die bildungspolitischen Fragen lauten: Wie können diese Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf beim Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung unterstützt werden? Wie können benachteiligte Jugendliche besser als bisher gefördert und in die Berufswelt integriert werden? Was hat die so genannte Produktionsschule damit zu tun und welche Bedeutung hat das Modell für förderbedürftige Jugendliche in Deutschland mit besonderem Blick auf Hamburg? Diese Fragen möchte ich in der vorliegenden Arbeit aufgreifen und beantworten, um am Ende klären zu können: Welche Auswirkungen haben Produktionsschulen in Hamburg auf benachteiligte Jugendliche seit ihrer ersten Einführung? Können Produktionsschulen erfolgreicher arbeiten als andere Formen der Benachteiligtenförderung?

Der Hintergrund meiner Themenwahl ergibt sich aus folgenden Ansatzpunkten. Zunächst ist mein bisheriger Interessenschwerpunkt in meinem Studium zu nennen. Dieser richtete sich (entgegen der naheliegenden Vermutung) vorrangig auf die Bereiche Sportpädagogik und Erwachsenenbildung. Mit der Entscheidung für die Thematik der Produktionsschulen im Kontext der Benachteiligtenförderung sah ich eine große persönliche Herausforderung, ein bildungspolitisches Feld für förderbedürftige Jugendliche zu erarbeiten, das selbst noch in der Entwicklung ist. Bestärkt wurde mein Interesse durch die Aktualität von Jugendausbildungs- und -arbeitslosigkeit (nicht nur) in Deutschland und der damit verbundenen Bestrebung, mehr Hintergründe darüber zu erfahren. Der zweite Aspekt meiner Themenwahl ist auf meine Verbundenheit mit der Stadt Hamburg zurückzuführen. In der vorliegenden Arbeit erläutere ich aus diesem Grund eine von zahlreichen Maßnahmen des Übergangssystems8 und werde versuchen, die Bedeutung von Produktionsschulen für die Stadt Hamburg herauszustellen.

Ich möchte zunächst eine Grundlage für meine Arbeit schaffen, indem ich kläre, was die Bezeichnung Äbenachteiligte Jugendliche“ meint oder besser gesagt: meinen könnte. Dies erfolgt unter Annäherung an die Begrifflichkeiten Benachteiligung und Benachteiligtenförderung sowie einer umfangreichen Darstellung der verschiedenen Faktoren, die zu einem besonderen Förderbedarf dieser jungen Menschen führen können. Außerdem sollen die gesellschaftlichen Folgen von (Jugend-) Arbeitslosigkeit auf die Bedeutung der Benachteiligtenförderung verweisen.

Dann thematisiere ich einführend das Modell der Produktionsschule. Ausgehend vom 16. Jahrhundert werden einige historische Eckpunkte umrissen, die die Entwicklung des Produktionsschulkonzepts geprägt haben. Mit einem Blick auf das Königreich Dänemark sollen das Potenzial der dort vorhandenen Einrichtungen sowie die Besonderheiten des Konzepts aufgezeigt werden. Die Entwicklung von Produktionsschulen in der Bundesrepublik Deutschland ist ebenfalls Gegenstand dieses Abschnitts. Die markanten Unterschiede der Rahmenbedingungen dänischer und deutscher Institutionen werden in einem Vergleich verdeutlicht. Die Erfolgsfaktoren deutscher Produktionsschulen schließen diesen Gliederungspunkt ab.

Der anschließende Abschnitt zu den Produktionsschulen in Hamburg stellt einen weiteren Schwerpunkt meiner Arbeit dar. Ich gehe darin auf die Einführung und Entwicklung sowie die allgemeinen Merkmale der Institutionen in der Freien und Hansestadt Hamburg ein und möchte damit einen umfassenden Einblick in die dortige Produktionsschullandschaft geben. Ein besonderer Fokus richtet sich auf die Produktionsschule Altona als erste Einrichtung in Hamburg. Ihr Konzept sowie Hintergründe zu dem geführten Interview mit dem Geschäftsführer Martin Krinke sollen den Einblick in die Produktionsschulidee intensivieren. In einer anschließenden Kritik werden die Vor- und Nachteile der Einrichtungen in Hamburg aufgezeigt.

Die Schlussbetrachtung dieser Arbeit dient der Zusammenfassung meiner Erkenntnisse und gibt (unter Berücksichtigung des demografischen Wandels) einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung von Produktionsschulen in Hamburg und Deutschland.

