Die Verteilung der Aufgaben und Kompetenzen zwischen den Organen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Funktions- und Handlungsfähigkeit einer jeden Gesellschaft.
Diese Arbeit soll die Verteilung der Kompetenzen inner-halb der GmbH vor und nach dem MoMiG, mit besonde-rem Schwerpunkt auf dem fakultativen dritten Organ, dar-stellen. Dabei wird der Bereich des MoMiG aufgrund der nur geringen Veränderung der Aufgaben eher kurz gefasst werden. Im zweiten Schritt soll die Kompetenzverteilung der EPG/SPE thematisiert und der der GmbH gegenüber gestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Die Verteilung der Aufgaben in der GmbH
I. Strukturen
II. Nicht mitbestimmte GmbH
1. Kompetenzen der Geschäftsführer
a. Geschäftsführung und Vertretung
aa. Geschäftsführung
bb. Vertretung
b. Weitere Kompetenzen
c. Veränderungen durch das MoMiG
2. Kompetenzen der Gesamtheit der Gesellschafter
a. Der Zuständigkeitskatalog des § 46 GmbHG
b. Weisungsrecht nach § 37 I GmbHG
c. Sonstige Kompetenzen
d. Veränderung durch das MoMiG
3. Kompetenzen eines möglichen Beirates
a. Übertragbarkeit vom Kompetenzen der Gesamtheit der Gesellschafter
aa. Zwingende Kompetenzen
bb. Übertragbare Kompetenzen
b. Übertragbarkeit von Kompetenzen der Geschäftsführer
aa. Zwingende Kompetenzen
bb. Übertragbare Kompetenzen
c. Zusätzliche Kompetenzen durch MoMiG
III. Mitbestimmte GmbH
C. Die Kompetenzverteilung in der SPE
I. Kompetenzen der Anteilseigner
II. Kompetenzen des Leitungsorgans
III. Mitbestimmung
D. Vergleich zwischen EPG/SPE und GmbH
E. Zusammenfassung/Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Verteilung der Aufgaben und Kompetenzen innerhalb einer GmbH vor und nach dem Inkrafttreten des MoMiG, wobei der Fokus insbesondere auf der Rolle eines fakultativen dritten Organs (Beirat) liegt. Zudem wird die Kompetenzverteilung der neu vorgeschlagenen Europäischen Privatgesellschaft (SPE/EPG) untersucht und den Strukturen der GmbH gegenübergestellt, um Unterschiede in der Organisationsfreiheit und Mitbestimmung aufzuzeigen.
- Struktur und Kompetenzverteilung in der GmbH (mit und ohne Mitbestimmung).
- Die Rolle und Rechtsstellung des fakultativen Beirats in der GmbH.
- Auswirkungen des MoMiG auf die interne Organisation von Gesellschaften.
- Vergleichende Analyse der Organisationsmodelle von GmbH und SPE.
Auszug aus dem Buch
3. Kompetenzen eines möglichen Beirates
Die Möglichkeit, in der GmbH ein fakultatives drittes Gesellschaftsorgan zu schaffen, ist aufgrund der Disposivität des GmbH-Rechts unumstritten. Die geschaffenen Organe sind jedoch in der Praxis in ihrer Ausgestaltung sehr unterschiedlich. Grundsätzlich lassen sich drei Arten eines Beirats unterscheiden.
Es gibt auf schuldrechtlicher Basis eingerichtete Beiräte, die damit außerhalb der gesellschaftsrechtlichen Organisation stehen, kein Organ der GmbH sind und in der Regel werbende oder beratende Tätigkeiten besitzen.
Des Weiteren gibt es Beiräte, die lediglich als Vertreterausschuss der Gesamtheit der Gesellschafter in der Zeit zwischen zwei Gesellschafterversammlungen agieren. Diese werden z.B. geschaffen, weil es besonders viele Gesellschafter gibt oder aufgrund der Tatsache, dass diese ihren Wohnsitz in größerer räumlicher Entfernung zum Sitz der GmbH haben. Solchen Beiräten, die kein eigenes Organ, sondern im Prinzip eine besonders besetzte Gesellschafterversammlung darstellen, können alle Aufgaben der Gesellschaftergesamtheit übertragen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung definiert die Kompetenzverteilung als Grundvoraussetzung für die Handlungsfähigkeit einer Gesellschaft und skizziert den Aufbau der Untersuchung zur GmbH und SPE.
B. Die Verteilung der Aufgaben in der GmbH: Dieses Kapitel erläutert die Grundstrukturen der GmbH, die Rollen von Geschäftsführung und Gesellschaftern sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Kompetenzübertragung auf einen Beirat.
C. Die Kompetenzverteilung in der SPE: Hier wird die Struktur der vorgeschlagenen Europäischen Privatgesellschaft analysiert, mit Fokus auf die Flexibilität bei der internen Organisation im Vergleich zur GmbH.
D. Vergleich zwischen EPG/SPE und GmbH: Es erfolgt ein direkter Abgleich der Kompetenzverteilungsmodelle, wobei insbesondere die höhere Gestaltungsfreiheit bei der SPE hervorgehoben wird.
E. Zusammenfassung/Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das MoMiG die GmbH-Strukturen nur geringfügig beeinflusst hat und die SPE trotz höherer Flexibilität rechtliche Unsicherheiten bergen könnte.
Schlüsselwörter
GmbH, MoMiG, SPE, EPG, Kompetenzverteilung, Geschäftsführung, Gesellschafter, Beirat, Mitbestimmung, Aufsichtsrat, Satzungsautonomie, Unternehmensführung, Vertretungsmacht, Gesellschaftsrecht, Organe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der inneren Organisation und der Kompetenzverteilung zwischen den verschiedenen Organen der GmbH, unter Berücksichtigung von Gesetzesänderungen wie dem MoMiG.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Aufgaben von Geschäftsführern und Gesellschaftern, der Rolle fakultativer Organe wie Beiräten sowie dem Vergleich mit der neuen SPE.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Untersuchung, wie Aufgaben innerhalb der GmbH verteilt sind und inwieweit diese auf dritte Organe oder die SPE übertragbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung aktueller Gesetzgebung, Kommentarliteratur und Fachbeiträgen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird detailliert analysiert, welche Kompetenzen zwingend bei den Organen verbleiben müssen und welche Dispositivität bei der Gestaltung durch Satzungsregelungen besteht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind GmbH, Kompetenzverteilung, Beirat, Gesellschafterversammlung, Geschäftsführung, MoMiG und SPE.
Wie wirkt sich das MoMiG auf die GmbH aus?
Laut der Untersuchung hatte das MoMiG nur geringe Auswirkungen auf die grundlegende Kompetenzverteilung der GmbH-Organe.
Was macht die SPE im Vergleich zur GmbH flexibler?
Die SPE bietet nach dem vorgeschlagenen Statut eine deutlich größere Gestaltungsfreiheit bei der internen Organisationsstruktur, beispielsweise durch die Wahl zwischen verschiedenen Board-Systemen.
Warum wird die Kompetenzübertragung auf Beiräte kritisch betrachtet?
Die Kritik bezieht sich vor allem auf die Abgrenzung zum unantastbaren Kernbereich der Geschäftsführungs- und Kontrollkompetenzen sowie auf mögliche Rechtsunsicherheiten bei der Ausgestaltung.
- Quote paper
- Reimund Marc von der Höh (Author), 2008, Die Kompetenzverteilung in GmbH und EPG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177325