Bedingt durch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise sind Kostenmanagement und Liquiditätsaufbau das Gebot der Stunde. Angesichts dessen und der Unsicherheit über den weiteren Verlauf und der Dauer der Wirtschaftskrise werden Unternehmenszusammenschlüsse mittelfristig mehrheitlich eher aus Überlebensmotiven als aus Wachstumsmotiven getrieben sein und daher aus einer anderen Perspektive gesehen werden. Gleichgültig aus welchen Motiven der Zusammenschluss angestrebt und vollzogen wird beziehungsweise werden muss, bleiben die eigentlichen Aufgaben und die Bewältigung von Problemen bei Unternehmenszusammenschlüssen trotzdem dieselben. Daher kann weniger von einer Mode- oder Zeiterscheinung der letzten Jahre gesprochen werden, vielmehr werden zukünftig Zusammenschlüsse von Unternehmen weiterhin für Schlagzeilen in den Wirtschaftsmedien sorgen. ....
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zur Relevanz der Themenstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Formulierung der Forschungsfragen
1.4 Aufbau und methodische Vorgangsweise
2 Unternehmenszusammenschluss
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Formen von Unternehmenszusammenschlüssen
2.2.1 Klassifizierung nach der wirtschaftlichen und der rechtlichen Selbständigkeit
2.2.2 Klassifizierung nach der Art der verbundenen Wirtschaftsstufen
2.3 Motive und Ziele von Unternehmenszusammenschlüssen
2.3.1 Persönliche Motive der Stakeholder versus Wertsteigerung durch ökonomische Motive
2.3.2 Die strategischen Ziele
2.3.2.1 Skalen- und Verbundeffekte
2.3.2.2 Kernfähigkeiten
2.3.2.3 Marktmacht
2.3.2.4 Transaktionskosten
3 Unternehmenskultur
3.1 Entwicklung des Begriffes Unternehmenskultur
3.2 Eigenschaften und Ausprägungen der Unternehmenskultur
3.3 Begriffliche Abgrenzungen
3.3.1 Unternehmensethik
3.3.2 Unternehmensphilosophie
3.3.3 Unternehmensidentität
3.3.4 Unternehmensklima
3.4 Modell der Unternehmenskultur nach Schein
3.5 Vermittlung der Unternehmenskultur durch Symbole
3.6 Funktionen und Wirkungen der Unternehmenskultur
4 Die Rolle der Unternehmenskultur bei Unternehmenszusammenschlüssen
4.1 Interkulturalität
4.1.1 Interkulturelle Kompetenz
4.1.2 Interkulturelle Kommunikation
4.2 Berücksichtigung der Unternehmenskultur im Prozess des Unternehmenszusammenschlusses
4.2.1 Pre-Merger Phase
4.2.1.1 Die Analyse der Unternehmenskultur
4.2.1.2 Die Beurteilung der Unternehmenskultur
4.2.2 Merger-Phase
4.2.3 Post-Merger Phase
4.3 Kulturelle Integration – Akkulturationsformen und Integrationsmuster
4.3.1 Relative Autonomie
4.3.2 Dominanz
4.3.3 New familiy
5 Die kulturelle Integration in Folge der Übernahme der Banca Comerciala Romana durch die Erste Group Bank
5.1 Vorstellung der Transaktionsbeteiligten
5.2 Erhebungsmethodik
5.3 Ergebnisse und Reflexionen
5.3.1 Wahrnehmung der Unternehmenskultur
5.3.2 Veränderung der Grundorientierungen im Akquisitionsprozess
5.3.3 Auswirkung einer Management-Holding auf die Unternehmenskultur
5.3.4 Unternehmenskultur als Barriere oder Treiber des zukünftigen Erfolges
6 Schlussfolgerungen und Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterthesis untersucht das komplexe Feld der Unternehmenskultur im Kontext internationaler Unternehmenszusammenschlüsse. Ziel der Arbeit ist es zu analysieren, wie sich Unternehmenskulturen in einem Integrations- und Changeprozess verändern, welche Elemente dabei als beständige Basis erhalten bleiben und ob sich eine neue, synergetische Unternehmenskultur oder lediglich eine Anpassung der Strukturen bildet. Anhand einer Fallstudie der Übernahme der Banca Comerciala Romana durch die Erste Group Bank werden diese Prozesse empirisch erforscht.
- Bedeutung der Unternehmenskultur als Erfolgs- oder Misserfolgsfaktor bei M&A
- Theoretische Fundierung von Unternehmenskultur und Integrationsmodellen
- Methodische Vorgehensweise zur Analyse kultureller Veränderungsprozesse
- Untersuchung von Barrieren und Treibern kultureller Integration
- Auswirkungen der Konzernsteuerung (Management-Holding) auf die Unternehmenskultur
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Unternehmenskultur bei Unternehmenszusammenschlüssen
Die mangelnde Sensibilität oder gar Nichtbeachtung der Unternehmenskultur des Zusammenschlusspartners und die Geringschätzung der eigenen Kultur führen oftmals nicht zu der erwarteten strategischen Zielsetzung und somit zum Scheitern des Zusammenschlusses. Vor diesem Hintergrund versucht das folgende Kapitel die beiden ausführlich behandelten Untersuchungsgegenstände des Unternehmenszusammenschlusses und der Unternehmenskultur zusammenzuführen, um die zusätzliche Dimension der Interkulturalität erweitern und die entsprechende Bedeutung der Unternehmenskultur sowie den Einfluss des „cultural fit“ auf einen erfolgreichen Unternehmenszusammenschluss zu untersuchen.
