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Betriebswirtschaftliche und steuerliche Auswirkungen der Unternehmenssanierung bei mittelständischen Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH

Kritische Analyse und beispielhafte Darstellung

Título: Betriebswirtschaftliche und steuerliche Auswirkungen der Unternehmenssanierung bei mittelständischen Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH

Tesis , 2010 , 171 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Angelika Kern (Autor)

Economía de las empresas - Contabilidad e impuestos
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„Der Unternehmer ist nichts anderes als ein Bergsteiger. Auch dieser hat den Wunsch, ein bestimmtes Ziel [den Gipfel, der Verfasser] zu erreichen.“ Konjunkturell bedingte, aber auch inhärente Krisensituationen gilt es zu überwinden, damit der Gipfel und demgemäß das Unternehmensziel in greifbare Nähe rückt. Strauchelt das Unternehmen und befindet sich in einer Unternehmenskrise, muss diese schnellstmöglich erkannt und überwunden werden, um nicht vom Weg abzukommen. Denn allein aus betriebswirtschaftlicher Sicht, unterliegt ein Unternehmen ständig dem Risiko einen bereits erreichten Grad wieder einzubüßen, da der Mensch dazu neigt, „[…] auf Bewährtes zurückzugreifen“ . Ein Unternehmer läuft somit Gefahr, das Gespür für Marktveränderungen zu verlieren und an seinen früheren Erfolgskonzepten festzuhalten. Des Weiteren sind jedoch auch exogene Schocks wie die Finanzmarktkrise Ende des Jahres 2008 zu berücksichtigen, welche im Besonderen die Bankenbranche und im Allgemeinen die Entrepreneure zu spüren bekommen haben. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen des Jahres 2010 ist zwar im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 % auf rund 32.100 zurückgegangen, kann aber aufgrund ihrer Höhe noch der Finanzmarktkrise zugerechnet werden. Die Unternehmensinsolvenz wird allgemein als Ergebnis eines unzureichenden Krisenmanagements angesehen, weswegen die Anzahl der Unternehmenskrisen deutlich über der Zahl von Unternehmensinsolvenzen liegen müsste.
Ist die Krisensituation eines Unternehmens erkannt, sind einzelne Sanierungsmaßnahmen einzuleiten, damit das Unternehmen gerettet werden kann. Bei den einzeln zu ergreifenden Sanierungsmaßnahmen, sind betriebswirtschaftliche und vor allem steuerliche Konsequenzen für das Unternehmen, ihre Gesellschafter und Gläubiger zu beachten. Diese sollen nachfolgend aufgezeigt und erläutert werden, damit das Unternehmen seinen Weg zu dem gewünschten Unternehmensziel fortsetzen kann. Das Augenmerk der nachfolgenden Betrachtung liegt auf den mittelständischen Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH, da der GmbH als mittelständisches Unternehmen in Deutschland eine prägnante Rolle zugehörig ist.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Die Beweggründe der Arbeit

1.2 Der Gang der Arbeit

2 Die grundlegenden Begriffe und Sachverhalte

2.1 Das mittelständische Unternehmen

2.1.1 Die Definition des Unternehmens

2.1.2 Die Beschreibung und Größenordnung des Mittelstandes

2.2 Die GmbH und ihre Besteuerung

2.2.1 Die Charakteristik der GmbH

2.2.2 Die Besteuerung der GmbH

2.2.2.1 Die Ebene der GmbH

2.2.2.2 Die Ebene der Gesellschafter

2.3 Die Unternehmenskrise als Vorstufe der Sanierung

2.3.1 Der Begriff der Unternehmenskrise

2.3.2 Die Krisenursachen und der Krisenverlauf

2.3.3 Die Insolvenz als mögliche Strategie der Krisenbewältigung

2.3.3.1 Der Insolvenzbegriff

2.3.3.2 Der Insolvenzverlauf und das Insolvenzverfahren

2.4 Die Unternehmenssanierung im Überblick

2.4.1 Die begriffliche Abgrenzung der Unternehmenssanierung

2.4.2 Die Sanierungsprüfung

2.4.2.1 Die Ermittlung der Sanierungsbedürftigkeit

2.4.2.2 Die Beurteilung der Sanierungsfähigkeit

2.4.2.3 Die Beurteilung der Sanierungswürdigkeit

2.4.2.4 Die Sanierungschance als mögliches Ergebnis der Sanierungsprüfung

2.4.3 Die Abgrenzung einzelner Sanierungsarten vor und während der Insolvenz

2.4.3.1 Ein Überblick

2.4.3.2 Die außergerichtliche Sanierung

2.4.3.3 Die gerichtliche Sanierung

2.4.3.4 Die Vor- und Nachteile der (außer-)gerichtlichen Sanierung

2.4.3.5 Die übertragende Sanierung

3 Die grundsätzlichen ertragsteuerlichen Auswirkungen der Unternehmenssanierung

3.1 Der Sanierungsgewinn

3.2 Die Verlustnutzung und die Mindestbesteuerung nach § 10d EStG

3.3 Der Verlustabzug nach § 8c KStG

3.4 Die Veräußerungsgewinne oder -verluste nach § 17 EStG

4 Die außergerichtliche Sanierung der GmbH

4.1 Der Forderungsverzicht der Gesellschafter

4.1.1 Ohne Besserungsschein

4.1.1.1 Die Merkmale und Rechtsfolgen

4.1.1.2 Die ertragsteuerlichen Auswirkungen

4.1.1.2.1 Die zu prüfenden Prinzipien

4.1.1.2.2 Die Ebene der GmbH

4.1.1.2.3 Die Ebene der Gesellschafter

4.1.2 Mit Besserungsschein

4.1.2.1 Die Merkmale und Rechtsfolgen

4.1.2.2 Die ertragsteuerlichen Auswirkungen

4.1.2.2.1 Die zu prüfenden Prinzipien

4.1.2.2.2 Die Ebene der GmbH

4.1.2.2.3 Die Ebene der Gesellschafter

4.2 Der Forderungsverzicht der Gläubiger

4.2.1 Mit Besserungsschein

4.2.1.1 Die Merkmale und Rechtsfolgen

4.2.1.2 Die ertragsteuerlichen Auswirkungen

4.2.1.2.1 Die zu prüfenden Prinzipien

4.2.1.2.2 Die Ebene der GmbH

4.2.1.2.3 Die Ebene des Gläubigers

4.3 Der Rangrücktritt

4.3.1 Die Merkmale und Rechtsfolgen

4.3.2 Die ertragsteuerlichen Auswirkungen

4.3.2.1 Die zu prüfenden Prinzipien

4.3.2.2 Die Ebene der GmbH

4.3.2.3 Die Ebene der Gesellschafter und Gläubiger

4.4 Die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der außergerichtlichen Sanierung

5 Die gerichtliche Sanierung der GmbH

5.1 Die Sanierung mittels des Insolvenzplans

5.1.1 Die Merkmale und Rechtsfolgen

5.1.2 Die ertragsteuerlichen Auswirkungen

5.2 Die Liquidation nach Scheitern der Sanierung

5.2.1 Die Auflösungstatbestände und Rechtsfolgen der Liquidation

5.2.2 Die Liquidationsbesteuerung der GmbH

5.2.3 Die ertragsteuerlichen Konsequenzen für den Anteilseigner

5.3 Die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der gerichtlichen Sanierung

6 Die übertragende Sanierung

6.1 Der Anteilsverkauf eines Gesellschafters

6.1.1 Die Merkmale und Rechtsfolgen

6.1.2 Die ertragsteuerlichen Auswirkungen

6.1.2.1 Die zu prüfenden Prinzipien

6.1.2.2 Die Ebene der GmbH

6.1.2.3 Die Ebene der Gesellschafter

6.2 Der Unternehmensverkauf der Gesellschaft

6.2.1 Die Merkmale und Rechtsfolgen

6.2.2 Die ertrag- und verkehrsteuerlichen Auswirkungen für die GmbH und den Erwerber

6.2.2.1 Die ertragsteuerlichen Auswirkungen

6.2.2.2 Die verkehrsteuerlichen Auswirkungen

6.3 Die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der übertragenden Sanierung

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Auswirkungen verschiedener Sanierungsmaßnahmen bei mittelständischen Unternehmen in der Rechtsform der GmbH. Ziel ist es, die steuerliche Belastungssituation bei den verschiedenen Sanierungswegen kritisch zu hinterfragen und die steuerlichen Konsequenzen für Unternehmen, Gesellschafter und Gläubiger aufzuzeigen.

  • Grundlagen zur GmbH und Unternehmenskrise
  • Methoden und Prüfung der Unternehmenssanierung
  • Außergerichtliche Sanierungsmaßnahmen (Forderungsverzichte, Rangrücktritt)
  • Gerichtliche Sanierung durch Insolvenzplan
  • Übertragende Sanierung (Asset Deal und Share Deal)

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Die begriffliche Abgrenzung der Unternehmenssanierung

Das Wort Sanierung stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Heilung, somit sind darunter allgemein und (steuer-) rechtlich alle Maßnahmen zu verstehen, die die finanzielle Gesundung eines in die Krise geratenen Unternehmens zur Folge haben. In der BWL wird Sanierung als Sammelbegriff für alle Maßnahmen finanz- und leistungswirtschaftlicher, unternehmenspolitischer, führungstechnischer und organisatorischer Art verwendet, die der Wiederherstellung existenzerhaltender und zukünftig Gewinn versprechender Grundlagen des Unternehmens dienen. Der Sanierungsbegriff wird in der Literatur jedoch differenzierter betrachtet, indem eine enge und weite Begriffsauffassung dargestellt wird.

Der Ausdruck der “engen Sanierung“ beinhaltet lediglich operative finanzwirtschaftliche Maßnahmen, um die finanziellen Lebensgrundlagen des Unternehmens wiederherzustellen und zu sichern. Das Unternehmen befindet sich somit in einem Krisenstadium, in welchem die Existenz ernsthaft gefährdet ist und nur noch wenige liquide Mittel im Unternehmen vorhanden sind. Beispiele für Sanierungsmaßnahmen im Zuge neuer Kapitaleinlagen sind die Auflösung von Rücklagen, der Forderungsverzicht von Gesellschaftern, der Verkauf von Vermögensbestandteilen oder die Aufnahme von neuem Fremdkapital. Somit ist innerhalb der finanzwirtschaftlichen Sanierung zwischen der Verlustrealisierung der Eigenkapitalgeber, den Zugeständnissen von Gläubigern und der Beschaffung neuer Finanzmittel zu unterscheiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Relevanz der Untersuchung von Unternehmenssanierungen bei mittelständischen GmbHs und umreißt den inhaltlichen Aufbau der Arbeit.

2 Die grundlegenden Begriffe und Sachverhalte: Hier werden Definitionen für mittelständische Unternehmen sowie die Besteuerungsgrundlagen der GmbH erläutert und die Krisenphänomene (inkl. Insolvenz) sowie die Sanierungsprüfung (Sanierungsbedürftigkeit, -fähigkeit, -würdigkeit) systematisch dargelegt.

3 Die grundsätzlichen ertragsteuerlichen Auswirkungen der Unternehmenssanierung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über zentrale ertragsteuerliche Aspekte wie den Sanierungsgewinn, die Verlustnutzung (§ 10d EStG) sowie Beschränkungen des Verlustabzugs (§ 8c KStG) und Veräußerungsgewinne.

4 Die außergerichtliche Sanierung der GmbH: Der Fokus liegt auf Forderungsverzichten (durch Gesellschafter oder Gläubiger, jeweils mit oder ohne Besserungsschein) sowie dem Rangrücktritt und deren steuerlichen Auswirkungen auf GmbH, Gesellschafter und Gläubiger.

5 Die gerichtliche Sanierung der GmbH: Es wird die Sanierung via Insolvenzplan sowie das Szenario einer Liquidation nach gescheiterter Sanierung und die damit verbundene steuerliche Behandlung thematisiert.

6 Die übertragende Sanierung: Dieses Kapitel befasst sich mit dem Anteilsverkauf eines Gesellschafters sowie dem Unternehmensverkauf (Asset Deal), inklusive der ertrags- und verkehrsteuerlichen Folgen.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht den gesetzgeberischen Handlungsbedarf hinsichtlich der steuerlichen Rechtssicherheit bei Sanierungsmaßnahmen.

