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Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit

Die "Generation Greta" und die gelebte Schöpfungsverantwortung in umweltethischer Perspektive

Título: Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit

Tesis , 2022 , 40 Páginas

Autor:in: Helmut Prodinger (Autor)

Ética
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Die vorliegende Abschlussarbeit für den Hochschullehrgang Ethik an der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig unternimmt den Versuch, mehrere Begrifflichkeiten zu verbinden, die auf den ersten Blick vielleicht nicht vereinbar scheinen. Zunächst wird ausgehend von den biblischen Genesis-Schöpfungsberichten das Phänomen des, oft falsch verstandenen, Herrschafts- und Gestaltungsauftrags im Buch Genesis untersucht werden. Aus dieser Schöpfungsverantwortung werden in weiterer Folge umweltethische Konnotationen abgeleitet und gängige Dystopien untersucht, welche das aktuelle Phänomen des Klimawandels begleiten.

In weiterer Folge skizziert die Arbeit das Thema Generationengerechtigkeit am Beispiel der Generation Z – oder auch, wie in der Literatur beschrieben, Generation Greta. Der jugendliche Kampf gegen den Klimawandel, den Galionsfiguren wie Greta Thunberg, mit ihrer Fridays-for-Future-Bewegung initiiert haben, hat viele Feinde: Skeptiker des Schulstreiks, rechts-konservative Politiker, Weltverschwörer und nicht zuletzt die Corona-Pandemie. In diesem Kapitel wird auch aufgezeigt, welche Personen sich vor allem an den Klimastreiks beteiligen bzw. von wem die Streikenden am meisten Verständnis entgegengebracht bekommen.

Ausgehend von einer begrifflichen Definition von Ethik und ihrer verschiedenen Unterarten werden in weiterer Folge Themenfelder der Umweltethik, etwa die diversen Spielarten menschlicher Einflussnahme in die Natur wie auch die beiden Wertansätze der Umweltethik, die anthropozentristischen und nicht-anthropozentristischen, untersucht werden. Abschließend betrachtet diese Arbeit die vorangegangen Aspekte aus der Perspektive pflichtorientierten Deontologie umweltethisch.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Umweltethische Aspekte der Schöpfungsverantwortung am Beispiel der Genesis-Schöpfungsberichte

2.1. Schöpfungsmythen und deren Auftrag für den Menschen

2.2. Apokalyptische Betrachtung der Schöpfung

3. Generationengerechtigkeit und das Phänomen der Zukunftsangst

3.1. Kampf gegen den Klimawandel unter Corona

3.2. Die politische Generation Z im Vergleich

3.3. Fridays for Future: wissenschaftliche, gebildet, weiblich

3.4. Die gesellschaftliche Unterstützung von Fridays for Future

4. Umweltethik: Ethische Betrachtungsweisen der Nachhaltigkeit

4.1. Hinführung: Arten der Ethik

4.2. Themenfelder der Umweltethik

4.3. Deontologie der Umweltethik

5. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen biblisch fundierter Schöpfungsverantwortung, moderner Umweltethik und dem jugendlichen Klimaaktivismus der Generation Greta. Im Zentrum steht die Leitfrage, inwiefern die Protestbewegung Fridays for Future den traditionellen Herrschafts- und Bewahrungsauftrag aus den Schöpfungsmythen im Kontext moderner Zukunftsängste und Generationengerechtigkeit neu interpretiert und wie sich dieser Aktivismus innerhalb theoretischer Modelle der Umweltethik verorten lässt.

  • Theologische Relektüre des biblischen Herrschaftsauftrags (Dominium terrae) als Bewahrungs- und Treuhänderauftrag
  • Soziologische und demografische Analyse der Generation Z bzw. Generation Greta im Vergleich zu früheren Jugendgenerationen
  • Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Klimaaktivismus und gesellschaftliche Transformationsprozesse
  • Empirische Befunde zur gesellschaftlichen Akzeptanz, Unterstützung und Zusammensetzung von Fridays for Future
  • Umweltethische Differenzierung zwischen anthropozentrischen und physiozentrischen Wertansätzen (u. a. Biozentrismus, Ökozentrismus, Holismus)
  • Deontologische Einordnung des Klimaschutzes im Spannungsfeld von vollkommenen und unvollkommenen Pflichten

Auszug aus dem Buch

3.3. Fridays for Future: wissenschaftliche, gebildet, weiblich

Teune 2020 benennt den Verhaltenskodex, zu dem man sich bei den Protestaktionen durch eine Fridays for Future Strike Culture (Fridays for Future 2020) verpflichtet habe. Sie besteht aus den Punkten: (vgl. Teune 2020, S. 138)

No violence, No property damage, No littering, No profit, No hate, Minimize your carbon footprint, Always refer to science.

