Nährwertkennzeichnung als Instrument der Verbraucherentscheidung - Ein Vergleich von Nährwertampel und Guideline Daily Amount


Hausarbeit, 2010

36 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Guideline Daily Amount (GDA) Kennzeichnung
2.1. Struktur der GDA- Kennzeichnung
2.2. Kontroverse um die GDA-Kennzeichnung

3. Ampelkennzeichnung
3.1. Struktur der Ampelkennzeichnung
3.2. Kontroverse um die Ampelkennzeichnung

4. Kennzeichnungssysteme in der Praxis
4.1. Kriterium der Verbrauchernutzung
4.2. Kriterium der Verständlichkeit
4.3. Kriterium der Präferenz

5. Struktur einer verbraucherfreundlichen Kennzeichnung

6. Fazit und Ausblick

7. Betriebsbeschreibung

8. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: GDA Verpackungsvorderseite, Energiemenge

Abb. 2: GDA Verpackungsvorder- bzw. rückseite

Abb. 3: Ampelkennzeichnung der FSA

Abb. 4: Ampelkennzeichnung, kombiniert mit GDA und Brennwert

Abb. 5: Ampelkennzeichnung der Verbraucherzentrale Hamburg

Abb. 6: Darstellungsvielfalt der Ampelkennzeichnung

Abb. 7: Informationsgewinn des Verbrauchers über die Verbraucherzentrale.

Abb. 8: Organigramm der Verbraucherzentrale Hessen

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: CIAA Basisdaten zur Berechnung der GDA

Tab. 2: D-A-CH Richtwerte für die tägliche Energiezufuhr Erwachsener (PAL: 1,4)

Tab. 3: FKE Empfehlungen für die tägliche Energiezufuhr von Kindern und Jugendlichen

Tab. 4: FSA Schwellenwerte Lebensmittel (pro 100 g)

Tab. 5: FSA Schwellenwerte Getränke (pro 100ml)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In den entwickelten Industrieländern lässt sich in den letzten drei Jahrzehnten ein deutlicher Trend beobachten: Die Anzahl an Übergewichtigen und Adipösen aller Altersgruppen steigt kontinuierlich an (KOMMISSION DER EUROPÄI- SCHEN GEMEINSCHAFTEN (KEG) 2007; STEHLE 2010). Laut der EU- Kommission sind in den meisten EU-Mitgliedsstaaten mehr als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig (VERBRAUCHERZENTRALE NORDRHEIN- WESTFALEN E. V. (VZNRW) ET AL. 2007). Auch in Deutschland sind zwei Drittel der Männer und etwa die Hälfte der Frauen übergewichtig oder adipös (MAX RUBNER-INSTITUT BUNDESFORSCHUNGSINSTITUT FÜR ERNÄH- RUNG UND LEBENSMITTEL 2008). Zudem sind auch schon viele Kinder und Jugendliche von Übergewicht oder Adipositas betroffen. Laut der KIGGS- Studie waren im Jahr 2006 15 % der 3- bis 17-Jährigen übergewichtig und davon über ein Drittel (6 %) adipös (ROBERT-KOCH-INSTITUT 2006).

Die durch Übergewicht und Adipositas ausgelösten Probleme sind vielschichtig. So leiden Betroffene häufig an Übergewicht- und Adipositas- assoziierten Krankheiten sowie Folgeerkrankungen. Hinzu kommen oft auch soziale und gesundheitsökonomische Probleme, so entstehen dem deutschen Gesund- heitssystem jährlich 75 Milliarden Euro Kosten durch ernährungsassoziierte Krankheiten (HAHN 2008).

Um auf die Übergewichts- und Adipositasproblematik adäquat reagieren zu können, hat die Kommission der Europäischen Gemeinschaft verschiedene Maßnahmen in ihrem Weißbuch veröffentlicht. Eine dieser Maßnahmen ist eine bessere Verbraucherinformation mit Hilfe einer leicht verständlichen, möglicher- weise verpflichtenden Nährwertkennzeichnung. Diese soll den Verbraucher bei der „Entscheidung für gesündere Lebensmittel und Getränke unterstützen“ (KEG 2007, S. 6). Zudem soll geregelt werden, wie die Kennzeichnung auf der Verpackungsvorderseite durch eine vereinfachte Kennzeichnung oder Hinweise (KEG 2007) umgesetzt wird. Im Folgenabschätzungsbericht über Fragen der Nährwertkennzeichnung spricht sich die KEG schließlich klar für eine verpflich- tende vereinfachte Nährwertkennzeichnung auf der Verpackungsvorderseite aus, da diese vom Verbraucher öfter zur Kenntnis genommen und verwendet wird als die Informationen auf der Verpackungsrückseite (KEG 2008).

