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Der Drachenkampf - Altorientalischer Mythos und moderne Rezeption

Harry Potters Kampf gegen den Ungarischen Hornschwanz – ein zufälliger Drachenkampf oder basierend auf einem gesellschaftlich manifestierten Mythos?

Titel: Der Drachenkampf - Altorientalischer Mythos und moderne Rezeption

Examensarbeit , 2011 , 97 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jennifer Nienhaus (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Harry Potter ist der neue Mythos der Gegenwart, der Kinder wie Erwachsene gleichermaßen begeistert. Und wie bei allen Mythen verbirgt sich dahinter viel mehr, als auf den ersten Blick erkennbar ist.“ (Schneidewind, Das ABC, Klappentext.)
Kann es überhaupt einen „Mythos der Gegenwart“ geben, widerspricht sich dieser Terminus mit den Worten „Mythos“ und „Gegenwart“ nicht in sich? Um dem nachzugehen, wird die altgriechischen Wortbedeutung betrachtet und der Blick intensiv in die Bibel und den vorausgehenden Kulturen gerichtet, um folgend feststellen zu können, dass Mythen auch heute noch von Bedeutung sind und nicht nur der Vergangenheit an gehören. Um das mit moderner Literatur in Verbindung zu bringen, sind die „Harry Potter-Romane“ gewählt worden, die als adaptierte Mythen verstanden werden. Diese Aussage bedarf jedoch Erklärungen, denn Mythen sind mehrschichtig, können in einem kulturellen Handlungsgeschehen eingebunden sein und bringen eine lange Tradition mit sich, in der der Mythos mannigfache aber auch ambivalente Deutungen erfährt, sodass verschiedene Auslegungen koexistieren. Es schließt sich die Frage an welcher Leser eine solche Rezeptionsweise beachtet und nach hintergründigen Motiven in einem wissenschaftsorientierten und postsäkularen Zeitalter fragt, in dem das Lesen von Romanliteratur eher der Unterhaltung und der Teilhabe an literarischen Werken dienen soll, die einen regelrechten Kult ausgelöst haben?
In der vorliegenden Arbeit soll diese vorschnelle Beurteilung hinterfragt werden, indem anhand einer Szene der beliebten Heptalogie der Blick auf mögliche Produktionshintergründe und traditionelle Elemente gelenkt werden soll.
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für religiöse Aspekte und den ihnen zugrundeliegenden antiken Ausführungen exemplarisch zu eröffnen, um die offensichtliche Kluft, die zwischen religiösen, alten Darstellungen und aktuellen Medien vorherrscht, generell in Frage zu stellen und vorliegend für den Mythos des Drachenkampfes ein Stück weit zu schließen, indem archaische und eine moderne Konstellation einander gegenübergestellt und in ihrer Darstellung verglichen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Das Phänomen „Harry Potter“: Die Kultfigur einer siebenbändigen Romanreihe.

Exkurs: Harry Potter und die Religion: Ausgewählte religiöse Implikationen und archaisch-mythologischer Elemente

Darstellung des für die Forschung relevanten Bandes „Harry Potter und der Feuerkelch“ mit detaillierter Schilderung des Drachenkampfes

3) Harry Potter, Drachenkampf, Mythologie und Bibel

Ursprung des „Drachenkampfes“

Deutung des Drachens und des „Drachenkampfes“

Naturerscheinung – Psychologische Erscheinung – Positive Konnotation; Schwerpunkt: ostasiatischer Raum – Zusammenschau

Deutung des „Mythos“ vom Drachenkampf mit Verweisen auf Harry Potter

Mesopotamische Ursprünge des Drachenmythos – Sumer – Akkad – Babylon – Assyrien – Hethiter – Ugarit – Griechenland – Zusammenschau – Endzeitlicher Kampf

Drachenkampf in ausgewählten Teilen der Bibel

4) Harry Potters Kampf mit dem Ungarischen Hornschwanz – eine zufällige Erscheinung oder doch basierend auf archaischen Vorstellungen?

5) Resümee

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass der „Drachenkampf“ in den „Harry Potter“-Romanen kein zufälliges Element darstellt, sondern tief in archaischen und mythischen Traditionen verwurzelt ist. Dabei wird untersucht, inwiefern die Darstellung von Drachen und deren Bekämpfung in Joanne K. Rowlings Werk als moderne Rezeption antiker und biblischer Mythen interpretiert werden kann, um ein tieferes Verständnis für die symbolische Bedeutung dieser Szene im Kontext der Heptalogie zu gewinnen.

  • Analyse des Drachenkampfes im Band „Harry Potter und der Feuerkelch“.
  • Vergleichende Untersuchung altorientalischer und biblischer Mythen.
  • Psychologische und naturmythologische Deutung von Drachenmotiven.
  • Untersuchung der kulturellen Unterschiede zwischen östlicher und westlicher Drachenrezeption.
  • Einordnung des Phänomens „Harry Potter“ in den Kontext der Fantasyliteratur.

Auszug aus dem Buch

Die erste Aufgabe

In der ersten Aufgabe steht Harry dann der „Kampf“ mit einem Drachen bevor, genauer gesagt muss jeder Champion an einem brütenden Weibchen vorbeikommen, um aus dem Gelege das goldene Ei zu holen. In der Welt der Zauberer gelten Drachen als höchst gefährlich und unzähmbar, weswegen die private Haltung und Nachzucht seit fast drei Jahrhunderten verboten ist. Die Haut der Drachen ist mit magischen Kräften durchdrungen, so dass die meisten Zauber abprallen, manche Drachen haben gar einen giftigen Biss und fast alle können Feuer speien.

Als Harry seinem Drachen gegenübertritt, macht sich für einen Moment große Panik in ihm breit. Nur bewaffnet mit seinem Zauberstab steht er einem fünfzehn Meter großen Ungarischen Hornschwanz gegenüber, der am anderen Ende der Koppel auf ihn wartet, „die Flügel halb eingezogen, die bösartigen gelben Augen auf ihn gerichtet – eine monströse, schuppige schwarze Echse, die mit ihrem dornenbesetzten Schwanz auf den Boden peitschte und meterlange Furchen in die Erde schlug“.

Unter Verwendung eines Aufrufezaubers ruft Harry seinen Besen, den Feuerblitz, herbei und als er ihn besteigt und den Boden weit unter sich lässt, ist seine Angst wie weggeblasen. Er befindet sich in seinem Element und kann so tun, als ob es sich um ein Quidditch-Spiel handelt. Er beginnt sein Ablenkungsmanöver mit einem senkrechten Sturzflug, aus dem er sich gerade rechtzeitig reißt, als der Hornschwanz Feuer speit.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob die „Harry Potter“-Romane als moderne Adaptionen alter Mythen verstanden werden können und hinterfragt dabei die Rezeptionsweise in der heutigen Zeit.

2) Das Phänomen „Harry Potter“: Die Kultfigur einer siebenbändigen Romanreihe.: Hier wird die Heptalogie von J.K. Rowling vorgestellt, der Handlungsrahmen sowie die Rolle Harry Potters erläutert und der für die Forschung zentrale vierte Band detailliert beschrieben.

3) Harry Potter, Drachenkampf, Mythologie und Bibel: Dieses Kapitel liefert eine tiefgehende Untersuchung über den Ursprung und die Deutung von Drachen und Drachenkämpfen im altorientalischen Raum sowie in ausgewählten biblischen Texten.

4) Harry Potters Kampf mit dem Ungarischen Hornschwanz – eine zufällige Erscheinung oder doch basierend auf archaischen Vorstellungen?: Dieses Kapitel zieht das Resümee aus der Analyse und begründet, warum die Szene des Drachenkampfes als bewusste oder unbewusste Aufnahme archaischer Muster innerhalb des Fantasy-Genres gewertet werden kann.

5) Resümee: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass die Kluft zwischen archaischen Mythen und moderner Literatur durch eine tiefergehende Auseinandersetzung mit Tradierungen und kulturellen Kontexten überbrückt werden kann.

Schlüsselwörter

Harry Potter, Drachenkampf, Mythologie, Bibel, Fantasy, Archaische Mythen, Symbolik, Literaturwissenschaft, Religionspädagogik, Joanne K. Rowling, Urkampf, Endzeitlicher Kampf, Archetypen, Psychologie, Kulturvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen antiken Mythen und der modernen Fantasy-Romanreihe „Harry Potter“ von J.K. Rowling, wobei der Fokus insbesondere auf der Motivik des Drachenkampfes liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Drachenmythologie im altorientalischen Raum, die biblische Rezeption dieser Mythen sowie die psychologische Deutung des Drachenmotivs als archetypisches Symbol.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass der Kampf Harry Potters gegen den Ungarischen Hornschwanz keine zufällige Szene ist, sondern in einem langen, kulturübergreifenden Tradierungsprozess mythischer Vorstellungen steht.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin wendet eine literaturwissenschaftliche Analyse an, die insbesondere kulturvergleichende und rezeptionsgeschichtliche Ansätze nutzt, um Parallelen zwischen alten Texten und der modernen Heptalogie aufzudecken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Harry-Potter-Romane, die mythologische Deutung des Drachens, die mesopotamische und biblische Tradition des Drachenkampfes sowie die abschließende Einordnung der Potter-Szene in dieses mythische Geflecht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Drachenkampf“, „Mythologie“, „archaische Traditionen“, „Fantasy“ und „psychologische Archetypen“ bestimmt.

Inwiefern unterscheiden sich östliche und westliche Drachenbilder?

Während der Drache im westlichen Kulturkreis oft als negative, bekämpfenswerte Bedrohung und Personifikation der Finsternis wahrgenommen wird, gilt er im ostasiatischen Raum häufig als Symbol für Glück, Fruchtbarkeit und kaiserliche Macht.

Welche Rolle spielt die biblische Überlieferung in der Untersuchung?

Die Bibel dient als wichtiges Bindeglied, in dem Motive aus dem altorientalischen Mythos übernommen, aber heilsgeschichtlich aktualisiert und in einen neuen religiösen Kontext eingebettet werden.

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Details

Titel
Der Drachenkampf - Altorientalischer Mythos und moderne Rezeption
Untertitel
Harry Potters Kampf gegen den Ungarischen Hornschwanz – ein zufälliger Drachenkampf oder basierend auf einem gesellschaftlich manifestierten Mythos?
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,7
Autor
Jennifer Nienhaus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
97
Katalognummer
V177473
ISBN (eBook)
9783640991730
ISBN (Buch)
9783640991440
Sprache
Deutsch
Schlagworte
drachenkampf altorientalischer mythos rezeption harry potters kampf ungarischen hornschwanz drachenkampf mythos
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Nienhaus (Autor:in), 2011, Der Drachenkampf - Altorientalischer Mythos und moderne Rezeption, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177473
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  97  Seiten
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