Ebenso zeigt Hurrelmann 2020 auf, dass die Wissenschaftsorientierung ein auffälliges Merkmal der Generation Greta sei: Fridays for Future prägt die junge Generation. Vorgehen und Botschaften dieser Bewegung passen zu den Einstellungen junger Menschen. Greta Thunberg habe eine politische Jugendbewegung losgetreten, doch sie sei keine Ideologin. Sie falle eher durch eine radikale Wissenschaftsorientierung auf. Thunberg und Fridays for Future greifen in ihrer Argumentation fast ausschließlich auf die Ergebnisse der Forschung zum Klimawandel zurück. Sie messen die Politik an ihren eigenen Versprechen, vor allem am internationalen Pariser Klimaschutzabkommen von 2015. (vgl. ebd., S. 231f.)

Die Bewegung stützt sich in ihrem Anliegen auf wissenschaftliche Urteile, diskutiert diese empirisch fundiert: „Die formulierte Absicht der Bewegung, die Rettung des Planeten, erfolgt dabei aus einer zutiefst vernünftigen Haltung, die auch die Politik nicht negieren kann.“ (Neuser 2021, S. 18)

Dies betont auch Leggewie 2021 und vergleicht Friday for Future mit anderen Protestbewegungen: „[…] Dabei darf man die Wucht und Wirkung der Fridays-for-Future-Versammlungen weder über- noch unterschätzen, die mit der Schüler- und Studentenbewegung um 1968 und 1990 einige Gemeinsamkeiten und sehr viele Unterschiede aufweist.“ (Leggewie 2021, S. 212) Der heutige Modus sei eindeutig „follow the science“ (vgl. ebd.) Es handle sich bei der Bewegung, die von Greta Thunberg initiiert wurde, um die Wiedereinsetzung der naturwissenschaftlichen Autorität, ohne dabei ganz auf Gesellschaftskritik zu verzichten. (vgl. ebd.) Ein wesentlicher Unterschied zu früheren Protestbewegungen liege darin, dass das industrielle Wachstumsmodell am Ende sei, auf dem die Umverteilungsvorstellungen und Gerechtigkeitsideale der älteren Protestbewegung noch wesentlich beruhten.

Kapitelübersichten

1. Einleitung: Das einleitende Kapitel führt in die Problemstellung ein und skizziert das Anliegen der Arbeit, theologische Schöpfungslehre, jugendlichen Klimaaktivismus und umweltethische Pflichtenmodelle miteinander in Dialog zu bringen.

2. Umweltethische Aspekte der Schöpfungsverantwortung am Beispiel der Genesis-Schöpfungsberichte: Dieses Kapitel widmet sich der sprachlichen und theologischen Exegese des biblischen Herrschaftsauftrags und kontrastiert den Gedanken des Bewahrens der Schöpfung mit gegenwärtigen dystopischen sowie apokalyptischen Zukunftsszenarien renommierter Autoren wie Jonathan Franzen.

3. Generationengerechtigkeit und das Phänomen der Zukunftsangst: Der Abschnitt analysiert die soziologischen Profile der Generation Z, die Entstehungsgeschichte von Fridays for Future, deren Bewährungsprobe während der Pandemie sowie die gesellschaftliche Polarisierung und Akzeptanz des Klimastreiks anhand empirischer Studien.

4. Umweltethik: Ethische Betrachtungsweisen der Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel systematisiert zentrale ethische Grundbegriffe, differenziert anthropozentrische von physiozentrischen Konzepten und untersucht den Klimaschutz anhand von Immanuel Kants Pflichtenethik im Rahmen vollkommener und unvollkommener Verpflichtungen.

5. Schluss: Das Fazit resümiert die Aktualität des Schöpfungsauftrags, betont die Notwendigkeit generationenübergreifender Solidarität und plädiert dafür, den Klimaschutz aus ethischer Perspektive von einer unvollkommenen in eine verbindliche Pflicht zu überführen.

Schlüsselwörter

Nachhaltigkeit, Generationengerechtigkeit, Generation Greta, Fridays for Future, Schöpfungsverantwortung, Umweltethik, Deontologie, Anthropozentrismus, Physiozentrismus, Klimawandel, Greta Thunberg, Generation Z, unvollkommene Pflichten, Ökozentrismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Schnittstelle zwischen theologischen Schöpfungsberichten, der soziologischen Dynamik der Fridays-for-Future-Bewegung und den normativen Kategorien der philosophischen Umweltethik vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Klimakrise.

Welche zentralen Themenfelder werden erforscht?

Zu den thematischen Hauptfeldern zählen die theologische Exegese des biblischen Auftrags zur Schöpfungsverantwortung, die Protestkultur und Zusammensetzung der Generation Z sowie die umweltethische Klassifikation von Naturwerten und Pflichten.

Was ist das übergeordnete Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie der von Jugendlichen erhobene Anspruch auf Generationengerechtigkeit ethisch begründet ist und warum die Schöpfungsverantwortung im gesellschaftlichen Handeln verbindlicher verankert werden muss.

Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine interdisziplinäre Theorie- und Literaturarbeit, die theologische Quellentexte, soziologische Jugend- und Einstellungsstudien sowie umweltethische Fachliteratur auswertet und synthetisiert.

Was wird im Hauptteil des Werks analysiert?

Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte und die Kernmerkmale von Fridays for Future unter Pandemiebedingungen, empirische Daten zur gesellschaftlichen Unterstützung sowie umweltethische Denkmodelle vom Utilitarismus bis zur deontologischen Pflichtenlehre.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Argumentation des Autors?

Prägende Fachbegriffe sind Schöpfungsverantwortung, Generationengerechtigkeit, Deontologie, anthropozentrischer versus physiozentrischer Wertansatz sowie unvollkommene Pflichten.

Wie wird der biblische Herrschaftsauftrag aus der Genesis im Text neu gedeutet?

Die Arbeit betont unter Berufung auf theologische und sprachwissenschaftliche Erkenntnisse, dass Begriffe wie „bebauen und bewahren“ oder das hebräische „kabash“ nicht als Freibrief zur Ausbeutung der Erde zu verstehen sind, sondern als treuhänderische Verantwortung im Sinne einer „Stewardship-Interpretation“.

Warum scheitert die Bekämpfung des Klimawandels laut der Arbeit häufig an der praktischen Umsetzung?

Aus Sicht der umweltethischen Deontologie wird der Klimaschutz in der breiten Gesellschaft bislang zumeist nur als eine „unvollkommene Pflicht“ begriffen, die Spielräume für unverbindliches Verhalten und Aufschub belässt, anstatt als strikt bindende Handlungsnorm befolgt zu werden.

Welche besonderen demografischen Merkmale zeichnen die Proteste von Fridays for Future aus?

Studien belegen, dass die Kernaktivisten überdurchschnittlich jung, hochgebildet und weiblich geprägt sind, wobei sich die Bewegung dezidiert auf den wissenschaftlichen Konsens stützt und keine ideologische Sonderstellung für sich fordert.

Final del extracto de 40 páginas  - subir

Detalles

Título
Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit
Subtítulo
Die "Generation Greta" und die gelebte Schöpfungsverantwortung in umweltethischer Perspektive
Universidad
Pädagogische Hochschule Salzburg  (Ethik)
Curso
Hochullehrgang Ethik
Autor
Helmut Prodinger (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
40
No. de catálogo
V1772353
ISBN (PDF)
9783389207369
ISBN (Libro)
9783389207376
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ethik Umweltethik Gen Z Nachhaltigkeit Schöpfungsverantwortung Fridays for Future Apokalyptik Greta Thunberg
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Helmut Prodinger (Autor), 2022, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1772353
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