Bisher ist unklar, wie die vereinfachte verpflichtende Nährwertkennzeichnung aussehen wird. Diskutiert werden die existierenden Kennzeichnungssysteme „Multiple Traffic Light (Ampel)“ und „Guideline Daily Amount (GDA)“ (BUNDESMINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND VERBRAUCHERSCHUTZ (BMELV) o. J.).

Die folgende Arbeit wird sich daher mit diesen beiden Kennzeichnungssys- temen beschäftigen. Zuerst wird die Struktur von GDA- und Ampel-Kennzeich- nung erläutert, dabei wird neben der Verpackungsvorderseite auch kurz auf die Verpackungsrückseite eingegangen, um das Gesamtbild der Kennzeichnung darzustellen. Im Anschluss wird die aktuelle Kontroverse um die beiden Kenn- zeichnungen dargestellt, wobei die wissenschaftliche Basis, Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit sowie die Reichweite der Kennzeichnungen näher betrachtet werden. Es folgt eine Praxisbetrachtung der Kennzeichnungen in Bezug auf die Kriterien Nutzung, Verständlichkeit und Verbraucherpräferenz. Abschließend wird dargestellt, welche Kriterien ein Kennzeichnungssystem erfüllen sollte, um die Verbraucher bei Kaufentscheidungen im Sinne einer richtigen Beurteilung des Gesundheitswertes eines Produktes zu unterstützen.

2. Guideline Daily Amount (GDA) Kennzeichnung

Guideline Daily Amount bedeutet „Richtwert für die Tageszufuhr“ bezogen auf Energie und Nährstoffe. Die Grundlage für den GDA bilden die im Rahmen des Projekts „EURODIET“ erzielten Ergebnisse. Dieses Projekt wurde von der Euro- päischen Kommission, mit dem Ziel Ernährungsempfehlungen für Europa zu formulieren (MÖSER 2010), finanziert. Außerdem wurden Empfehlungen diver- ser nationaler Ernährungsgremien bei der Festlegung der GDA-Richtwerte mit- berücksichtigt (HAHN 2008). Die Daten von „EURODIET“ wurden vom Verband der Europäischen Lebensmittelindustrie (Confédération des industries agroali- mentaires de l’UE (CIAA)) interpretiert und angepasst, wobei sich die für „EU- RODIET“ zuständigen Organisationen nicht beteiligten (AID INFODIENST ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT, VERBRAUCHERSCHUTZ E. V. (AID) 2008). Das Ergebnis sind die im Jahr 2006 von der CIAA veröffentlichten Empfehlungen für eine allgemeine Nährwertkennzeichnung (Originalti- tel:„Recommendations for a Common Nutrition Labelling Scheme“), welche ei- nen Leitfaden der Lebensmittelindustrie für eine freiwillige Nährwertkennzeich- nung darstellen. In den Empfehlungen stellt die CIAA das GDA-Nährwertkenn- zeichnungssystem vor, dessen Aufbau im folgenden Punkt beschrieben wird.

2.1. Struktur der GDA- Kennzeichnung

Die GDA-Kennzeichnung informiert über den absoluten Energie- und Nährstoff- gehalt einer Portion des jeweiligen Lebensmittels und weist den prozentualen Anteil der Portion bezogen auf die tägliche Energie- und Nährwertzufuhr aus (HAHN 2008). Eine Portion stellt dabei bei Portionspackungen eine Packung (z. B. ein Müsliriegel) dar und bei größeren Verpackungen die durchschnittliche Portionsgröße (z. B. Frühstückscerealien 40 g) (MÖSER 2010). Die Portions- größen können von den Lebensmittelherstellern frei gewählt werden, es sollen dabei aber „übliche Verzehrmengen des jeweiligen Produktes berücksichtigt werden“ (MÖSER 2010, S. 11).

Zur Berechnung der GDA hat die CIAA Basisdaten für durchschnittliche Erwachsene mit normalem Körpergewicht veröffentlicht. Die acht gekennzeichneten Nährwerte werden auch als „Big Eight“ bezeichnet.

Tab. 1: CIAA Basisdaten zur Berechnung der GDA (modifiziert nach: CIAA 2006)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei den Werten für Fett, gesättigten Fettsäuren und Gesamtzucker handelt es sich um Obergrenzen des jeweiligen Nährstoffs. Der übermäßige Verzehr dieser Nährstoffe wird international als kritisch bewertet (KOCH 2008).