Schlüsselwörter

Unternehmenssanierung, GmbH, Mittelstand, Insolvenzrecht, Sanierungsgewinn, Forderungsverzicht, Besserungsschein, Rangrücktritt, Verlustabzug, Mindestbesteuerung, Steuern, Ertragsteuer, Gesellschafterdarlehen, Insolvenzplan, übertragende Sanierung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Ziel dieser Diplomarbeit?

Die Arbeit untersucht die betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Auswirkungen von Sanierungsmaßnahmen bei mittelständischen GmbHs, um aufzuzeigen, wie kriselnde Unternehmen erfolgreich saniert werden können und welche steuerlichen Konsequenzen dabei für alle Beteiligten entstehen.

Welche Sanierungsmaßnahmen stehen im Vordergrund?

Die Arbeit deckt sowohl außergerichtliche Maßnahmen (wie Forderungsverzichte der Gesellschafter/Gläubiger und Rangrücktritte) als auch gerichtliche Maßnahmen (Insolvenzplan) sowie die übertragende Sanierung (Asset Deal) ab.

Wie werden die Sanierungschancen geprüft?

Die Arbeit nennt ein dreistufiges Prüfmodell, welches aus der Prüfung der Sanierungsbedürftigkeit, der Sanierungsfähigkeit und der Sanierungswürdigkeit besteht.

Welche steuerlichen Hauptprobleme werden behandelt?

Zentrale Themen sind die ertragsteuerliche Behandlung von Sanierungsgewinnen, die Problematik der Mindestbesteuerung (§ 10d EStG) und die Auswirkungen von Verlustabzugsbeschränkungen (§ 8c KStG) bei Beteiligungswechseln.

Welche Methode wird für die Analyse verwendet?

Die Arbeit liefert eine kritische Analyse aktueller steuerrechtlicher Rahmenbedingungen und ergänzt diese durch beispielhafte Darstellungen von Sanierungsszenarien.

Welche Rolle spielen die Gesellschafterdarlehen?

Gesellschafterdarlehen dienen oft als Finanzierungsquelle in der Krise. Der Verzicht darauf (mit oder ohne Besserungsschein) ist eine zentrale bilanzielle Sanierungsmaßnahme, die jedoch komplexe steuerliche Folgen (z.B. verdeckte Einlage) nach sich zieht.

Wie beeinflusst der "Besserungsschein" die steuerliche Behandlung?

Ein Besserungsschein führt dazu, dass der Forderungsverzicht unter einer auflösenden Bedingung steht. Dies wirkt sich steuerlich so aus, dass beim Besserungseintritt die ursprüngliche steuerliche Behandlung (z.B. bei der GmbH oder beim Gesellschafter) korrigiert werden muss.

Ist die übertragende Sanierung steuerlich unkompliziert?

Nein, die übertragende Sanierung (insbesondere beim Asset Deal) erfordert eine detaillierte Einzelbewertung der Wirtschaftsgüter und kann zu komplexen Fragen der Umsatz- und Grunderwerbsteuer führen.

Final del extracto de 171 páginas  - subir

Detalles

Título
Betriebswirtschaftliche und steuerliche Auswirkungen der Unternehmenssanierung bei mittelständischen Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH
Subtítulo
Kritische Analyse und beispielhafte Darstellung
Universidad
Saarland University  (Universität)
Calificación
2,0
Autor
Angelika Kern (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
171
No. de catálogo
V177477
ISBN (Ebook)
9783640991747
ISBN (Libro)
9783640991891
Idioma
Alemán
Etiqueta
Krise Sanierung Insolvenz Mantelkauf GmbH Sanierungsgewinn Verlustabzug Mindestbesteuerung Anteilsübertragung Forderungsverzicht Rangrücktritt Unternehmensverkauf Liquidation Insolvenzplan übertragende Sanierung gerichtliche Sanierung außergerichtliche Sanierung
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GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Angelika Kern (Autor), 2010, Betriebswirtschaftliche und steuerliche Auswirkungen der Unternehmenssanierung bei mittelständischen Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177477
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