4.1 Interkulturalität
Internationalität ist nahezu zum Normalfall in den meisten Unternehmen geworden und die Ausrichtung der Geschäftsstrategie und der Geschäftsprozesse auf globale Märkte genießt immer mehr die Aufmerksamkeit der Unternehmensführung. Der Umstand, dass internationales Management immer den Umgang mit fremdkulturellen Faktoren – der Interkulturalität – einhergeht, wird in allen Phasen des Internationalisierungsprozesses deutlich. Dies beginnt mit schwierigen Verhandlungen mit fremdkulturellen Geschäftspartnern, Missverständnisse an interkulturellen organisatorischen Schnittstellen sowie Schwierigkeiten bei internationalen Projekten im Zusammenhang von Unternehmenszusammenschlüssen um nur einige Beispiele zu nennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Unternehmenskultur bei internationalen Zusammenschlüssen dar, formuliert die Forschungsfragen und erläutert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Unternehmenszusammenschluss: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Unternehmenszusammenschlusses, kategorisiert verschiedene Formen und beleuchtet die ökonomischen Motive sowie strategischen Ziele.
3 Unternehmenskultur: Hier wird das Konzept der Unternehmenskultur theoretisch hergeleitet, abgegrenzt und anhand des Modells von Schein hinsichtlich Ebenen und Einflussfaktoren detailliert beschrieben.
4 Die Rolle der Unternehmenskultur bei Unternehmenszusammenschlüssen: Dieses Kapitel verknüpft Kultur mit Interkulturalität und analysiert, wie in den drei Phasen des Akquisitionsprozesses eine kulturelle Diagnose und Integration erfolgen kann.
5 Die kulturelle Integration in Folge der Übernahme der Banca Comerciala Romana durch die Erste Group Bank: Dieser Teil präsentiert die empirische Untersuchung der Bankübernahme, erläutert die Methodik und diskutiert die Ergebnisse bezüglich kultureller Veränderungen und Holding-Auswirkungen.
6 Schlussfolgerungen und Resümee: Hier werden die Ergebnisse der empirischen Studie zusammengefasst, die Forschungsfragen beantwortet und ein Ausblick auf die Bedeutung kultureller Arbeit gegeben.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Unternehmenszusammenschluss, M&A, Integration, Interkulturalität, Change Management, Akquisition, Cultural Due Diligence, Organisationskultur, Management-Holding, Bankensektor, Erste Group Bank, Banca Comerciala Romana, Führungskultur, Change-Prozess.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Masterthesis?
Die Arbeit untersucht die Rolle der Unternehmenskultur als kritischen Erfolgs- oder Misserfolgsfaktor bei internationalen Unternehmenszusammenschlüssen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit umfasst die betriebswirtschaftlichen Aspekte von M&A, theoretische Modelle der Unternehmenskultur, interkulturelles Management sowie die praktische Analyse von Integrationsprozessen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche kulturellen Aspekte nach einer Übernahme unverändert bleiben, welche sich verändern und ob nach dem Integrationsprozess eine neue, gemeinsame Unternehmenskultur entstanden ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Untersuchung, die durch eine empirische Fallstudie ergänzt wird. Dabei kommen qualitative Experteninterviews zum Einsatz, um die Wahrnehmungen und Entwicklungen in den betroffenen Unternehmen tiefgehend zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung von Unternehmenszusammenschlüssen und Kulturmodellen sowie die empirische Untersuchung der Integration der Banca Comerciala Romana in die Erste Group Bank.
Durch welche Schlüsselbegriffe wird die Arbeit charakterisiert?
Zentrale Begriffe sind Unternehmenskultur, Akquisitionsprozess, Integrationsmanagement, kulturelle Identität und Change-Prozesse in internationalen Konzernen.
Wie wirkt sich eine Management-Holding konkret auf die Unternehmenskultur der Tochterunternehmen aus?
Die Arbeit zeigt, dass eine Management-Holding einerseits Autonomie gewähren kann, was zur Stabilität beiträgt, andererseits aber bei fehlender stringenter Strategie und Kommunikation das Risiko der Bildung von Subkulturen und Identitätsverlusten birgt.
Welche Rolle spielt die Sprache bei der interkulturellen Kommunikation während der Integration?
Der Autor stellt fest, dass obwohl Englisch als Konzernsprache etabliert ist, Sprachdefizite und die damit verbundenen Missverständnisse in der Realität oft unterschätzt werden und eine Quelle für Irritationen im Integrationsprozess darstellen.
- Citation du texte
- Alexander Stadlmann (Auteur), 2010, Kultur als Integrationsproblem bei internationalen Unternehmenszusammenschlüssen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177375