Die GDA-Kennzeichnung basiert auf den Richtwerten für die Tageszufuhr (GDAs) einer erwachsenen Frau mit einem durchschnittlichen täglichen Energiebedarf von 2000 kcal (siehe auch Tab. 1). Dieser Wert wurde laut CIAA (o. J.) gewählt, da dieser sich am besten an den Bedarf der Mehrzahl der Bevölkerung annähert.

Da der Bedarf an Energie und Nährstoffen einer Person abhängig von individuellen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht und körperlicher Aktivität ist, kann der Richtwert für die Tageszufuhr nur als Orientierung und nicht als individuelle Zufuhrempfehlung dienen (KOCH 2008).

Auf der Verpackung von Lebensmitteln findet man die GDA- Kennzeichnung gemäß der CIAA Empfehlungen aus dem Jahr 2006 auf der Vorder- und Rück- seite.

Auf der Verpackungsvorderseite (vgl. Abb. 1) befindet sich ein Feld, in welchem die Portionsgröße (hier 10 g) sowie die mit dieser Portion zugeführte Energiemenge (hier 72 kcal) und der prozentuale Anteil der Portion am Richtwert für die Tageszufuhr (CIAA o. J.) ablesbar ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: GDA Verpackungsvorderseite, Energiemenge (WALTER RAU LEBENSMITTELWERKE GMBH o. J.)

Das von der CIAA festgelegte Kennzeichnungssystem stellt es Unternehmen frei, neben dem Energiegehalt zusätzliche Nährwertinformationen auf der Ver- packungsvorderseite abzudrucken. Einige Unternehmen geben den Gehalt an Energie (hier in kcal), Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren sowie Natrium bezo- gen auf eine Portion und den jeweiligen prozentualen Anteil des Richtwertes für die Tageszufuhr auf der Vorderseite an, andere nutzen dafür die Verpackungs- rückseite (CIAA o. J.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: GDA Verpackungsvorder- bzw. rückseite (WALTER RAU LEBENSMITTELWERKE GMBH o. J.)

Auf der Verpackungsrückseite befindet sich eine detailliertere Liste der Nähr- wert- und Energieinformationen bezogen auf 100 g bzw. 100 ml und pro Por- tion, wodurch die Vergleichbarkeit der Lebensmittel gewährleistet werden soll. Diese Liste umfasst mindestens die Punkte Energie, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz. Die Informationen werden entweder in Form von Sym- bolen oder einer Tabelle präsentiert (KOCH 2008). Die Angaben zum Zucker- gehalt beziehen sich auf den Gesamtzuckergehalt des Lebensmittels (HAHN 2008).

2.2. Kontroverse um die GDA-Kennzeichnung

Um die GDA-Kennzeichnung ist eine intensive Diskussion entflammt. Die GDA- Kennzeichnung wird von der Lebensmittelindustrie und dem BMELV befür- wortet. Die Verbraucherzentralen hingegen sind strikt gegen die GDA-Kenn- zeichnung und auch der AID und die DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG (DGE) haben Kritik am GDA-System geäußert. Im Folgenden wird die Kontroverse in Bezug auf die wissenschaftliche Basis, die Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit sowie die Reichweite der Kennzeichnung dargestellt.

Wissenschaftliche Basis

Der Hauptkritikpunkt an der GDA-Kennzeichnung ist die von der CIAA gewählte Referenzperson, eine erwachsenen Frau mit einem täglichen Energiebedarf von 2000 kcal. Bei Publikationen internationaler Gesellschaften beziehen sich die Referenzwerte immer auf die drei Variablen Geschlecht, Alter und körper- liche Aktivität (PAL = physical activity level). Die Variable körperliche Aktivität bleibt beim Ansatz der CIAA unberücksichtigt und zur Variable Alter wird nur ausgesagt, dass die Person über 18 Jahre alt ist (DGE 2007). Die von der CIAA festgesetzten Werte für die tägliche Energiezufuhr, stimmen nur für sehr junge Frauen (15 bis unter 19 Jahre) die sich wenig bewegen (PAL = 1,4) mit den D-A-CH Referenzwerten überein (vgl. Tab. 2) (DGE 2000). Wird bei gleich- bleibender körperlicher Aktivität nur die Variable Alter verändert, ist im Vergleich mit den D-A-CH Referenzwerten ersichtlich, dass die CIAA-Werte überhöht sind, da der Energieverbrauch für ältere Menschen wesentlich geringer ist. Der Energieverbrauch für Männer hingegen ist wesentlich höher. Ein Blick auf die Zufuhrempfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (FKE) zeigt, dass der CIAA-Wert von 2000 kcal für die tägliche Energiezufuhr auch für Kinder zu hoch angesetzt ist (vgl. Tab. 3). Zudem werden Personen in besonderen Lebenssituationen (Schwangere/ Stillende) in den Veröffentlichungen der CIAA nicht berücksichtigt (DGE 2007). Auch die Verbraucherzentrale Hamburg kritisieren den Richtwert von 2000 kcal, da dadurch ein falsches Bild für Kinder, Rentner und Männer entsteht (VERBRAUCHERZENTRALE BUNDESVERBAND (VZBV) o. J. a).

Tab. 2: D-A-CH Richtwerte für die tägliche Energiezufuhr Erwachsener (PAL: 1,4) (modifiziert nach: DGE 2007)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3: FKE Empfehlungen für die tägliche Energiezufuhr von Kindern und Jugendlichen (modifiziert nach: AID 2007)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Hinblick auf die Vermeidung von Übergewicht und Adipositas begrüßt die DGE jedoch, dass der niedrige Richtwert für Frauen von 2000 kcal auf Verpackungen angegeben wird (DGE 2007).

Die Basisdaten der CIAA zur Berechnung des GDA (vgl. Tab. 1) sind vom Verbraucher als Obergrenze (Fett, gesättigte Fettsäuren, Salz) bzw. als Untergrenze (Kohlehydrate, Ballaststoffe) zu interpretieren (DGE 2007). Auf den Produktverpackungen wird jedoch nicht darauf hingewiesen, dass es sich um Maximal- bzw. Mindestwerte handelt. Dies ist problematisch, da die angegebenen Maximalwerte für die Zufuhr von Fett und gesättigten Fettsäuren für ältere Menschen oft zu hoch sind (AID 2008 a).

Ein weiterer Kritikpunkt besteht im Richtwert für die Proteinzufuhr, welcher mit 10 % des Energiebedarfs angegeben ist. Damit kommt die CIAA auf täglich 50 g Protein für Frauen und 60 g für Männer. Diese Berechnung ist umstritten, denn der Proteinbedarf hängt vom Körpergewicht ab und muss daher individuell mit Hilfe des Referenzwertes von 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht berechnet werden (AID 2008 a).

Auch die Berechnung der GDA-Werte für Zucker ist umstritten. Für die Zuckeraufnahme gibt es keine Richtwerte von EURODIET. Daher hat die CIAA die natürlich vorkommenden Zuckermengen in Tagesportionen verschiedener Lebensmittel zusammengerechnet und addiert zusätzlich 10 % der Nahrungsenergie an zugesetztem Zucker.

Die Berechnung wird von der DGE kritisiert, da sie zur Verdrängung von Le- bensmitteln mit natürlichem Zuckergehalt durch Lebensmittel mit Zuckerzusatz führen könnte (AID 2008 a). Die Verbraucherzentrale Hamburg hält die ange- setzte Menge für Zucker von 90 g bei Frauen und 110 g bei Männern grund- sätzlich für zu hoch (VERBRAUCHERZENTRALE (VZ) HAMBURG E. V. o. J. a). Auch die Friedrich-Ebert-Stiftung (2007) sieht den Wert von 90 g als zu hoch an und weist auf die Empfehlungen von DGE und WHO hin, welche den Konsum von 50 - 60 g Zucker pro Tag empfehlen.

Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit

Die Verbraucherzentralen kritisieren, dass es keine standardisierten Portions- größen innerhalb einer Produktlinie gibt, Hersteller können diese frei wählen wodurch die einzelnen Produkte schwer vergleichbar sind (MÖSER 2010; VZBV o. J. a). Laut Koch (2008) ist jedoch ein Bemühen der Industrie zur Vereinheitlichung der Portionsgrößen innerhalb einer Produktart erkennbar.

Zudem kritisiert die Verbraucherzentrale, dass auf den Verpackungen angege- benen Portionsgrößen oft unrealistisch klein sind (VBZV o. J. a). Möser (2010) weist daraufhin, dass durch die angegebenen Portionsgrößen eine Beeinflus- sung des Verbrauchers erfolgen könnte, sie nennt als Beispiel die Angabe einer kleinen Portionsgröße bei energiereichen Lebensmitteln wie Süßigkeiten.

Reichweite der GDA-Kennzeichnung

Die GDA-Kennzeichnung ist eine ist das in Europa am weitesten verbreitetste Kennzeichnungssystem: Sie wird sie in 27 Ländern genutzt und ist auf der Mehrzahl aller Produkte zu finden (KETCHUM PLEON GMBH O. J. c).

Laut Möser (2010) bringt die GDA-Kennzeichnung keine Erleichterung bei Umsetzen einer gesünderen Ernährungsweise, da sie freiwillig ist und Hersteller so bestimmte Produkte durch Kennzeichnung herausstellen können.

Im August 2009 haben die Verbraucherzentralen in einer bundesweiten Unter- suchung die Nährwertkennzeichnung auf mehr als 3.500 Lebensmittel von über 50 Herstellern überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass die Hersteller die freiwillige Nährwertkennzeichnung noch nicht genügend nutzen. So fehlte bei fast 50 % der Lebensmitteln die vollständige Kennzeichnung mit den “Big Eight“. Bei 15 % der Lebensmittel war gar keine Kennzeichnung vorhanden. Zudem stellten die Verbraucherzentralen fest, dass zucker- oder fettreiche Lebensmittel seltener gekennzeichnet wurden als kalorienarme Produkte; so deklarierte ein Hersteller seinen fettarmen Schinken, die kalorienreiche Kalbsleberwurst blieb jedoch ohne Kennzeichnung (VZ HESSEN 2009 b; VZNRW 2010).

3. Ampelkennzeichnung

Die Ampelkennzeichnung, beziehungsweise das “Multiple Traffic Light” wurde von der britischen Lebensmittelbehörde Food Standards Agency (FSA) entwickelt und veranschaulicht Energie- und Nährstoffgehalte eines Lebens- mittels mit Hilfe einer Farbcodierung (FSA 2007). Dem Konsumenten soll mit Hilfe des ihm aus dem Alltag bekannten Systems der Ampel eine leichte Orientierung ermöglicht werden, er soll „schnell erkennen können, welche Lebensmittel gesund und welche weniger gesund sind“ (AID 2008 b, S. 1).

3.1. Struktur der Ampelkennzeichnung

Bei der Gestaltung der Verpackungsvorderseite gibt es inhaltliche Unterschiede zwischen den von der FSA und der Verbraucherzentrale Hamburg veröffentlichten Modellen, wobei letzteres auf dem FSA Modell basiert.

Die FSA sieht vor, auf der Vorderseite die Nährwerte Fett, gesättigte Fettsäu- ren, Salz und Zucker pro Portion anzugeben (siehe Abb. 3). Die Portionsgröße soll sich auf eine realistische Portion beziehen und klar auf der Verpackung ausgewiesen sein, z. B. eine Portion ist ein Burger. Zusätzlich können Angaben zum Kaloriengehalt des Lebensmittels und Angaben zum GDA gemacht werden (vgl. Abb. 4) (FSA 2007). Beim Modell der Verbraucherzentrale sind auf der Verpackungsvorderseite die Nährwerte Fett, gesättigten Fettsäuren, Salz und Zucker in g pro 100 g/ml des Lebensmittels angegeben (vgl. Abb. 5). (VZBV o. J. b). Bei beiden Modellen sind die einzelnen Nährwerte farblich un- terlegt und so einer der drei Farbgruppen rot, gelb oder grün zugeordnet.

Es gibt kein festgelegtes Design der Ampelkennzeichnung. Die FSA hat jedoch Hinweise für die Erstellung zu Design und Platzierung der Kennzeichnung sowie Beispiele für Formate der Kennzeichnung veröffentlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Ampelkennzeichnung der FSA (modifiziert nach: FSA o. J. b)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Ampelkennzeichnung, kombiniert mit GDA und Brennwert (FSA 2007)

[...]

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Nährwertkennzeichnung als Instrument der Verbraucherentscheidung - Ein Vergleich von Nährwertampel und Guideline Daily Amount
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Ernährungswissenschaften)
Veranstaltung
Praktikumsmodul
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
36
Katalognummer
V177314
ISBN (eBook)
9783640988624
ISBN (Buch)
9783640988174
Dateigröße
838 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nährwertkennzeichnung, instrument, verbraucherentscheidung, vergleich, nährwertampel, guideline, daily, amount, begleitmodul
Arbeit zitieren
Bachelor of Science Marie Tolkemit (Autor), 2010, Nährwertkennzeichnung als Instrument der Verbraucherentscheidung - Ein Vergleich von Nährwertampel und Guideline Daily Amount, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177314

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Nährwertkennzeichnung als Instrument der Verbraucherentscheidung - Ein Vergleich von Nährwertampel und Guideline Daily Amount



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden