Forschungsbefunde zur Kommunikation im Internet
Zwischenprüfungsarbeit Psychologie für das Lehramt an der Universität Potsdam
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begriffsklärung
1.2 Die Bedeutung des Internet
2 Asynchrone Kommunikation im Internet
2.1 Unidirektionale Kommunikation
2.2 Bidirektionale Kommunikation
3 Synchrone Kommunikation im Internet
4 Die Sprache des Internet
4.1 Syntax und Ausdrucksweise
4.2 Umgangsformen im Internet
5 Persönlichkeit und Selbstdarstellung
6 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die computervermittelte Kommunikation als soziales Phänomen und analysiert, wie Menschen das Internet nutzen, um in Kontakt zu treten, Informationen auszutauschen und Identitäten zu formen. Der Fokus liegt dabei auf der Differenzierung zwischen synchronen und asynchronen Kommunikationsformen sowie den spezifischen sprachlichen und sozialen Konventionen, die sich in diesem digitalen Raum entwickelt haben.
- Grundlagen und Begriffsbestimmung der internetbasierten Kommunikation
- Unterscheidung und Analyse asynchroner und synchroner Kommunikationswege
- Die Entwicklung einer spezifischen „Netzsprache“ (Emoticons, Akronyme)
- Verhaltensnormen und Netiquette im digitalen Dialog
- Mechanismen der Identitätsbildung und Selbstdarstellung im virtuellen Raum
Auszug aus dem Buch
4.2 Umgangsformen im Internet
Nach Batinic ist beim Fehlen nonverbaler Kommunikation die Empfindungsebene und eine Sensibilität gegenüber dem Gesprächspartner niemals ausgeblendet, sie wird lediglich anders, mit Hilfe von Textzeichen, ausgedrückt. So trifft es auch hier zu, dass der Ton die Musik macht. Bestimmte Verhaltensweisen sind notwendig, um einen erfolgreichen Dialog entstehen zu lassen.
Es wird als höflich empfunden, sich beim Schreiben von E-Mails die Mühe zu machen, auf die Rechtschreibung und auf Gross- und Kleinschreibung zu achten. Ein Text ist mit Rechtschreib- oder Tippfehlern zwar noch zu verstehen, aber bei E-Mails ist genügend Zeit um darauf zu achten. Eine E-Mail ist ausserdem viel angenehmer zu lesen, wenn der Absender nicht alles in eine Zeile hintereinander weg schreibt, sondern auch mal einen Absatz macht oder eine Leerzeile lässt.
Beim Chat ist das etwas anders. Hier gibt es kaum zeitlichen Spielraum. Aber auch hier gibt es ungeschriebene Gesetze, so wird z.B. das Schreiben in Grossbuchstaben als Schreien interpretiert, während mit Smilies Ironie und Freunde gezeigt wird. Im Chat ist es üblich, dass die Schreibweise der Aussprache angepasst wird, z.B. in *froi*. Das kann recht amüsant und sympathisch wirken, jedoch lässt sich ein Text sehr schwer lesen, wenn häufig solche Schreibweisen vorkommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert den Begriff der computervermittelten Kommunikation und beleuchtet die zunehmende kulturelle Relevanz des Internets seit den 1990er Jahren.
2 Asynchrone Kommunikation im Internet: Unterscheidet zwischen unidirektionalen und bidirektionalen Kommunikationsformen, bei denen zeitliche Verzögerungen zwischen Senden und Empfangen bestehen.
3 Synchrone Kommunikation im Internet: Analysiert zeitgleiche Kommunikationsformen wie Instant Messaging, IRC und VoIP, die dem direkten Face-to-Face-Gespräch näherkommen.
4 Die Sprache des Internet: Erläutert die Entwicklung einer eigenen digitalen Syntax durch Emoticons, Akronyme und spezielle Verhaltensregeln, die als Netiquette zusammengefasst werden.
5 Persönlichkeit und Selbstdarstellung: Untersucht, wie Nutzer durch Nicknames, Signaturen und Webpräsenzen virtuelle Identitäten konstruieren und sich in sozialen Kontexten präsentieren.
6 Zusammenfassung: Fasst die Bedeutung des Internets als Kommunikationsraum zusammen und betont die Notwendigkeit von Medienkompetenz für eine effektive Nutzung.
Schlüsselwörter
Computervermittelte Kommunikation, Internet, Asynchrone Kommunikation, Synchrone Kommunikation, Netiquette, Emoticons, Akronyme, Identität, Selbstdarstellung, Medienkompetenz, Chat, E-Mail, virtuelle Realität, Sozialpsychologie, Dialog.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen und soziologischen Aspekten der Kommunikation zwischen Menschen unter Nutzung des Internets als Vermittlungsmedium.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die technische Differenzierung von Kommunikationswegen, die spezifische Sprache im Netz sowie die Darstellung der eigenen Persönlichkeit in virtuellen Umgebungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Funktionsweisen computervermittelter Kommunikation zu systematisieren und aufzuzeigen, wie sich soziale Interaktion durch digitale Werkzeuge verändert.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf bestehenden psychologischen Fachpublikationen und sozialpsychologischen Erkenntnissen zur Internetnutzung basiert.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse asynchroner und synchroner Medien, die Untersuchung der netzspezifischen Sprache und die Erörterung von Selbstdarstellungsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören computervermittelte Kommunikation, Netiquette, Identitätsbildung, synchrone/asynchrone Kommunikation und Medienkompetenz.
Was unterscheidet synchrone von asynchroner Kommunikation laut der Arbeit?
Der Hauptunterschied liegt im zeitlichen Faktor: Bei der asynchronen Kommunikation liegen Nachrichten in einer Sammelstelle, während synchrone Kommunikation ein zeitgleiches Agieren der Gesprächspartner erfordert.
Welche Bedeutung haben Emoticons und Akronyme im digitalen Kontext?
Sie dienen als Ersatz für nonverbale Signale wie Mimik oder Gestik und ermöglichen eine effiziente, schnelle Informationsübertragung in textbasierten Chats.
Wie beeinflusst das Medium Internet die Selbstdarstellung der Nutzer?
Durch die Möglichkeit, Profile, Nicknames und Webseiten gezielt zu gestalten, können Nutzer ihre Identität virtuell konstruieren, was jedoch oft zu einer Diskrepanz zwischen realem und digitalem Selbst führen kann.
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- Bertram Becker (Author), 2006, Forschungsbefunde zur Kommunikation im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177271