In der vorliegenden Arbeit wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit bei geschlechtsspezifischen Begriffen die maskuline Form verwendet. Die Schreibweise impliziert beide Geschlechter.

2 Benachteiligte Jugendliche

Die Eingliederung von jungen Menschen in die Beruf- und Arbeitswelt ist von hoher sozialer Bedeutung, da sie die Lebensqualität des Einzelnen beeinflusst. Soziale Erfahrungen, gesellschaftliche Anerkennung, persönliche Perspektiven, geregelte Einkünfte sowie Selbstwertgefühl und Verantwortungsbewusstsein sind einige Faktoren, die dazu beitragen, das Leben eigenständig bewältigen zu können. Aufgrund der gegenwärtigen Ausbildungs- und Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen wird die Bedeutung der Thematik deutlich. Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle die sozial benachteiligten und lernschwachen jungen Menschen, denen der Zugang zu Ausbildung und Beruf durch steigende Qualifikations- anforderungen u. a. im theoretischen und sozialen Bereich erschwert wird. Was bedeutet Benachteiligung eigentlich? Was beinhaltet und bezweckt die Benachteiligtenförderung und welche Formen der Benachteiligung gibt es? Im Folgenden wird versucht, diese Fragen zu beantworten und die sozialen und finanziellen Folgen für die Gesellschaft aufzuzeigen.

2.1 Begriffsbestimmungen

2.1.1 Benachteiligung

Der Begriff Benachteiligung wird u. a. in der Jugend(berufs-)hilfe und Jugendsozialarbeit verwendet und hat zahlreiche Definitionsansätze hervorgebracht. So bezeichnet er beispielsweise Ädie soziale Position eines Menschen, der im Vergleich zu anderen signifikant schlechtere Chancen in Bezug auf verschiedene Ziele und Möglichkeiten im Leben hat“.9 Weiterhin führen Rauschenbach und Züchner an, dass sich Benachteiligung Äals situativ nicht behebbare, schlechtere Ausgangslage im Wettbewerb um z. B. schulischen Erfolg, um eine Ausbildungsstelle, um einen Ausbildungsplatz oder eine berufliche Karriere oder allgemeiner: um eine soziale Positionierung innerhalb der Gesellschaft verstehen“10 lässt. Diese Erklärungsansätze stellen den Benachteiligtenbegriff jedoch nur grob umrissen dar. Das ist kein Einzelfall, denn die undifferenzierte Betrachtung der Thematik ist ein weit verbreitetes Phänomen. Bojanowski sieht die Schwierigkeiten einer zutreffenden Begriffsbestimmung darin, Ädass bisher kein entdiskriminierender oder entstigmatisierender Begriff gefunden werden konnte, was angesichts der extrem heterogenen Gruppen kein Wunder ist […]. Die begrifflichen Erscheinungsformen bleiben diffus und werden dem, was Benachteiligung meinen könnte, nicht gerecht.“.11 Die Lebensbedingungen und sozialen Ausgangslagen der jungen Heranwachsenden muss man voneinander unterscheiden und wenn es um die Ursachen der Benachteiligung geht, differenziert betrachten. Bei Jugendlichen im Kontext der Benachteiligtenförderung handelt es sich meist um junge, benachteiligte Menschen, die für ihre berufliche und soziale Integration in die Gesellschaft Unterstützung benötigen. Diese erforderliche Hilfestellung hat sich die Benachteiligtenförderung zur Aufgabe gemacht.

2.1.2 Benachteiligtenförderung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte für die berufliche Erstausbildung eine Vielzahl von Modellversuchen, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) auf Anwendbarkeit geprüft und evaluiert wurden. Dazu zählte u. a. das Benachteiligtenprogramm, das 1980 mit etwa 600 Ausbildungsplätzen in außerbetrieblichen Einrichtungen seinen Anfang nahm. Acht Jahre später wurde das Programm in das Arbeitsförderungsgesetz (AFG) übernommen und im § 40c gefestigt. Im weiteren Verlauf hat sich als Bezeichnung dieser Maßnahme der Begriff Benachteiligtenförderung als beständig erwiesen. Im Jahre 1998 wurde das Programm im Sozialgesetzbuch III (SGB III, §§ 235 und 240 bis 246) verankert.12 Die berufliche Benachteiligtenförderung ist folglich neben Schule, Berufsausbildung und Hochschule als vierte Säule des Bildungssystems der Bildungs- und Berufsbildungspolitik der Bundesrepublik anzusehen, denn Äunter dem Begriff Benachteiligtenförderung lassen sich alle Aktivitäten subsumieren, die auf die Eingliederung in Ausbildung und Erwerbsleben zielen und die an diejenigen Menschen gerichtet sind, denen diese Eingliederung aus individuellen oder sozialen Gründen in den etablierten Institutionen des Bildungssystems nicht selbständig gelingt“13, so Niemeyer. Des Weiteren geben Bojanowski, Eckardt und Ratschinski (2005) an, Benachteiligtenförderung sei ein ÄSammelbegriff, der schulische, betriebliche und außerschulische berufsbezogene Fördermaßnahmen der verschiedenen Träger, Akteure und Institutionen umgreift“.14 Trotz hoher Investitionen von mehr als 100 Mrd. Euro bis zum Jahr 2008 ist der Bedarf an diesen genannten Fördermaßnahmen nach wie vor erheblich, denn Ädiese Finanzmittel haben nicht verhindert, dass in der Altersgruppe der heute 20- bis 40-Jährigen 2,5 Millionen nicht beruflich ausgebildete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein hohes Arbeitsplatzrisiko tragen“.15 Aus diesem Grund ist es von hoher politischer und sozialer Bedeutung, weiterhin Maßnahmen zur Förderung von Benachteiligten bereitzustellen und den Risiken der sozialen Ausgrenzung entgegenzuwirken. Dies ist auch im Sinne des deutschen Gesetzes. Im Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III) Arbeitsförderung besagt der § 242 Förderungsbedürftige Auszubildende Folgendes:16

(1) Förderungsbedürftig sind lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Auszubildende, die wegen der in ihrer Person liegenden Gründe ohne die Förderung

1. eine Berufsausbildung nicht beginnen, fortsetzen, erfolgreich beenden können oder
2. nach dem Abbruch einer Berufsausbildung eine weitere Ausbildung nicht beginnen oder
3. nach erfolgreicher Beendigung einer Ausbildung ein Arbeitsverhältnis nicht begründen oder festigen können oder
4. Angebote zur beruflichen Eingliederung nicht oder nicht mehr in Anspruch nehmen oder mit diesen noch nicht eingegliedert werden können.

Förderungsbedürftig sind auch Auszubildende, bei denen ohne die Förderung mit ausbildungsbegleitenden Hilfen ein Abbruch ihrer Ausbildung droht. Auszubildende nach Satz 1 und Absolventen berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen sollen vorrangig gefördert werden.

[…]

Die Benachteiligtenförderung setzt folglich dort an, wo junge Menschen an einem Übergang ihres Lebens stehen, diese Brücke von der Schule in eine Ausbildung jedoch problembehaftet ist. Aufgrund verschiedener Faktoren ist kein direkter Zugang zum Erwerb berufsspezifischer Kompetenzen möglich, weshalb zur Erlangung der Berufsfähigkeit ein erhöhter Förderbedarf notwendig ist. Im folgenden Abschnitt werde ich die unterschiedlichen Hintergründe einer Benachteiligung aufzeigen.

2.2 Ursachen der Benachteiligung

Die Thematik der Benachteiligung von Jugendlichen ist ein komplexes Gefüge von mehrfachen Unterscheidungsmöglichkeiten. Deutlich wird dies beispielsweise anhand der folgenden Sammlung von Begrifflichkeiten17, die auf die vielschichtige Beschäftigung mit der Thematik und den somit weitreichenden Charakter der Benachteiligung verweist:

Jugendliche mit…

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Randi Fuglsang, Vizevorsteherin der dänischen Produktionsschule Fløng Produktionshøjskole Hedehusene, geht sogar so weit und verwendet in diesem Kontext - jedoch in kritischer Art und Weise - den Ausdruck Stiefkinder der Gesellschaft18 und verweist somit auch auf ein grundsätzliches Strukturproblem einer Gesellschaft, die sich demokratisch nennt. Der Umgang mit dem Benachteiligtenbegriff ist oft von einer generalisierenden und undifferenzierten Sicht gekennzeichnet. Auffallend ist in diesem Zusammenhang das umfangreiche Repertoire für die Benennung benachteiligter Jugendlicher. Deutlich ist auch, dass alle Betroffenen eines gemeinsam haben: Sie benötigen Unterstützung bei der sozialen Integration und auf ihrem Weg in die Erwerbstätigkeit. Was die jungen Erwachsenen jedoch voneinander unterscheidet, ist nicht nur die Bezeichnung ihres Defizits, sondern auch die Ursache für die jeweilige Benachteiligung bzw. die Ausgangslagen der Individuen. Im Sammelband ÄBenachteiligte Jugendliche in Europa“ (1994) von Steinmetz, Ries und Homfeld wird eine differenzierte Sicht auf die Faktoren der Benachteiligung Heranwachsender deutlich. Dabei spielen neben der ethnischen und sozialräumlichen Benachteiligung auch geschlechtsspezifische Aspekte im europäischen Kontext eine bedeutende Rolle. Da sich die vorliegende Arbeit jedoch vorrangig mit dem nationalen Raum (und an späterer Stelle zudem auszugsweise mit dem Königreich Dänemark) beschäftigt, erfolgt die Kategorisierung in Anlehnung an Rahn, der in seinem Werk ÄÜbergang zur Erwerbstätigkeit: Bewältigungsstrategien Jugendlicher in benachteiligten Lebenslagen“ (2005) neben Stigmatisierung und Lebenslage drei weitere Ursachen für Benachteiligung anführt (S. 39-56):

