Armut im Kanton Bern

Diskussion zwei verschiedener Lösungsansätze


Hausarbeit, 2009
7 Seiten, Note: 3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Vorgehen
1.3. Vergleich mit Robert E. Leu

2. Hauptteil
2.1. Integration in den Arbeitsmarkt als Lösung für Armut
2.2. Bedingungslose Grundeinkommen als Lösung für Armut

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Armut im Kanton Bern

1.Einleitung:

1.1.Problemstellung

In einem Zeitungsbericht der Berner Zeitung vom 09.12.2008 wird aufgrund des ersten Sozialberichts des Kantons Bern, durchgeführt und veröffentlicht von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern, geschrieben von Daniel Hug und Bettina Seebeck, über das Problem der Armut im Kanton Bern berichtet.

Der Zeitungsbericht, unterschrieben von sam/sda, schreibt, dass 90.000 Menschen und 32.000 Haushalte per Definition unter Armut zu leiden haben. Weitere 20.000 sind armutsgefährdet.

Auch auf Probleme der alleinerziehenden Haushalte und der betroffenen Kinder wird eingegangen.

Diese können oft wegen fehlender Betreuung von außen nicht genügend arbeiten, um sich und ihr(e) Kind(er) zu versorgen, so dass Kinder oft Leidtragende sind, da sie selten neue Kleidung bekommen oder weniger Taschengeld zur Verfügung haben als ihre Freunde

Laut des Sozialberichtes gelten die Bürger als arm, die ein Einkommen haben, das 50% oder weniger des Medianeinkommens im Kanton Bern beträgt.

Das monatliche Durchschnittseinkommen beträgt 5483 Franken.

Als armutsgefährdet gelten die, die 51%-60% dieses Einkommens verdienen.

(Berner Zeitung vom 09.12.2008 http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/90000-Menschen-leiden-an-Armut/story/21977680)

1.2. Vorgehen:

Die 90.000 als arm geltenden Menschen im Kanton Bern sind ein Problem, für dass ich zwei Lösungsansätze untersuchen werde.

Auf der einen Seite steht die konventionelle Idee von der verbesserten Integration der Betroffenen in den Arbeitsmarkt. Hier wird das Verdienen von Geld durch Arbeit, als Lösung angesehen.

Die andere Möglichkeit, die ich untersuchen werde, ist die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, das die nicht nur alle Betroffenen, sondern grundsätzlich alle Bürger mit einem ausreichenden monatlichen Geldbetrag versorgt von dem der Mensch leben kann.

1.3.Vergleich mit Robert E. Leu:

Die Definition, dass Armut bei 50% des Medianeinkommens einsetzt wird ebenfalls in dem Text „Lebensqualität und Armut in der Schweiz“ von 1997 von Leu verwendet.

Er kritisiert, dass es keine stichhaltigen Argumente für eine Festlegung bei 50% des Medianeinkommens gibt. Er definiert diese Ansicht von Armut als „relative Armut“(Leu, 1997, S.12f.).

2. Hauptteil

2.1. Integration in den Arbeitsmarkt als Lösung für Armut

Die Lösung für das Problem der Armut bei den Betroffenen kann mit einer Integration in den Arbeitsmarkt gelöst werden, da auf diese Weise wieder genügend Geld verdient wird um aus den 50% oder weniger des Medianeinkommens herauszukommen. Arbeit ist eine nahe liegende Art Geld zu verdienen. Um aber beispielsweise eine komplette Familie mit Kindern ernähren zu können, braucht es mehr als nur eine Teilzeit- oder flexible Erwerbsarbeit. Erst eine Vollzeitbeschäftigung ermöglicht es den Verbrauch zu decken.

Diese Vollzeitarbeit kann entweder von dem Mann oder der Frau angenommen werden, sofern keiner der beiden alleinerziehend ist, weil die Kinder sonst keine ganztägige Betreuung erhielten, was sich im frühen Kindesalter negativ auswirken könnte (Arbeitslosigkeit Abbauen, Stefanie Wahl, Schulte Martin; siehe Literaturverzeichnis 6.)

Armut zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass man weniger Geld hat als der Durchschnitt oder beim Einkaufen Geld sparen muss, sondern führt in den meisten Fällen auch zur Ausgrenzung.

„Wenn man nicht arbeitet gehört man nicht dazu.“ [Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (Hrsg.) Hug, Daniel; Bettina Seebeck (2008 S.5;) Interview mit I.R. vom 25. April 2008]

Die Betroffenen verlieren, wie hier beschrieben, oft den Anschluss und die sozialen Kontakte, was zu einem tieferen Abrutschen in die Armut führen kann. Besonders Alleinerziehende sind davon betroffen, da sie, wenn sie eine Arbeit haben, sich die andere Zeit um ihre Kinder kümmern müssen und so keine Zeit mehr bleibt um noch ein soziales Umfeld aufrecht zu erhalten.

Eine Vollzeitbeschäftigung ermöglicht ihnen wieder das regelmäßige Ausgehen mit Freunden, für das vorher kein Geld vorhanden war und auch über die Arbeit lassen sich wieder neue soziale Kontakte knüpfen (Arbeitsmarktpolitik und –theorie; Jürgen Zerche; siehe Literaturverzeichnis 7.)

Bei einer Familie mit beispielsweise zwei Elternteilen und zwei Kleinkindern im Alter von zwei bis drei Jahren gibt es auch die Möglichkeit sich die Aufgaben zu teilen, wenn der eine Teil vormittags arbeitet und der andere nachmittags oder sich beide darauf verständigen, dass nur ein Teil eine Vollzeitbeschäftigung annimmt.

Ein Problem was sich bei der Verbindung von Familie und Arbeit bei Alleinerziehenden ergibt, ist, dass eine Betreuung der Kinder meistens nicht finanziert werden kann oder nicht ohne Probleme vom Kanton finanziert wird.

„Rund jedes zweite von Sozialhilfe abhängige Kind lebt in einem Einelternhaushalt.“ [Sozialbericht 08; Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (Hrsg.); Hug, Daniel; (2008; S.57)].

Des Weiteren ist auch eine Vollzeitbeschäftigung nicht immer eine Garantie für ein Leben ohne Sozialhilfe, wenn die Bezahlung nicht ausreicht. 41,9% der Sozialhilfeempfänger, die einer Beschäftigung nachgehen, sind Vollzeitbeschäftigt. [Sozialbericht 08, Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (Hrsg.); Hug, Daniel; (2008; S. 56].

5483 Franken ist das Brutto Medianeinkommen der Berner, so der Bericht der Berner Zeitung (S. 3). Das bedeutet, dass, um nicht als arm zu gelten, ein Berner mehr als 2741 Franken im Monat verdienen müsste.

Das größte Problem, was ein Arbeitsloser in Armut hat, ist, dass er sich nicht eine Arbeit aussucht, die er sofort beginnen kann. Vielen fehlt es an Weiter- oder spezieller Bildung, so dass ihnen die Qualifikation für eine Vollzeitstelle vorenthalten bleibt.

Die Suche nach Arbeit und die Schwierigkeit des (Wieder-)Einstiegs in die Arbeitswelt ist ein Problem.

2.2. Bedingungslose Grundeinkommen als Lösung für Armut

An dieser Stelle setzt eine andere Möglichkeit der Armut zu begegnen ein. Das bedingungslose Grundeinkommen, dass jedem Bürger vom Staat ausgezahlt werden und ein Überleben mit einer bestimmten Menge Geld sichern soll, kann das Problem lösen, an dem die Integration in den Arbeitsmarkt scheitern könnte.

Bei einem bedingungslosen Grundeinkommen ist eine Arbeit oder eine Gegenleistung nicht vonnöten und wird Jedem zugesprochen unabhängig davon ob er es braucht oder nicht.

Das „Basic Income Earth Network“ (B.I.E.N.) ist ein weltweiter Verbund von den verschiedensten Gruppierungen und Institutionen, der versucht das „Basic Income“ also das bedingungslose Grundeinkommen durchzusetzen.

Auf der Webseite des B.I.E.N. ist eine Definition veröffentlicht:

„Ein Grundeinkommen ist ein bedingungslos jedem menschliche Wesen, ohne Überprüfung der Einkommenslage, sowie ohne die Voraussetzung, eine angebotene Erwerbsarbeit anzunehmen, auf individueller Basis gewährtes Einkommen.“ (http://www.bien-ch.ch/de/node/9; 2008)

Da das Grundeinkommen bedingungslos an alle ausgezahlt wird, bleibt keiner in Armut oder Armutsgefährdung, da jeder ein bestimmtes Kontingent zu Verfügung hat, mit dem er überleben kann.

Die Idee des Grundeinkommens resultiert auch daraus, dass die Vollzeitbeschäftigung immer seltener wird. Durch die Erwerbstätigkeit der Frauen, die bei der Geburt eines Kindes oder mit der Erziehung desselbigen ihr Arbeitsverhältnis kündigen oder unterbrechen müssen, ist eine Vollzeitbeschäftigung nur dann realistisch, wenn keine Kinder geplant sind oder der Mann die alleinige Erziehung übernimmt.

Außerdem hat sich durch den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft die Projektarbeit, die befristet ist, immer mehr durchgesetzt. Eine Arbeitskraft mit einer bestimmten Qualifikation kann abgerufen werden, wenn sie benötigt wird, aber eine unbefristete Vollzeitarbeit ist im Zuge dieses Wandels selten (Ein Grund für die Zukunft: Das Grundeinkommen; Götz W. Werner; siehe Literaturverzeichnis 9.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Armut im Kanton Bern
Untertitel
Diskussion zwei verschiedener Lösungsansätze
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Note
3
Autor
Jahr
2009
Seiten
7
Katalognummer
V177449
ISBN (eBook)
9783640990979
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
armut, kanton, bern, diskussion, lösungsansätze
Arbeit zitieren
Jan Heemann (Autor), 2009, Armut im Kanton Bern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177449

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