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"Die Ballade". Ein Gattungsgrenzfall der besonderen Art

"Das Heidenröslein" von Johann Wolfgang von Goethe als Paradebeispiel der Gattung

Título:

Trabajo Escrito , 2018 , 23 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Tina Aff (Autor)

Didáctica - Filología alemana
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Balladen sind Gedichte, die dramatische Geschichten erzählen. Sie kümmern sich nicht um festgelegte Gattungsgrenzen oder Kunstformen, denn sie bringen das Kunststück fertig, Lyrik, Prosa und Drama auf spannende und unterhaltsame Weise miteinander zu verbinden.

Ob im Bänkelsang, im Volkslied, im kabarettistischen Chanson und sogar im Schlager- oder Popsong – überall begegnet man ihr, der Ballade; eingeschlossen natürlich in Liederheften und auch Gedichtbänden fast aller namhaften Autoren der deutschen Sprache.

Sie thematisiert verschiedenartige Erlebensweisen und -konstellationen eines Menschen; spiegelt persönliche Daseinserfahrungen, bildet soziale Beziehungen ab oder stellt das individuelle Verhältnis zur Naturwelt dar. Dabei neigt sie zum aufregend Sensationellen, stellt menschliches Fehlverhalten bloß, deckt soziale und politische Missstände auf und beklagt sie.
Die Dichtung erinnert an Unglücksfälle sowie an Freudentage, legt niedere Denkweisen offen oder feiert vornehme Ideale, sie erweckt sowohl Mitgefühl mit scheiternden Helden als auch mit herzzerreißend Liebenden. Wahrlich bietet die Gattung ein gigantisches Spektrum allseitig der gesamten menschlichen Existenz und betreibt eine hohe Kunst der Affekterregung.

Balladen sind um Popularität bemüht, sie suchen den Kontakt zum Leser und Zuhörer und bedienen sich zu diesem Zwecke aller erfolgsversprechenden Mittel. Ihre Berühmtheit hat sich durch die Hinwendung zu den jeweils aktuellen, populären literarischen Formen im Verlauf ihrer Geschichte immer wieder selbst erneuert und lebendig gehalten. Prägnant ausgedrückt:
Sie überschreitet Grenzen und fasziniert durch ihre Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit.

Der hohe Status der Ballade in der Literaturvermittlung ist nach wie vor ungebrochen. Die große Wertschätzung dieser Gattung äußert sich besonders in zahlreichen wissenschaftlichen Buch- und Zeitschriftenpublikationen, in Sammelbänden moderner Gedichte und Anthologien, zudem –am deutlichsten vernehmbar- im Schaffen von Künstlern der Gegenwart.

An dieser Stelle sei es müßig weitere Beweggründe für den Forschungsgegenstand dieser Arbeit zu nennen. Die Ballade ist literaturwissenschaftlich sowie -didaktisch im Schwange und hoch geschätzt. Die vorliegende Untersuchung soll das unverhohlene Interesse und die Faszination um die Ballade widerspiegeln.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit

2 Die Ballade

2.1 Ursprung

2.2 Wesensbestimmung - Die Besonderheiten der Ballade

3 Differenzierung

3.1 Volksballade

3.2 Sonderform Volkslied

3.3 Kunstballade

4 Die Ballade im Gefüge der Gattungen

4.1 Die Streitfrage: Lyrik, Epik oder Dramatik?

5 Das Heidenröslein

5.1 Die Gattungseinordnung

5.2 Die Epoche

5.3 Die Entstehung

5.4 Die Handlung und die Protagonisten

5.5 Interpretationsansätze

5.5.1 „Röslein rot“ - Das Symbol der Blume

5.5.2 „Röslein rot“ - Das Symbol der Farbe

5.6 Konsequenzen und Tabuthema der Gesellschaft

6 Das Heidenröslein als Darstellung einer Vergewaltigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Genre der Ballade im Allgemeinen sowie Johann Wolfgang von Goethes Werk „Heidenröslein“ im Speziellen, wobei neben der gattungstheoretischen Einordnung auch kritische Interpretationsansätze hinsichtlich möglicher Machtverhältnisse und sexualisierter Gewalt beleuchtet werden.

  • Gegenstand, Ursprung und Wesensbestimmung der Ballade
  • Differenzierung zwischen Volksballade, Volkslied und Kunstballade
  • Die Stellung der Ballade im Gefüge der Gattungen (Lyrik, Epik, Dramatik)
  • Detaillierte Analyse von Goethes „Heidenröslein“ inklusive Epochenkontext
  • Verschiedene Interpretationsansätze und Symbolik von Blume und Farbe
  • Kritische Untersuchung des Werkes als Darstellung einer Vergewaltigung

Auszug aus dem Buch

2.2 Wesensbestimmung - Die Besonderheiten der Ballade

Eine Ballade reflektiert reale Begebenheiten aus dem oft turbulenten, menschlichen Leben und auch die Tragik nimmt ihre feste Position darin ein. Sie präsentiert nüchterne Erzählgedichte und Romanzen, Allerneuestes und Altbekanntes, sie kontrastiert das Tieftraurige mit dem Hochkomischen, das Biedere mit dem Furchtbaren oder das Vornehme mit dem Trivialen. Sie ist eine ganz besondere Gattung, die vielfältiger nicht sein könnte.

Doch was haben all die ungleichen Erzählungen, die jeden empfindsamen Menschen innerlich berühren, gemeinsam? Welche Besonderheiten machen eine Ballade kenntlich?

An dieser Stelle sei angemerkt, dass für die Ballade keine allgemeingültige Merkmalsbeschreibung existiert. Sie wird entweder über ihren Inhalt oder ihre formalen Aspekte definiert, wobei bewusst zu akzentuieren ist, dass alle festgehaltenen Eigenschaften nicht zwingend zusammentreffen müssen.

Inhaltlich gibt die Ballade eine einheitliche Grundstimmung wieder, die meist tragische oder düstere Züge besitzt. Sie ermöglicht eine Darstellung innerer und äußerer Vorgänge einer Person, welche in erzählerischer Form die eigenen Erfahrungen und Weisheiten vermittelt. Schicksalsvolle Begebenheiten stellen beispielhaft bestimmte Auseinandersetzungen zwischen Menschen dar. Das erzählte Geschehen widerfährt entweder einem Individuum oder einer ganzen Gemeinschaft, freilich kann auch eine gesamte Nation betroffen sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit: Die Arbeit führt in die Faszination und den literaturwissenschaftlichen Status der Ballade ein.

2 Die Ballade: Es werden der etymologische Ursprung sowie die wesentlichen Merkmale und Besonderheiten des Genres erörtert.

3 Differenzierung: Das Kapitel unterscheidet systematisch zwischen Volksballade, der Sonderform Volkslied und der Kunstballade.

4 Die Ballade im Gefüge der Gattungen: Die Einordnung der Ballade in das Dreiersystem von Lyrik, Epik und Dramatik wird anhand verschiedener Forschermeinungen diskutiert.

5 Das Heidenröslein: Goethes Werk wird hinsichtlich Gattung, Epoche, Entstehung, Handlung und diverser Interpretationsansätze analysiert.

6 Das Heidenröslein als Darstellung einer Vergewaltigung: Dieser Abschnitt beleuchtet eine kritische Lesart des Gedichts als metaphorische Darstellung eines sexuellen Übergriffs.

Schlüsselwörter

Ballade, Heidenröslein, Johann Wolfgang von Goethe, Gattungstheorie, Volksballade, Kunstballade, Sturm und Drang, Lyrik, Epik, Dramatik, Textanalyse, Motivik, Symbolik, Vergewaltigung, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich der literaturgattung der Ballade, untersucht deren theoretische Grundlagen und analysiert beispielhaft Johann Wolfgang von Goethes Gedicht „Heidenröslein“.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Definition und Herkunft der Ballade, ihre Zuordnung zwischen den klassischen Dichtungsarten sowie die textnahe und kritische Deutung des „Heidenrösleins“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Publikation?

Es wird untersucht, wie sich die Ballade gattungstheoretisch einordnen lässt und wie Goethes „Heidenröslein“ trotz seiner scheinbaren Schlichtheit eine vielschichtige und teilweise verstörende Bedeutung entfaltet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse und hermeneutische Untersuchung, die gattungspoetische Theorien mit historischen und motivgeschichtlichen Kontexten verknüpft.

Was wird im umfangreichen Hauptteil der Ausarbeitung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung des Balladenbegriffs, die gattungssystematische Einordnung, die Untersuchung von Goethes Werk im Kontext des Sturm und Drang sowie verschiedene Interpretationsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt am besten?

Zentrale Begriffe sind Ballade, Gattungstheorie, Kunstballade, Sturm und Drang, Goethes „Heidenröslein“ und literarische Motivik.

Wie begründet Goethe die Sonderstellung der Ballade im System der Dichtkunst?

Goethe bezeichnet die Ballade als „Ur-Ei“ der Dichtung, weil in ihr die drei Naturformen der Poesie (Lyrik, Epik und Dramatik) in einzigartiger Weise synthetisiert sind.

Welche kontroversen Deutungsansätze werden für das „Heidenröslein“ diskutiert?

Neben der traditionellen Lesart als harmloses Liebes- oder Naturgedicht wird das Werk intensiv als metaphorische Darstellung eines aggressiven sexuellen Übergriffs bzw. einer Vergewaltigung analysiert.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
"Die Ballade". Ein Gattungsgrenzfall der besonderen Art
Subtítulo
"Das Heidenröslein" von Johann Wolfgang von Goethe als Paradebeispiel der Gattung
Universidad
University of Cologne  (Germainistik)
Curso
Die Ballade
Calificación
2
Autor
Tina Aff (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
23
No. de catálogo
V1774682
ISBN (PDF)
9783389207819
ISBN (Libro)
9783389207826
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ballade Goethe Heidenröslein
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tina Aff (Autor), 2018, "Die Ballade". Ein Gattungsgrenzfall der besonderen Art, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1774682
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