2.2.1 Soziale Faktoren

Ein qualifizierender Bildungsabschluss allein ist für den beruflichen Werdegang noch nicht entscheidend. So spielt beispielsweise das Geschlecht eine bedeutende Rolle, aber auch ein Migrationshintergrund, die regionale Herkunft und die soziale Schicht beeinflussen junge Menschen in ihren Aussichten auf einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz in hohem Maße. Rahn führt für diese Begründung eine Studie von Solga und Wagner19 an, die u. a. besagt, dass häufig diejenigen Kinder an Hauptschulen verbleiben, deren Eltern entweder nicht erwerbstätig sind oder einfachen Berufstätigkeiten nachgehen. Weiterhin ist der Studie zu entnehmen, dass die berufliche Biografie bereits in der Schule geprägt wird und nicht erst mit dem Übergang zur Ausbildung beginnt.20 Unterstützt werden diese Grundannahmen von einer Untersuchung aus Bayern, die ebenfalls den Zusammenhang von Bildungsstand, Status und Schichtzugehörigkeit der Eltern mit den schulischen Erfolgen der Kinder ergab.21 Daher sind die Lebensumstände, in denen die Jugendlichen heranwachsen, als richtungsweisend anzusehen. Zu diesem Ergebnis kommt auch die so genannte TIMSS-Übergangsstudie, die den ÄÜbergang von der Grundschule in die weiterführende Schule“ unter Berücksichtigung von Leistungsgerechtigkeit und regionalen, sozialen sowie ethnisch-kulturellen Disparitäten in 13 Bundesländern im Schuljahr 2006/2007 untersucht hat. Bildungsforscher Jürgen Baumert vom Max-Planck-Institut macht deutlich, dass der soziale Status noch immer einen bedeutenden Einfluss auf den Lernerfolg an deutschen Schulen hat. Trotz aller Bemühungen, den Fokus auf die Bildungsfähigkeit von Kindern als einziges Kriterium für eine entsprechende Empfehlung an eine weiterführende Schule zu richten, scheinen die familiäre Herkunft und der Status der Eltern weiterhin Einfluss zu haben. Gegenwärtig haben noch immer ÄJugendliche aus der Oberschicht ungefähr dreimal so hohe Chancen, ein Gymnasium anstelle einer Realschule zu besuchen wie Jugendliche aus Arbeiterfamilien“.23

Auch anhand des Geschlechts der Heranwachsenden lässt sich eine Tendenz ableiten. Jungen müssen statistisch betrachtet häufiger eine Klasse in der Schule wiederholen als Mädchen24, wenn es jedoch um eine Ausbildungs- und/oder Arbeitsplatzsuche geht, erhalten junge Männer in der Regel schneller einen Zugang als junge Frauen.25 Das liegt einerseits an der deutlich höheren Anzahl traditionell geprägter Männerberufe wie z.B. Kfz-Mechaniker, Straßenbauer, Maurer, Klempner, Zimmermann usw., bei denen neben physischen Faktoren auch das Fehlen geschlechtsgetrennter Sanitäranlagen (Toiletten, Duschen etc.) in kleinen Unternehmen eine wichtige Rolle spielt. Andererseits ist es vor allem Frauen häufig wichtig, Familien- und Berufsleben miteinander zu vereinbaren, so dass z. B. durch Kinder wiederum eine Eingrenzung der Möglichkeiten erfolgt. Aus diesem Grund hat laut Rahn ein Ämännlicher Bewerber ohne Hauptschulabschluss […] bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz als eine Bewerberin mit Hauptschulabschluss“.26 Dabei bezieht er sich auf das BMBF, das zugespitzt formuliert: ÄMädchen zu sein, ist am Arbeitsmarkt schlimmer als keinen Schulabschluß zu haben“.27

Jugendliche mit Migrationshintergrund bilden eine weitere Teilgruppe der sozial Benachteiligten, denn die nationale oder ethnische Zugehörigkeit hat ebenfalls großen Einfluss auf die Bildungschancen in Deutschland. Laut Angaben des BIBB Reports von 201028 gelten auch sie als Bildungsverlierer.

Gemeint sind damit Ägrößtenteils Nachkommen von Arbeitsmigranten (‚Gastarbeitern„), deutsch-stämmigen Aussiedlern, Asylbewerbern und Flüchtlingen, die ab den 1960er-Jahren in die Bundesrepublik Deutschland einwanderten“.29 In einer BIBB-Übergangsstudie wurden die Geburtenjahrgänge 1982 bis 1988 erfasst, die die allgemeinbildende Schule vor dem Jahr 2006 verlassen haben.30 Daraus geht hervor, dass insgesamt 7,3 Prozent der befragten Jugendlichen ohne Schulabschluss keinen Migrationshintergrund haben. Dem gegenüber stehen die jungen Menschen mit Migrationshintergrund, die mit 15,6 Prozent mehr als doppelt so häufig keinen Abschluss erreichten. Dieser Tatbestand hat unmittelbare Auswirkungen auf die Ausbildungsplatzsuche, da eine mangelnde Schulleistung in Verbindung mit ungenügender Sprachkompetenz die Gefahr mit sich bringt, dass die Betroffenen die Anforderungen nicht erfüllen können und sich Ausbilder aus diesem Grund für einen höher qualifizierten Bewerber entscheiden. Laut BIBB-Übergangsstudie erreichten aber 84,4 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund einen Abschluss und 12,1 Prozent bestanden sogar erfolgreich das Abitur. Jugendliche ausländischer Herkunft sind dennoch in der Berufsausbildung unterrepräsentiert, denn die Qualifizierung allein ist nicht ausschlaggebend. Ein im Jahr 2010 veröffentlichtes Experiment der Universität Konstanz ergab, dass bereits ein ausländischer Name den Erfolg einer Bewerbung beeinflusst. In der Studie wurden 528 Online-Bewerbungen versendet, die von fiktiven deutschen und türkischen Studenten stammten. Die Untersuchung ergab, dass ÄStellenbewerber mit nahezu perfekten Referenzen […] in Deutschland bei der Jobsuche deutlich benachteiligt [werden], wenn der Arbeitgeber türkische Herkunft vermutet“.31 Beispielsweise erhielten ÄBewerber mit deutschen Namen […] bei gleicher Qualifikation insgesamt 14 Prozent mehr positive Antworten als die Bewerber mit türkischen Namen“.32 Junge Menschen mit Migrationshintergrund erfahren demzufolge häufig eine Diskriminierung beim Übergang von der Schule in das Erwerbsleben.

2.2.2 Individuelle Faktoren

Ungenügende sprachliche Fähigkeiten, Leistungsschwierigkeiten sowie Entwicklungsstörungen sind Faktoren, die zu ungenügenden Abschlüssen der Jugendlichen führen können. Häufig sind die betroffenen jungen Menschen darüber hinaus verhaltensauffällig und nicht oder nur schwer in der Lage, Problemsituationen systematisch zu bewältigen. Sie tun sich schwer bei der eigenen Identitätsfindung und erleben den Übergang von der Schule in den Beruf als schwierig überwindbar. Als weitere Ursachen individueller Benachteiligung sind Beeinträchtigungen im Bereich des Lernens zu nennen:33 Dazu zählen zum einen situativ bedingte Lernschwierigkeiten (durch beispielsweise familiäre Umstände oder Krankheit), die jedoch durch entsprechende Maßnahmen behoben werden können. Zum anderen treten bei Jugendlichen mit z. B. Hyperaktivität, Konzentrations- oder Lese- Rechtschreib-Schwächen häufig Lernstörungen auf, an denen zwar intensiver als an den Lernschwierigkeiten gearbeitet werden muss, aber eine Verbesserung des Defizits noch möglich ist. Bei der dritten Form der Lernbeeinträchtigungen - der Lernbehinderung - handelt es sich um einen dauerhaften Zustand, der als nicht regulierbar gilt. Es wird deutlich, dass eine individuelle Benachteiligung sowohl auf psychische als auch physische Beeinträchtigungen basieren kann und sich darüber hinaus häufig Lerndefizite und Verhaltensstörungen einander bedingen.34

2.2.3 Marktbezogene Faktoren

Diese Gruppe der Benachteiligten macht zwar nicht den Hauptanteil der förder- bedürftigen jungen Menschen aus, aber sie stellt dennoch (wie auch die anderen Benachteiligungsfaktoren) eine große Hürde auf dem Weg in die Erwerbstätigkeit dar. Die wesentlichen Probleme für die Betroffenen bestehen neben den voranschreitenden Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft (z. B. Konjunktur, Wirtschaftswachstum, Ausbildungsbereitschaft der Betriebe), den damit verbundenen hohen Anforderungen an das Individuum vor allem in regional mangelnden Angeboten von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Daher gelten besonders Jugendliche in strukturschwachen Gebieten als gefährdet, den Schritt von der Schule in eine Ausbildung nicht ohne entsprechende Fördermaßnahmen bewältigen zu können. Das BMBF hebt in diesem Kontext besonders die Defizite im östlichen Bundesgebiet hervor.35 Des Weiteren erhöhen laut BMBF geburtenstarke Jahrgänge die Konkurrenz auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, was jedoch durch die voranschreitenden demografischen Veränderungen relativiert wird.36 Nach wie vor ist der Selektionsmechanismus des deutschen Bildungssystems ein wichtiger Aspekt, wenn es um die Verdrängung von Jugendlichen mit mangelnden Abschlüssen vom begrenzten Ausbildungsmarkt geht.

Häufig kommt es zu einer ÄVermischung“ der einzelnen Faktoren und Ursachen der Benachteiligung, die somit nicht eindeutig zu ergründen sind. Bojanowski, Eckardt und Ratschinski sprechen im Handbuch Berufsbildungsforschung in diesem Kontext von einer Ä„Kumulation„ von Problemlagen“ und führen beispielhaft an, dass Jugendliche oft schulische Misserfolge dem eigenen Versagen zuordnen, obwohl äußere Umstände zum Scheitern beitragen.37

2.3 Folgen für die Gesellschaft

Eine Benachteiligung kann sich durch zahlreiche Begleiterscheinungen auch auf das Individuum auswirken. Mangelnde gesellschaftliche Anerkennung, soziale Aus- grenzung, ausbleibende (berufliche) Erfolgserlebnisse, eine eingeschränkte Entwicklung fachlicher, sozialer und persönlicher Kompetenzen sowie Störungen bei der Ausbildung der Ich-Identität zählen dazu. Die Benachteiligung von (jungen) Menschen hat neben den persönlichen Folgen auch soziale Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Die Benachteiligungsfaktoren haben unmittelbar einen entscheidenden Einfluss auf den Zugang von Jugendlichen zum Erwerbsleben und das Ausmaß der Arbeitslosigkeit. Diese Faktoren tragen zum Ergebnis von derzeit etwa 298.000 Jugendlichen ohne einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz in Deutschland38 bei. Mehrfach benachteiligte Menschen benötigen in diesem Zusammenhang eine besondere Aufmerksamkeit, da sie ein noch höheres Risiko der Ausbildungs- und Arbeitslosigkeit haben. Ich möchte aus diesem Grund die gesellschaftlichen Folgen von (Jugend-) Arbeitslosigkeit herausstellen und damit auf die Bedeutung der Förderung dieser Zielgruppe verweisen.

Die genannte ÄVermischung“ der Benachteiligungsfaktoren trägt zum einen zur Anhäufung von psychischen und physischen Erkrankungen bei. Daraus ergeben sich hohe Behandlungskosten, die zu Beitragssteigerungen in den gesetzlichen und privaten Krankenkassen führen können. Zum anderen ergeben sich durch die Unterbeschäftigung in Deutschland zusätzliche finanzielle Belastungen, die aus Mindereinnahmen (Steuern, Sozialbeiträge) und Mehrausgaben resultieren. Die Kosten setzen sich u. a. aus Arbeitslosengeld, Hartz IV (Regelleistung, Wohnungs- und Heizkosten, Rentenversicherungsbeiträge etc.) und kommunalen Hilfen zusammen.

Die gesamtfiskalischen Kosten der Arbeitslosigkeit in Deutschland betrugen im Jahr 2007 insgesamt 67,6 Mrd. Euro - das entspricht einem Wert von 17.900 Euro je registriertem Arbeitslosen.39 Aus dem IAB-Kurzbericht geht jedoch nicht der Anteil für die jugendlichen Arbeitslosen hervor. Zudem enthalten die Angaben über die Ausgaben keine Aussagekraft über die Übergangssysteme in Deutschland, die ebenfalls mit etwa 4 Mrd. Euro jährlich40 einen hohen Kostenfaktor darstellen. Aus diesem Grund müssen die Maßnahmen des Übergangsmanagements so gestaltet werden, dass möglichst viele der betroffenen Jugendlichen erfolgreich in eine berufliche Ausbildung und/ oder eine Erwerbstätigkeit gebracht werden können.

3 Das Produktionsschulmodell

Produktionsschulen in Deutschland sind seit den 1990er Jahren ein Modell zur Unterstützung des Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung. Neben der historischen Entwicklung des praxisorientierten Lernkonzepts der Produktionsschulen beschreibe ich auch den Hintergrund der Einführung von Produktionsschulen im Königreich Dänemark. Insgesamt erfolgt ein Überblick über die Zielgruppe und Besonderheit des dänischen Konzepts sowie über die Entstehung und Rahmenbedingungen deutscher Institutionen. Abschließend wird versucht, die Bezeichnung Produktionsschule begrifflich einzuordnen.

3.1 Historischer Rückblick

Die Lebensumstände im Europa des 16. Jahrhunderts zwangen viele Familien, bereits Kinder an praktische Tätigkeiten und Handwerksarbeiten heranzuführen, um die Arbeitslöhne einzusparen. Im Zuge der Industrialisierung am Ende des 18. Jahrhunderts gewann die Arbeitskraft der Heranwachsenden zunehmend an weiterer Bedeutung. Hinzu kamen neue wirtschaftliche und politische Entwicklungen wie Landeszersplitterung und merkantile Wirtschaftsmerkmale. Die Landwirtschaft allein genügte nicht mehr, um die von Armut geprägte und zugleich wachsende Bevölkerung zu ernähren. Ein Konzept, das die Vorbereitung auf das Erwerbsleben implementierte, fand sich in der Entwicklung der Industrieschulen am Ende des 18. Jahrhunderts wieder. Im Vordergrund standen zunächst Allgemeinbildung und Arbeitsunterricht, wodurch die Schüler zu zielbewussten, aufrichtigen Menschen und somit nützlichen Gliedern des Staates erzogen werden sollten.41 Im weiteren Verlauf jedoch rückte der Aspekt der gewinnorientierten Produktion den Anteil an Bildung fortschreitend in den Hintergrund. Dies und weitere Faktoren wie u. a. der Mangel an ausgebildetem Lehrpersonal und die Mechanisierung der Arbeitsprozesse sind Auslöser für das Scheitern der Industrieschulen in Deutschland gewesen. Die anschließenden reformpädagogischen Strömungen am Übergang zum 20.

[...]


1 Frankfurter Rundschau online (2011): Studie: Hilfen zum Berufseinstieg kritisiert, [01.02.2011].

2 Ebd.

3 Zeit online (2010): Bildungsstudie. Bessere Pisa-Ergebnisse für Deutschland, [11.01.2011].

4 BMBF (2010): Berufsbildungsbericht 2010, Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Perspektiven des Bildungswesens im demografischen Wandel, S. 3.

5 Ebd.

6 Martin (o. J.): Die Misere auf dem Ausbildungsstellenmarkt, o. S., [11.01.2011].

7 Allespach/ Novak (2005): Abbau von Benachteiligung als berufspädagogischer Auftrag und berufspädagogische Herausforderung, S. 11.

8 Das Übergangssystem ist eigentlich kein System, sondern ein undurchsichtiger Maßnahmen- und Finanzierungsdschungel.

9 Rauschenbach/ Züchner (2001): Lebenschancen benachteiligter junger Menschen - Risiken heutiger Sozialisation, S. 70.

10 Rauschenbach/ Züchner (2001): Lebenschancen benachteiligter junger Menschen, S. 70.

11 Bojanowski (2005a): Umriss einer beruflichen Förderpädagogik. Systematisierungsvorschlag zu einer Pädagogik für benachteiligte Jugendliche, S. 343.

12 BMBF (2005): Berufliche Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf - Benachteiligtenförderung, S. 7.

13 Niemeyer (2008): Professionelle Benachteiligtenförderung - eine Bestandsaufnahme, S. 11.

14 Bojanowski/ Eckardt/ Ratschinski (2005a): Annäherung an die Benachteiligtenforschung - Verortungen und Strukturierungen, S. 11.

15 Eckardt (2008): Schule mit Produktion (08.09.2008), S.1, [14.01.2011].

16 Sozialgesetzbuch (SGB) Drittes Buch (III) - Arbeitsförderung, [11.01.2011].

17 Spies/ Tredop (2006): ): ÄRisikobiografien“ - Von welchen Jugendlichen sprechen wir?, S. 10 und Allespach/ Novak (2005): Abbau von Benachteiligung als berufspädagogischer Auftrag und berufspädagogische Herausforderung, S. 9.

18 Fuglsang (o. J.): Die dänischen Produktionsschulen, S.1, [Skript].

19 Solga/ Wagner (2001): Paradoxie der Bildungsexpansion. Die doppelte Benachteiligung von Hauptschülern. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 4. Jg. H.1, S. 107-127.

20 Rahn (2005): Übergang zur Erwerbstätigkeit: Bewältigungsstrategien Jugendlicher in benachteiligten Lebenslagen, S. 44.

21 Ebd.

22 BMBF (Hrsg.) (2010a): TIMSS Übergangsstudie untersucht den Übergang von der Grundschule in weiterführende Schulen (02.07.2010), [02.02.2011].

23 BMBF (Hrsg.) (2010b): Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule -

Leistungsgerechtigkeit und regionale, soziale und ethnisch-kulturelle Disparitäten Bd. 34, S. 7, [02.02.2011].

24 BMBF (Hrsg.) (2008): Bildungs(miss)erfolge von Jungen und Berufswahlverhalten bei Jungen/männlichen Jugendlichen, S. 9, [02.02.2011].

25 Rahn (2005): Übergang zur Erwerbstätigkeit: Bewältigungsstrategien Jugendlicher in benachteiligten Lebenslagen, S. 45.

26 Ebd., S. 46.

27 BMBF (Hrsg.) (1998): Berufliche Qualifizierung benachteiligter Jugendlicher, S. 18.

28 Beicht/ Granato (2010): BIBB Report, Heft 15/2010, [14.02.2011].

29 Beicht/ Granato (2010): BIBB Report, Heft 15/2010, S. 3, [14.02.2011].

30 Ebd., S. 6.

31 Titz (2010): Bewerber-Diskriminierung. Tobias wirft Serkan aus dem Rennen. (09.02.2010). Spiegel online, o. S., [17.02.2011].

32 Ebd.

33 BMBF (Hrsg.) (1998): Berufliche Qualifizierung benachteiligter Jugendlicher, S. 20.

34 Ebd., S. 20-21.

35 BMBF (Hrsg.) (2005): Berufliche Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf - Benachteiligtenförderung , S. 12.

36 Ebd.

37 Bojanowski/ Eckardt/ Ratschinski (2005b): Benachteiligtenforschung, S. 397.

38 Statista: Anzahl der jugendlichen Arbeitslosen (unter 25 Jahre) nach Bundesland (Stand: Juni 2010), [26.02.2011].

39 Bach/ Spitznagel (2008): IAB-Kurzbericht 14/2008. Aktuelle Analysen und Kommentare aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Kosten der Arbeitslosigkeit sind gesunken, S. 4, [25.02.2011].

40 Bildungsserver (2011): Sackgasse oder Türöffner? Das Übergangssystem zwischen Schule und Berufsausbildung (Artikel vom 17.02.2011), [25.02.2011].

41 Schmidt (o. J.): Einführung in die Didaktik der Arbeitslehre. Industrieschulen, S. 2, [Skript].

Ende der Leseprobe aus 74 Seiten

Details

Titel
Produktionsschulen in Deutschland mit besonderem Blick auf Hamburg
Untertitel
Ein Weg benachteiligter Jugendlicher in den ersten Arbeitsmarkt
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Abschlussarbeit - Lehrstuhl für soziale und berufliche Rehabilitation - Bildungswissenschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
74
Katalognummer
V177221
ISBN (eBook)
9783640998777
ISBN (Buch)
9783640999026
Dateigröße
1240 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Produktionsschulen, Deutschland, Hamburg, Bildung, Benachteiligtenförderung, benachteiligte Jugendliche, Arbeitsmarkt, Schule, Jugendarbeitslosigkeit
Arbeit zitieren
Janett Hemstedt (Autor), 2011, Produktionsschulen in Deutschland mit besonderem Blick auf Hamburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177221

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Produktionsschulen in Deutschland mit besonderem Blick auf Hamburg


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden